Der 34. und letzte Spieltag der Regionalliga Nordost verspricht noch einmal ganz großes Drama. An der Spitze liefern sich der 1. FC Lok Leipzig und der FC Carl Zeiss Jena ein Fernduell um die Meisterschaft – punktgleich, nur getrennt durch das bessere Torverhältnis der Leipziger. Dahinter geht es für viele Teams zwar tabellarisch um nichts mehr, emotional wird es aber trotzdem: Derbys, Traditionsduelle und Absteiger, die zumindest mit einem positiven Ergebnis den Gang aus der Regionalliga antreten wollen. Und ganz nebenbei könnten am letzten Spieltag noch einmal jede Menge Tore fallen.
Samstag, 16.05., 14:00 Uhr
1. FC Lok Leipzig – 1. FC Magdeburg II
Showdown im Bruno-Plache-Stadion! Der 1. FC Lok Leipzig geht als Tabellenführer in den letzten Spieltag, auch wenn das Remis in Greifswald deutlich mehr Nerven kostete als geplant. Gegen die torverrückte Zweitvertretung des 1. FC Magdeburg zählt nun nur ein Sieg – und im besten Fall auch ein paar Treffer fürs Torverhältnis. Dass Magdeburg II offensiv brandgefährlich ist, haben die „jungen Wilden“ mit ihren sechs Toren gegen Babelsberg erneut eindrucksvoll gezeigt. Allerdings offenbarte die FCM-Defensive gleichzeitig riesige Probleme. Lok dürfte von Beginn an Druck machen und versuchen, diese Lücken früh auszunutzen. Die Gäste könnten mit ihrer unbekümmerten Spielweise aber genau der unangenehme Gegner sein, den man im Titelrennen eigentlich nicht braucht.
FC Carl Zeiss Jena – Rot-Weiß Erfurt
Mehr Prestige geht kaum: Thüringenderby und Meisterschaftskampf in einem Spiel. Der FC Carl Zeiss Jena erledigte seine Aufgabe in Halle souverän und setzte Lok Leipzig damit massiv unter Druck. Nun braucht Jena im letzten Saisonspiel erneut einen Sieg – und gleichzeitig Schützenhilfe aus Leipzig. Mit Rot-Weiß Erfurt reist allerdings ein Gegner an, der offensiv zuletzt richtig Spaß machte. Beim 5:2 gegen Zehlendorf zeigte RWE vor allem nach der Pause seine ganze Qualität. Jena dürfte mehr Ballbesitz haben, doch Erfurt wird sich sicher nicht hinten einigeln. Die Voraussetzungen für ein emotionales Derby mit ordentlich Tempo sind jedenfalls gegeben.
FSV Zwickau – BSG Chemie Leipzig
Die BSG Chemie Leipzig hat sich mit einem starken Saisonendspurt nicht nur den Klassenerhalt gesichert, sondern reist inzwischen mit einer echten Siegesserie nach Zwickau. Dort wartet allerdings ein Gegner, der trotz der Derby-Niederlage in Chemnitz ebenfalls ordentlich Form zeigt. Der FSV präsentierte sich offensiv gefährlich und hätte das Sachsen-Derby durchaus auch für sich entscheiden können. Chemie dürfte wieder über Intensität, Zweikämpfe und Umschaltmomente kommen, während Zwickau spielerisch die etwas feinere Klinge ausspielen kann. Viel spricht für ein enges und emotionales Duell zweier Teams, die mit einem guten Gefühl in die Sommerpause wollen.
BFC Dynamo – Chemnitzer FC
Der BFC Dynamo will nach dem knappen Erfolg in Luckenwalde auch zu Hause noch einmal nachlegen. Wirklich glanzvoll war der Auftritt zwar nicht, defensiv standen die Berliner aber stabil. Mit dem Chemnitzer FC reist der Last-Minute-Derbysieger im Duell mit Zwickau mit ordentlich Selbstvertrauen an. Vor allem offensiv zeigte der CFC zuletzt viel Qualität. Im letzten Heimspiel am 34. Spieltag dürften die Berliner vor allem über Körperlichkeit versuchen, den Spielfluss und Rhythmus der Gäste zu brechen. Der CFC wiederum kann die starke Rückrunde mit einem weiteren Erfolg krönen.
