Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 34. Spieltags

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Der 1. FC Lok Leipzig sichert sich am 34. Spieltag der Regionalliga Nordost die Meisterschaft und darf sich vor eigenen Fans über die Teilnahme an den Aufstiegsspielen freuen. Auch wenn der FC Carl Zeiss Jena nach dem Derbysieg gegen Rot-Weiß Erfurt die gleiche Punktzahl auf dem Konto hat, setzt sich Lok dank des besseren Torverhältnisses durch. Eine herbe Klatsche hingegen kassierte der FC Eilenburg gegen den Halleschen FC. Für den FCE geht es damit mit einem schlechten Gefühl aus der Regionalliga in die Oberliga.

1. FC Lok Leipzig – 1. FC Magdeburg II 5:2

Vor 8.985 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion sicherte sich der 1. FC Lokomotive Leipzig mit einem spektakulären 5:2-Erfolg gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost. Die Partie entwickelte sich dabei zu einer echten Achterbahnfahrt, in der Lok zunächst einem Rückstand hinterherlaufen musste, am Ende aber eindrucksvoll seine Offensivqualitäten zeigte. Nach einer insgesamt ausgeglichenen Anfangsphase brachte Frenzel die Gäste Mitte der ersten Hälfte überraschend mit 1:0 in Führung (24.). Lok tat sich zunächst schwer, klare Chancen herauszuspielen, erhöhte aber kurz vor der Pause spürbar den Druck. Trotz der Bemühungen kam es vor dem Pausenpfiff nicht mehr zum Ausgleich.

Direkt nach dem Seitenwechsel nahm die Partie dann richtig Fahrt auf. Adetula sorgte wenige Sekunden nach Wiederanpfiff mit dem 1:1 zunächst für große Erleichterung bei den Hausherren (47.). Die Freude hielt allerdings nicht lange, denn praktisch im Gegenzug schlug Magdeburg erneut zu: Wieder war Frenzel zur Stelle und stellte nur zwei Minuten später auf 2:1 für die Gäste (49.). Doch Lok zeigte genau in dieser Phase die Mentalität eines Meisters. Die Leipziger drängten nun mit aller Macht auf den erneuten Ausgleich und kamen durch Adetulas zweiten Treffer schnell erneut zum Erfolg (59.). Nur wenige Momente später drehte Lok die Partie endgültig. Abderrahmane verwandelte einen Foulelfmeter souverän zum 3:2 und brachte das Stadion endgültig zum Kochen (63.). Magdeburg konnte dem Druck der Gastgeber nun kaum noch etwas entgegensetzen. Cevis erhöhte in der Schlussphase zunächst auf 4:2 (69.), ehe er mit seinem zweiten Treffer tief in der Nachspielzeit den 5:2-Endstand besorgte (90.). Nach einer starken zweiten Hälfte sichert sich der 1. FC Lokomotive Leipzig die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost und tritt gegen den bayerischen Vertreter Würzburger Kickers in den Aufstiegsspielen um die 3. Liga an.

FC Carl Zeiss Jena – Rot-Weiß Erfurt 2:0

Der FC Carl Zeiss Jena hat das Thüringenderby gegen Rot-Weiß Erfurt souverän mit 2:0 gewonnen, konnte sich jedoch nur verhalten über den Derbysieg freuen. Vor dem 34. Spieltag der Regionalliga Nordost lag der FCC nur wegen der etwas schlechteren Tordifferenz hinter Lok Leipzig und durfte weiter auf die Aufstiegsspiele hoffen. Vor heimischer Kulisse im Ernst-Abbe-Sportfeld legte Jena direkt engagiert los. Bereits in der Anfangsphase schickte Talabidi mit einem starken Steckpass Burmeister auf die Reise, der cool blieb und zur frühen Führung einschob (10.). Auch danach kontrollierte der FCC die Partie weitestgehend und ließ Erfurt kaum zur Entfaltung kommen. Nach knapp einer halben Stunde erhöhte Jena verdient auf 2:0: Talabidi brachte den Ball gefühlvoll an den zweiten Pfosten, wo Fritz sich robust durchsetzte und vollendete (29.). Kurz darauf hätten Oduah und Lankford sogar noch nachlegen können, scheiterten jedoch beide am stark reagierenden Erfurter Keeper Otto. Defensiv stand die Zeiss-Elf stabil und ging hochverdient mit der Zwei-Tore-Führung in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Jena zunächst das aktivere Team. Lankford und Schau sorgten mit zwei Abschlüssen direkt erneut für Gefahr. In der Folge wurde Erfurt offensiv etwas mutiger, auch wenn die letzte Konsequenz fehlte. Zwar brachte der FCC den verdienten Derbysieg souverän über die Zeit, doch weil Lok Leipzig zeitgleich gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg gewann, hatten die Hausherren am Ende doch das Nachsehen im Aufstiegsrennen.

