Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 28. Spieltags

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Der 28. Spieltag der Regionalliga Nordost ging mit einem rasanten Sonntagabendspiel zwischen dem FSV Zwickau und dem BFC Dynamo zu Ende. Die Underdogs aus Berlin konnten gegen eines der Topteams einen Punkt entführen. Einen Sieg hingegen konnte der Tabellenführer 1. FC Lok Leipzig im Topspiel gegen Rot-Weiß Erfurt feiern, die damit weiter unangefochten auf Platz eins stehen. Sonnig dürfte die Gemütslage auch in Babelsberg sein. Der SVB konnte sich mit einem deutlichen 4:0-Erfolg über Tabellenschlusslicht Hertha Zehlendorf ordentlich Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschaffen.

VSG Altglienicke – BSG Chemie Leipzig 1:1

Die VSG Altglienicke sah lange wie der sichere Sieger aus, doch die BSG Chemie Leipzig kam in der Nachspielzeit noch zu einem Punkt. Nach der heftigen 0:5-Pleite gegen den SV Babelsberg wollte das Kellerkind aus Leipzig am Donnerstagabend unbedingt Wiedergutmachung betreiben – doch die Gastgeber aus Berlin wollten sich für die 0:3-Hinspielniederlage revanchieren. Die erste große Chance hatten allerdings die Leipziger durch den späteren Helden Ratifo. Die BSG Chemie Leipzig zeigte sich unbeeindruckt von ihrer dramatischen Tabellensituation und spielte mutig nach vorne. Altglienicke dagegen kam offensiv zunächst kaum zur Entfaltung – wenn doch, dann aber brandgefährlich. Nietfeld hatte noch vor der Pause den Führungstreffer für die Hausherren auf dem Kopf, sein Kopfball klatschte jedoch nur an den Pfosten. So ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel drängte Chemie weiter, Sanin und erneut Ratifo vergaben jedoch wieder. Nach rund einer Stunde fiel dann das 1:0 für Altglienicke. Keeper Bergmann parierte zunächst glänzend, doch Tezel staubte im Nachschuss ab. Jetzt waren die Leipziger gefordert, erhöhten den Druck, verzweifelten aber an ihrer Chancenverwertung. Ratifo, Akono, Nadjombe und Lihsek scheiterten allesamt – das VSG-Tor schien wie vernagelt. Doch nach zahlreichen Anläufen war es Ratifo, der in der Nachspielzeit doch noch erfolgreich war und den Gästen einen Punkt rettete. Im Fallen brachte er den Ball zum hochverdienten 1:1 im Tor unter (90.+2). Die Leipziger fahren nach einer kämpferisch starken Vorstellung mit einem Punkt nach Hause. Von einem Punktgewinn darf jedoch kaum gesprochen werden, denn gegen die VSG war an diesem Donnerstag mehr drin.

FC Eilenburg – Chemnitzer FC 1:1

Das Spiel zwischen dem FC Eilenburg und dem Chemnitzer FC stand unter besonderen Voraussetzungen. Der FC Eilenburg steckt im Abstiegskampf, und der Chemnitzer FC ist personell gebeutelt. Dennoch hatten die Gäste die erste Chance der Partie. Allerdings zeigte sich auch die Heimelf immer wieder offensiv und drängte auf die Führung. Nach 35 Minuten klingelte es dann: Niemitz zog aus der Strafraumecke ab und traf sehenswert ins lange Eck – 1:0 für die Gastgeber. Doch die Freude der Eilenburger war nur von kurzer Dauer. Nach einer Standardsituation kam der CFC noch vor der Pause zum Ausgleich, nachdem Alberico den Ball nach einer Ecke direkt nahm und im Tor unterbrachte (41.). Mit dem gerechten Remis ging es in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel dominierte vor allem der Kampf das Spielgeschehen. Auf schwierigem Geläuf war wenig spielerische Kreativität zu sehen. Erst gegen Mitte der zweiten Hälfte wurde Eilenburg wieder aktiver. Große Highlights blieben jedoch bis zum Abpfiff aus, und so teilten sich die beiden Mannschaften die Punkte. Die Hausherren bringt das Remis im Abstiegskampf jedoch nicht sonderlich weiter – der FC Eilenburg bleibt auf dem 17. Platz.

1. FC Lok Leipzig – Rot-Weiß Erfurt 2:1

Der FC Rot-Weiß Erfurt dominierte im Topspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig phasenweise das Spiel. Trotz spielerischer Überlegenheit und zahlreicher Chancen konnte sich der Tabellenführer jedoch behaupten. RWE begann stark und setzte den Gegner früh unter Druck. Nach neun Minuten traf Wolf zunächst den Pfosten, beim Nachschuss parierte Lok-Keeper Naumann glänzend. Wenig später war der Jubel im Gästeblock dann groß, als Wolf zur verdienten Führung traf (14.). Rot-Weiß blieb am Drücker und wollte unbedingt nachlegen, vergab aber weitere Gelegenheiten: Ugondu scheiterte in der 20. Minute, Falcao am starken Naumann in der 33. Minute. Die mangelnde Chancenverwertung sollte sich noch vor der Pause rächen: Erst traf Abderrahmane vom Punkt zum Ausgleich (36.), nur vier Minuten später brachte Kusic den Ligaprimus Lok Leipzig mit 2:1 in Front. Mit diesem bitteren und unnötigen Rückstand ging Erfurt in die Pause.

