Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 26. Spieltags

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Der 26. Spieltag der Regionalliga Nordost hielt spannende und wichtige Duelle im Kampf um den Aufstieg und den Klassenerhalt bereit. Einen überraschenden Dämpfer im Aufstiegsrennen musste der FC Carl Zeiss Jena im Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz hinnehmen. Im Tabellenkeller gab es an diesem Spieltag keine großen Überraschungen. Der Tabellenletzte FC Eilenburg verlor zuhause knapp gegen den 1. FC Magdeburg II. Doch auch der Tabellenvorletzte Hertha 03 Zehlendorf, der mit einem Sieg acht Punkte zwischen sich und den Abstiegsplatz hätte bringen können, verlor im Auswärtsspiel gegen den FSV Zwickau.

FC Carl Zeiss Jena – ZFC Meuselwitz 1:2

Die Euphorie nach dem 2:1-Erfolg über Tabellenführer Lok Leipzig am vergangenen Spieltag war beim FC Carl Zeiss Jena groß. Im Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz sollte unbedingt ein weiterer Sieg her, um den Druck auf den Spitzenreiter zu erhöhen. Doch trotz klarer Feldvorteile kam es anders. Die Hausherren erspielten sich Chancen im Minutentakt, scheiterten jedoch immer wieder am glänzend aufgelegten Meuselwitzer Schlussmann Sedlak, der sein Team mit mehreren starken Paraden im Spiel hielt. Schon in der ersten Halbzeit hätte Jena das Spiel gut und gerne entscheiden können. Jedoch zeigte sich in der Chancenverwertung die große Schwäche der Heimmannschaft. So ging es mit einem 0:0 in die Pause. Es benötigte einen Handelfmeter in der 56. Minute, um die hochverdiente Führung zu erzielen. Doch diese hatte nicht lange Bestand, denn auch die Gäste konnten einen Handelfmeter zum 1:1 nutzen. Den Siegtreffer erzielten die effizient agierenden Gäste schließlich in der 90. Spielminute. Für den FC Carl Zeiss Jena wäre durchaus mehr drin gewesen, doch am Ende setzte sich Meuselwitz überraschend mit 2:1 durch und verpasste Jenas Aufholjagd im Titelrennen einen empfindlichen Dämpfer.

FSV Zwickau – Hertha 03 Zehlendorf 1:0

Der FSV Zwickau wollte seine gute Form bestätigen und gegen Schlusslicht Hertha 03 Zehlendorf den dritten Sieg in Serie einfahren. Die Berliner hingegen standen im Abstiegskampf bereits stark unter Druck und benötigten dringend Punkte. Die Hausherren erwischten den besseren Start und gingen früh nach einem Standard in Führung. Eine Ecke von Eixler landete im Fünfmeterraum bei Dobruna, der im Fallen zum 1:0 einschob (13.). In der Folge schaltete der FSV in den Verwaltungsmodus und kontrollierte das Spiel bis zur Pause, ohne dass beide Teams offensiv gefährlich wurden. Nach dem Seitenwechsel mussten die Gäste mehr riskieren und traten deutlich mutiger auf. In der Folge verzeichnete das Tabellenschlusslicht sogar ein leichtes Chancenplus. Ein Distanzschuss von Smailovic verfehlte das Tor jedoch knapp (55.). Die Heimmannschaft konzentrierte sich auf die Verteidigung und kam nur nach Kontern zu Torgelegenheiten. Die beste Möglichkeit zur Entscheidung hatte Eixler in der Schlussphase, setzte seinen Abschluss aus 14 Metern aber neben das Tor. So blieb es beim knappen 1:0, mit dem Zwickau den dritten Sieg in Folge feierte, während Zehlendorf auch im fünften Spiel in Serie keinen Sieg einfahren konnte.

