Nach dem Abstieg aus der 3. Liga richtet der SSV Ulm 1846 Fußball den Blick schon in der Vorbereitung auf die Saison der Regionalliga Südwest konsequent nach vorne. Der direkte Wiederaufstieg dürfte für den ehemaligen Zweitligisten das klare sportliche Ziel sein. Dafür vollziehen die „Spatzen“ nach dem Gang in die Viertklassigkeit einen personellen Umbruch. Dabei reagiert der Klub auch auf mehrere Abgänge wie etwa Innenverteidiger Luca Bazzoli und Rechtsverteidiger Luis Görlich. Um diese Lücken zu schließen, setzt Ulm auf eine Mischung aus höherklassiger Erfahrung, Regionalliga-Routine und entwicklungsfähigen Perspektivspielern.
Unterschiedsspieler mit Bundesliga-Erfahrung: Benjamin Goller kommt an die Donau
Der SSV Ulm 1846 Fußball hat sich zur Saison 2026/27 mit Benjamin Goller einen prominenten Neuzugang gesichert, der eine Profi-Vita vorweisen kann. Der 27-jährige Außenbahnspieler unterschreibt bei den Spatzen einen Vertrag bis Juni 2027 und soll ab Sommer mindestens eine Saison lang in der Regionalliga Südwest für kreative Impulse im Offensivspiel sorgen. Besonders die sportliche Laufbahn Gollers sticht dabei heraus: Über die Stuttgarter Kickers führte sein Weg früh in den Profifußball, wo er sich beim FC Schalke 04 zunächst im Nachwuchs etablierte und schließlich auch den Sprung in den Profikader schaffte. Dort kam er sogar zu einem Einsatz in der UEFA Champions League. Danach ging sein Weg über den SV Werder Bremen, für den er zehn Partien in der Bundesliga absolvierte, zum SV Darmstadt 98 sowie zum Karlsruher SC, bevor er schließlich beim 1. FC Nürnberg landete. Dort kam er zuletzt allerdings nicht mehr regelmäßig zum Einsatz und wurde im vergangenen Sommer in die U23 versetzt. Insgesamt bringt Goller dennoch die Erfahrung aus knapp 100 Zweitligaspielen sowie mehreren Bundesligaeinsätzen mit.
Beim SSV Ulm sieht man in ihm nun einen Spieler, der sportlich und charakterlich eine Schlüsselrolle übernehmen soll. Besonders deutlich wird die Erwartungshaltung in der Einschätzung des neuen Sportdirektors des Vereins, Murat Isik: „Ich freue mich sehr, dass wir Benjamin Goller für uns gewinnen konnten. Er kommt aus der Region, ist ein Unterschiedsspieler für die Regionalliga und wird uns mit seiner Qualität, aber auch mit seiner Erfahrung weiterhelfen.“
Auch Goller selbst blickt mit großer Vorfreude auf seine Rückkehr in den Spielbetrieb. Nach einer längeren Phase ohne Einsatz will er in Ulm wieder sportlich angreifen und Verantwortung übernehmen: „Ich kann es kaum erwarten, nach über einem Jahr wieder Fußball spielen zu dürfen. Ich freue mich sehr auf die kommende Saison und kann es kaum abwarten, dass es endlich losgeht.“ Mit der Verpflichtung von Goller setzt der SSV Ulm ein deutliches Signal für die kommende Spielzeit.
Stabilität im Zentrum: Leon Müller verstärkt den SSV Ulm
Goller ist jedoch nicht der einzige nennenswerte Neuzugang der Spatzen. Auch im defensiven Mittelfeld setzt Ulm auf gezielte Verstärkung. Mit Leon Müller kommt ein erfahrener Spieler vom MSV Duisburg an die Donau, der bereits umfangreiche Erfahrung im deutschen Profifußball gesammelt hat und im zentralen Mittelfeld für Stabilität sorgen soll. Besonders in der Regionalliga Südwest ist der 25-Jährige kein Unbekannter: Für Kickers Offenbach, den FSV Frankfurt und TuS Rot-Weiß Koblenz absolvierte er insgesamt 76 Partien in der Regionalliga Südwest und bringt damit reichlich Erfahrung aus dieser Spielklasse mit.
Seine fußballerische Ausbildung erhielt Müller zunächst in der Nachwuchsabteilung des 1. FSV Mainz 05 sowie in der Jugend des SV Darmstadt 98, wo er früh die Grundlagen für seine spätere Laufbahn im Herrenbereich legte. Genau diese Mischung aus Ausbildung, Erfahrung und körperlicher Präsenz sehen die Spatzen als wichtigen Baustein für die eigene Spielidee. So zeigt sich die sportliche Führung des Vereins entsprechend überzeugt. „Leon vereint viele Eigenschaften, die wir an einem Spieler auf seiner Position schätzen. Er bringt die Mentalität, die Laufbereitschaft und die Zweikampfstärke mit, die wir suchen. Wir freuen uns sehr, dass er sich für unseren Weg entschieden hat und künftig das Trikot des SSV Ulm 1846 Fußball tragen wird“, so Isik über die Qualitäten des Neuzugangs.
Müller wartet mit großer Motivation auf seine neue Aufgabe in Ulm und formuliert seine Ziele deutlich: „Ich freue mich, in der kommenden Saison Teil des SSV Ulm 1846 Fußball zu sein. Ich möchte mit meiner Art und Weise, Fußball zu spielen, dazu beitragen, mit dem Verein maximal erfolgreich zu sein. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und möchte durch Leistung auf dem Platz vorangehen.“
Torgefahr aus Balingen: Eroglu als Offensivoption
Mit Halim Eroglu sichert sich der SSV zudem einen jungen Angreifer mit ausgeprägtem Torinstinkt und zugleich viel Entwicklungspotenzial für die kommenden Jahre. Der 21-Jährige kommt von der TSG Balingen an die Donau und hat dort in den vergangenen beiden Spielzeiten eine überzeugende Entwicklung genommen: Unter Sportdirektor Murat Isik absolvierte er 82 Partien, in denen ihm 31 Treffer und sechs Vorlagen gelangen.
Eroglu bringt trotz seines jungen Alters bereits eine vielseitige fußballerische Ausbildung mit. Seine Grundlagen erhielt er im Nachwuchs der Stuttgarter Kickers sowie beim VfB Stuttgart, zudem sammelte er früh weitere Erfahrungen beim FC Esslingen. In der Regionalliga Südwest ist er durch insgesamt 51 Einsätze für Balingen und die Kickers bereits bestens mit den Anforderungen der Liga vertraut. Ein besonderer Meilenstein seiner frühen Laufbahn war zudem der Gewinn des wfv-Pokals 2022 mit den Stuttgarter Kickers. International kommt hinzu, dass er bereits drei Einsätze für die türkische U20-Nationalmannschaft absolviert hat.
Intern erwartet man von ihm nicht nur eine kurzfristige Verstärkung, sondern erkennt vor allem einen Spieler mit großem Entwicklungsspielraum. Genau diesen Aspekt hebt auch Sportdirektor Isik besonders hervor: „Ich durfte Halim in den letzten Jahren bereits begleiten und weiß, welche Qualität er mitbringt. Er ist noch ein junger Spieler, der Entwicklungspotenzial hat, dem wir aber auch zutrauen, schnell zu funktionieren.“ Der Stürmer kommt entsprechend motiviert zum neuen Arbeitgeber und verbindet damit klare Ambitionen: „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung beim SSV Ulm 1846 Fußball. Der Verein hat große Ambitionen und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, gemeinsam erfolgreich zu sein. Ich kann es kaum erwarten, die Mannschaft, das Umfeld und vor allem die Fans kennenzulernen.“
Der Kader zum Wiederaufstieg?
Bereits zuvor hatte der Verein wichtige Personalentscheidungen getroffen. Kapitän Johannes Reichert verlängerte seinen Vertrag und bleibt eine zentrale Identifikationsfigur. Zudem kamen mit Marco Gölz und Per Lockl weitere Akteure mit Regionalliga- und Drittliga-Erfahrung hinzu. Der SSV Ulm stellt damit frühzeitig die Weichen für die Saison in der Regionalliga Südwest. Die Zielsetzung ist eindeutig: den Weg zurück in den Profifußball konsequent zu verfolgen.