Auch im zweiten Durchgang drängten die Thüringer auf den Ausgleich und hatten direkt nach Wiederbeginn durch Falcao und Dehl eine Doppelchance, doch Lok-Keeper Naumann war nicht zu überwinden (50./51.). In der Folge neutralisierten sich die Mannschaften im Mittelfeld, und der 1. FC Lok Leipzig verwaltete das Ergebnis im Stile einer Spitzenmannschaft. Erst kurz vor Schluss hatten die Gäste noch eine Möglichkeit zum Ausgleich, doch wieder hieß die Endstation Naumann (88.). Danach war vor über 7000 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion Schluss, und die Hausherren marschieren unaufhaltsam in Richtung Meisterschaft.

Carl Zeiss Jena – FSV Luckenwalde 1:0

Der FC Carl Zeiss Jena empfing nach zwei schmerzhaften Niederlagen in der Liga den FSV Luckenwalde. Nach dem Pokalerfolg gegen Erzfeind Rot-Weiß Erfurt wollte die Uluc-Elf den Schwung mit in die Partie gegen die Gäste aus Brandenburg nehmen. Das gelang zunächst hervorragend, denn die Hausherren starteten furios: Schon nach wenigen Sekunden setzte Oduah nach einem abgewehrten Schuss nach und brachte den FCC in Führung (2.). Noch in der ersten Halbzeit hatte Carl Zeiss zahlreiche Gelegenheiten, um zu erhöhen, doch Oduah (13.), Burmeister (31.) und kurz vor der Pause erneut Oduah (45.) scheiterten. Luckenwalde tauchte offensiv kaum auf und konnte keinen Abschluss verzeichnen.

Nach dem Seitenwechsel dominierte Jena weiter das Geschehen, konnte seine Überlegenheit aber nicht in weitere Tore ummünzen. Die Gäste zeigten sich nach knapp einer Stunde erstmals gefährlich, doch Liesegang parierte stark gegen Maciejewski (55.). Danach ließen Burmeister und Oduah weitere Chancen liegen, Prokopenko vergab in der 72. Minute eine gute Gelegenheit, Werner traf nur den Pfosten (74.). Glück für die Gastgeber: Auch der FSV Luckenwalde konnte seine wenigen Chancen nicht verwerten, und so blieb es beim knappen Arbeitssieg, durch den der FC Carl Zeiss Jena auf den zweiten Tabellenplatz vorrückt.

SV Babelsberg 03 – Hertha Zehlendorf 4:0

Was für ein Nachmittag für den SV Babelsberg 03, der mit einem souveränen 4:0-Sieg gegen Hertha Zehlendorf die Abstiegszone endgültig hinter sich lassen konnte. Nach acht Punkten aus den letzten fünf Spielen wollten die Hausherren ihre Formstärke bestätigen und ein Zeichen setzen. Von der ersten Minute an ging der Matchplan voll auf. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Queißer zur frühen Führung traf. Danach verpasste Babelsberg zunächst, das Spiel vorzeitig zu entscheiden.

Die Gäste hielten lange dagegen, und so blieb das Kellerduell in der ersten Halbzeit offen. Das sollte sich in der Schlussphase ändern: Die Hausherren drehten auf und bekamen einen Foulelfmeter, der die Entscheidung brachte. Schmidt blieb eiskalt und traf zum 2:0 (71.). Wenig später erhöhte Didoss auf 3:0 (76.), bevor Zeiger in der 82. Minute den 4:0-Endstand markierte. Mit der starken Schlussviertelstunde bauen die Hausherren den Abstand auf die Abstiegsplätze weiter aus.

ZFC Meuselwitz – Hallescher FC 3:2

So klar, wie die Partie zunächst schien, umso größer war die Überraschung nach dem Sieg des ZFC Meuselwitz gegen den Hallescher FC. Die Gäste wurden ihrer Favoritenrolle zunächst gerecht, verspielten den Zwei-Tore-Vorsprung jedoch durch eine schwache zweite Halbzeit. Dreifachtorschütze Hansch avancierte zum Mann des Spiels und sicherte den Gastgebern den Sieg. Dabei begann die Partie alles andere als optimal für die Hausherren. Die 1.148 Zuschauer sahen in den ersten 15 Minuten einen Doppelschlag der Gäste: Zunächst fiel die Führung nach einer sehenswerten Einzelaktion (14.), kurz darauf legte Baro zum 2:0 nach (15.). Wie nach neun Siegen in Folge zu erwarten war, trat der HFC mit breiter Brust auf und dominierte das Spielgeschehen bis zur Mitte der ersten Halbzeit. Dann bekam das Spiel der Gäste einen Knacks – und die Zeit der Gastgeber, insbesondere von Matchwinner Hansch, begann. Dieser verkürzte per Kopf zum 1:2-Pausenstand (30.).

