Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 30. Spieltags

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Wird es noch einmal spannend im Kampf um die Meisterschaft? Nach dem 30. Spieltag der Regionalliga Nordost rückt die Tabellenspitze weiter zusammen. Der FC Carl Zeiss Jena profitiert nach dem knappen Sieg gegen den Greifswalder FC vom torlosen Remis des Spitzenreiters 1. FC Lok Leipzig gegen den Halleschen FC und rückt bis auf zwei Punkte an die Messestädter heran. Doch auch im Tabellenkeller spitzt sich die Lage langsam zu. Der große Gewinner: BSG Chemie Leipzig, die mit dem dritten Sieg in Folge auf einen Nichtabstiegsplatz springen.

FC Carl Zeiss Jena – Greifswalder FC 2:1

Der FC Carl Zeiss Jena feierte am Freitagabend gegen den Greifswalder FC einen Punktedreier der Marke „Arbeitssieg“ und bleibt im Aufstiegsrennen in Schlagdistanz. Dabei war es vor allem die mangelnde Chancenverwertung der Hausherren, die das Spiel lange offen hielt. Jena überzeugte vor heimischem Publikum mit viel Ballbesitz und klarer Feldüberlegenheit, tat sich gegen gut stehende Greifswalder aber zunächst schwer. Diese gingen nach etwas mehr als einer Viertelstunde überraschend, aber traumhaft in Führung: Benyamina zog aus der Distanz ab und jagte den Ball unhaltbar in den Winkel (17.). Die Thüringer reagierten mit viel Druck und kamen zu mehreren guten Möglichkeiten auf den Ausgleich, scheiterten jedoch entweder an sich selbst oder am starken Greifswalder Schlussmann Jakubov, der sogar einen Strafstoß von Hessel hielt.

Auch nach Wiederanpfiff blieb Jena die aktivere Mannschaft, war aber vor dem gefährlichen Umschaltspiel der Gäste gewarnt. Nach etwas mehr als einer Stunde hatte der FC Carl Zeiss dann das Glück des Tüchtigen und kam nach einem Flipperball zum Ausgleich. Nach einem Abschluss fälschte Eshele den Ball im Strafraum unglücklich, aber entscheidend ins eigene Netz ab (65.). In der Schlussphase erhöhte Jena noch einmal deutlich den Druck und schnürte die Gäste am eigenen Strafraum ein. Entlastung für den Greifswalder FC gab es in dieser Phase kaum noch. Spät in der Nachspielzeit belohnte sich Jena für den Siegeswillen: Eine Flanke verlängerte Wähling in den Rückraum, wo Burmeister per Direktabnahme voll durchzog und den Ball zum 2:1-Sieg in die Maschen jagte (90.+4). Damit feiert Jena einen späten, aber hochverdienten Heimsieg und bleibt im Titelrennen weiter voll dabei.

FSV Zwickau – BFC Preussen 1:0

Der FSV Zwickau hat sich am Freitagabend in einer zähen Partie knapp, aber verdient mit 1:0 gegen den BFC Preussen durchgesetzt und mühte sich mit viel Geduld und Einsatz zum Sieg. In der ersten Halbzeit tat sich auf beiden Seiten offensiv wenig. Zwickau hatte durch einen Volley von Sezer die beste Annäherung, während Preussen einmal durch Butkovic gefährlich wurde, aber knapp per Fußspitze verpasste. Ansonsten war es eine Partie, die von Mittelfeldgeplänkel geprägt war. Ein mageres 0:0 zur Pause war die logische Folge.

Mit dem Wiederanpfiff kamen die Hausherren etwas besser ins Spiel und wirkten zielstrebiger. Der Einsatz zahlte sich gegen Mitte der zweiten Hälfte aus: Nach einem Abpraller reagierte Möbius am schnellsten und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie. Zwickau blieb danach am Drücker und hätte in der 80. Minute fast nachgelegt, doch Breitenbüchers Schuss landete nur am Pfosten. Preussen kam in der Schlussphase kaum noch zu klaren Aktionen und musste die letzten Minuten zudem in Unterzahl bestreiten, nachdem Sommerfeld in der Nachspielzeit Gelb-Rot gesehen hatte. Mehr passierte nicht mehr – ein insgesamt eher unspektakulärer, aber verdienter Heimsieg für Zwickau.

