Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 3. Spieltags

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Der 3. Spieltag der Regionalliga Nord ist absolviert und bringt einen neuen Spitzenreiter. Hannover 96 II übernahm mit einem knappen 2:1 bei Drochtersen/Assel die Tabellenführung. Noch weit von der Tabellenspitze entfernt ist der SSV Jeddeloh II, der gegen die punktlose Reserve des FC St. Pauli mit einem 2:0 den ersten Saisonsieg einfahren konnte. Derweil musste sich der VfB Oldenburg nach zwei Siegen zum Auftakt beim VfB Lübeck mit einem 1:1 erstmals mit einem Punkt begnügen. Für den Eimsbütteler TV setzte sich derweil der ernüchternde Saisonstart fort: Der Aufsteiger kassierte gegen den FSV Schöningen durch ein spätes Eigentor die zweite Niederlage im zweiten Spiel.

VfB Lübeck – VfB Oldenburg 1:1

Der VfB Oldenburg hat nach zwei Siegen zum Saisonstart erstmals Punkte liegen gelassen. Beim VfB Lübeck musste sich der Mitfavorit mit einem 1:1 begnügen. Für die Gastgeber war das Remis nach dem durchwachsenen Auftakt ein Achtungserfolg. Die Partie an der Lohmühle verlief zunächst weitgehend ausgeglichen, ehe Oldenburg nach 24 Minuten etwas glücklich in Führung ging. Brand brachte von der rechten Seite eine scharfe Hereingabe vor das Tor, die an sämtlichen Akteuren vorbeiflog und schließlich ohne weitere Berührung im langen Eck landete. Lübeck hatte zuvor durch Karimani bereits eine erste gute Möglichkeit verbucht. Nach dem Rückstand erhöhten die Hausherren den Druck und kamen durch Appiah zu einer weiteren Gelegenheit. Der Ausgleich wollte vor der Pause jedoch nicht fallen.

Dafür dauerte es nach Wiederbeginn nicht lange, bis Lübeck zurückschlug. Istefo scheiterte zunächst noch an Oldenburgs Schlussmann Peitzmeier, bekam wenige Augenblicke später aber die nächste Chance. Nach einem sehenswert vorgetragenen Konter über die linke Seite legte Appiah den Ball ins Zentrum, wo Istefo im richtigen Moment in die Hereingabe grätschte und zum 1:1 traf (49.). Anschließend verflachte das Spiel zunehmend und bot nur noch wenige nennenswerte Torraumszenen. Die besseren Möglichkeiten auf den Sieg hatten dabei die Gäste aus Oldenburg. Facklam und Demaj konnten ihre Chancen jedoch nicht nutzen. So blieb es an der Lohmühle beim insgesamt leistungsgerechten Unentschieden.

Bremer SV – 1. FC Phönix Lübeck 0:0

Der Bremer SV hat im dritten Saisonspiel den vierten Punkt eingefahren. Gegen den favorisierten 1. FC Phönix Lübeck erkämpfte sich der BSV vor 1.025 Zuschauern am Panzenberg ein torloses Unentschieden. Dabei starteten die Hausherren mutig und setzten Phönix früh unter Druck. Die größte Möglichkeit zur Führung bot sich in der 16. Minute: Nach einer sehenswerten Finte tauchte Redecker frei vor Kips auf, zögerte jedoch zu lange und scheiterte am Lübecker Schlussmann. Anschließend übernahmen die Gäste zunehmend die Kontrolle. In der 36. Minute musste BSV-Keeper Weide erstmals eingreifen und parierte einen Abschluss von Fernandes aus kurzer Distanz. Wenig später verfehlte Maiolo mit einem Volleyschuss das Bremer Tor deutlich. Trotz des stärker werdenden Drucks der Gäste blieb es bis zur Pause beim 0:0.

