Am 32. Spieltag der Regionalliga Nordost hatte der 1. FC Lok Leipzig die Chance, einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft zu gehen. Doch statt sich über ein komfortables Polster zu freuen, ist in Leipzig nach der Niederlage gegen den BFC Preussen Zittern angesagt. Denn Verfolger FC Carl Zeiss Jena machte gegen den BFC Dynamo seine Hausaufgaben und rückte bis auf zwei Punkte heran. Während die Entscheidung im Meisterschaftsrennen noch aussteht, ist eine im Tabellenkeller gefallen: Für Hertha Zehlendorf ist der Abstieg nach der Niederlage gegen den 1. FC Magdeburg II nun auch rechnerisch besiegelt. Im Spitzenspiel setzte sich der FSV Zwickau gegen Rot-Weiß Erfurt durch und kletterte auf den dritten Tabellenplatz.
SV Babelsberg 03 – Hallescher FC 4:1
Der SV Babelsberg 03 feiert einen überraschend klaren Heimsieg gegen den Halleschen FC und macht damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Schon früh lief das Spiel in Richtung der Hausherren, die vom Start weg auf Betriebstemperatur waren. Keine zwei Minuten waren gespielt, da köpfte Covic bereits zur frühen 1:0-Führung ein (2.). Der HFC brauchte etwas, kam dann aber besser ins Spiel. In der 15. Minute klopften die Gäste wortwörtlich mit einem Aluminiumtreffer erstmals am Tor des SVB an. Die Gäste reklamierten zwar auf Tor, doch das Schiedsrichtergespann ließ weiterspielen. Kurz darauf kam Halle dann doch nach einem wuchtigen Abschluss von Becker zum Ausgleich (31.). Doch Babelsberg ließ sich davon nicht beeindrucken und blieb stabil. Noch vor der Pause sorgte Hasse mit einem sehenswerten Distanzschuss in den Winkel für die 2:1-Führung (45.+3) – ein echter Stimmungskiller für die Gäste.
Nach dem Seitenwechsel versuchte der HFC zwar, mit hohen Bällen und über zweite Bälle Druck aufzubauen, blieb dabei aber insgesamt zu ungefährlich. Babelsberg verteidigte konzentriert und setzte offensiv immer wieder Nadelstiche. Einer davon sorgte für die Vorentscheidung, als Queisser aus spitzem Winkel auf 3:1 stellte (60.). Danach fand Halle offensiv kaum noch statt und wurde erst in der Schlussphase durch Halili zumindest ansatzweise gefährlich. Doch SVB-Keeper Babke war zur Stelle. Den Schlusspunkt setzte schließlich Wiehe in der Nachspielzeit mit dem 4:1 (90.+2) und machte den deutlichen Heimsieg perfekt. Damit konnte der SV Babelsberg 03 auf der Couch den Klassenerhalt feiern, sofern der Greifswalder FC nicht punktet.
Hertha BSC II – FSV Luckenwalde 0:1
Jetzt ist es auch rechnerisch durch: Der FSV Luckenwalde hält mit dem knappen 1:0-Auswärtssieg gegen Hertha BSC II die Klasse in der Regionalliga Nordost. Bereits in der Anfangsviertelstunde fiel der spielentscheidende Treffer, als sich der FSV über Meier und Schneider nach vorne kombinierte, wo Schleinitz im Rückraum richtig stand und zur 1:0-Führung einschob (14.). Hertha II kam nur langsam ins Spiel, wurde im Verlauf der ersten Hälfte aber etwas aktiver. Gefährlich wurde es allerdings kaum: Ein paar Abschlüsse von Richter, Ben-Hatira per Freistoß und Ogbaidze gingen allesamt am Tor vorbei. So blieb es bei der knappen Pausenführung.
Nach der Pause hätte Luckenwalde eigentlich direkt nachlegen können, aber Kaus vergab freistehend das mögliche 2:0. Wenig später ließ auch Maciejewski eine große Gelegenheit liegen. Die Entscheidung lag in der Luft, fiel aber nicht. So blieb es trotz größerer Spielanteile der Hausherren weiter offen, doch wie schon im ersten Durchgang kam die Hertha-Reserve maximal nach Standards zu Torannäherungen. Geprüft wurde FSV-Schlussmann Tittel jedoch nie. So blieb es beim knappen, aber verdienten 1:0 für den FSV, der das Ergebnis souverän über die Zeit brachte und damit den endgültigen Klassenerhalt perfekt machte.
