Starke Vorbereitung des FC Carl Zeiss Jena durch Kreuzbandriss von Hessel getrübt

7

Beim FC Carl Zeiss Jena war die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 bislang von vielen positiven Eindrücken geprägt. Der Traditionsverein aus Thüringen arbeitet unter dem neuen Trainer Marco Grote intensiv daran, eine Mannschaft zu formen, die in der kommenden Spielzeit erneut zu den Mitfavoriten im Kampf um die Meisterschaft der Regionalliga Nordost zählen soll. Die ersten Wochen der Vorbereitung machten Mut: Die Mannschaft präsentierte sich engagiert, taktisch diszipliniert und zeigte im Testspiel gegen Bundesligist Union Berlin, dass sie auch gegen höherklassige Gegner bestehen kann.

Doch die gute Stimmung erhielt einen empfindlichen Dämpfer. Die schwere Verletzung von Maxim Hessel überschattet aktuell die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Der 21-jährige Innenverteidiger, der sich in der Vorbereitung stark präsentiert hatte und als wichtiger Baustein für die kommende Saison eingeplant war, wird dem FCC aufgrund eines Kreuzbandrisses für mehrere Monate fehlen.

Mutiger Auftritt gegen Bundesligisten Union Berlin

Sportlich lieferte der FC Carl Zeiss Jena beim Testspiel gegen den Bundesligisten 1. FC Union Berlin einen Auftritt ab, der für Zuversicht sorgt. Vor 7.015 Zuschauern setzte sich die Mannschaft von Trainer Marco Grote mit 2:0 gegen die Eisernen durch und zeigte dabei eine konzentrierte sowie kämpferisch überzeugende Leistung.

Von Beginn an war zu erkennen, dass Jena dem Bundesligisten nicht nur Paroli bieten wollte, sondern aktiv dagegenhalten konnte. Die Gastgeber störten Union früh im Spielaufbau und profitierten bereits in der zwölften Minute von einem Fehler der Berliner Hintermannschaft. Nach einem missglückten Versuch der Gäste, die Situation spielerisch zu lösen, landete der Ball bei Elias Löder. Der Rückkehrer blieb vor dem Tor eiskalt und vollendete zur Führung für den FCC.

Auch danach zeigte Jena eine stabile Defensivleistung. Union Berlin hatte zwar mehr Ballbesitz, fand aber nur selten Lösungen gegen die kompakte Ordnung der Thüringer. Besonders im Spiel gegen den Ball präsentierte sich der Regionalligist aufmerksam und ließ dem Bundesligisten nur wenige klare Möglichkeiten zu.

Nach der Pause wechselten beide Teams zahlreich durch. Union kam zwar noch zu einzelnen Abschlüssen, doch Jena verteidigte weiterhin diszipliniert und setzte selbst immer wieder Nadelstiche. In der Schlussphase sorgte Kevin Lankford schließlich für die Entscheidung: Nach einem guten Auftritt der Gastgeber traf er zum 2:0-Endstand.

Der Sieg gegen den Bundesligisten ist für den FCC ein weiteres positives Signal in der Vorbereitung. Die Mannschaft feierte einen starken Testspielerfolg auf dem Weg zu einer Saison, in der die Erwartungen in Jena erneut hoch sind. Doch der Sieg wurde von einer bitteren Szene kurz vor dem Abpfiff überschattet.

Monatelanger Ausfall: Kreuzbandriss im Testspiel

Wenige Minuten vor dem Ende der Partie verletzte sich Maxim Hessel bei einem Zweikampf am linken Knie. Der Innenverteidiger musste mit der Trage vom Feld gebracht werden. Die Diagnose am Montag bestätigte die schlimmsten Befürchtungen: Hessel erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes und wird dem FC Carl Zeiss Jena für mehrere Monate fehlen. Für Trainer Marco Grote ist die Verletzung ein herber Verlust, denn das Eigengewächs ist sowohl sportlich als auch menschlich ein großer Faktor im Team.

„Das ist ein harter Schlag – natürlich zuallererst für den Jungen, aber auch für uns als Mannschaft“, sagte Grote. „Maxim hat sich in dieser Vorbereitung hervorragend präsentiert und war bereit. Nun steht er vor einem langen Weg der Rehabilitation, den er aber nicht allein gehen wird.“

Allein muss der junge Innenverteidiger den steinigen Weg jedoch nicht zurücklegen, denn wie Grote betont, erhält Hessel die volle Unterstützung des Vereins: „Wir werden ihn mit den Möglichkeiten unseres Vereins, als Mannschaft und natürlich sowohl physiotherapeutisch als auch medizinisch so gut wie möglich unterstützen. Maxim hat eine starke Mentalität. Ich bin überzeugt davon, dass er gestärkt zurückkehren und seine Rolle auf dem Platz wieder ausfüllen wird.“

Hessel kämpferisch: „Ich nehme die Situation an“

Auch Hessel selbst zeigte sich trotz der bitteren Diagnose kämpferisch. „Es hat sich nicht gut angefühlt. Die Gewissheit mit der Diagnose war natürlich hart und im ersten Moment schwer zu verdauen“, erklärte der 21-Jährige. Gleichzeitig blickt er nach vorne: „Ich nehme die Situation an und weiß ja, dass Verletzungen im Fußball dazugehören – auch wenn ich mir diese gern erspart hätte. Nun ist es, wie es ist, und ich werde alles daran setzen, so schnell wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen.“

Aus sportlicher Sicht ist die Verletzung jedoch ein großer Verlust. Hessel hatte sich in der vergangenen Saison zu einer festen Größe entwickelt. In der Spielzeit 2025/26 gehörte der Innenverteidiger zu den Stammkräften, absolvierte 31 Ligaspiele und erzielte dabei sieben Treffer. Seine Leistungen waren ein wichtiger Faktor dafür, dass der FCC bis zum Saisonende im Spitzenfeld der Regionalliga Nordost mitmischte und die Spielzeit nur knapp hinter Meister Lok Leipzig auf Platz zwei abschloss.

Während bei Maxim Hessel auf dem Weg der Rehabilitation eine Menge Geduld gefragt ist, geht für Jena die Vorbereitung weiter. Die Zielsetzung bleibt unverändert: In der Saison 2026/27 soll der FCC wieder eine entscheidende Rolle im Rennen um die Meisterschaft spielen. Der Test gegen Union Berlin hat gezeigt, dass die Mannschaft dafür bereits wichtige Schritte gemacht hat. Jetzt muss der FCC beweisen, auch mit Rückschlägen umgehen zu können und sich mental stark zu präsentieren.