Löwen-Aufzucht gestartet: TSV 1860 München beginnt den Neustart in der Regionalliga Bayern

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Nach Wochen voller Unsicherheit, offener Fragen und organisatorischer Baustellen kommt beim TSV 1860 München Bewegung in den Neuaufbau. Die neue Spielbetriebs-GmbH nimmt Gestalt an, erste Verträge sind unterschrieben – und mit der Rückkehr von Leistungsträgern sowie der Bindung eigener Talente wächst langsam wieder ein Kader, der die Herausforderung Regionalliga annehmen soll. Doch der Weg zurück in ruhigere Fahrwasser ist noch lang: Zwischen sportlichem Umbruch, neuen Strukturen und der Suche nach einer schlagkräftigen Mannschaft beginnt für die Löwen ein Kapitel, das über die Zukunft des Vereins entscheiden könnte.

Deniz macht den Anfang: TSV 1860 München startet den Kader-Neuaufbau

Der erste externe Neuzugang für das neue Löwen-Rudel ist angekommen: Mit Tunay Deniz hat die Spielbetriebs-GmbH des TSV 1860 München ihre erste Verpflichtung offiziell gemacht. Der 32-jährige Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag für die kommende Saison und markiert damit den Auftakt beim Neuaufbau des Regionalliga-Kaders.

Der Klub sprach von einem „historischen Moment“ und kündigte an, dass Deniz nicht die letzte Personalie bleiben soll. „Mit diesem besonderen Moment fällt der Startschuss für die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft“, teilten die Löwen mit. Deniz bringt reichlich Erfahrung mit nach Giesing. Der Mittelfeldspieler absolvierte 114 Partien in der 3. Liga sowie 208 Einsätze in den Regionalligen Nordost und Südwest, in denen er insgesamt 71 Tore erzielte und 68 weitere Treffer vorbereitete. Im vergangenen Jahr wurde sein Einsatz bei den Münchnern allerdings durch eine schwere Knieverletzung ausgebremst.

Für die Löwen stand Deniz bislang 50-mal auf dem Platz und steuerte dabei zehn Tore sowie 15 Assists bei. Geschäftsführer Thomas Probst setzt darauf, dass der Routinier nach seiner Rückkehr wieder eine wichtige Rolle übernehmen kann: „Tunay hat in der Vergangenheit bereits seine Qualitäten gezeigt. Wir freuen uns sehr, dass er nach seiner schweren Verletzung auf den Platz zurückkehrt.“ Gerade für die neu formierte, junge Mannschaft soll Deniz mit seiner Erfahrung eine wichtige Stütze werden. „Wir sind uns sicher, dass er unser Team sowohl auf als auch neben dem Platz bereichern wird“, erklärte Probst.

Der Anfang ist gemacht, und Schritt für Schritt nimmt der neue Regionalliga-Kader des TSV 1860 München weiter Formen an. Neben dem erfahrenen Mittelfeldspieler setzen die Verantwortlichen auch auf Rückkehrer, junge Kräfte und Spieler aus den eigenen Reihen.

Bell kehrt zurück – Talente bleiben an Bord

Der nächste Baustein im Neuaufbau ist Julian Bell. Der Außenverteidiger kehrt nach Giesing zurück und verstärkt künftig die Defensive der Löwen. Der 23-Jährige, der bereits seit über zwei Wochen mit der Mannschaft von Alper Kayabunar trainiert, kommt von der BSG Chemie Leipzig zurück zu seinem Ausbildungsverein. Sein Vertrag bei den Sechzgern läuft bis 2028.

Geschäftsführer Thomas Probst sieht in Bell eine wichtige Ergänzung für die neu formierte Mannschaft: „Julian ist ein Spieler, der trotz seines jungen Alters bereits einiges an Erfahrung mitbringt.“ Die Rückkehr des Defensivspielers sei „schön“, so Probst, „um unsere Defensive zu stärken“.

Neben Bell setzt 1860 auch auf die eigenen Reihen. Gleich vier Spieler aus dem bisherigen Kader haben ihre Verträge verlängert: Abwehrspieler Benedikt Hoppe (25), Mittelfeldakteur Raphael Wach (22) und Offensivspieler Brahim Moumou (25) bleiben bis 2027, Angreifer Cristian Leone (21) ist sogar bis 2028 gebunden.

Vor allem Hoppe kennt die Regionalliga Bayern bereits bestens. Der Innenverteidiger absolvierte für Türkgücü München 30 Partien in der vierthöchsten Spielklasse. Probst hebt dabei die Arbeit des eigenen Nachwuchsbereichs hervor: „Die Spieler in unserem Nachwuchsleistungszentrum erhalten eine hervorragende Ausbildung.“

Auch die Heimat ist gesichert: 1860 klärt Stadionfrage

Nicht nur auf dem Transfermarkt arbeitet der TSV 1860 München am Neustart. Während der neue Regionalliga-Kader unter der Leitung von Alper Kayabunar die letzten Wochen der Sommervorbereitung absolviert, konnten die Löwen zuletzt auch wichtige organisatorische Weichen stellen. Neben der Zusammenstellung der Mannschaft stand vor allem eine zentrale Frage im Fokus: Wo trägt der Klub seine Heimspiele aus?

Die Antwort darauf ist nun gefunden. Die neue Spielbetriebs-GmbH des TSV 1860 München hat mit der Landeshauptstadt München einen Überlassungsvertrag für das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße abgeschlossen. Damit sind laut Klub „die organisatorischen und verbandsrechtlichen Voraussetzungen für die Austragung unserer Heimspiele in der Regionalliga-Saison 2026/27 geschaffen“.

Auch beim Thema Dauerkarten gibt es Neuigkeiten. Die Löwen präsentierten einen neuen Ticket-Partner und kündigten den Verkaufsstart der Saisontickets an. Fans, die bereits eine Drittliga-Dauerkarte erworben hatten, erhalten aufgrund des Zwangsabstiegs ein Vorkaufsrecht für die neue Spielzeit. Eine Rückerstattung der bereits gezahlten Beträge ist nach aktuellem Stand jedoch nicht vorgesehen.