1. FC Lok Leipzig – BFC Preussen 1:3
Der 1. FC Lok Leipzig verpasst die vorzeitige Titelentscheidung: Im Heimspiel gegen den BFC Preussen kassiert der Spitzenreiter eine 1:3-Niederlage und erlebt einen echten Horrorstart. Gerade einmal gut eine Minute war gespielt, da sah Wilton nach einem Zweikampf bereits die Rote Karte (2.). Eine harte Entscheidung, die die Partie früh komplett auf den Kopf stellte. Trotz Unterzahl ließ sich Lok davon zunächst nicht aus der Ruhe bringen und blieb offensiv gefährlich. Adetula prüfte Keeper Albers per Distanzschuss, wenig später hatte McLemore Pech, als sein Versuch nur knapp am Tor vorbeitrudelte. Nach etwa einer halben Stunde schlugen dann die Gäste in Person von Ramadan zu, der nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum den Ball aus kurzer Distanz zur Führung über die Linie stocherte (31.). Nur wenige Minuten später folgte der nächste Nackenschlag, als Brandt sehenswert zum 2:0 ins obere Eck traf (36.). Der Klassenprimus reagierte jedoch schnell und kam noch vor der Pause zurück ins Spiel. McLemore wurde stark freigespielt und lupfte den Ball zum 1:2-Anschluss über den BFC-Keeper (37.). In einer wilden Phase hatte Siebeck sogar den Ausgleich auf dem Fuß, während auf der Gegenseite Ramadan noch die Latte traf.
Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie intensiv, doch mit der ersten echten Chance machte Preussen den Deckel drauf. Zunächst ließ Lok-Schlussmann Naumann einen Schuss nur abklatschen, Ramadan staubte zum 3:1 ab (52.). In Unterzahl fehlten Lok Leipzig danach die Mittel, um noch einmal entscheidend zurückzukommen. Der Spitzenreiter bemühte sich zwar, konnte nach der langen Unterzahl jedoch keinen Druck mehr erzeugen. Damit bleibt das Titelrennen weiter offen.
FC Carl Zeiss Jena – BFC Dynamo 2:1
Im Titelrennen der Regionalliga Nordost ist nach dem 32. Spieltag plötzlich wieder alles offen: Während Ligaprimus 1. FC Lok Leipzig patzt, erledigt der FC Carl Zeiss Jena seine Aufgabe gegen den BFC Dynamo und rückt bis auf zwei Punkte an die Spitze heran. Die Partie begann für Jena allerdings mit einem frühen Warnschuss, denn der BFC Dynamo trat zunächst mutig auf und hätte fast den perfekten Start erwischt. Nach einer Bogenlampe traf Leibelt nur den Pfosten und verpasste die Gästeführung (3.). Auch in der Folge wirkten die Gäste zunächst etwas griffiger. Dennoch schlug Jena im Stil einer Spitzenmannschaft zu: Nach einer unzureichend geklärten Flanke brachte Wähling den Ball erneut in die Gefahrenzone, wo Burmeister per Kopf zur 1:0-Führung einnickte (32.).
Nach der Pause legten die Hausherren nach. Ein schlimmer Rückpass der Berliner wurde von Eshele abgefangen – der blieb eiskalt und vollendete zum 2:0 durch die Beine von Ortegel (50.). Jena schien auf Kurs, das Spiel zu entscheiden. Doch der BFC gab sich nicht geschlagen und verkürzte keine Viertelstunde später durch Fritzsche auf 2:1 (64.). Kurz darauf wurde die Partie jedoch von unschönen Szenen überschattet: Pyrotechnik und Versuche, Absperrungen zu überwinden, führten zu einer längeren Unterbrechung. Nach dem Wiederanpfiff verlor das Spiel deutlich an Tempo. Jena brachte die Führung letztlich kontrolliert über die Zeit und sicherte sich einen wichtigen Sieg im engen Titelkampf. Damit ist das Rennen an der Spitze wieder komplett offen und verspricht Spannung bis zur letzten Minute.