BFC Dynamo – BSG Chemie Leipzig 2:0

Zum Auftakt des 26. Spieltages trafen mit dem BFC Dynamo und der BSG Chemie Leipzig zwei Teams aus dem unteren Tabellendrittel aufeinander, die beide wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln wollten. Beiden Teams war die Tabellensituation anzumerken, und sie starteten abwartend in das Duell, das lange keine Torchancen zu bieten hatte. Kurz vor der Pause ging der BFC schließlich in Führung: Nach einem Angriff über die linke Seite landete ein Klärungsversuch von Aliji über Fritzsche im eigenen Tor zum 1:0 (45.). In der Nachspielzeit hätte Fritzsche beinahe nachgelegt, traf jedoch nur die Latte. Der Treffer kurz vor der Pause verlieh dem BFC Selbstvertrauen, der aktiver aus der Kabine kam. Nach nur zehn Minuten im zweiten Durchgang nutzte Mattmüller eine Ecke und köpfte am zweiten Pfosten zum 2:0 ein. In der Folge zog sich der BFC zurück und ließ Chemie mehr Spielanteile. Beinahe hätte sich die Passivität gerecht, doch Bell traf für die Gäste nur die Latte (76.). Wenig später klärte Mattmüller nach einem Kopfball von Seidemann für seinen Schlussmann auf der Linie (82.). So blieb es beim 2:0 für den BFC, der damit einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machte.

Chemnitzer FC – FC Rot-Weiß Erfurt 0:4

Drei Freistöße für ein Hallelujah: So lässt sich die erste Halbzeit aus Sicht des FC Rot-Weiß Erfurt kurz zusammenfassen, die den Chemnitzer FC in der ersten Hälfte mit drei Freistoßtoren demontierten. Dabei wollten die Hausherren nach zuletzt zwei Niederlagen wieder zurück in die Erfolgsspur, erlebten jedoch einen rabenschwarzen Nachmittag. Schon in der 3. Spielminute ging RWE nach einem Freistoß durch Hajrulla in Führung. Vom Rückstand angestachelt versuchte Chemnitz zu reagieren, kassierte jedoch nach dem nächsten Freistoß das 0:2 durch Falcao (15.). Insgesamt war es bis zu diesem Zeitpunkt kein schlechter Auftritt der Gastgeber, doch gerade in den entscheidenden Situationen fehlte die letzte Konsequenz. Kurz vor der Pause sorgte Erfurt mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung: Claxton traf nach einem weiteren Freistoß zum 0:3 (41.), ehe Ugondu in der Nachspielzeit auf 0:4 stellte (45.+3). Nach dem Seitenwechsel flachte die Partie deutlich ab. Der FC Rot-Weiß Erfurt verwaltete die klare Führung und ließ kaum gefährliche Aktionen zu. So blieb es beim deutlichen 4:0-Auswärtssieg für Rot-Weiß Erfurt, die damit den vierten Platz in der Tabelle verteidigten.

BFC Preussen Berlin – Hallescher FC 1:3

Mit zehn Spielen ohne Niederlage in der Regionalliga Nordost ging der Hallesche FC in das Gastspiel beim BFC Preussen. Die Gastgeber, die nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen konnten, hielten zunächst gut dagegen. Nach zahlreichen guten Torchancen gingen die Berliner durch Frank, der nach einem Eckball einköpfte, verdient in Führung (33.). Mit diesem Spielstand gingen beide Teams in die Pause. Zwar spürte man den Willen des Halleschen FC, das Spiel drehen zu wollen, doch die Gäste blieben zunächst zu ungenau. Nach genau einer Stunde kamen sie jedoch zum Ausgleich, nachdem der Ball nach einem geblockten Freistoß vor den Füßen von Hauptmann landete, der mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 1:1 traf. Der Treffer markierte den endgültigen Wendepunkt in der Partie. Plötzlich spielten die Gäste mit viel Zug nach vorne und drängten auf den Führungstreffer, der wenig später durch Joker Ehrlich nach einem Abschluss aus kurzer Distanz (69.) gelang. In der Schlussphase versuchte Preussen noch einmal zurückzukommen, klare Chancen blieben jedoch rar. In der Nachspielzeit sorgte Kulke schließlich per Elfmeter für die Entscheidung zum 3:1. Mit dem Sieg kletterte der Hallesche FC auf Rang zwei der Tabelle.

FSV Luckenwalde – Greifswalder FC 1:1

Der Greifswalder FC wollte beim FSV Luckenwalde den zweiten Sieg in Folge einfahren und erwischte zunächst den besseren Start. Durch frühes Pressing setzten die Gäste die Hausherren unter Druck und gingen in der 20. Minute verdient in Führung, als Bokake eine Flanke von Benyamina per Kopf zum 1:0 verwertete. Auch danach blieb Greifswald spielbestimmend, ließ jedoch die nötige Konsequenz im letzten Drittel vermissen. Nach der Pause entwickelte sich eine zunehmend ausgeglichene Partie, in der sich beide Teams im Mittelfeld neutralisierten. Einen großen Aufreger gab es für die 518 Zuschauer im Werner-Seelenbinder-Stadion in der Schlussphase zu sehen. Nach einer Flanke prallte der eingewechselte Will mit Greifswalds Torhüter Jakubov zusammen – der Ball sprang ins leere Tor. Trotz großer Proteste der Gäste zählte der Treffer zum 1:1-Ausgleich. Kurz vor Ende der Partie hatte der Greifswalder FC durch Atilgan noch einmal die Chance zum späten Siegtreffer, dieser setzte den Ball jedoch weit über den gegnerischen Kasten. Damit verpasste Greifswald einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

