Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 27. Spieltags

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Die Regionalliga Nordost bat am 27. Spieltag zum Tanz: Unter anderem war Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig beim Kellerkind SV Babelsberg 03 bis zur letzten Minute gefordert. Ein ereignisreiches Spiel sahen die Zuschauer in Erfurt, wo Rot-Weiß die Hertha BSC II knapp schlagen konnte. Auch das Hauptstadtduell BFC Dynamo gegen VSG Altglienicke hatte es in sich – wie schlug sich die VSG unter Interimstrainer Dan Twardzik?

Hallescher FC – FSV Zwickau 3:0

Der Hallesche FC setzte auch am 27. Spieltag seine Erfolgsserie fort und feierte am Freitagabend einen deutlichen 3:0-Heimsieg gegen den FSV Zwickau. Mit dem achten Sieg in Folge festigte die Schröder-Elf den zweiten Tabellenplatz und setzt Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig weiter unter Druck. Wer der Herr im Haus ist, zeigte der HFC von Beginn an. Mit viel Druck und Laufbereitschaft dominierten die Gastgeber den FSV Zwickau nach Belieben. In der 19. Spielminute fiel nach einer Standardsituation der hochverdiente Führungstreffer: Nach einer Freistoßflanke nutzte Löhmannsröben die Chance und köpfte zur Führung ein (19.). Das Spiel blieb auch nach dem ersten Treffer unverändert und der Hallesche FC drängte auf das zweite Tor des Abends. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war es erneut ein Standard, den die Hausherren durch Stierlin zum 2:0 nutzen konnten (33.).

Zwickau bemühte sich und hatte vor dem zweiten Gegentreffer nach einem katastrophalen Pass des HFC selbst die Chance auf den Ausgleich, doch wie in der gesamten Partie blieb der FSV in der Offensive zu harmlos. Nach der Pause entschied Hauptmann mit seinem Treffer zum 3:0 das Spiel endgültig (69.). Danach passierte vor beiden Toren nicht mehr allzu viel. Halle kontrollierte das Spiel und hielt die Gäste weitgehend vom eigenen Tor fern, ohne selbst auf einen weiteren Treffer zu gehen. Mit dem klaren 3:0-Erfolg festigt der Hallesche FC seine Position als Top-Verfolger in der Liga, die „Schwäne“ bleiben auf Rang fünf.

Rot-Weiß Erfurt – Hertha BSC II 3:2

Rot-Weiß Erfurt feierte am Freitagabend in einem spektakulären Spiel einen hart umkämpften 3:2-Heimsieg gegen Hertha BSC II. Dabei reichten der Gerber-Elf starke zehn Minuten der ersten Halbzeit, um einen frühen Rückstand zu drehen. Nach dem starken 4:0-Auftritt gegen Chemnitz wollten die Hausherren ihre Form bestätigen, doch zunächst gingen die Gäste durch Rölke in Führung (10.). Erfurt reagierte jedoch selbstbewusst und fand schnell eine Antwort. Zunächst traf Falcao nach 20 Minuten zum Ausgleich, ehe Wolf nur wenige Minuten später nach einem Eckball auf 2:1 stellte (23.). Vom Doppelschlag beflügelt legte Ugondo mit einem überlegten Abschluss ins lange Eck zum 3:1 nach (30.). Hertha BSC II präsentierte sich engagiert und konnte vor der Pause noch auf 3:2 verkürzen (40.).

Nach der rasanten ersten Hälfte blieb auch der zweite Durchgang umkämpft. Beide Teams hatten weiterhin große Möglichkeiten, allerdings war an den Torhütern Otto und Heide kein Vorbeikommen mehr. Mit viel Kampf brachte RWE den knappen Sieg über die Zeit und festigte damit die Position in der Spitzengruppe der Liga.

BFC Dynamo – VSG Altglienicke 1:1

Im Hauptstadtduell der Regionalliga Nordost trennten sich der BFC Dynamo und die VSG Altglienicke am Freitagabend mit 1:1. Für die Gäste war es das erste Spiel nach der Freistellung von Ersan Parlatan; sie traten unter Interimscoach Dan Twardzik an. Zunächst starteten beide Mannschaften zurückhaltend in den 27. Spieltag. Die Gäste aus Altglienicke hatten zwar spielerisch leichte Vorteile, ohne jedoch ernsthaft gefährlich zu werden. Es schien nicht der Tag des BFC Dynamo zu werden, denn schon nach fünf Minuten musste Kapitän Dadashov verletzungsbedingt vom Feld. Die erste Chance hatten die Gäste dem Spielverlauf entsprechend durch einen gefährlichen Freistoß (9.). Nach rund 20 Minuten tauchten auch die Gastgeber in der Offensive auf, doch insgesamt blieb die erste Halbzeit chancenarm.

