Wieder mehr als nur Mittelmaß? Chemnitzer FC überzeugt in ersten Testspielen

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Nach einigen Spielzeiten, die der Chemnitzer FC im Tabellenmittelfeld abschloss, kehrt zur neuen Saison wieder Aufbruchstimmung ein. Mit einem stark veränderten Kader, größerer Konkurrenz auf nahezu jeder Position und einer klaren Spielidee von Trainer Benjamin Duda wollen die Sachsen in der Regionalliga Nordost wieder eine größere Rolle spielen.

Die ersten Eindrücke der Vorbereitung bestätigen die gestiegenen Ambitionen und dürften den Chemnitzern Mut machen: Innerhalb von nur 48 Stunden setzte der CFC zwei Ausrufezeichen. Ein 1:1 gegen Bundesligist 1. FC Union Berlin und ein überzeugender 4:0-Erfolg gegen Drittliga-Absteiger 1. FC Schweinfurt zeigten, dass die Mannschaft bereits gut vorbereitet wirkt. Spielerisch wie auch körperlich befinden sich die Sachsen auf einem guten Weg.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Der Sommer stand in Chemnitz ganz im Zeichen des Umbruchs. Zehn neue Spieler wurden verpflichtet, der Kader erhielt ein deutlich verändertes Gesicht. Bereits gegen Union Berlin standen sechs Neuzugänge in der Startelf. Ein Großteil der Neuen dürfte auch in den Überlegungen von Cheftrainer Duda für die erste Elf beim Auftakt gegen Hertha BSC II eine wichtige Rolle spielen.

Im Tor ist David Richter als neue Nummer eins eingeplant. Auch das Zentrum vor ihm wurde neu aufgestellt: Mit Dennis Slamar und Jan Löhmannsröben stehen zwei erfahrene Innenverteidiger bereit. Löhmannsröben unterstrich beim 4:0 gegen Schweinfurt seine Torgefahr und trug sich in die Liste der Testspiel-Torschützen ein.

Für positive Schlagzeilen sorgt zudem Ken Tchouangue. Der 21-Jährige wechselte vom Regionalligisten Bremer SV aus der Staffel Nord nach Chemnitz und überzeugte in der Vorbereitung mit stabilen Leistungen. Auf der rechten Abwehrseite liefern sich Roman Eppendorfer und Johannes Pistol einen großen Konkurrenzkampf um den Stammplatz. Pistol bringt dabei zusätzliche Flexibilität mit, da er auch im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden kann.

Geipl als neuer Führungsspieler

Eine zentrale Rolle im neuen CFC-Gefüge übernimmt Andreas Geipl. Der 34-Jährige kam vom Drittligisten Jahn Regensburg und soll mit seiner Erfahrung das Spiel der Chemnitzer prägen. Duda machte ihn zudem zum neuen Kapitän und unterstrich damit die Bedeutung des erfahrenen Mittelfeldspielers.

Der bisherige Spielführer Tobias Müller gehört dagegen zu den Spielern, deren Verträge im Sommer nicht verlängert wurden. Neben Spielmacher Geipl bleibt auch Tobias Stockinger ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Der Top-Vorlagengeber der vergangenen Spielzeit soll erneut für Kreativität und Gefahr in der Offensive sorgen.

Auch ein Blick auf die vorderste Angriffsreihe lohnt sich. Nach dem Abgang von Torjäger Dejan Bozic musste sich der CFC im Angriff neu orientieren. Die Hoffnungen ruhen nun auf Ron Berlinski, der als neuer Mittelstürmer für Tore sorgen soll. Auf den Flügelpositionen haben sich Maurizio Grimaldi und Domenico Alberico in den Tests zunächst einen Platz in der ersten Elf gesichert. Doch Stammplatzgarantien gibt es unter Duda kaum. Der Trainer setzt bewusst auf einen breiten Kader und maximale Konkurrenz, wie er selbst betonte: „Das ist keine Floskel: Wir werden jeden Spieler brauchen. Es geht nicht nur um die, die am ersten Spieltag in der Startelf stehen, sondern um alle 21 Kader-Spieler.“

Der Anspruch ist gestiegen

Bemerkbar ist schon früh: Der Chemnitzer FC will sich nicht länger mit Mittelmaß zufriedengeben. Die Mannschaft soll sich wieder in die Spitzengruppe der Liga spielen. Dabei kommt es auch auf einen gelungenen Saisonstart an. Die Testspiele geben dem CFC dafür Hoffnung, allerdings warten bereits in den ersten Spieltagen anspruchsvolle Aufgaben.

Trotz der starken Testspiel-Ergebnisse bleibt Duda demütig. „Wir nehmen das 1:1 gegen Union und das 4:0 gegen Schweinfurt nicht euphorisch“, erklärt der 38-Jährige. Vielmehr sieht er die Testspiele als Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Wir haben einen guten Ist-Zustand. Darauf lässt sich systematisch aufbauen.“ In den verbleibenden Tagen vor dem Saisonstart gehe es vor allem um das Fein-Tuning.

Eine entspannte Zeit und lockere Testspiele sind ausgeschlossen. Mit der SpVgg Unterhaching und der zweiten Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth warten weitere Härtetests aus der Regionalliga Bayern. Danach gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen und in den ersten Wochen der neuen Saison die Leistung auch in der Liga auf den Platz zu bringen.