Der 8. Spieltag der Regionalliga Nord hatte es in sich: Während der SC Weiche Flensburg 08 auch gegen die HSV-Reserve seine beeindruckende Serie fortsetzte und das Maß aller Dinge bleibt, sorgte der VfB Oldenburg mit einem spektakulären Comeback für eines der größten Highlights des Spieltags. Der VfB lag gegen Hannover 96 II bereits mit 0:3 zurück, drehte die Partie jedoch innerhalb von 20 Minuten und feierte dank des späten Siegtreffers von Facklam einen furiosen 4:3-Heimsieg. Auch der 1. FC Phönix Lübeck bleibt oben dran. Beim Eimsbütteler TV überzeugten die Lübecker mit einem 3:1 und konnten sich dabei einmal mehr auf Doppelpacker Touray verlassen. Einen wichtigen Erfolg im Verfolgerfeld feierte zudem der SV Drochtersen/Assel, der sich bei Atlas Delmenhorst souverän mit 3:0 durchsetzte. Für Aufsehen sorgte auch der FC St. Pauli II: Die Kiezkicker schossen Eintracht Norderstedt mit einer deutlichen 5:0-Packung aus dem Stadion und verließen damit die Abstiegszone. Im Tabellenkeller gelang Kickers Emden gegen den SSV Jeddeloh II ein Befreiungsschlag. Beim 4:1 sorgte vor allem Doppelpacker Ihorst für den Unterschied. Jeddeloh II rutscht durch die sechste Niederlage im achten Spiel auf den letzten Platz ab.
VfB Oldenburg – Hannover 96 II 4:3
Der VfB Oldenburg feierte gegen Hannover 96 II in einem spektakulären Spiel ein unglaubliches Comeback. Nach einem 0:3-Rückstand drehten die Gastgeber die Partie noch und feierten vor 2.627 Zuschauern einen völlig verrückten 4:3-Heimsieg. Dabei deutete zunächst wenig auf ein Fußballfest hin. Oldenburg hatte durch Taritas früh die erste Chance (1.), danach übernahm jedoch Hannover das Kommando. Erst hatte Braun nach einer Flanke von Meusel vor dem VfB-Tor zu viel Platz und brachte die Gäste in Führung (30.). Wenig später erhöhte Reinhold und sorgte für eine verdiente 2:0-Pausenführung (34.).
Nach dem dritten Treffer der 96-Reserve schien die Partie entschieden. Mitten in eine Drangphase der Hausherren nach dem Seitenwechsel sorgte erneut Reinhold nach einem Konter für das 3:0 (59.). Was dann folgte, war absoluter Wahnsinn: Erst verkürzte Facklam nach Vorarbeit von Hajdinaj auf 1:3 (68.), ehe Taritas nur zwei Minuten später auf 2:3 stellte (70.). Hannover verlor nun völlig den Faden und geriet zunehmend unter Druck. Der VfB nutzte die Gunst der Stunde und kam durch Brand, der nach einem langen Ball aus rund 20 Metern ins lange Eck traf, zum Ausgleich (81.). Kurz vor Ende der regulären Spielzeit brachte Facklam das Stadion zum Explodieren. Der Torjäger traf in der 88. Minute aus der Drehung zum 4:3 und sorgte damit für eine nicht für möglich gehaltene Wende und drei wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen.
SC Weiche Flensburg 08 – Hamburger SV II 4:0
Der SC Weiche Flensburg 08 bleibt in der Regionalliga Nord ungeschlagen und feierte auch gegen den Hamburger SV II einen deutlichen Heimsieg. Die Gastgeber dominierten das Spiel von Beginn an und ließen dem HSV II über weite Strecken keine Chance. Bereits nach sechs Minuten brachte Tytarenko Weiche in Führung. Die Hausherren blieben anschließend spielbestimmend und erhöhten durch Krasniqi auf 2:0 (34.).