FSV Zwickau – BSG Chemie Leipzig 1:0

Der FSV Zwickau hat sich in einem umkämpften und intensiven Duell knapp mit 1:0 gegen die BSG Chemie Leipzig durchgesetzt und sich damit den dritten Tabellenplatz in der Regionalliga Nordost gesichert. In einer Partie mit wenigen klaren Torchancen stand vor allem der Kampf um jeden Ball im Mittelpunkt. Beide Mannschaften zeigten ein intensives Duell, in dem sich weder Zwickau noch Chemie größere Vorteile erspielen konnten. Während die Hausherren bemüht waren, das Spiel kontrolliert aufzubauen, setzte Chemie immer wieder auf schnelle Umschaltmomente und eine kompakte Defensive. Wirklich gefährlich wurde es im ersten Durchgang jedoch nur selten, sodass es torlos in die Halbzeitpause ging.

Kurz nach dem Seitenwechsel fiel der Treffer des Tages, als Zimmermann einen Abschluss im Kasten der Leipziger unterbrachte und den FSV damit in Führung brachte (53.). In der Folge versuchte Chemie Leipzig, noch einmal Druck aufzubauen und den Ausgleich zu erzwingen, biss sich jedoch immer wieder an der stabilen Abwehr der Gastgeber die Zähne aus. Zwickau verteidigte die knappe Führung konzentriert bis zum Schlusspfiff und brachte den Heimsieg letztlich souverän über die Zeit. Damit beendet der FSV die Saison mit starken 64 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Die BSG Chemie Leipzig schließt die Spielzeit nach einer insgesamt wechselhaften Saison auf Rang 13 ab.

BFC Dynamo – Chemnitzer FC 2:2

Das Traditionsduell zwischen dem BFC Dynamo und dem Chemnitzer FC hielt bis zur letzten Sekunde jede Menge Spannung bereit und endete nach einer turbulenten Schlussphase mit einem emotionalen 2:2-Unentschieden. Vor allem in der zweiten Halbzeit entwickelte sich eine intensive Partie, in der die Hausherren eine deutliche Leistungssteigerung zeigten. In der ersten Hälfte begegneten sich beide Teams zunächst auf Augenhöhe, klare Torchancen blieben allerdings lange Mangelware. Nach etwas mehr als einer halben Stunde gingen dann die Gäste aus Chemnitz in Führung: Pistol verwandelte einen Foulelfmeter souverän zum 1:0 für den CFC (32.). Der BFC versuchte zwar direkt zu antworten, tat sich offensiv aber schwer gegen kompakt stehende Gäste. So gingen die Himmelblauen mit der knappen Führung in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff legte der Chemnitzer FC nach und erwischte den besseren Start in die zweite Halbzeit. Alberico erhöhte nur fünf Minuten nach Beginn des zweiten Abschnitts auf 2:0 und brachte die Gäste damit scheinbar komfortabel in Front (50.). Doch der BFC Dynamo zeigte Moral und kämpfte sich schnell zurück ins Spiel. Nur wenige Minuten später verkürzte Reincke per Foulelfmeter auf 1:2 (53.) und sorgte damit wieder für neue Hoffnung bei den Hausherren. Es entwickelte sich mehr und mehr ein offener Schlagabtausch, der eine späte Pointe bereithalten sollte. Während Chemnitz auf die Entscheidung drängte, warf der BFC in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne. Lange sah es so aus, als würden die Gäste den Auswärtssieg über die Zeit bringen, doch tief in der Nachspielzeit schlug Dynamo durch Dadashov doch noch zu, als dieser den Ball zum umjubelten 2:2-Ausgleich über die Linie drückte (90.+4). Damit rettete er seinem Team zum Abschluss der Saison einen späten Punktgewinn.

