Große Ziele bei Atlas Delmenhorst – Keine Gedanken an Abstiegskampf verlieren

2

Der SV Atlas Delmenhorst ist nach drei Jahren Oberliga zurück in der Regionalliga Nord – und der Aufsteiger ist wild entschlossen, die höhere Spielklasse nicht nur als kurzes Abenteuer zu betrachten. Stattdessen herrscht im Lager der Blau-Gelben eine Aufbruchstimmung und großes Selbstvertrauen. Die Rückkehr ins norddeutsche Fußball-Unterhaus soll kein Strohfeuer werden, sondern der nächste Entwicklungsschritt des Klubs, der mit großen Zielen in die Saison 2026/27 geht.

„Mit Abstieg wollen wir nichts zu tun haben“

Kapitän Ibrahim Temin bringt die Haltung der Mannschaft auf den Punkt. Nach 204 Regionalliga-Partien kennt der 33-Jährige die Anforderungen der Liga genau und weiß, was auf sein Team zukommt: mehr Tempo, mehr Qualität, weniger Zeit am Ball. „In der Regionalliga wird sehr viel mehr Fußball gespielt, vor allem von den Zweitvertretungen“, sagt Temin und ergänzt mit Blick auf die Gegner: „Das ist gestandener Männerfußball. Wir treffen auf Klubs, die unter Profibedingungen arbeiten.“ Trotzdem soll der Fokus im eigenen Lager klar bleiben: nicht nach unten schauen. „Mit dem Abstieg wollen wir nichts zu tun haben“, stellt Temin klar. Entscheidend werde sein, in jedem Spiel Mentalität und Zweikampfhärte auf den Platz zu bringen.

Auch Trainer Key Riebau, der selbst bereits über 130 Regionalligaspiele an der Seitenlinie vorweisen kann, erwartet eine spürbare Steigerung in allen Bereichen. „Die Handlungsschnelligkeit, die Physis sowie die Qualität im Passspiel und im Dribbling sind deutlich höher“, erklärt der 36-Jährige. Seine Mannschaft müsse lernen, in schwierigen Phasen stabil zu bleiben: „Wir werden es aushalten müssen, auch mal zwei Spiele in Serie zu verlieren.“

Sportvorstand Bastian Fuhrken sieht den Klub im Vergleich zum ersten Aufstieg vor sechs Jahren deutlich besser vorbereitet. Viele Spieler kennen die Liga bereits, dazu habe man aus früheren Erfahrungen gelernt. „Wir wissen diesmal besser, was auf uns zukommt“, so Fuhrken. Der Ansatz sei dennoch vorsichtig geblieben: wirtschaftliche Vernunft und gezielte Verstärkungen statt großer Sprünge.

Entwicklungsfähige Neuzugänge und gestandene Leistungsträger

Sportlich setzt Atlas auf eine Mischung aus vorhandener Regionalliga-Erfahrung und entwicklungsfähigen Neuzugängen. Mit Spielern wie Torwart Damian Schobert, Innenverteidiger Dylan Burke, Spielmacher Chris David oder Angreifer Lamine Diop verfügt der Kader über eine stabile Achse, die die Liga bereits kennt. Besonders die Verlängerung mit David ist ein großer Fingerzeig. Denn obwohl der Mittelfeldstratege in der vergangenen Spielzeit immer wieder durch kleine Verletzungen und Krankheiten ausgebremst wurde, kann er seine enorme Erfahrung auch in der Saison 2026/27 für die Blau-Gelben einbringen.

So unterstreicht auch Cheftrainer Key Riebau die fundamentale Bedeutung des Verbleibs und spricht von einem enormen Impact, den der 33-Jährige mit sich bringt. „Chris wird fitter und wird uns auf dem Platz helfen, den Druck von den jungen Spielern zu nehmen, aber er wird auch neben dem Platz eine ganz, ganz wichtige Rolle einnehmen. Junge Spieler brauchen Führung und Hilfestellung“, so Riebau über den Leistungsträger.

Dazu kommen mehrere junge Zugänge mit Potenzial, darunter Ryan Schröder, Eric Anozie, Fin Tiedeken und Marcel Raßmann, die allesamt noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Ergänzt wird das Profil durch erfahrenere Regionalligaakteure wie Amin Muja oder Niklas Tepe.

Taktisch dürfte der Aufsteiger in der neuen Saison vor allem über eine stabile Defensive kommen wollen. Nach nur 29 Gegentreffern in der Vorsaison soll die defensive Organisation weiter im Mittelpunkt stehen. Von dort aus will das Team über ein kompaktes Zentrum und schnelles Umschalten ins Spiel finden – ein Ansatz, der in der Regionalliga Nord gegen spielstarke Mannschaften entscheidend sein dürfte.