Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 32. Spieltags

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Der SV Meppen steigt von der Regionalliga Nord in die 3. Liga auf. Trotz einer Niederlage gegen den Bremer SV konnte die große Meisterschaftsfeier, wenn auch mit Verzögerung, am 32. Spieltag dann doch starten. Nach dem späten Gegentreffer konnte sich der SVM bei der SC Weiche Flensburg 08 bedanken, die am späten Nachmittag den VfL Oldenburg bezwangen und den Meppenern so die Meisterschaft klar machten. Grund zur Freude hatte auch der HSC Hannover, der mit einem klaren Auswärtserfolg in Schöningen den Klassenerhalt so gut wie sicher hat. Geringer werden die Chancen dagegen sowohl für Altona 93 als auch den FC St. Pauli II, die sich im Hamburger Derby mit einer Punkteteilung zufriedengeben mussten. Wenig erfreulich war auch der Spieltag für Blau-Weiß Lohne, die nach der Niederlage gegen Eintracht Norderstedt als erster Absteiger feststehen.

VfB Lübeck – SV Drochtersen/Assel 1:1

Der letzte kleine Funken Hoffnung im Titelrennen ist endgültig erloschen, auch wenn es die SV Drochtersen/Assel ohnehin nicht mehr selbst in der Hand hatte. Nach dem Unentschieden beim VfB Lübeck zum Auftakt des 32. Spieltags der Regionalliga Nord ist der Titel auch rechnerisch futsch. Schon vor dem Spiel war klar, dass nur ein Sieg die ohnehin schon minimalen Chancen am Leben gehalten hätte. Die Partie auf der Lohmühle brauchte eine ganze Weile, um Fahrt aufzunehmen. In der ersten Halbzeit passierte insgesamt wenig. Die Gäste waren zwar engagiert, aber Lübeck hielt gut dagegen. Sie hatten bis zur Pause sogar die beste Gelegenheit durch Lehnfeld, doch SVDA-Keeper Siefkes war auf dem Posten. Ansonsten blieb vieles Stückwerk, trotz einiger Standards auf beiden Seiten ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann etwas zielstrebiger – zumindest auf Seiten der Gäste. Nach rund einer Stunde brachte Aue Drochtersen per direkt verwandeltem Freistoß aus zentraler Position mit 1:0 in Führung (61.). Plötzlich war der Auswärtssieg und ein kleines Restflämmchen Glaube im Aufstiegsrennen wieder da. Da hatten die Gäste jedoch die Rechnung ohne Lübeck gemacht, die sich nicht geschlagen gaben. Bis in die späte Nachspielzeit verteidigte die SVDA den knappen Vorsprung, bis sie doch noch die kalte Dusche erhielten. Auch hier war es ein Freistoß, der mit der letzten Aktion den Ausgleich brachte. Thiel nahm sich den Ball und jagte ihn zum Ausgleich in der letzten Sekunde in die Maschen (90.+7). Mehr als Platz zwei ist für Drochtersen/Assel in diesem Jahr nicht mehr drin.

Hannover 96 II – Werder Bremen II 5:1

Hannover 96 II bleibt in Topform und fertigt den SV Werder Bremen II vor 466 Zuschauern ab. Im Heimspiel am 32. Spieltag der Regionalliga Nord entwickelte sich für die Zweitvertretung von Hannover 96 eine klare Angelegenheit. Nach wenigen Minuten traf Vogel zur frühen 1:0-Führung (3.). Werder ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken und kam nach einer knappen halben Stunde durch Manthey zum 1:1-Ausgleich (28.). Das war auch der Pausenstand, doch nach Wiederanpfiff zerlegte die Hannover-Offensive die Gäste komplett.

Die Hannoveraner übernahmen direkt das Kommando und kamen durch Vogel zur erneuten Führung (53.). Anders als im ersten Durchgang fand Werder II keine Antwort – im Gegenteil, denn die Hannoveraner spielten sich in einen regelrechten Rausch. Erst traf Hobrecht innerhalb weniger Minuten doppelt (65., 74.) und sorgte damit für klare Verhältnisse. Kurz darauf legte Ndikom nach und stellte auf 5:1 (77.). Die Gäste waren nach der Pause mit dem Tempo der Gastgeber komplett überfordert und kassierten eine letztlich klare und verdiente Niederlage.