Auch nach der Pause fand Hamburg kaum Zugriff auf die Partie. Weiche kontrollierte das Geschehen und sorgte schließlich für die Vorentscheidung: Bashiru Ali erhöhte nach einer guten Stunde auf 3:0 (61.). Gegen den starken Ligaprimus fand der HSV II kaum ein Mittel und blieb besonders spielerisch einiges schuldig. In der Schlussphase setzte der eingewechselte Cornils mit dem 4:0 den Schlusspunkt (77.). Während Weiche damit weiter ungeschlagen bleibt, kassierte der HSV II eine deutliche Niederlage und gerät im Tabellenkeller zunehmend unter Druck.
Atlas Delmenhorst – SV Drochtersen/Assel 0:3
Der SV Drochtersen/Assel durfte auch in Delmenhorst jubeln und nahm vor 1.088 Zuschauern drei wichtige Punkte mit. Gegen Atlas setzte sich die Mannschaft mit 3:0 durch und feierte damit einen souveränen Auswärtserfolg. Die Weichen für den Sieg waren bereits früh gestellt: In der zehnten Minute brachte ein Eigentor von Tepe die Gäste in Führung. Drochtersen/Assel verteidigte den Vorsprung anschließend konzentriert und ließ Atlas nur wenig Raum, um gefährlich vor das eigene Tor zu kommen.
Lange blieb es bei der knappen Führung, ehe von der Reith nach etwas mehr als einer Stunde für die Vorentscheidung sorgte und auf 2:0 stellte (61.). Damit hatte sich der SVDA ein komfortables Polster erarbeitet. Atlas fand auch nach dem zweiten Gegentreffer nicht die passende Reaktion und blieb offensiv vieles schuldig. In der Nachspielzeit setzte Aue schließlich den Schlusspunkt zum 3:0 und machte den Auswärtssieg endgültig perfekt (90.+5). Mit dem Erfolg pirscht sich Drochtersen/Assel weiter an die Tabellenspitze heran.
Eimsbütteler TV – 1. FC Phönix Lübeck 1:3
Der 1. FC Phönix Lübeck hat seine Auswärtsaufgabe beim Eimsbütteler TV souverän gelöst. Vor 238 Zuschauern setzte sich Phönix mit 3:1 durch und durfte drei wichtige Punkte mit nach Hause nehmen. Den Grundstein für den Erfolg legten die Gäste bereits vor der Pause. In der 32. Minute brachte Touray Phönix in Führung, ehe Kliti nur drei Minuten später auf 2:0 erhöhte (35.). Mit der Führung im Rücken konnten die Adlerträger nun befreit aufspielen.
Das zeigte sich besonders nach dem Seitenwechsel, wo Phönix Lübeck das gefährlichere Team blieb. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde im zweiten Durchgang schnürte Touray seinen Doppelpack und baute den Vorsprung auf 3:0 aus (61.). Eimsbüttel kam durch Hoffmann zwar in der 73. Minute zum Anschlusstreffer, mehr war für die Gastgeber jedoch nicht drin. Phönix brachte den Vorsprung über die Zeit und feierte einen verdienten 3:1-Auswärtssieg. Touray avancierte mit seinen beiden Treffern zum entscheidenden Mann der Partie und sorgt dafür, dass der 1. FC Phönix Lübeck dem Spitzenreiter aus Flensburg auf den Fersen bleibt.
VfB Lübeck – HSC Hannover 1:1
Lange Zeit deutete an der Lohmühle alles auf einen torlosen Nachmittag hin, ehe die Schlussphase noch einmal für reichlich Spannung sorgte. Vor 1.940 Zuschauern trennten sich der VfB Lübeck und der HSC Hannover mit 1:1. In einer lange ereignisarmen Begegnung sahen die Fans beider Teams viel Stückwerk. Beiden Mannschaften war die Verunsicherung aus den letzten Spielen anzumerken. Während die Gäste aus Hannover nach einem starken Saisonstart vor dem Spiel bereits seit vier Spieltagen auf einen Sieg warteten, hoffte der VfB Lübeck gegen den HSC auf den ersten Saisonsieg – vergeblich.