VSG Altglienicke – BFC Preussen
Beim VSG Altglienicke steht mit dem Duell gegen den BFC Preussen ein Berliner Derby zum Saisonabschluss auf dem Plan. Die VSG Altglienicke musste sich zuletzt bei Hertha II mit einem Punkt begnügen und spielte nach einer Roten Karte die Schlussphase in Unterzahl. Gegen den BFC Preussen soll nun ein erfolgreicher Abschluss her. Die Gäste kommen nach dem späten Sieg gegen Meuselwitz allerdings mit Rückenwind. Vor allem mental zeigte Preussen zuletzt, dass sie auch enge Spiele noch auf ihre Seite ziehen können. Darf die VSG nicht nur den Saisonabschluss, sondern zugleich einen Derbysieg feiern?
SV Babelsberg 03 – Hertha BSC II
Wer nach dem 4:6 in Magdeburg noch behauptet, Babelsberg könne keine Unterhaltung liefern, hat vermutlich das falsche Spiel gesehen. Offensiv waren die Potsdamer trotz der Niederlage brandgefährlich, defensiv zum Teil jedoch vogelwild unterwegs. Gegen Hertha BSC II könnte es nun erneut ein sehr offenes Spiel werden. Die Berliner zeigten im Derby gegen Altglienicke Moral und kamen spät zurück. Beide Mannschaften bevorzugen eher den Weg nach vorne als lange Defensivschlachten – beste Voraussetzungen also für einen unterhaltsamen Saisonabschluss.
ZFC Meuselwitz – FSV Luckenwalde
Beim ZFC Meuselwitz läuft aktuell nicht mehr viel zusammen. Die Niederlage beim BFC Preussen war bereits die sechste Pleite in Folge – und erneut kassierte der ZFC den entscheidenden Gegentreffer spät. Gegen Luckenwalde soll die Negativserie nun endlich beendet werden. Die Gäste zeigten gegen den BFC Dynamo zwar einen ordentlichen Auftritt, offensiv fehlte aber einmal mehr die letzte Konsequenz. Beide Teams wollen sich mit einem positiven Erlebnis verabschieden, besonders der ZFC, der noch eine Mini-Hoffnung auf den Klassenerhalt hat. Dafür müsste jedoch über 15 Tore gegenüber dem Greifswalder FC aufgeholt werden, der zugleich keinen Punkt bei Hertha Zehlendorf holen darf.
Hertha Zehlendorf – Greifswalder FC
Hertha Zehlendorf musste sich in Erfurt trotz ansprechender Leistung letztlich deutlich geschlagen geben und steht weiter am Tabellenende. Trotzdem zeigte die Mannschaft zumindest offensiv immer wieder ordentliche Ansätze. Nun wartet mit dem Greifswalder FC ein Gegner, der den Klassenerhalt nach dem Remis gegen Lok Leipzig praktisch sicher hat. Die Gäste dürften entsprechend etwas entspannter auftreten und spielerisch befreit agieren können. Zehlendorf dagegen will sich wenigstens mit einer engagierten Leistung und im besten Fall mit einem Sieg am letzten Spieltag von den eigenen Fans aus der Regionalliga Nordost verabschieden.
FC Eilenburg – Hallescher FC
Für den FC Eilenburg ist der Abstieg nach der Niederlage bei Chemie Leipzig besiegelt. Trotz des bitteren Gangs in die Oberliga will sich der FCE im letzten Saisonspiel ordentlich verabschieden. Mit dem Halleschen FC kommt allerdings ein Gegner, der nach der enttäuschenden Niederlage gegen Jena auf Wiedergutmachung aus ist. Besonders offensiv blieb Halle zuletzt vieles schuldig. Gegen einen bereits abgestiegenen Gegner soll jetzt zum Abschluss der Spielzeit noch einmal ein Erfolg eingefahren werden. Auch der FCE will sich zumindest würdevoll und mit einem Sieg aus der Regionalliga vor seinen Fans verabschieden.