SV Babelsberg 03 – FSV Luckenwalde 2:3

Der FSV 63 Luckenwalde hat das Brandenburg-Derby beim SV Babelsberg 03 in einem intensiven und temporeichen Spiel knapp für sich entschieden und damit den Klassenerhalt fixiert. Vor 2.800 Zuschauern ging es von Beginn an ordentlich zur Sache. Der FSV erwischte dabei den besseren Start und ging in Führung. Nach einem starken Abschluss von der Strafraumgrenze traf Neumann ins lange Eck zum umjubelten 1:0 (18.). Doch nahezu postwendend fand der Gastgeber durch Wegener die passende Antwort zum 1:1 (20.). Danach waren es die Gäste, die wenig später Grund zum Jubeln hatten, als Maciejewski aus rund 25 Metern den Ball platziert im Netz unterbrachte (34.). Damit war jedoch noch nicht Schluss in der ersten Halbzeit: Noch vor der Pause legte der FSV durch Bachmann nach und erhöhte quasi mit dem Pausenpfiff auf 3:1 (45.).

Nach der Pause kam Babelsberg mit viel Schwung zurück und drängte auf den Anschluss. Dieser gelang schließlich durch Queisser, der aus spitzem Winkel zum 2:3 traf und die Gastgeber wieder ins Spiel zurückbrachte. In der Folge übernahm der SV Babelsberg die Partie, und der FSV beschränkte sich auf die Verteidigung. Kurz vor dem Ende hätte sich der SVB fast noch belohnt, doch Haase scheiterte aus kurzer Distanz. Damit blieb es bei einem umkämpften Auswärtssieg, durch den der FSV Luckenwalde mit den Planungen für die nächste Regionalliga-Saison beginnen kann.

Hertha 03 Zehlendorf – Chemnitzer FC 1:2

Mit sieben Punkten Rückstand auf den 17. Tabellenplatz stand Hertha 03 Zehlendorf im Abstiegskampf und vor dem Freitagabendspiel gegen den Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost stark unter Druck. Der Chemnitzer FC nahm von Beginn an die Favoritenrolle an und hatte bereits nach wenigen Minuten die Chance auf die Führung. Doch nach einem Foul an Marx scheiterte Alberico an Zehlendorfs Keeper Dedidis. Dennoch blieben die Himmelblauen das spielbestimmende Team, auch wenn die Konsequenz im Abschluss fehlte. Von den Hausherren war bis zu diesem Zeitpunkt kaum etwas zu sehen, umso überraschender gingen sie nach etwas mehr als einer halben Stunde in Führung. Doll nutzte eine der wenigen echten Offensivaktionen und traf zum 1:0 für Zehlendorf (35.). Die Freude hielt jedoch nicht lange – nur sechs Minuten später war Marx nach einem Steilpass frei durch, umkurvte Dedidis und schob zum 1:1 ins leere Tor (41.). Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause.

Chemnitz kam aktiver aus der Kabine zurück und wollte das Spiel komplett drehen. Mit einem weiteren Strafstoß hatte der CFC in der 63. Minute die große Chance dazu. Dieses Mal übernahm Müller die Verantwortung und verwandelte sicher zur Führung. Zehlendorf musste danach wieder mehr riskieren, kam aber nur noch selten gefährlich vors Tor. Einen letzten Aufreger gab es in der Schlussphase der Partie, als Müller einen Schuss von Yamada von der Linie kratzte und dem Chemnitzer FC die Führung rettete. Am Ende steht Hertha 03 Zehlendorf mit der bitteren Niederlage mit einem Bein in der Oberliga.

1. FC Lok Leipzig – Hallescher FC 0:0

Das intensive Topspiel der Regionalliga Nordost am 30. Spieltag zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und dem Halleschen FC endete torlos. Damit schmilzt der Vorsprung des Spitzenreiters aus Leipzig weiter. Schon der Start in die Partie hatte es in sich – wenn auch nicht im sportlichen Sinn. Nach Protesten der beiden Teams ruhte der Ball die ersten 30 Sekunden. Erst danach ging es sportlich los. Lok übernahm direkt die Kontrolle und hatte durch Ziane früh die große Chance zur Führung, doch HFC-Keeper Sven Müller parierte stark. Die Gastgeber blieben tonangebend, fanden gegen die kompakte Defensive der Hallenser aber kaum Lücken. Die besten Möglichkeiten hatten Wilton per Kopf sowie Abderrahmane, dessen Freistoß an die Latte klatschte (34.). Zur Pause blieb es bei einem intensiven, aber torlosen Spiel.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst kaum: Leipzig machte das Spiel, Halle verteidigte diszipliniert und setzte auf Konter. Doch genau diese wurden zunehmend gefährlicher. Damelang prüfte Naumann aus kurzer Distanz (56.), später setzte Kulke einen Freistoß knapp drüber. In der Schlussphase hatte Halle sogar die große Chance auf den Auswärtssieg, allerdings traf Langhammer in der 85. Minute nur den Querbalken. So blieb es bei der Nullnummer mit Nebengeräuschen. Aus sportlicher Sicht hadert vor allem die Heimelf mit den vergebenen Torchancen, denn nach dem späten Sieg gegen den Greifswalder FC rückt Carl Zeiss Jena wieder zwei Punkte näher.

VSG Altglienicke – 1. FC Magdeburg II 5:1

Die VSG Altglienicke feiert gegen den 1. FC Magdeburg II einen klaren und vor allem in der zweiten Hälfte beeindruckenden 5:1-Heimsieg. Die Partie begann ohne Abtastphase. Nach nicht einmal 120 Sekunden brachte Tallig einen abgefälschten Schuss zum 1:0 im Tor unter (2.). Danach fand auch Magdeburg besser ins Spiel und gestaltete die Partie offen. Die Folge: der Ausgleich durch Vogler, der den Ball im langen Eck versenkte (34.). Kurz vor der Pause zog Altglienicke dann wieder an. Erst scheiterte Nietfeld noch per Kopf, ehe er nur wenig später nach einer Flanke zum 2:1 einköpfte (42.). Mit dieser knappen Führung ging es in die Halbzeit.

Doch so richtig Spaß am Spiel bekam die VSG dann im zweiten Abschnitt. Zwar hatten die Hausherren Glück, dass Magdeburg zunächst noch den Pfosten testete, doch im direkten Gegenzug erhöhte Tallig mit seinem zweiten Treffer auf 3:1 (50.). Damit bog die VSG endgültig auf die Siegerstraße. Wie in einem Rausch erhöhte Nietfeld erneut per Kopf zum 4:1 (63.), ehe Ibrahimi wenig später aus kurzer Distanz zum 5:1 abstaubte (64.). In der Schlussphase ließ die VSG noch einige Chancen für einen noch höheren Sieg liegen. Die drei Punkte bleiben in jedem Fall verdient in Altglienicke.

Hertha BSC II – BSG Chemie Leipzig 0:1

Die BSG Chemie Leipzig setzt ihren Lauf fort und gewinnt bei Hertha BSC II knapp mit 1:0. Damit klettern die Leipziger weiter aus dem Tabellenkeller und stehen inzwischen auf einem Nichtabstiegsplatz. Vom Derbysieg beflügelt startete Chemie mit viel Energie in die Partie und bestimmte zunächst das Geschehen. Allerdings kamen die Gäste zunächst nicht zu zwingenden Möglichkeiten. Hertha II kam nach und nach besser rein, fand aber ebenfalls kein Durchkommen in der gut organisierten Leipziger Defensive. So ging es folgerichtig torlos in die Pause.