SV Meppen – Bremer SV 2:3

Die große Meisterparty vor über 12.000 Zuschauern musste zunächst warten: Der SV Meppen verlor gegen den Bremer SV in letzter Sekunde, feierte die Meisterschaft dann aber doch noch. Lange sah es danach aus, als könnte die große Feier beginnen, doch Busch und der Bremer SV avancierten in der Nachspielzeit zum Spielverderber. Zu Beginn wirkte Meppen ungewohnt nervös, wohlwissend, was am Ende des Spiels warten könnte. Viele einfache Ballverluste luden die Gäste immer wieder ein, die durch Schmidt, Dudock und Tchouangue gefährlich vor dem Kasten des SVM auftauchten. Erst nach rund einer halben Stunde schüttelte Meppen die Aufregung ab und fand besser zu ihrem Spiel. Für die Steigerung belohnten sie sich schnell, als Sprekelmeyer am zweiten Pfosten nach einer Ecke zur Stelle war und die 1:0-Führung erzielte (32.). Die Antwort der Bremer ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Nur wenige Minuten später nickte Dudock nach einer Freistoßflanke zum 1:1 ein (36.). Zur Pause war alles wieder offen, auch wenn die Meppener mit dem Unentschieden den Meistertitel sicher gehabt hätten.

Zunächst wirkte es nach der Pause so, dass der SV Meppen die Partie besser in den Griff bekam. Dieser Eindruck wurde durch Schmitt bestätigt, der zur erneuten Führung traf (53.). Doch auch diesmal hielt die Führung nicht lange: Nur vier Minuten später fälschte Sprekelmeyer einen Abschluss von Schmidt unhaltbar ins eigene Tor ab (57.). In der Folge setzten die Bremer immer wieder Nadelstiche und blieben der erwartet unangenehme Gegner. Meppen hingegen machte insgesamt zu wenig aus seinen Spielanteilen, und so blieb es bis in die Schlussphase hinein spannend. In der Nachspielzeit, als sich alle schon auf die Meisterfeier vorbereiteten, traf Busch dann ins Herz der Hausherren. Aus der Distanz zog der Joker einfach mal ab und traf trocken zum späten Siegtreffer der Gäste (90.+5). Damit verzögerte der BSV die Meisterschaftsentscheidung.

FSV Schöningen – HSC Hannover 1:4

Der HSC Hannover steht kurz vor dem Klassenerhalt: Mit einem überraschend klaren 4:1-Auswärtssieg beim FSV Schöningen setzen die Gäste ein deutliches Ausrufezeichen und machen einen großen Schritt Richtung Ligaverbleib. Dabei hatte zunächst Schöningen mehr vom Spiel. Die Hausherren kontrollierten die Partie, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Hannover stand tief und lauerte auf seine Chance. Es dauerte bis in die Schlussphase des ersten Abschnitts, bis die Gäste einen solchen Nadelstich zu Ende spielten. Nachdem sich Tasdelen stark durchsetzte, behielt er die Ruhe und brachte den HSC mit der ersten richtigen Möglichkeit in Führung (43.).

Im zweiten Durchgang legten die Gäste nach und entschieden die Partie innerhalb weniger Minuten. Zunächst schnürte Tasdelen nach einem Fehler im Spielaufbau der Gastgeber seinen Doppelpack (46.), ehe Kiszka nach einem Querpass auf 3:0 erhöhte (55.). Neun Minuten später keimte noch etwas Hoffnung auf, als der FSV zumindest den Anschlusstreffer erzielte. Beck verkürzte mit einem sehenswerten Lupfer auf 1:3 (64.), konnte seiner Mannschaft jedoch nicht die erhoffte Wende bringen. Nur wenige Minuten später stellte Hannover den alten Abstand wieder her. Auch Kiszka erzielte seinen Doppelpack und machte mit dem 4:1 endgültig alles klar (71.). In der Schlussphase passierte nicht mehr viel, der HSC spielte den Vorsprung souverän herunter. Am Ende steht ein verdienter und deutlicher Auswärtssieg, der den HSC Hannover ganz nah an den Klassenerhalt bringt.