VSG Altglienicke – BFC Preussen 1:0

Vor 203 Zuschauern entwickelte sich zwischen dem BFC Preussen und der VSG Altglienicke eine insgesamt zähe Partie, die am Ende nur durch eine einzige Szene entschieden wurde. In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Der Aufsteiger aus Berlin stand defensiv kompakt und ließ nur wenig zu, während Altglienicke zwar mehr Ballbesitz hatte, im letzten Drittel aber zunächst nicht zwingend genug wurde. Klare Torchancen blieben daher Mangelware, sodass es torlos in die Pause ging.

Direkt nach dem Seitenwechsel schlugen die Gäste dann entscheidend zu: Ibrahimi nutzte in der 49. Minute seine Gelegenheit und erzielte den Treffer zum 1:0 für die VSG. Preussen versuchte im Anschluss, noch einmal ins Spiel zurückzufinden, fand gegen die stabile Defensive der Gäste aber kaum Lücken. Altglienicke spielte die Führung anschließend kontrolliert herunter und ließ defensiv nichts mehr anbrennen. So blieb es beim knappen Heimsieg der VSG. Der BFC Preussen kann trotz der Niederlage auf eine ordentliche Premierensaison zurückblicken und schließt die Spielzeit auf einem respektablen achten Platz ab.

SV Babelsberg 03 – Hertha BSC II 3:1

Der SV Babelsberg 03 hat sich mit einem verdienten 3:1-Heimsieg gegen Hertha BSC II erfolgreich von seinen Fans verabschiedet und die Saison mit einem positiven Erlebnis beendet. Vor allem in der Schlussphase drehten die Gastgeber noch einmal auf und entschieden die Partie innerhalb weniger Minuten für sich. Der SVB startete energisch in das Duell gegen die Herthaner und ging noch in der Anfangsviertelstunde in Führung. Silic brachte die Hausherren mit 1:0 in Front (13.). Auch danach blieb Babelsberg zunächst das aktivere Team, ließ jedoch weitere Möglichkeiten ungenutzt. Hertha II tat sich lange schwer, offensiv Akzente zu setzen, hielt die Partie aber offen.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Berliner Reservisten besser ins Spiel und belohnten sich schließlich mit dem Ausgleich. Rölke traf in der 62. Minute zum 1:1 und brachte Hertha II zurück in die Partie. In der Folge entwickelte sich zunächst ein offenes Spiel, ehe Babelsberg in der Schlussphase noch einmal deutlich zulegte. Kurz vor der Crunch-Time brachte Queißer die Gastgeber erneut in Führung und traf zum 2:1 (72.). Nur wenige Minuten später legte Zeiger mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 3:1-Endstand nach und sorgte damit frühzeitig für die Entscheidung (75.). Beide Teams beenden eine durchwachsene Saison in der unteren Tabellenhälfte.

ZFC Meuselwitz – FSV Luckenwalde 1:1

Der ZFC Meuselwitz und der FSV 63 Luckenwalde haben sich zum Ende der Saison mit einem 1:1-Unentschieden getrennt. Während Luckenwalde die Saison im soliden Mittelfeld beendet, muss Meuselwitz nun weiter um den Klassenerhalt bangen. Die Gäste aus Luckenwalde erwischten den besseren Start und gingen im ersten Durchgang in Führung. Gollnack nutzte seine Gelegenheit und stellte auf 0:1 (25.). Meuselwitz tat sich offensiv zunächst schwer, blieb aber in einer umkämpften Partie geduldig und hielt den Rückstand bis zur Pause in Grenzen.