Dabei hatten die Lübecker in der Schlussphase plötzlich den Trumpf in der Hand, als Amadie die Gastgeber überraschend mit 1:0 in Führung brachte und die Hoffnung auf den ersten Dreier nährte (85.). Hannover gab sich jedoch nicht geschlagen und erntete in der Nachspielzeit tatsächlich noch die Früchte für den späten Kampf. In der fünften Minute der Extrazeit traf Röhrbein zum 1:1 und sorgte damit für einen emotionalen Schlusspunkt (90.+5). Dabei blieb es und beide mussten sich erneut nur mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Immerhin: Dank des Ergebnisses im Parallelspiel zwischen Kickers Emden und dem SSV Jeddeloh II gab der VfB die rote Laterne ab.
Werder Bremen II – FSV Schöningen 0:1
Die U23 des SV Werder Bremen musste sich am 8. Spieltag der Regionalliga Nord gegen den FSV Schöningen knapp geschlagen geben. Trotz einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt verpassten es die Bremer, den Pausenrückstand auszugleichen. Vor allem im ersten Durchgang hatten die Gäste mehr vom Spiel und stellten Werder immer wieder vor Probleme. Smarkalev hielt seine Mannschaft zunächst mit mehreren starken Paraden im Spiel und bewahrte sie unter anderem gegen Doumbouya und Marino vor einem frühen Rückstand. Offensiv blieb Bremen dagegen lange blass. Aber auch der Tabellenzweite hatte so seine Probleme, die in dieser Saison gewohnte Torgefahr an den Tag zu legen. Erst kurz vor der Pause war Cankor zur Stelle und brachte Schöningen mit 1:0 in Führung (44.).
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber deutlich verbessert und kamen nun selbst zu guten Gelegenheiten. Unter anderem lenkte Kick einen Kopfball gerade noch so an den Querbalken, bevor er sich bei einem Verteidiger bedanken konnte, der für den schon geschlagenen Schlussmann auf der Linie den möglichen Ausgleich verhinderte. Werder erhöhte in der Schlussphase nochmals den Druck, fand gegen die kompakte Schöninger Defensive hin und wieder eine Lücke, war dann aber – wie bei den Torchancen von Röcker und Heitmann – im Abschluss nicht konsequent genug. Auf der anderen Seite verhinderte Werder-Schlussmann Smarkalev einen höheren Rückstand. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit wurde es vor dem Tor des FSV nochmals so richtig eng. Nur wenige Zentimeter trennten Werder vom Ausgleich, als Heitmann mit seinem Abschluss nur die Latte traf. So blieb es beim knappen 0:1, durch das Schöningen seinen zweiten Tabellenplatz verteidigte und dem SC Weiche Flensburg wieder bis auf zwei Punkte heranrückte.
Kickers Emden – SSV Jeddeloh II 4:1
Kickers Emden hat sich in einem ereignisreichen Duell mit dem SSV Jeddeloh II deutlich mit 4:1 durchgesetzt. Fünf Treffer und zwei Platzverweise sorgten für reichlich Aufregung in einer Partie, die auch abseits des Platzes so einige Geschichten zu bieten hatte. Überragender Mann beim Wiedersehen von Kickers-Coach Björn Lindemann mit seinem Ex-Team war Ihorst, der gleich doppelt traf. Es dauerte fast dreißig Minuten, bis Emden zum ersten Mal die Defensive des SSV knackte und durch Ihorst in Führung ging (28.). Elf Minuten später mussten die Gäste den nächsten Rückschlag wegstecken. H’Maidat sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte und musste frühzeitig duschen gehen (39.). Doch damit nicht genug mit den schlechten Nachrichten für den SSV. Kurz darauf stand erneut Ihorst im Mittelpunkt, als er sich kurz vor der Pause nach einem Foulspiel im Sechzehner die Kugel schnappte und den fälligen Strafstoß souverän zum 2:0 verwandelte (43.). In numerischer Überzahl agierten die Kickers abgeklärt und setzten vor dem Pausentee sogar noch einen drauf. Kühling erhöhte in der dritten Minute der Nachspielzeit auf 3:0 (45.+3).