FC Eilenburg – Greifswalder FC 0:6
Für den FC Eilenburg wird die Luft immer dünner: Nach der deutlichen 0:6-Niederlage gegen den Greifswalder FC steht der Klub kurz vor dem Abstieg und kann jetzt nur noch auf den Abstieg des 1. FC Magdeburg aus der 2. Liga hoffen. Dabei war die Ausgangslage klar: Eilenburg brauchte dringend Punkte, um sich noch Chancen auf den Klassenerhalt zu bewahren. Auf dem Platz war davon jedoch wenig zu sehen. Greifswald übernahm von Beginn an das Kommando und ging früh in Führung: Nach einer Flanke von Farr war Benyamina zur Stelle und traf zum 1:0 (5.). Die Gäste blieben klar überlegen und legten schnell nach. Nach einem kapitalen Fehler in der Eilenburger Defensive landete der Ball über Richardson bei Atilgan, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (15.). Eilenburg wirkte völlig verunsichert und hatte große Probleme, ins Spiel zu finden. Kurz vor der Pause bot sich dem FCE zwar die große Chance zum Anschluss, doch Kosak vergab. Im Gegenzug machte Greifswald praktisch den Deckel drauf: Atilgan bereitete vor, Vogt traf zum 3:0-Pausenstand.
Nach dem Seitenwechsel nahm Greifswald zunächst etwas Tempo raus und ließ Eilenburg mehr Raum. Doch selbst beste Gelegenheiten konnten die Hausherren nicht nutzen. Es war eines dieser Spiele, in denen sie stundenlang hätten spielen können, ohne zum Erfolg zu kommen. In der Schlussphase brach der FCE dann komplett auseinander. Bokake erhöhte nach einem stark ausgespielten Angriff auf 4:0 (77.), nur Sekunden später nutzte Lämmel einen Ballverlust zum 5:0. Den Schlusspunkt setzte erneut Benyamina, der sich stark durchsetzte und zum 6:0-Endstand traf (85.). Damit besiegelt der Greifswalder FC den Abstieg von Hertha Zehlendorf, und auch für den FC Eilenburg sieht es stark danach aus, die Regionalliga Nordost verlassen zu müssen.
FSV Zwickau – Rot-Weiß Erfurt 2:1
Der FSV Zwickau bleibt zu Hause eine Macht und dreht die Partie gegen Rot-Weiß Erfurt in der Schlussphase. Die Begegnung startete schwungvoll, beide Teams suchten früh den Weg nach vorne. Ugondu prüfte Zwickaus Keeper aus der Distanz (14.), auf der anderen Seite traf Falcao den Querbalken (23.). Insgesamt hatte RWE im ersten Durchgang leichte Vorteile, ohne jedoch entscheidend zuzuschlagen.
Direkt nach der Pause ging es dann schnell: Ein Fehler von Möbius brachte Erfurt in Führung, Ugondu reagierte am schnellsten und schob zum 0:1 ein (47.). In der Folge hatte RWE sogar Chancen, die Führung auszubauen. Zur Mitte der zweiten Hälfte sah alles nach der ersten Heimniederlage des FSV aus, auch weil sie ab der 64. Minute in Unterzahl agieren mussten, nachdem sich Martens die Rote Karte eingehandelt hatte. Doch nur 14 Minuten später schwächte sich auch Erfurt, als Schwarz mit Gelb-Rot vom Platz verwiesen wurde (78.). Damit nicht genug: Das Foul, das zur Ampelkarte führte, hatte zugleich einen Strafstoß zur Folge. Prasse verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 1:1 (79.). Nur drei Minuten später legte Zwickau durch Zimmermann nach und drehte das Spiel komplett (82.). Die knappe Führung brachte der FSV über die Zeit und bleibt damit auch im 16. Heimspiel der Saison ungeschlagen.
VSG Altglienicke – Chemnitzer FC 1:2
Die VSG Altglienicke kassiert eine bittere Heimniederlage gegen den Chemnitzer FC, der vor allem im zweiten Durchgang seine Chancen konsequent nutzt. In einer zunächst ausgeglichenen Partie tat sich lange wenig vor den Toren. Erst nach der Pause nahm das Spiel an Fahrt auf – und Chemnitz schlug zu.