Im zweiten Durchgang bestrafte Ibrahimi einen Fehler der Gastgeber und brachte die VSG Altglienicke in Führung (62.). Der BFC Dynamo bemühte sich, einen Punkt aus dem Heimspiel mitzunehmen, und kam spät zurück. Shcherbakovski erzielte in der 80. Minute den Ausgleich, doch der Treffer wurde von einer schweren Verletzung Sadrifars überschattet, der im Strafraum liegen blieb. Daraufhin unterbrach Schiedsrichter Tim Gerstenberg die Partie für über eine Dreiviertelstunde. Sadrifar wurde noch auf dem Platz notärztlich behandelt und anschließend mit Verdacht auf einen gebrochenen Oberarm in ein Krankenhaus gebracht. Nach der langen Unterbrechung hatten die Gastgeber in der verbleibenden Zeit noch Chancen durch Ho und Shcherbakovski, konnten den späten Siegtreffer jedoch nicht mehr erzwingen.

Greifswalder FC – ZFC Meuselwitz 2:0

Der Greifswalder FC feierte am 27. Spieltag einen wichtigen 2:0-Heimsieg gegen den ZFC Meuselwitz und sammelte im Abstiegskampf drei wertvolle Punkte. Schon früh machten die Gastgeber deutlich, wer den Platz als Sieger verlassen sollte. Keine zwei Minuten waren gespielt, da verwertete Atilgan einen Lämmel-Eckball aus kurzer Distanz – 1:0 für die Hausherren (2.). Nur elf Minuten später erhöhte erneut Atilgan nach einem Steilpass von Wagner auf 2:0. Benyamina hatte in der Anfangsphase sogar das 3:0 auf dem Fuß, traf jedoch nur die Latte (17.). Wie schon bei der klaren Niederlage gegen den FC Eilenburg (1:5) zeigte sich der ZFC Meuselwitz anfällig in der Defensive.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste aktiver, blieben jedoch defensiv anfällig. Weitere Möglichkeiten für Greifswald ergaben sich durch Lämmel (53.) und Benyamina (60.). Dann kamen die Meuselwitzer durch Fischer zu einer gefährlichen Offensivaktion, doch sein Schuss ging knapp am Winkel vorbei (68.). In der Schlussphase war es erneut Benyamina, der den Deckel endgültig hätte draufmachen können, doch wieder ließ er eine gute Möglichkeit liegen (78.). Letztlich blieb es beim verdienten 2:0, mit dem der Greifswalder FC an Babelsberg vorbeizieht und auf Rang 14 klettert.

SV Babelsberg 03 – 1. FC Lok Leipzig 1:2

SV Babelsberg 03 gegen 1. FC Lok Leipzig klang eigentlich nach einer klaren Sache zugunsten der Gäste. Allerdings mühte sich der Klassenprimus zu einem Last-Minute-Sieg über den abstiegsbedrohten SVB und kam erst in personeller Überzahl auf Kurs. Die Partie begann temporeich und zunächst ausgeglichen. Nach rund 15 Minuten übernahm Leipzig langsam die Kontrolle, kam gegen gut gestaffelte Gastgeber jedoch vor der Pause nur zu harmlosen Abschlüssen.

Babelsberg zeigte sich insbesondere nach Wiederanpfiff gefährlich. Erst verpasste Müller mit einem Kopfball das Tor knapp (48.), wenig später klärte Naumann einen weiteren Versuch der Filmstädter (61.). In den letzten 20 Minuten nahm die Begegnung dann richtig Fahrt auf: Zunächst traf Adetula nach einem Büch-Fehler nur das Aluminium, bevor Cevis mit einem Schlenzer aus der Distanz das 1:0 für den 1. FC Lok Leipzig erzielte (75.). Babelsberg schlug jedoch sofort zurück: Ogbidi staubte nach einem Fehler von Naumann zum Ausgleich ab (77.). Die Entscheidung fiel in der Schlussphase, nachdem Babelsberg nach einer Roten Karte für Wegener in Unterzahl agieren musste (81.). In der Folge erhöhte Leipzig das Tempo und drängte auf den Sieg. Erst scheiterte Abderrahmane noch an Babke, doch Maderer blieb kurz darauf eiskalt und traf aus acht Metern zum 2:1-Endstand (86.). Durch den Last-Minute-Erfolg baut Leipzig den Vorsprung an der Spitze auf acht Punkte aus.

Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 4:1

Der Chemnitzer FC beendet seine Negativserie und feiert mit einem 4:1 gegen Carl Zeiss Jena ein starkes Comeback. Für die Gäste ist die Niederlage hingegen ein Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft. Dabei begann die Partie mit Vorteilen für Jena: Die Gäste waren zunächst aktiver und gingen folgerichtig in Führung. Prokopenko eroberte im Mittelfeld den Ball und schickte Lankford auf die Reise, dessen scharfe Hereingabe Oduah am Fünfmeterraum zum 1:0 verwertete. In der Folge blieb Jena die spielbestimmende Mannschaft, ohne weitere große Chancen zu kreieren. Kurz vor der Pause kippte die Partie komplett: Nach einem langen Ball brachte Hehne seinen Gegenspieler Bozic zu Fall. Dem Unparteiischen blieb keine andere Wahl, als den Übeltäter mit Rot vom Platz zu verweisen und auf den Punkt zu zeigen. Bozic trat selbst an und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit nutzte Chemnitz die Überzahl konsequent. Zunächst traf Baumgart nach einer Ecke mit einem sehenswerten Volleyschuss zur Führung (51.), ehe nur wenige Minuten später Stockinger nach einem Ballgewinn im Aufbauspiel und einem starken Solo auf 3:1 erhöhte (56.). In der Folge zog sich der CFC etwas zurück und überließ Jena den Ball. Diese schafften es in Unterzahl jedoch kaum noch, Durchschlagskraft zu entwickeln. Den Schlusspunkt setzte Damer mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 4:1-Endstand (90.).

