Regionalliga Nordost: FC Erzgebirge Aue kann auf Top-Torjäger bauen: Marcel Bär verlängert Vertrag

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Die Vertragsverlängerung von Marcel Bär beim FC Erzgebirge Aue ist für den Klub weit mehr als nur eine Personalentscheidung in einer Phase des Umbruchs. Sie steht sinnbildlich für Kontinuität in einem Team, das sportlich wie strukturell nach dem Abstieg in die Regionalliga Nordost neu sortiert werden muss – und gleichzeitig für eine klare taktische Idee, die sich um einen zentralen Spieler herum aufgebaut hat.

Fan-Liebling: „Mit dem Abstieg wollte ich mich nicht verabschieden“

Der mögliche Zwangsabstieg des TSV 1860 München hatte zuletzt auch beim FC Erzgebirge Aue für kurzzeitige Hoffnung gesorgt. Nachdem die Veilchen öffentlich signalisiert hatten, im Fall eines freien Drittliga-Platzes bereit für ein Nachrücken zu sein, sorgte jedoch die Nachricht des TSV Havelse für Klarheit: Der Klub reichte seine Unterlagen fristgerecht beim DFB ein und strebt damit den Verbleib in der 3. Liga an. Sollte Havelse die Lizenz erhalten – wovon trotz bestehender infrastruktureller Fragen aktuell ausgegangen wird – steht für Aue fest, dass der Neustart in der Regionalliga Nordost erfolgen wird.

Inmitten dieser sportlich und strukturell unsicheren Gesamtlage setzt der Klub jedoch ein wichtiges Zeichen auf dem Platz: Top-Torjäger Marcel Bär hat seinen Vertrag verlängert und bleibt den Veilchen erhalten. Für den Offensivspieler ist die Entscheidung eng mit seiner Identifikation mit dem Verein verbunden. „Mit dem Abstieg wollte ich mich nicht verabschieden“, erklärte Bär und machte damit deutlich, dass seine Zeit in Aue noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden soll. Besonders der Sachsenpokalsieg habe gezeigt, „was diesen Verein und seine Fans auszeichnet“.

Auch die Wertschätzung innerhalb des Klubs spielte für den 33-Jährigen eine zentrale Rolle. „Ich spüre hier großes Vertrauen und große Wertschätzung, deshalb war für mich schnell klar, den gemeinsamen Weg weiterzugehen“, so Bär weiter. Der Angreifer kündigte an, auch künftig Verantwortung übernehmen zu wollen und sich darauf zu freuen, mit der Mannschaft wieder erfolgreich zu sein.

Auch in der Regionalliga Nordost: Marcel Bär als taktischer Fixpunkt im Offensivspiel des FC Erzgebirge Aue

Unabhängig davon, ob Aue in der kommenden Saison in der 3. Liga oder in der Regionalliga Nordost antritt, bleibt Bär einer der wichtigsten Akteure auf und neben dem Platz. Meist agiert der FC Erzgebirge Aue in einem 4-2-3-1-System, phasenweise auch in einer 3-4-2-1-Formation. Dennoch gibt es eine klare Konstante im Offensivspiel: In der Spitze steht nahezu immer ein echter Mittelstürmer. Genau diese Rolle hat Marcel Bär seit seinem Wechsel 2023 konsequent übernommen.

Der 33-Jährige, der mit 1,84 Metern Körpergröße zwar kein klassischer Zielspieler im Sinne eines klassischen Neuners ist, verkörpert dennoch perfekt das Profil eines modernen Mittelstürmers im Auer System. Im 4-2-3-1 lässt er sich häufig zwischen den gegnerischen Innenverteidigern finden, wo er Anspielstationen schafft und sich auch mal fallen lässt, um seine Mitspieler in Szene zu setzen. Besonders wichtig ist dabei seine Fähigkeit, als Wandspieler zu agieren und unter Druck einfache, aber effektive Lösungen zu finden. Gleichzeitig bleibt er mit seinem starken Abschluss der gesuchte Angreifer, der die Angriffe konsequent zu Ende bringt.

Auch im 3-4-2-1 verändert sich seine Rolle nur in Nuancen. Während die beiden offensiven Halbräume stärker von den nachstoßenden Mittelfeldspielern besetzt werden, konzentriert sich Bär noch stärker auf das Halten der letzten Linie. Seine Läufe in die Tiefe sind hier weniger häufig, dafür aber umso zielgerichteter. Diese sind in dieser Formation von immenser Bedeutung, auch wenn er selbst nicht der Zielspieler ist. Durch seine Positionierung und seine Wege öffnet er Räume für die offensiven Spieler auf den Halbpositionen, indem er gegnerische Abwehrspieler bindet und mitzieht.

Seinen Wert für den FC Erzgebirge Aue unterstreicht er durch seine Zahlen. Für Aue kommt Bär bislang auf rund 85 Spiele, 41 Tore und 12 Vorlagen, womit er seine Rolle als Topscorer bestätigt. Über mehrere Spielzeiten hinweg hat er stets zweistellig getroffen und damit eine Stabilität geliefert, die in Phasen sportlicher Unsicherheit besonders wertvoll ist. Seine Gesamtbilanz in der 3. Liga – mit insgesamt 89 Treffern, 275 Einsätzen und 37 Vorlagen – zeigt zudem, dass er sich nicht nur in einem kurzen Leistungshoch befindet, sondern dass er ein etablierter Leistungsträger ist.

Führungsspieler auf und neben dem Platz

Hinzu kommt seine Rolle abseits des Platzes. Als Führungsspieler und zuletzt auch als Kapitän ist er zu einer zentralen Figur innerhalb der Mannschaft geworden. Seine Entscheidung, den Weg mit Aue trotz Abstieg fortzusetzen, unterstreicht diesen Anspruch. Er selbst betont, dass seine „Mission noch nicht beendet“ sei und er Verantwortung übernehmen wolle – eine Haltung, die im Umbruch eines Kaders mit vielen offenen Fragen eine wichtige Wirkung entfaltet.

Gerade in einer Phase, in der sich der Verein nach dem Abstieg neu aufstellt und parallel auch die Unsicherheit der Ligazugehörigkeit eine Rolle spielt, gewinnt ein Spieler wie Bär zusätzlich an Bedeutung. Entsprechend groß ist die Erleichterung und Freude im Klub über seinen Verbleib. Kaderplaner Steffen Ziffert betonte, man habe „um ihn gekämpft und wurde belohnt“. An den sportlichen Qualitäten des Angreifers gebe es ohnehin „keine zwei Meinungen“. Vielmehr sei Bär als Führungsspieler vorgesehen, der weiterhin vorangehen und „wichtiger Eckpfeiler der neuen Mannschaft“ sein soll. Dass der Stürmer nun in sein viertes Jahr in „Lila-Weiß“ geht, sei für alle Verantwortlichen „wirklich eine Freude“ und ein wichtiges Signal für die kommende Saison.