Auch nach dem Seitenwechsel gab Phönix den Ton an und drängte auf den Führungstreffer. Kretzer verpasste diesen in der 54. Minute nur knapp, ehe der eingewechselte Boccaccio einen Freistoß gut zehn Minuten später ebenfalls neben das Tor setzte. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz und Spielanteile, fanden gegen die aufmerksam verteidigende Bremer Mannschaft aber nur selten den Weg in wirklich gefährliche Abschlusspositionen. Stattdessen meldete sich der BSV in der Schlussphase noch einmal offensiv zurück. Koldzic verpasste zunächst rund eine Viertelstunde vor dem Ende per Kopf die mögliche Führung und vergab in der 82. Minute eine weitere gute Gelegenheit. Kurz darauf schwächte sich Phönix selbst: Hüneburg sah in der 86. Minute nach einer Notbremse an Redecker die Rote Karte. In Überzahl versuchte Bremen noch einmal, den späten Siegtreffer zu erzwingen, doch es blieb beim torlosen Remis. Der Bremer SV belohnte sich damit für eine konzentrierte Defensivleistung mit einem Punkt gegen einen der Favoriten.

Eimsbütteler TV – FSV Schöningen 1:2

Der Eimsbütteler TV muss weiter auf die ersten Punkte in der Regionalliga Nord warten. Bei seinem Heimdebüt unterlag der Aufsteiger dem FSV Schöningen mit 1:2 und kassierte die zweite Niederlage im zweiten Spiel. Nach dem 2:5 beim SC Weiche Flensburg 08 wollte der ETV vor eigenem Publikum eine Reaktion zeigen, was ihm phasenweise auch gelang – für Punkte reichte es nach einer ersten Halbzeit, die ohne große Höhepunkte verlief, dennoch nicht.

Mit dem ersten gefährlichen Vorstoß nach der Pause gingen die Gäste schließlich in Führung. Doumbouya brachte den FSV Schöningen mit seinem Treffer zum 1:0 auf Kurs (55.). Der ETV verfiel jedoch nicht in Hektik und kämpfte sich zurück in die Partie. Pauli, der kurz zuvor eingewechselt worden war, sorgte kurz vor Beginn der Schlussviertelstunde für den Ausgleich und ließ die Hoffnung auf den ersten Punktgewinn wieder wachsen (74.). In der Schlussphase folgte dann der bittere Nackenschlag. Yago unterlief in der 90. Minute ein Eigentor, das Schöningen den späten 2:1-Sieg bescherte. Damit steht der ETV nach zwei Spieltagen weiterhin ohne Punkt da. Mit drei erzielten und sieben Gegentoren rangiert der Aufsteiger auf Platz 17 – ein ernüchternder Start, auch wenn die Saison noch jung ist.

HSC Hannover – SV Atlas Delmenhorst 3:0

Der HSC Hannover hat dem SV Atlas Delmenhorst am Mittwoch erstmals in dieser Saison die Grenzen aufgezeigt. Nach zwei vielversprechenden Auftritten des Aufsteigers setzte sich der HSC im eigenen Stadion souverän durch und feierte damit selbst den ersten Saisonsieg. Die Gastgeber hatten dabei schon in der ersten Hälfte leichte Feldvorteile, wirklich gefährlich wurde es jedoch auf beiden Seiten nur selten. Kurz vor dem Pausenpfiff sorgte Delmenhorsts Bauer mit einem Solo noch einmal für Gefahr, setzte seinen Abschluss allerdings knapp über die Latte. Somit blieb es zur Halbzeit beim torlosen Unentschieden.

Der Knoten platzte schließlich kurz nach der Pause. Eine Flanke von der linken Seite nahm Hoffmann im Strafraum an und behauptete sich anschließend energisch gegen seine Gegenspieler. Aus kurzer Distanz ließ er Schobert keine Chance und brachte Hannover mit 1:0 in Führung (49.). Anschließend zog sich der HSC weitgehend zurück und machte es den Gästen mit einer kompakten Defensive schwer, überhaupt Lücken zu finden. In der Schlussphase nutzten die Hausherren die Freiräume durch die aufgerückten Gäste. Nach einem Ballgewinn tief in der gegnerischen Hälfte zog Hoffmann von links in Richtung Strafraum, setzte sich energisch durch und vollendete gegen die Laufrichtung von Schobert zum 2:0 (81.). Damit war die Partie praktisch entschieden. Fünf Minuten später legte Hannover noch einmal nach: Röhrbein brachte einen Freistoß von links an den langen Pfosten, wo Weigel die Hereingabe im Fallen zum 3:0-Endstand über die Linie brachte. Damit stand die erste Niederlage des SV Atlas Delmenhorst fest.