Innerhalb einer Viertelstunde bog der CFC auf die Siegerstraße ein: Zunächst brachte Eppendorfer die Gäste neun Minuten nach Wiederanpfiff mit 0:1 in Führung (54.), dann blieben die Chemnitzer am Drücker und legten nach. Gebuhr erhöhte in der 68. Minute auf 0:2 und stellte die Weichen damit klar auf Auswärtssieg. Altglienicke gab sich jedoch nicht geschlagen und setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte. Der Anschlusstreffer durch Saliger brachte noch einmal Spannung zurück (83.), auch wenn es nicht mehr für einen Punktgewinn reichte. Chemnitz brachte die Führung über die Zeit und sicherte sich einen insgesamt abgeklärten Auswärtssieg.
ZFC Meuselwitz – BSG Chemie Leipzig 0:4
Die BSG Chemie Leipzig lässt im Abstiegskampf nichts anbrennen und feiert beim ZFC Meuselwitz einen deutlichen Auswärtssieg – Mann des Tages: Vierfachtorschütze Stanley Ratifo. Dabei war die Ausgangslage für die Gastgeber eigentlich klar: Nur ein Sieg hätte sie nach dem Greifswalder Erfolg vom Samstag wieder auf einen Nichtabstiegsplatz gebracht. Chemie Leipzig machte jedoch früh deutlich, in welche Richtung das Spiel laufen sollte. Nach einem Ballverlust traf Ratifo bereits nach wenigen Minuten zum 0:1 (3.). Leipzig blieb dran, Enke verpasste zunächst noch das zweite Tor, doch nach etwas mehr als 20 Minuten war es wieder Ratifo, der nach einer Ecke zum 0:2 einschob (24.). Kurz vor der Pause wurde es dann richtig bitter für Meuselwitz: Nach einem Foul im Strafraum verwandelte Ratifo den fälligen Elfmeter sicher und schnürte seinen Hattrick (45.).
Auch nach dem Seitenwechsel fand der ZFC Meuselwitz kein Mittel gegen den gut aufgelegten Angreifer. Nach einer Standardsituation war es erneut Ratifo, der in der 51. Minute mit seinem vierten Treffer alles klar machte. Von Meuselwitz kam offensiv kaum etwas, und so dauerte es bis zur 62. Spielminute, ehe die Hausherren zu ihrer ersten Chance kamen. In der Folge verwaltete Chemie den klaren Vorsprung souverän und brachte den ungefährdeten Sieg ins Ziel. Damit sind die Gäste dem Klassenerhalt einen weiteren Schritt näher gekommen. Der ZFC Meuselwitz dagegen steht nun in der Abstiegszone.
Hertha Zehlendorf – 1. FC Magdeburg II 0:2
Jetzt ist es amtlich: Hertha Zehlendorf muss nach drei Jahren in der Regionalliga Nordost den Gang zurück in die Oberliga antreten. Der 1. FC Magdeburg II besiegelt mit einem Auswärtssieg den Abstieg der Berliner. Die Partie begann zunächst ausgeglichen und ohne große Highlights. Beide Teams standen defensiv stabil, offensiv fehlte es auf beiden Seiten an Ideen. Die wenigen Abschlüsse – etwa ein Versuch von Wachs oder eine Bogenlampe von Günay an die Latte – blieben die einzigen nennenswerten Szenen im ersten Durchgang.
Nach der Pause bot sich Zehlendorf sogar die große Chance zur Führung, doch Günay und Doll vergaben eine Doppelchance (65.). Das sollte sich rächen, denn nur wenig später nutzte Frenzel einen langen Ball, umlief Hertha-Schlussmann Dedidis und traf zum 0:1 (68.). Die Gastgeber wirkten in der Folge ratlos und fanden keine Antwort mehr. Magdeburg blieb dagegen effizient und legte in der Schlussphase nach: Der eingewechselte Leipertz setzte sich stark durch und traf aus der Drehung zum 0:2 (81.). Damit war die Partie entschieden und das Schicksal von Hertha Zehlendorf besiegelt – der Abstieg ist nun auch rechnerisch nicht mehr abzuwenden.