Hertha Zehlendorf – FC Eilenburg 0:0

Im Kellerduell zwischen Hertha Zehlendorf und dem FC Eilenburg gab es keinen Sieger. Beim 0:0 verpassten beide Teams wichtige Punkte im Abstiegskampf. Vor allem für die Gäste aus Eilenburg verlief der Nachmittag bitter, da Kretzer die Rote Karte sah und mindestens im nächsten Spiel fehlen wird. Wie erwartet begann die Partie mit viel Intensität und zahlreichen Zweikämpfen. Hertha Zehlendorf übernahm zunächst das Kommando und verzeichnete mehr Ballbesitz, während Eilenburg auf Konter setzte und durch Mattmüller nach einer Ecke zur ersten guten Möglichkeit kam. Schulze konnte den Ball jedoch noch von der Linie kratzen (7.). Trotz größerer Spielanteile blieben die Hausherren im letzten Drittel zu harmlos. Einzig Keller kam mehrfach zum Abschluss (23./35.), scheiterte jedoch.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf: Zehlendorf war bemüht, fand aber kaum Lücken, während Eilenburg offensiv kaum noch Akzente setzen konnte. Die Schlussphase brachte noch einmal Aufregung: Nach einem unglücklichen Foul sah Kretzer in der 87. Minute die Rote Karte. Die zahlenmäßige Überlegenheit konnten die Gastgeber nicht mehr nutzen, sodass es beim insgesamt leistungsgerechten 0:0 blieb.

BSG Chemie Leipzig – FSV Luckenwalde 1:0

Die BSG Chemie Leipzig feierte am 27. Spieltag einen wichtigen 1:0-Heimsieg gegen den FSV Luckenwalde und beendete damit ihre Sieglos-Serie. In einem intensiven Kellerduell überzeugten die Gastgeber vor allem mit einer starken ersten Halbzeit, verpassten jedoch eine frühere Entscheidung. Dabei begann die Partie aus Leipziger Sicht alles andere als optimal: Innenverteidiger Hollenbach musste nach einem frühen Zusammenstoß verletzt ausgewechselt werden (4.). Die Hausherren ließen sich davon jedoch nicht beirren und übernahmen schnell die Kontrolle. Ratifo hatte die erste gute Gelegenheit (9.), scheiterte jedoch an Tittel. Diesen Druck hielt Chemie aufrecht und drängte auf die Führung. Diese fiel schließlich nach einer halben Stunde: Nach einer Hereingabe von Lihsek wurde ein Abschluss zunächst noch pariert, doch Lisinski stand richtig und schob zur verdienten 1:0-Führung ein (30.).

Nach der Pause blieb das Bild ähnlich. Zwar kam der FSV etwas engagierter aus der Kabine, konnte jedoch kaum echte Gefahr entwickeln. Die besseren Chancen hatte weiterhin der Gastgeber, der es verpasste, die Partie vorzeitig zu entscheiden. So blieb es bis in die Schlussphase spannend, doch am Ende brachte Chemie den knappen Vorsprung über die Zeit.

1. FC Magdeburg II – BFC Preussen 1:1

Die Reserve des 1. FC Magdeburg verpasst den dritten Sieg in Serie und kommt gegen den BFC Preussen nicht über ein 1:1 hinaus. In einer lange Zeit zähen Partie geht das Remis am Ende in Ordnung. Zunächst tat sich auf beiden Seiten wenig. Die erste nennenswerte Szene ließ bis zur 11. Minute auf sich warten, ehe die Gäste aus Berlin in Führung gingen. Nach einem Ballverlust von Korsch am eigenen Strafraum schaltete Adekunle schnell und traf abgeklärt zum 1:0 (26.). In der Folge blieb der BFC das aktivere Team und hätte durch Adekunle (31.) sowie Meyer (43.) nachlegen können.

Nach dem Seitenwechsel kam mehr Leben in die Partie. Magdeburg musste den Druck erhöhen und tat dies auch. Besonders Korsch zeigte sich in dieser Phase mehrfach auffällig (56./57./61.). Der Ausgleich fiel schließlich nach einer Standardsituation: Nach einem Freistoß von Leipertz setzte Trkulja nach und traf im zweiten Versuch zum 1:1 (75.). In der Schlussphase boten sich beiden Teams noch Chancen auf den Sieg – vor allem Adekunle ließ mehrere Möglichkeiten liegen (82./90.+3). So blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden.