Regionalliga Südwest: Vorschau zum 32. Spieltag

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Der 32. Spieltag der Regionalliga Südwest steht in den Startlöchern und die Ausgangslage könnte klarer kaum sein. Die SG Sonnenhof Großaspach marschiert Richtung Meisterschaft und auch im Tabellenkeller ist der größte Teil bereits entschieden, denn der Abstiegskampf ist durch die Konstellation aus der 3. Liga faktisch beendet. Spannend wird jedoch zu beobachten sein, ob die Trainerentlassung bei den Stuttgarter Kickers nach der Niederlage gegen den TSV Schott Mainz die richtige Wirkung zeigt. Gegen den FC 08 Homburg steht nach dem Pokalhalbfinale am Mittwoch der nächste Härtetest auf dem Plan.

Samstag, 02.05., 14:00 Uhr

SV Sandhausen – TSV Schott Mainz

Der SV Sandhausen hat in den vergangenen Wochen eine klare Entwicklung genommen und wirkt inzwischen deutlich gefestigter. Die Mannschaft präsentiert sich strukturiert, diszipliniert und vor allem effizient – keine spektakulären Auftritte, aber genau die Art von kontrolliertem Fußball, die es benötigt, um aus einer Krise herauszukommen. Stichwort Krise: In dieser befindet sich der TSV Schott Mainz, dessen Abstieg in die Oberliga besiegelt ist. Da mindestens eine Mannschaft aus der Region Südwest aus der 3. Liga absteigt, haben die Gäste keine Chance auf den Klassenerhalt mehr. Für die Mainzer geht es jetzt darum, trotz der vielen Enttäuschungen und Baustellen die Saison ordentlich zu beenden. Auch für die Hausherren geht es nur noch um den „Schönheitspreis“. Nach dem starken Zwischensprint in den vergangenen Spielen steht der SVS auf dem vierten Tabellenplatz und hat erst spät in der Saison sein Potenzial abrufen können. Können die Sandhäuser diesen Erfolgslauf fortsetzen?

Kickers Offenbach – FC-Astoria Walldorf

Die Kickers Offenbach empfangen am 32. Spieltag der Regionalliga Südwest den FC-Astoria Walldorf, der inzwischen seit fünf Spielen auf einen Sieg wartet. Die Offenbacher stehen nach der bitteren Niederlage gegen Tabellennachbar Eintracht Trier auf dem einzigen Schleudersitz. Aktuell sind die Hessen sicher, doch sollte eine zweite Mannschaft aus der Region Südwest aus der 3. Liga absteigen, bedeutet das auch den Abstieg für die Offenbacher. Mit vier Punkten Rückstand auf Eintracht Trier ist das rettende Ufer jedoch noch in Reichweite. Dafür muss nach wechselhaften Wochen ein Sieg her. Gerade vor heimischer Kulisse auf dem prestigeträchtigen Bieberer Berg kann der OFC immer wieder überzeugen und Spiele erfolgreich gestalten. Finden die schwächelnden Gäste, die dank einer starken Hinrunde im sicheren Tabellenmittelfeld stehen, eine Lösung gegen die bissigen Offenbacher und die wohl emotional aufgeladene Stimmung?

TSV Steinbach Haiger – SC Freiburg II

Was für einen Auftritt hat der TSV Steinbach Haiger am vergangenen Wochenende hingelegt: Mit 6:0 überrollte der TSV den FSV Frankfurt und feierte den dritten Sieg in Folge. Doch auch der SC Freiburg II kommt mit einer Siegesserie in den 32. Spieltag der Regionalliga Südwest. Dank vier Siegen am Stück konnte sich Freiburg II innerhalb kürzester Zeit aus dem Abstiegskampf verabschieden und klopft nun sogar an der oberen Tabellenhälfte an. Entscheidend in dieser Partie wird sein, wer sein Spiel besser durchdrücken kann. Dabei ist besonders interessant, dass die Hausherren gerne das Spiel machen, während die Gäste aus Freiburg eher abwartend agieren. Wenn Freiburg passiv bleibt und die Tormaschine des TSV ins Rollen kommt, könnte die Begegnung zu einer bitteren Auswärtsfahrt werden.

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – SGV Freiberg

Das war es wohl mit der Meisterschaft für den SGV Freiberg. Aus drei Punkten Vorsprung auf die SG Sonnenhof Großaspach wurde nach vier Niederlagen in Folge ein uneinholbarer Rückstand auf den Spitzenreiter. Zwar besteht rechnerisch noch die Möglichkeit, punktgleich zu ziehen, doch selbst wenn die SG alle Spiele verlieren sollte, müsste die SGV Freiberg 18 Tore aufholen. Daran glaubt wohl selbst der optimistischste Fan nicht mehr. Die Frage ist jedoch, was diese Negativserie mit den Köpfen der Spieler macht. Antworten sie gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mit einer Trotzreaktion oder lassen sie die Saison auslaufen? Spielerisch sind die Gäste in jedem Fall überlegen, doch Fußball ist auch Kopfsache. Kann Fulda-Lehnerz die Situation für sich nutzen und die Niederlagenserie der Gäste verlängern?

1. FSV Mainz 05 II – SG Sonnenhof Großaspach

Der Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach reist mit klarer Mission zum 1. FSV Mainz 05 II: den letzten Schritt zur Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg gehen. Die SG wirkt in den letzten Wochen sehr reif und vor allem extrem effizient – auch in engen Situationen. Das liegt vor allem daran, dass die Gäste nicht in Panik verfallen, sondern geduldig bis zum Schluss die Lücken in der gegnerischen Hintermannschaft suchen. Diese wird es auch gegen den starken Gastgeber nicht geben. Unabhängig davon, ob Großaspach die Meisterschaft klar machen kann, ist es ohnehin das Topspiel der Regionalliga Südwest. Die drittplatzierten Mainzer wollen der Meisterparty der SG einen Strich durch die Rechnung machen und ihrerseits die Platzierung in der Spitzengruppe festigen. Gelingt den Gästen in Mainz der große Wurf, oder vertagt sich die Entscheidung im Meisterschaftsrennen? Ein Remis würde jedenfalls reichen.

FC Bayern Alzenau – FSV Frankfurt

Der Abstieg des FC Bayern Alzenau ist besiegelt. Jetzt geht es nur noch darum, die Saison halbwegs vernünftig zu Ende zu bringen. Die Ergebnisse der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Mannschaft durchaus in der Lage ist, auch gegen größere Teams der Liga zu bestehen. Mit dem FSV Frankfurt kommt am 32. Spieltag eben so ein „größeres Team“. Gegen den spielstarken FSV wird es auf eine kompakte und klare Staffelung im Mittelfeld ankommen, um die Räume eng zu machen. Nach dem erschreckend schwachen Auftritt der Frankfurter bei der 0:6-Klatsche gegen Steinbach Haiger werden sie mit großer Wut im Bauch nach Alzenau reisen. Wenn Frankfurt ins Rollen kommt, könnte es schnell unangenehm für die Hausherren werden.

TSG Balingen – Bahlinger SC

TSG Balingen gegen den Bahlinger SC – ein Duell, in dem die Luft längst raus ist. Es ist das Aufeinandertreffen zweier Teams, die den bitteren Gang aus der Regionalliga Südwest antreten müssen. Dementsprechend geht es eher um einen versöhnlichen Abschluss als um große Saisonziele. Leichte Vorteile dürften die Gäste haben, die zuletzt zwar zwei Niederlagen in Folge kassierten, zuvor aber mit einem Unentschieden gegen den 1. FSV Mainz 05 II und einem Sieg gegen die Stuttgarter Kickers noch einmal Hoffnung geschöpft hatten. Im Gegensatz dazu wartet die TSG bereits seit acht Spielen auf einen Sieg. Diese Durststrecke soll nun vor eigenem Publikum gegen den Mitabsteiger aus Bahlingen enden.

Sonntag, 03.05., 14:00 Uhr

Stuttgarter Kickers – FC 08 Homburg

Nach dem Paukenschlag bei den Stuttgarter Kickers und der vorzeitigen Entlassung von Trainer Marco Wildersinn übernimmt der bisherige Co-Trainer Kerem Arslan in den letzten drei Spielen der Regionalliga Südwest die Aufgaben an der Seitenlinie. Für die Stuttgarter geht es darum, neben dem Finale im Landespokal Württemberg auch die restlichen Partien positiv zu gestalten. Gegen den FC 08 Homburg steht nun ein Duell auf Augenhöhe an. Die Gäste verstehen es, spielerische Lösungen zu finden und über strukturierten Spielaufbau Torgefahr zu erzeugen. Wie gut das gelingt, zeigt ein Blick auf das Torverhältnis, denn mit 63 Treffern stellen die Homburger nach Spitzenreiter Großaspach die zweitbeste Offensive der Liga. Da kommt eine Menge Arbeit auf die Defensive der Stuttgarter zu, die mit Willen, Geschlossenheit und Entschlossenheit agieren müssen. Wie das gelingt, wird sich am Sonntag zeigen.

Eintracht Trier – KSV Hessen Kassel

Nach einem zwischenzeitlichen Formhoch ging die Formkurve beim KSV Hessen Kassel zuletzt wieder steil bergab. Seit drei Spielen wartet Kassel bereits auf einen Sieg. Zum Abschluss des 32. Spieltags geht es nun ausgerechnet zur wiedererstarkten Eintracht Trier, die sich zuletzt mit drei Spielen ohne Niederlage aus dem Abstiegskampf befreit hat. Bemerkenswert ist dabei die Veränderung in der Defensive. Das Experiment mit einer Dreierkette gegen Mainz 05 II am 28. Spieltag ging mit fünf Gegentreffern ordentlich nach hinten los. Auch die Umstellung auf ein 4-2-3-1-System gegen Freiburg brachte bei der 1:4-Niederlage nur wenig Veränderung. Zuletzt trat Trier gegen Kickers Offenbach mit einer Doppelsechs im Mittelfeld auf – das brachte spürbar Stabilität ins Spiel der Eintracht. Wie werden es die Hausherren gegen den KSV Kassel angehen, der schon mehrfach bewiesen hat, dass er auch gegen kompakte Mittelfeldreihen spielerische Lösungen findet.?