„Aufstiegsreform 2025“: Ein Meister schaut immer durch die Finger – so ist es nach der aktuellen Aufstiegsregelung der Regionalliga, denn aus den fünf Regionalligen gehen vier Aufsteiger hervor. Das dürfte wohl die gravierendste Ungerechtigkeit im deutschen Fußball sein. Fans, Vereine und Spieler haben davon mittlerweile die Nase gestrichen voll und fordern eine faire Lösung. Um diese bemühte sich eine Arbeitsgruppe des DFB am Mittwoch und stellte den Vereinen zwei Lösungen für das Problem bereit: Kompass- oder Regionen-Modell – das ist die entscheidende Frage. Wie immer, wenn es die Wahl gibt, entstehen Uneinigkeiten, doch in einer Sache sind sich alle einig: Die Regionalliga soll in vier Staffeln aufgeteilt werden, sodass die Meister der jeweiligen Ligen sich sicher über den Aufstieg freuen dürfen. Was beinhalten die Modelle? Die Antwort gibt es hier.
Kompass- oder Regionen-Modell: Zwei Wege, ein Ziel – Fairness
Nach den Beratungen der Arbeitsgruppe zu der Aufstiegsregelung stehen seit Mittwochabend zwei Modelle zur Auswahl, die zur Saison 2028/29 greifen könnten. Zum einen die KI-gestützte Staffelaufteilung von 80 Vereinen, die nach geografischen Punkten erfolgt. Das Modell bricht also bisher mit der starren Einteilung in Regionen und wird von Saison zu Saison aktualisiert. Das heißt, eine Mannschaft im Grenzgebiet, wie etwa Viktoria Aschaffenburg, könnte in der einen Saison in der Regionalliga Bayern antreten und in der nächsten Spielzeit in der Regionalliga West – je nachdem, welche Mannschaften in der Saison in der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands spielen dürfen. Der Vorteil liegt auf der Hand und kommt den Fans und Spielern zugute, denn das Ziel ist es, die Fahrtwege so kurz wie möglich zu halten.
Im Gegensatz dazu steht das Regionen-Modell. Die Regionalligen Nord, Nordost und Bayern sollen hier zu zwei Staffeln verschmelzen – West und Südwest hingegen bleiben wie sie sind. Nach den Beratungen bezog die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ klar Stellung und sieht im Kompass-Modell die einzig wahre Lösung: Gleichberechtigte Aufstiegschancen, strukturelle Vereinheitlichung, alle ziehen an einem Strang. Dazu kommt, dass ein ähnlicher Versuch wie das Regionen-Modell bereits 2018 „krachend gescheitert“ war, stellt die Initiative im Reality-Check klar. Besonders die Regionalliga Nordost würde darunter leiden, da sie auf die Staffeln Nord und Bayern aufgeteilt würde. Zahlreiche Derbys fielen aus dem Spielplan und würden durch Spielpaarungen ersetzt, die keinen besonderen Anreiz wie Ruhm, Ehre und Prestige bieten.
Widerstand und Hoffnung
Natürlich begrüßt nicht jeder das Kompass-Modell mit offenen Armen. Die Initiative setzt daher auf ein breites Bündnis aus Vereinen, Fans und prominenten Fürsprechern – doch die Entscheidung liegt jetzt bei der Präsidentenkonferenz, die neben den fünf Präsidenten der Regionalverbände auch aus den 21 Verantwortlichen der Landesverbände besteht. Bevor also ein Kompass die Regionalligen neu ausrichtet oder vier Regionen zusammengebastelt werden, heißt es erst einmal: Meinungen sammeln. Die fünf Regionalverbände dürfen bei ihren Mitgliedsvereinen nachhaken, welches Format bevorzugt wird. Danach geht es zur großen Präsidentenkonferenz, wo sich die Verantwortlichen dann gemeinsam am Tisch versammeln und auf den Ergebnissen basierend eine Entscheidung treffen. Spannung ist jedenfalls garantiert – fast wie bei einem Elfmeterschießen oder beim Warten auf die Entscheidung des VAR.
Fakt ist jedoch: Wenn alles glattläuft, spielt die Regionalliga ab 2028/29 viergleisig, und jeder Meister steigt direkt auf. Endlich kein Roulette und keine Aufstiegsspiele mehr. Kein Wunder also, dass sich mittlerweile schon 70 Clubs bundesweit hinter die Initiative gestellt haben – das Motto „Meister müssen aufsteigen“ klingt schließlich auch nach einer verdammt fairen Sache.