FC Eilenburg – 1. FC Magdeburg II 0:1

Der FC Eilenburg steht im Abstiegskampf unter großem Druck und wollte sich im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg II mit einem Sieg an die rettenden Plätze heranschieben. Allerdings zeigte die Elf von Kevin Rodewald eine schwache Vorstellung. Von Beginn an waren es die Gäste, die das Spiel bestimmten und sich hochkarätige Chancen erspielten. Zunächst konnte Eilenburgs Keeper Pieles mit starken Paraden das überfällige Gegentor verhindern. In einer durchwachsenen Partie ging es mit 0:0 in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Bild wie in der ersten Hälfte. Der 1. FC Magdeburg dominierte das Spielgeschehen, während der FC Eilenburg offensiv kaum stattfand. Auch in den zweiten 45 Minuten hatten es die Hausherren Pieles zu verdanken, dass sie lange im Spiel blieben. Allerdings war auch der gut aufgelegte Torhüter in der Schlussphase gegen Dzogovic machtlos. Nach einer Ecke setzte sich der Magdeburger im Luftduell durch und köpfte zum spielentscheidenden Treffer ein (78.). Auch in der Folge blieben die Gastgeber harmlos und vergaben ihre einzige Möglichkeit in der Schlussphase. Damit blieb es beim knappen Auswärtssieg für den 1. FC Magdeburg, der die Situation für die Nordsachsen im Abstiegskampf weiter verschärft.

1. FC Lok Leipzig – Hertha BSC Berlin II 4:0

Mit einem klaren 4:0-Heimerfolg gegen Hertha BSC Berlin II baute der 1. FC Lok Leipzig die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost aus. Die Leipziger starteten auf schwerem Geläuf druckvoll, auch wenn zunächst klare Torchancen ausblieben. Kurz vor der Pause fiel dann doch noch der erste Treffer im ersten Durchgang. Nach einem Konter legte Maderer für Siebeck auf, der das verdiente 1:0 erzielte (38.). Den Torreigen nach dem Seitenwechsel eröffnete der Vorlagengeber zum Führungstor selbst. In einem Laufduell konnte sich Maderer behaupten, behielt die Übersicht und traf zum 2:0 (52.). Wenig später konnte der 1. FC Lok Leipzig die Führung nach einer Direktabnahme von Adetula sogar auf 3:0 ausbauen (63.). Hertha BSC Berlin II wurde in dieser Phase des Spiels vom Druck der Leipziger eingeschnürt. Nach der deutlichen Führung ließ es der Tabellenführer jedoch ruhiger angehen. In der Schlussphase sorgte Siebeck mit einem abgefälschten Schuss für den 4:0-Endstand (82.). Der 1. FC Lok Leipzig baut seine Tabellenführung mit dem deutlichen Erfolg gegen Hertha BSC Berlin II auf acht Punkte aus.

VSG Altglienicke – SV Babelsberg 03 1:1

Nach dem Sieg des BFC Dynamo über Chemie Leipzig wollte der SV Babelsberg 03 im Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke nachziehen und sich im Kampf um den Klassenerhalt etwas Luft verschaffen. In einem intensiven Duell erwischten die Gäste gegen den Tabellensechsten den besseren Start und gingen in der 18. Minute durch Bürger mit 1:0 in Führung. Die leicht favorisierte VSG erhöhte im weiteren Verlauf den Druck und drängte auf den Ausgleich. Mit allem, was sie hatten, warfen sich die Gäste in die Zweikämpfe und schafften es lange, das eigene Tor zu verteidigen. Doch in der Schlussphase belohnte sich die VSG Altglienicke für das unermüdliche Anrennen schließlich. In der 82. Minute traf Sylla zum 1:1-Endstand und sicherte seiner Mannschaft einen Punkt. Ein Punkt, der aus Sicht der Gäste zu wenig ist. Mit 24 Punkten steht die Mannschaft von Johannes Lau nur noch einen Zähler vor der gefährlichen Zone.