Altona 93 – FC St. Pauli II 1:1

Im Hamburger Kellerderby verpassen Altona 93 und der FC St. Pauli II den dringend benötigten Befreiungsschlag – am Ende steht ein Remis, das keinem so richtig weiterhilft. Das Derby begann mit viel Tempo und frühen Chancen auf beiden Seiten. Schon in den ersten Minuten tauchten beide Mannschaften gefährlich vor dem Tor auf: Göttel für Altona sowie Skakun, Wardius und Sabah für St. Pauli II sorgten früh für Betrieb. Die beste Gelegenheit im ersten Durchgang hatte allerdings Altona 93, doch Sobotta setzte den Ball freistehend knapp über das Tor. Auch Tobinski ließ später gute Möglichkeiten liegen. Selbst einen Strafstoß konnten die Hausherren nicht nutzen, als Göttel am stark parierenden Spari scheiterte (27.). Kurz darauf traf Can nur den Pfosten – eine Führung für die Hausherren wäre längst überfällig gewesen, dennoch ging es torlos in die Kabinen.

Nach der Pause wurde das Spiel zunächst ruhiger. Beide Teams kamen offensiv nur noch selten durch, ehe St. Pauli II in der Schlussviertelstunde überraschend zuschlug: Schmitz, gerade erst zurück im Team, verwertete eine Flanke von Aydin perfekt ins linke Eck – 0:1 (78.). Altona reagierte mit viel Druck in der Schlussphase und hatte nach einem Abschluss von Tobinski erneut Alu-Pech (87.), doch in der Nachspielzeit fiel dann doch noch der verdiente Ausgleich: Ambrosius köpfte nach einer Ecke zum 1:1 ein (90.+2). Mit dem Unentschieden verhindert Altona zwar einen weiteren Rückschlag im Abstiegskampf, fährt jedoch einen Punkt ein, der am Ende zu wenig sein könnte.

SSV Jeddeloh II – Kickers Emden 3:4

Kickers Emden liefert sich beim SSV Jeddeloh II einen wilden Schlagabtausch und setzt sich am Ende nach verspielter 3:0-Führung durch. Im ersten Abschnitt ließ Emden zunächst nichts anbrennen und stellte die Weichen auf Sieg. Erst traf Eickhoff nach einer Hereingabe von Routinier Steffens zum 1:0 (15.) und legte acht Minuten später zum 2:0 nach (23.). Noch vor der Pause erhöhte Steffens selbst auf 3:0 (40.), nachdem ein Ball bis zum zweiten Pfosten durchgerutscht war. Jeddeloh war bis dahin offensiv zu harmlos. Doch das war es noch nicht mit den Highlights, auch wenn das nächste negativer Natur war: Erst sah Andresen aufseiten der Gäste die Gelb-Rote Karte (42.), kurz darauf folgte auch noch der Platzverweis gegen Krolikowski (44.). Damit herrschte zumindest personell wieder Gleichstand.

Nach dem Seitenwechsel drehte sich die Partie jedoch völlig. Kickers Emden verlor den Faden und hatte gegen den furiosen SSV Jeddeloh II zunächst keine Antwort: Ndure (54., 59.) und Cramer (56.) glichen innerhalb weniger Minuten zum 3:3 aus. Das Spiel war danach völlig offen, beide Teams hatten Chancen auf die Führung. Der Knackpunkt der Partie war dann eine weitere Gelb-Rote Karte – dieses Mal gegen Ghawilu und den SSV Jeddeloh II. Als alles bereits auf ein Remis hindeutete, schlug Kickers Emden dann ein letztes Mal zu: In der Nachspielzeit war es Steffens, der mit seinem Doppelpack zum 4:3-Endstand traf (90.+6) und damit den dramatischen Auswärtssieg perfekt machte.

VfB Oldenburg – SC Weiche Flensburg 08 1:2

Der SV Meppen darf trotz Niederlage jubeln: Weil der SC Weiche Flensburg beim VfB Oldenburg gewinnt, ist die Meisterschaft für Meppen am 32. Spieltag der Regionalliga Nord perfekt. Dabei sah es in Oldenburg lange nach einem anderen Verlauf aus. Der VfB hatte über weite Strecken mehr vom Spiel und ging per Elfmeter in Führung: Den Strafstoß nach einem Foulspiel an Demaj verwandelte Facklam sicher zum 1:0 (19.). Oldenburg blieb spielbestimmend, verpasste es aber, nachzulegen. Das nutzte Flensburg eiskalt: Nach einem langen Ball stand Plechaty plötzlich frei vor dem Tor und traf trocken zum 1:1-Ausgleich (37.).

