Stuttgarter Kickers rüsten offensiv auf: Glessing folgt Bachthaler aus Illertissen – Lockl geht nach Ulm

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Die Stuttgarter Kickers haben sich für die kommende Saison der Regionalliga Südwest offensiv verstärkt: Yannick Glessing kommt vom FV Illertissen nach Degerloch und trägt künftig das Trikot der „Blauen“. Der 28-jährige Angreifer bringt reichlich Regionalliga-Erfahrung mit und war in den vergangenen Jahren eine feste Größe beim FVI.

Yannick Glessing kommt zur Verstärkung der Offensive aus Illertissen

In der abgelaufenen Saison überzeugte Glessing: In insgesamt 38 Pflichtspielen sammelte er starke 17 Tore und 13 Assists. Kein Wunder also, dass er in Illertissen inzwischen als Rekordtorschütze in der Regionalliga Bayern geführt wird. Der flexibel einsetzbare Offensivmann fühlt sich im Sturmzentrum am wohlsten, kann aber auch über die Außen kommen.

„Er bringt genau die Qualitäten mit, die wir gesucht haben“, freut sich Kickers-Geschäftsführer Sport Lutz Siebrecht. Glessing selbst blickt ebenfalls gespannt auf die neue Aufgabe: Die Gespräche seien von Anfang an sehr positiv gewesen, die Kickers ein spannender Traditionsklub mit viel Potenzial. Besonders auf das GAZi-Stadion auf der Waldau und die Fans freut er sich schon jetzt.

Ein spannender Aspekt des Transfers ist zudem die Verbindung zwischen Glessing und seinem bisherigen Trainer in Illertissen, Holger Bachthaler, der zur neuen Saison an der Seitenlinie der Stuttgarter steht. Dass der Angreifer die Philosophie seines Coaches bereits kennt, dürfte die Eingewöhnung in Degerloch deutlich erleichtern – sowohl sportlich als auch taktisch. Die Abläufe, Anforderungen und auch die Art der Ansprache sind vertraut, was in einer neuen Mannschaft oft die Eingewöhnung unterstützt.

System-Reformation unter Bachthaler?

Taktisch stellt sich die Frage, wie die Kickers die neue Spielzeit bestreiten werden. Während die Blauen in der abgelaufenen Saison zunächst im 4-3-3 starteten und später ins 3-4-3 wechselten, ließ Bachthaler in Illertissen im 4-3-1-2 oder im 3-1-4-2 mit zwei Stürmern agieren. Könnte die Verpflichtung von Glessing ein Fingerzeig sein, dass bei den Kickers unter dem neuen Trainer zukünftig auch mit einer Doppelspitze gearbeitet wird, statt auf einen Mittelstürmer und zwei Flügelstürmer zu vertrauen?

Gerade vor dem Hintergrund der vergangenen Saison wirkt diese Option zumindest naheliegend: Mit nur 51 erzielten Treffern stellten die Kickers die schwächste Offensive der oberen Tabellenhälfte der Regionalliga Südwest. Für den Traditionsklub ist dies ein Wert, der nicht den Ansprüchen entspricht und strukturelle Anpassungen nach sich ziehen könnte. Ein zusätzlicher Zielspieler wie Glessing, der das Zusammenspiel mit einem zweiten Stürmer aus vergangenen Zeiten kennt, könnte genau in so einem System seine Stärken noch konsequenter einbringen und der Offensive insgesamt mehr Durchschlagskraft verleihen.

Abschied nach einer Saison: Per Lockl zieht es nach Ulm

Während es im Angriff Zuwachs gibt, steht im Mittelfeld ein Abschied fest: Per Lockl verlässt die Stuttgarter Kickers und schließt sich dem SSV Ulm 1846 Fußball an. Der 25-jährige zentrale Mittelfeldspieler kam erst im Sommer 2024 vom SV Waldhof Mannheim nach Degerloch und wird seine Zeit bei den „Blauen“ nach einer Saison wieder beenden.

Insgesamt absolvierte Lockl 34 Pflichtspiele für die Kickers, erzielte dabei drei Tore und bereitete vier weitere vor. Der Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert. Sportlich hätte man ihn zwar gerne gehalten, heißt es aus Vereinskreisen, letztlich habe sich der Spieler jedoch für eine neue Herausforderung entschieden.

„Wir respektieren seine Entscheidung und bedanken uns für seinen Einsatz“, so Siebrecht. Auch Lockl verabschiedet sich dankbar: Er habe sich in Stuttgart sehr wohlgefühlt, viele besondere Momente erlebt und wolle nun den nächsten Schritt gehen. Für die Kickers wünsche er nur das Beste.