Eintracht Norderstedt – Kickers Emden 6:2

Eintracht Norderstedt hat sich von der bitteren Nachricht um Zimmer eindrucksvoll zurückgemeldet. Der möglichen Knorpel-Operation mit einer möglichen Ausfallzeit von einem Jahr trotzte die Kocadal-Elf gegen Kickers Emden mit einem furiosen 6:2-Heimsieg. In einer ausgeglichenen Partie dauerte es bis Mitte der ersten Hälfte, bis die Gastgeber erstmals zuschlugen. Nach einer Ablage landete der Ball bei Behounek, der aus rund 16 Metern wuchtig ins kurze Eck traf (24.). Emden hatte kurz darauf die große Chance zum Ausgleich, doch Schröders abgefälschter Schuss kullerte lediglich vom Pfosten ins Aus. Stattdessen legte Norderstedt nach: Bera fand mit einer Flanke Krüger, der aus kurzer Distanz zum 2:0 einnetzte (36.). Die Gäste erhöhten anschließend noch einmal den Druck, konnten den Rückstand bis zur Pause aber nicht verkürzen.

Für Emden sollte es nach Wiederbeginn noch bitterer kommen. Behounek schnürte nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff seinen Doppelpack, als er einen Freistoß aus knapp 30 Metern direkt auf das Tor brachte und Kickers-Keeper Petzold dabei überraschte (50.). Norderstedt hatte nun endgültig die Kontrolle übernommen und setzte sofort nach. Nach einer Seitenverlagerung von Palzer erhöhte Behounek drei Minuten später auf 4:0 (53.). Nur sechs Minuten nach der Vorentscheidung folgte der nächste Treffer: Petzold konnte einen Abschluss lediglich abklatschen lassen, sodass Ampofo im Nachsetzen zum 5:0 abstauben konnte (59.). Erst kurz vor der Schlussviertelstunde meldete sich Emden wieder zurück. Ihorst behauptete sich nach einer Freistoß-Hereingabe und verkürzte per Drehschuss auf 1:5. Norderstedt ließ sich davon jedoch kaum beeindrucken und stellte in der 81. Minute den alten Abstand wieder her. Kufrin war am Fünfmeterraum zur Stelle und drückte den Ball zum 6:1 über die Linie. Mahncke betrieb in der 87. Minute per Kopf noch einmal Ergebniskosmetik, doch mehr war für die Gäste nicht drin. Petzold verhinderte kurz vor dem Abpfiff gegen Görtzen sogar noch den siebten Gegentreffer. Während Norderstedt damit den ersten Saisonsieg feierte, kassierte Emden nach dem starken Auftakt gegen den HSV II eine deutliche Niederlage.

SSV Jeddeloh II – FC St. Pauli II 2:0

Aufatmen beim SSV Jeddeloh II, Frust beim FC St. Pauli II. Die Mannschaft von Trainer Hahn unterlag den Ammerländern mit 0:2 und wartet damit nach drei Spieltagen weiterhin auf den ersten Punkt. Mit 4:9 Toren steht die Zweitvertretung der Kiezkicker aktuell am Tabellenende. Für Jeddeloh war der Erfolg dagegen ein Befreiungsschlag. Von Beginn an zeigte sich die Heimelf entschlossener und belohnte sich bereits in der Anfangsphase. Taguchi brachte Jeddeloh mit 1:0 in Führung und sorgte damit für den ersten Saisontreffer der Gastgeber (14.). St. Pauli fand nur schwer in die Partie und kam bis zur Pause kaum in der Offensive zur Geltung.

Das sollte sich auch nach dem Wiederanpfiff nicht ändern. Die Hausherren blieben tonangebend und legten früh nach. Bereits nach drei Minuten im zweiten Abschnitt erhöhte Janßen auf 2:0 und verschaffte den Hausherren damit eine komfortable Ausgangslage für die verbleibende Spielzeit (48.). St. Pauli II versuchte zwar, noch einmal zurückzukommen, blieb offensiv aber zu harmlos. Damit setzte sich für die Gäste eine enttäuschende Saison fort. Während Jeddeloh mit dem ersten Sieg neuen Mut schöpfen dürfte, wächst bei St. Pauli II der Druck. Noch bleibt reichlich Zeit, doch die Kiezkicker müssen schnell Stabilität finden, um nicht dauerhaft im Abstiegskampf festzustecken.