Nach der Pause kam der ZFC besser ins Spiel und belohnte sich schließlich für eine engagierte Leistung. Nach einem Foul im Strafraum übernahm Hansch Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 1:1-Ausgleich (55.). In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der beide Teams noch auf den Siegtreffer drängten, ohne jedoch entscheidend zum Abschluss zu kommen. So blieb es beim gerechten Remis zum Saisonabschluss. Für den ZFC Meuselwitz, der die Spielzeit mit 33 Zählern auf Platz 16 beendet, beginnt nun das große Zittern im Kampf um den Klassenerhalt und man muss auf den Aufstieg des 1. FC Lok Leipzig hoffen.

Hertha Zehlendorf – Greifswalder FC 2:3

Der FC Hertha 03 Zehlendorf hat sich trotz einer engagierten Aufholjagd mit einer knappen 2:3-Niederlage gegen den Greifswalder FC aus der Regionalliga verabschieden müssen. Der Tabellenletzte zeigte zum Saisonabschluss noch einmal Moral, konnte den frühen Rückstand am Ende aber nicht mehr vollständig aufholen. Die Gäste aus Greifswald erwischten den deutlich besseren Start in die Partie und machten früh klar, dass sie die Saison mit einem Erfolg beenden wollten. Bereits in der Anfangsviertelstunde brachte Richardson den GFC mit 1:0 in Führung. Nur wenig später legte Benyamina nach und erhöhte auf 2:0 (23.). Zehlendorf war zunächst defensiv überfordert, konnte den Zwei-Tore-Rückstand aber in die Pause retten.

Kurz nach Wiederanpfiff mussten die Hausherren jedoch den nächsten Rückschlag hinnehmen: Atilgan traf zum scheinbar vorentscheidenden 3:0 für die Gäste (48.). Trotz des klaren Rückstands gab sich Hertha 03 jedoch nicht auf. Mit zunehmender Spielzeit kämpften sich die Berliner besser in die Partie und wurden für ihren Einsatz schließlich belohnt. Hebisch verkürzte gut 20 Minuten vor dem Ende auf 1:3 (68.) und sorgte für neue Energie bei den Gastgebern. In der Schlussphase drängte Zehlendorf weiter nach vorne und kam tief in der Nachspielzeit noch zum zweiten Treffer, als Wicht zum 2:3-Endstand (90.+2) traf. Für eine Wende reichte es am Ende zwar nicht mehr, dennoch verabschiedete sich der FC Hertha 03 Zehlendorf trotz feststehendem Abstieg mit einer kämpferischen Leistung aus der Regionalliga Nordost.

FC Eilenburg – Hallescher FC 0:5

Der FC Eilenburg hat sich mit einer deutlichen 0:5-Heimniederlage gegen den Halleschen FC aus der Saison verabschiedet. Vor allem in der Offensive zeigte sich Halle dabei in beeindruckender Form – allen voran Baro, der mit vier Treffern zum überragenden Mann des Tages wurde. Die Gäste legten los wie die Feuerwehr und schockten Eilenburg bereits nach wenigen Sekunden. Baro nutzte direkt die erste Gelegenheit und brachte den HFC schon in der 1. Minute mit 1:0 in Führung. Nur vier Minuten später schlug er erneut zu und erhöhte früh auf 2:0 (5.). Eilenburg fand kaum Zugriff auf die Partie und hatte große Probleme mit dem Tempo und der Zielstrebigkeit der Hallenser. Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieb Halle die klar dominante Mannschaft. Während Eilenburg offensiv kaum Akzente setzen konnte, machte Baro seinen Hattrick perfekt und stellte nach knapp einer halben Stunde auf 3:0 (29.). Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie praktisch entschieden.

Nach dem Seitenwechsel nahm der Hallesche FC zwar etwas Tempo heraus, kontrollierte das Spielgeschehen aber weiterhin souverän. Eilenburg versuchte zumindest, sich kämpferisch gegen die drohende Klatsche zu stemmen, fand jedoch kaum Mittel gegen die stabile Defensive der Gäste. Etwa 20 Minuten vor dem Ende schlug Baro dann zum vierten Mal zu und schraubte das Ergebnis auf 4:0 (69.). Den Schlusspunkt setzte schließlich Fakhro in der 84. Minute mit dem Treffer zum 5:0-Endstand. Der FC Eilenburg erwischte zum Abschluss der Saison vor den eigenen Fans einen rabenschwarzen Tag und tritt den Gang in die Oberliga an.