Nach der Pause erhöhte der VfB deutlich den Druck und kam durch Facklam mehrfach zu großen Chancen. Doch der Angreifer scheiterte entweder an SC-Keeper Bock oder an der eigenen Präzision. Diese Abschlussschwäche sollte sich später erneut rächen. Nach den verpassten Gelegenheiten nutzte Flensburg eine schläfrige Defensive, und Faleu köpfte zum 2:1 für die Gäste ein (73.). Der VfB Oldenburg warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, kam auch zu weiteren Chancen, blieb im Abschluss aber glücklos. So entführt der SC Weiche Flensburg 08 nicht nur den Sieg aus dem Marschwegstadion, sondern zerstört die Titelhoffnung des VfB Oldenburg. Der SV Meppen, der sich zuvor gegen den Bremer SV geschlagen geben musste, liegt uneinholbar an der Tabellenspitze und kann nun doch noch feiern.

Eintracht Norderstedt – BW Lohne 2:1

Blau-Weiß Lohne steht nach der Niederlage bei Eintracht Norderstedt am 32. Spieltag als erster Absteiger der Regionalliga Nord fest. Dabei war vor allem im ersten Durchgang für die Gäste deutlich mehr drin. Blau-Weiß startete engagiert und erspielte sich früh gute Chancen: Thoben scheiterte nach einer Flanke an Petzsch (14.), Kankowskis Versuch strich knapp vorbei (19.), und auch Neziri sowie Tönnies fanden entweder ihren Meister im starken Eintracht-Keeper oder verfehlten das Tor knapp. Trotz klarer Feldvorteile blieb Lohne ohne Treffer. Von Norderstedt war im ersten Durchgang kaum etwas zu sehen.

Nach dem Seitenwechsel folgte dann der Nackenschlag: Camacho brachte die Gastgeber wenige Minuten nach Wiederanpfiff mit einem abgefälschten Schuss aus dem Nichts mit 1:0 in Führung (50.). Lohne zeigte zwar eine Reaktion und kam durch Neziri in der 69. Minute zum verdienten Ausgleich, doch kurz vor Schluss gab es den endgültigen Knock-out, als Krüger die Hausherren per Kopf erneut in Führung brachte (84.). In der Schlussphase vergab Norderstedt mehrere Konterchancen, während Lohne noch einmal alles nach vorne warf und zu guten Möglichkeiten kam. Unter anderem scheiterte Zahmel nur drei Minuten nach dem Rückstand am stark parierenden Schlussmann Petzsch. Am Ende blieb es beim 2:1 für Norderstedt, das für Blau-Weiß Lohne den feststehenden Abstieg in die Oberliga bedeutet.

Hamburger SV II – 1. FC Phönix Lübeck 0:1

Zum Abschluss des 32. Spieltags standen sich der Hamburger SV II und der 1. FC Phönix Lübeck gegenüber. Im Stadion Hoheluft lieferten sich beide Teams ein enges und über weite Strecken ausgeglichenes Duell, in dem beide Abwehrreihen kaum etwas zuließen. Offensiv fehlte zunächst auf beiden Seiten die letzte Konsequenz und Kreativität gegen den kompakten Abwehrverbund des Gegners. In der Folge bot das Spiel besonders in der ersten Halbzeit wenige Highlights.

Nach dem torlosen ersten Abschnitt gelang den Gästen aus Lübeck schließlich der entscheidende Treffer, als Markvoort kurz nach Wiederbeginn eine der wenigen sich bietenden Gelegenheiten zum 0:1 nutzte (53.). Die HSV-Reserve bemühte sich im Anschluss um eine Antwort, fand gegen die kompakt stehenden Gäste jedoch kaum Lücken. Phönix verteidigte die Führung mit viel Disziplin und brachte den knappen Vorsprung letztlich über die Zeit. Damit entführt Lübeck drei Punkte aus Hamburg und baut die Siegesserie auf drei Spiele aus. Für Hamburg setzte es die dritte Niederlage in Folge.