Hamburger SV II – SV Todesfelde 2:2

Der Hamburger SV II hat den ersten Saisonsieg erneut knapp verpasst. Gegen den SV Todesfelde musste sich die Mannschaft von Lukas Anderer nach einer wilden Schlussphase mit einem 2:2 begnügen. Nach der 2:3-Niederlage zum Auftakt bei Kickers Emden wartet die HSV-Reserve damit weiter auf den ersten Dreier. Die Gastgeber erwischten jedoch den besseren Start und präsentierten sich gewillt, den ersten Dreier der Saison einzufahren. Nach 24 Minuten gingen die Hamburger schließlich verdient durch Ojo in Führung. Todesfelde ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und setzte seine starke Saison fort. Nach dem 6:4 gegen St. Pauli II und dem 3:3 gegen Werder Bremen II fanden die Gäste auch diesmal eine Antwort. Sohn sorgte noch vor der Pause für den Ausgleich und stellte wieder alles auf Anfang (37.).

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein offenes Duell, in dem sich keine Mannschaft einen klaren Vorteil erspielen konnte. Dann folgte eine spektakuläre Schlussphase. Erst brachte Yildirim die Hamburger mit seinem Treffer zum 2:1 erneut in Führung und ließ die Hausherren auf den ersten Dreier hoffen (89.). Doch Todesfelde bewies einmal mehr seine Comeback-Qualitäten und schlug in der Nachspielzeit ebenfalls noch einmal zu. Jetz erzielte in der 90.+3. Minute den späten Ausgleich zum 2:2. Damit verspielte der Hamburger SV II trotz guter Ansätze erneut durch ein spätes Gegentor den ersten Saisonsieg.

SV Drochtersen/Assel – Hannover 96 II 1:2

Hannover 96 II hat auch das dritte Saisonspiel gewonnen und damit die Tabellenführung in der Regionalliga Nord übernommen. Beim SV Drochtersen/Assel setzte sich die U 23 der Niedersachsen im Spitzenspiel knapp mit 2:1 durch. Hannover startete mit zwei Siegen optimal in die Saison und zeigte das gewonnene Selbstvertrauen auch in Drochtersen. Es dauerte etwas mehr als eine Viertelstunde, bis die Hannoveraner das erste Mal auf die Anzeigetafel kamen. Nach einem kapitalen Fehlpass von Schepp stand Aycicek plötzlich frei vor SV-Torwart Heim. Der Angreifer sah den mitgelaufenen Vogel, der den Ball problemlos ins leere Tor zur 1:0-Führung einschob (17.). Bis zur Pause ließ Hannover defensiv nur wenig zu und nahm den knappen Vorsprung mit in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit waren es erneut die Gäste, die besser aus der Kabine kamen und ihren Vorsprung nach einer Standardsituation ausbauen konnten. Van den Heuvel verlängerte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld an den zweiten Pfosten, wo Ikari völlig ungedeckt lauerte. Der Hannoveraner nutzte die Freiheiten und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (48.). Damit schien der dritte Sieg der Saison für die 96-Reserve bereits in greifbarer Nähe. Doch in der Schlussphase musste Hannover noch einmal um den Erfolg zittern. In der Nachspielzeit verkürzte Rosin mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze auf 1:2 und ließ bei den Hausherren noch einmal Hoffnung auf einen Punktgewinn aufkommen (90.+1). Mehr gelang Drochtersen/Assel allerdings nicht. Damit stehen die Kehdinger nach drei anspruchsvollen Auftaktspielen bei drei Punkten auf Rang zwölf, während Hannover 96 II mit der optimalen Ausbeute von neun Zählern die Tabellenführung übernimmt.

Werder Bremen II – SC Weiche Flensburg 08 (Mittwoch, 19.08., 18:30 Uhr)

Während die übrigen Partien des 3. Spieltags bereits absolviert sind, steht das Duell zwischen Werder Bremen II und dem SC Weiche Flensburg 08 noch aus. Die Begegnung wird am 19. August um 18:30 Uhr nachgeholt und bildet damit den Abschluss des Spieltags. Beide Mannschaften haben in den bisherigen Partien bereits ihre offensiven Qualitäten unter Beweis gestellt. Werder II holte nach der Auftaktniederlage gegen den VfB Oldenburg zuletzt beim 3:3 gegen den SV Todesfelde den ersten Punkt, während Weiche Flensburg beim 5:2 gegen den Eimsbütteler TV seinen ersten Saisonsieg feierte.