Alles deutete auf eine zweite Hälfte hin, in der Kickers Emden die Zeit nur noch herunterspielen musste. Doch nach etwas mehr als einer Stunde wurde es nochmals hektisch. Mahncke sah auf Emder Seite die Rote Karte, sodass zumindest das Personal wieder zahlenmäßig ausgeglichen war (64.). Kamen die Kickers jetzt noch einmal ins Straucheln? Nein. Nur drei Minuten nach dem Platzverweis stellte Schröder auf 4:0 und machte damit den Deckel drauf. In der vierten Minute der Nachspielzeit gelang dem SSV durch Kanowski zwar noch der Ehrentreffer, am deutlichen Heimsieg der Lindemann-Elf änderte das aber nichts (90.+4). Mit der sechsten Niederlage im achten Ligaspiel rutscht der SSV Jeddeloh II auf den letzten Tabellenplatz. Die Kickers verbessern sich dagegen auf Platz sieben.
FC St. Pauli II – Eintracht Norderstedt 0:5
Eintracht Norderstedt kassierte gegen den FC St. Pauli II eine heftige 0:5-Klatsche. Den Torreigen eröffneten die Kiezkicker vor den eigenen Fans nach rund zwanzig Minuten. Profi-Leihgabe Ahlstrand zog aus spitzem Winkel ab und traf ins kurze Eck zum 1:0 (19.). Norderstedt hatte durch Nejad und Krüger Möglichkeiten zum Ausgleich, doch statt das Spiel auf null zu stellen, schlugen die Gäste erneut zu. Nach einem vermeintlichen Handspiel von Grau zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Goguadze scheiterte zunächst, verwertete den Nachschuss aber zum 2:0 (40.).
Nach dem Seitenwechsel sorgte St. Pauli schnell für klare Verhältnisse. Sabah forcierte durch aggressives Pressing einen Ballverlust und traf aus rund 15 Metern sehenswert zum 3:0 (54.). Nur acht Minuten später war der Angreifer erneut zur Stelle und drückte eine Vorlage von Goguadze aus kurzer Distanz zum 4:0 über die Linie (62.). Norderstedt gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf und suchte zumindest den Ehrentreffer, scheiterte jedoch mehrfach an Petzsch. Den Schlusspunkt setzte Kaba mit einem Traumtor in den Winkel (80.). Am Ende stand eine deutliche 0:5-Niederlage für Eintracht Norderstedt. Der FC St. Pauli II verlässt durch den Sieg die Abstiegszone.
SV Todesfelde – Bremer SV 0:2
Der Bremer SV hat beim SV Todesfelde einen späten Auswärtssieg eingefahren. Lange Zeit sah es nach einer torlosen Begegnung aus, ehe Bastian Redecker in der Schlussphase innerhalb von nur drei Minuten zum Matchwinner avancierte. Mit seinem Doppelpack sorgte der Angreifer dafür, dass der BSV am Ende mit drei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten durfte. Über weite Strecken der Partie lief auf beiden Seiten offensiv nur wenig zusammen. Die Abwehrreihen hatten die gegnerischen Angreifer weitgehend im Griff, sodass es bis weit in die zweite Hälfte hinein bei der Null auf beiden Seiten blieb.
Erst in der Schlussviertelstunde nahm die Begegnung noch einmal richtig Fahrt auf. In der 74. Minute war es schließlich Redecker, der den Bann brach und den Bremer SV mit 1:0 in Führung brachte. Todesfelde musste nun reagieren, fand allerdings keine Antwort auf den Rückstand. Stattdessen schlug der BSV nur wenige Augenblicke später erneut zu: Redecker war wieder zur Stelle und schnürte mit seinem zweiten Treffer innerhalb von gerade einmal drei Minuten den Doppelpack (77.). Damit war die Partie praktisch entschieden. Mit dem Sieg verlässt der Bremer SV die Abstiegsplätze und zieht punktetechnisch mit dem SV Todesfelde gleich.