Auch in der zweiten Hälfte blieb das Spiel lange ausgeglichen und ohne große Highlights. Die größte Möglichkeit hatte zunächst Chemie. Ratifo scheiterte nach einer Flanke jedoch am Pfosten. Im direkten Gegenzug hätte die Hertha-Reserve fast zugeschlagen, scheiterte aber mehrfach am starken Bergmann und der Chemie-Defensive. Der entscheidende Treffer gelang den Gästen dann in der Schlussphase. Seidemann nahm den Mut zusammen, zog aus der Distanz ab und traf flach ins lange Eck zum 1:0-Endstand. In der verbleibenden Zeit warf Hertha BSC II alles nach vorne, doch die Gäste verteidigten leidenschaftlich den knappen Vorsprung. Mit dem dritten Sieg in Folge klettern die Leipziger auf den sicheren 15. Platz und haben den Klassenerhalt in der eigenen Hand.

ZFC Meuselwitz – Rot-Weiß Erfurt 0:3

Rot-Weiß Erfurt gewann das kleine Thüringenderby beim ZFC Meuselwitz – und das trotz personeller Probleme. Im Kasten der Erfurter startete erneut Youngster Rodtnick, der aber direkt zeigte, dass auf ihn Verlass ist. Erst parierte er stark gegen Eckardt, kurz darauf auch gegen Stiller. Vorne schlug dann Erfurt eiskalt zu: Ugondu legte mit der Hacke für Falcao auf, der die Kugel flach ins Eck setzte (22.). Auch in der Folge blieb das Spiel attraktiv und hatte einiges zu bieten. Erst hätte Ugondu erhöhen können, dann köpfte Eckhardt auf der anderen Seite das Leder nur an die Latte. Kurz vor der Pause zeigte sich Erfurt erneut effizient. Nach einem Abschluss von Ugondu staubte Wolf zum 2:0-Pausenstand ab.

Für Meuselwitz war es ein bitterer Rückstand, denn Chancen waren eigentlich da. Doch auch in Hälfte zwei sollten die Hausherren nicht für ihren Einsatz belohnt werden. Zum einen hatte die stabile Erfurter Defensive häufig das letzte Wort, zum anderen wurde ein Treffer wegen eines Foulspiels in der Entstehung aberkannt. Stattdessen schnürte Falcao seinen Doppelpack: Aus spitzem Winkel traf er zum 3:0-Endstand (76.). Für den Schlusspunkt sorgte dann eine ziemlich verrückte Szene: Aufgrund des personellen Engpasses des RWE kam Erfurts eigentliche Nummer 1 kurz vor Schluss ins Spiel – jedoch nicht in gewohnter Rolle zwischen den Pfosten, sondern als Feldspieler, eine Szene, die man auch nicht alle Tage sieht.

FC Eilenburg – BFC Dynamo 2:2

Der FC Eilenburg kommt im Abstiegskampf einfach nicht richtig vom Fleck. Gegen den BFC Dynamo reichte es am Sonntag nur zu einem 2:2. Damit bleibt die Lage weiter kompliziert. Dabei legten die Gastgeber bei miesem Wetter einen Traumstart hin. Früh verwertete Kretzer einen Eckstoß zur Führung (3.). Der BFC brauchte etwas, um mit dem Engagement der Hausherren zurechtzukommen. Doch nach einer halben Stunde egalisierte Knezevic nach einer Flanke das Ergebnis per Kopf. Allerdings hielt die Freude über den Ausgleich nur kurz, denn wenige Minuten später ging der FCE erneut in Führung. Zunächst konnte BFC-Keeper Ortegel noch parieren, doch Kosak staubte ab und stellte auf 2:1 (33.).

Damit ging es in die Kabinen, und auch nachdem beide Mannschaften wieder auf dem Feld waren, passierte zunächst wenig. Doch kurz vor der Crunch-Time nahm das Spiel noch einmal so richtig Fahrt auf. Erst verpasste Baumann das mögliche 3:1 für die Hausherren, dann schlug der BFC zu: Amadou zog aus der Distanz einfach mal ab und traf zum 2:2 (72.). In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Eilenburg musste die verbleibende Zeit nach einer Gelb-Roten Karte gegen Griebsch in Unterzahl absolvieren, hatte aber trotzdem noch die große Chance auf den Sieg. Allerdings hieß die Endstation einmal mehr Ortegel, der gegen Baumann das Unentschieden festhielt. Unterm Strich ein unglückliches Remis für den FCE, der im Abstiegskampf auf die Patzer der Konkurrenz angewiesen ist.