Nach der Pause übernahm Meuselwitz das Kommando. Nach gut zehn Minuten glich Hansch aus (56.). Eine Viertelstunde später erzielte er per Foulelfmeter seinen Dreierpack und drehte das Spiel zugunsten der Hausherren (71.). Erst in den Schlussminuten wachten die Hallenser wieder auf, blieben aber glücklos. Im Gegenteil: Sie konnten sich bei Keeper Sedlak bedanken, dass die Niederlage nicht deutlicher ausfiel. Mit starken Paraden verhinderte er unter anderem den vierten Treffer von Hansch, der am Ende der gefeierte Held des ZFC Meuselwitz war.

Hertha BSC II – 1. FC Magdeburg II 2:1

Hertha BSC II hat am Sonntag einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht und den 1. FC Magdeburg II spät mit 2:1 besiegt. Die Partie begann wild: Keine zwei Minuten waren gespielt, da traf Hildebrandt nach einem schnellen Antritt zur frühen Hertha-Führung. In der Folge entwickelte sich ein offenes und unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Nach etwas mehr als einer halben Stunde kamen die Gäste durch Widmann per Foulelfmeter zum Ausgleich, womit es auch in die Halbzeit ging.

Auch nach dem Seitenwechsel ging es zunächst munter weiter. Erneut hatte Hildebrandt früh die erneute Führung auf dem Kopf, ließ die Chance jedoch liegen. Auf der Gegenseite prüfte Pohl Hertha-Keeper Goller mit einem Abschluss aus spitzem Winkel. Mit zunehmender Spielzeit flachte die Partie etwas ab, vieles spielte sich im Mittelfeld ab. Als sich bereits alles auf eine Punkteteilung eingestellt hatte, stach die Hertha in der Nachspielzeit noch einmal zu: In einer starken Einzelaktion dribbelte Aslanidis durch die gegnerische Abwehr und traf zum 2:1-Siegtreffer. Ein später Lucky Punch für die Berliner, die sich damit wohl endgültig auf ein weiteres Jahr in der Regionalliga einstellen dürfen.

BFC Preussen – Greifswalder FC 0:0

Im Spiel zwischen dem BFC Preussen und dem Greifswalder FC entwickelte sich das erwartet enge Duell, das letztlich ohne Tore und mit einem Punktgewinn für beide Teams endete. Nach einem intensiven März wollten sich die Gäste etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. Dementsprechend engagiert gingen die Greifswalder in die Partie und hatten früh die erste Chance: Bereits nach fünf Minuten scheiterte Tomety-Hemazro mit einem Abschluss am Pfosten. Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit hielt Greifswald gut dagegen und war das leicht bessere Team, auch wenn der BFC immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Tore blieben jedoch auf beiden Seiten aus.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Bild fort. Benyamina hatte Pech, als sein Kopfball an die Latte klatschte, während auf der Gegenseite Schröder wenig später nur das Außennetz traf. Mit zunehmender Spieldauer lief alles auf ein torloses Remis hinaus. So blieb es am Ende beim 0:0. Für den Greifswalder FC ein Punktgewinn gegen die starken Berliner – auch wenn mit etwas mehr Glück durchaus ein Auswärtssieg möglich gewesen wäre.

FSV Zwickau – BFC Dynamo 2:2

Der FSV Zwickau ging mit der Favoritenrolle in den 28. Spieltag, doch gegen den BFC Dynamo gaben sie den Sieg spät aus der Hand. Die Hausherren übernahmen von Beginn an die Initiative und gingen verdient in Führung: Möbius traf nach einer Flanke per Kopf zum 1:0 (17.). Die Berliner hielten dagegen und kamen ebenfalls zu gefährlichen Aktionen, scheiterten jedoch zunächst an Hiemann im FSV-Tor. Auf der anderen Seite verhinderte BFC-Keeper Ortegel einen höheren Rückstand. Kurz vor der Pause erzielte Fritzsche nach einer Hereingabe den Ausgleich zum 1:1 (45.).

Die zweite Hälfte blieb, wie schon der erste Abschnitt, von vielen Strafraumszenen geprägt. Nach einem Abpraller schaltete Sezer am schnellsten und brachte Zwickau erneut in Führung (54.). In der Folge drängten die Hausherren auf die Entscheidung, hatten jedoch Pech im Abschluss – etwa Eixler, der mit seinem Kopfball an der Latte scheiterte. Lange sah alles nach einem Heimsieg aus, doch Liebelt machte den Hausherren einen Strich durch die Rechnung. In der Nachspielzeit schaltete sich der Verteidiger in den Angriff ein und verwertete einen zunächst abgewehrten Ball zum 2:2-Ausgleich. Für die „Schwäne“ bleibt damit nur ein Punkt, der sich wie eine Niederlage anfühlt. Allerdings befindet sich der Tabellenfünfte aktuell in einer Situation, in der weder nach oben noch nach unten viel möglich ist.