Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 4. Spieltags

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Wow! Was war das für ein aufregender Spieltag in der Regionalliga Nord? Der VfB Oldenburg marschiert mit einem klaren 4:1 gegen Eintracht Norderstedt weiter und setzte sich an die Tabellenspitze. Direkt dahinter sorgt der FSV Schöningen weiter für Furore: Der FSV bezwang den SV Todesfelde mit 2:0 und steht nach vier Spielen noch ungeschlagen auf Rang zwei. Auch der SV Atlas Delmenhorst sorgte für eine Überraschung und fügte Hannover 96 II beim 1:0-Erfolg die erste Saisonniederlage zu. Für Werder Bremen II setzte es dagegen den nächsten Rückschlag, die Reserve unterlag St. Pauli II mit 1:2 und bleibt mit nur einem Punkt am Tabellenende. Und der 1. FC Phönix Lübeck? Der feiert im Stadtderby gegen den VfB einen historischen 4:0-Erfolg.

SC Weiche Flensburg – SSV Jeddeloh II 5:2

Eine verpatzte Generalprobe für den SSV Jeddeloh II: Wenige Tage vor dem anstehenden DFB-Pokal-Spiel kassierte der Vorjahresvierte bei Weiche Flensburg eine deutliche 2:5-Niederlage und musste damit bereits die dritte Pleite der noch jungen Saison hinnehmen. Die Gastgeber überzeugten dagegen mit Spielfreude. Schon vom Anpfiff weg zeigten die Hausherren, in welche Richtung das Spiel laufen sollte, und gingen früh in Führung. Wagner bediente Tobinski, der den Ball sehenswert per Chip über den Torhüter hinweg zum 1:0 ins Netz beförderte (8.). Weiche blieb auch im Anschluss die gefährlichere Mannschaft und hätte durch Ali früh nachlegen können. Jeddeloh fand erst nach und nach besser in die Partie und kam durch Krasniqi und Bothe zu ersten Möglichkeiten. Der Ausgleich blieb jedoch aus, sodass die verdiente Führung der Gastgeber mit in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Flensburg den Druck und legte nach etwas mehr als einer Stunde nach. Nach einer Gästeecke schaltete Weiche blitzschnell um, Krasniqi nahm Maß und setzte den Ball aus 16 Metern flach ins Eck – 2:0 (56.). Jeddeloh meldete sich zehn Minuten später allerdings zurück. Krasniqi verwandelte einen Foulelfmeter und verkürzte auf 1:2 (66.). Die Hoffnung auf eine Aufholjagd hielt allerdings nur wenige Sekunden. Mit einem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten entschied Weiche die Partie. Zunächst köpfte Tobinski seinen bereits sechsten Saisontreffer zum 3:1 ein (67.), ehe Ali gegen eine schläfrige Jeddeloher Defensive nachsetzte und auf 4:1 erhöhte (71.). Flensburg hatte nun endgültig alles im Griff. In der Schlussphase setzte Krasniqi mit seinem zweiten Treffer des Tages noch einen drauf und stellte auf 5:1 (86.). Nachdem Nwokoma noch den Pfosten traf und damit das mögliche 6:1 verpasste, betrieb Jeddeloh zumindest noch etwas Ergebniskosmetik. Böttcher setzte den Ball in der 90. Minute aus rund 16 Metern zum 2:5-Endstand in die Maschen. Für den SSV bleibt damit vor dem DFB-Pokal-Auftritt einiges aufzuarbeiten. Die Unsicherheit nach dem verkorksten Saisonstart war den Gästen jedenfalls anzumerken.

Kickers Emden – Eimsbütteler TV 2:3

Ein packendes Duell mit einer späten Entscheidung erlebten die 1.660 Zuschauer in Emden. Der Eimsbütteler TV setzte sich gegen die Kickers in einer turbulenten Partie mit 3:2 durch und zog das Spiel in der Schlussphase auf seine Seite. Viel besser hätte die Partie für Emden kaum beginnen können. Bereits nach wenigen Sekunden zappelte der Ball im Netz: Shubin sorgte in der 1. Minute für die frühe Führung und verpasste den Gästen eine eiskalte Dusche. Doch der Aufsteiger reagierte abgeklärt und ließ sich von dem frühen Rückschlag nicht aus der Ruhe bringen. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde stellte Ay auf 1:1 und brachte den ETV wieder ins Spiel (18.). Doch Emden schlug nur zehn Minuten später ebenfalls zurück. Schröder brachte die Hausherren erneut in Führung und sorgte damit für ausgelassene Stimmung (28.). Diese gute Stimmung wurde weitere zehn Minuten später jäh unterbrochen, als Warnken die Rote Karte sah und vorzeitig unter die Dusche musste (38.). Der Platzverweis war zugleich der letzte Höhepunkt einer interessanten ersten Hälfte.

Der Eimsbütteler TV nutzte die numerische Überlegenheit nach dem Seitenwechsel zunehmend aus und drängte auf den erneuten Ausgleich. Dieser fiel nach neun Minuten im zweiten Abschnitt. Erneut war Ay zur Stelle und glich mit seinem zweiten Treffer aus (54.). Emden verteidigte anschließend leidenschaftlich und schien den Punkt trotz Unterzahl retten zu können. Das letzte Wort hatte aber der ETV. In der 90. Minute sorgte Hense für den umjubelten Siegtreffer zum 3:2 und bescherte den Gästen damit einen dramatischen Auswärtserfolg.

VfB Oldenburg – Eintracht Norderstedt 4:1

Der VfB Oldenburg hat vor 2.859 Zuschauern ein weiteres Mal seine Ansprüche bestätigt. Gegen Eintracht Norderstedt feierten die Gastgeber einen überzeugenden 4:1-Erfolg und unterstrichen damit ihr klares Ziel, in die 3. Liga aufsteigen zu wollen. Nach einer recht ausgeglichenen Anfangsphase gingen die Hausherren in der 14. Minute in Führung. Demaj brachte den VfB mit 1:0 in Front und sorgte für große Freude bei den zahlreichen Zuschauern. In der Folge neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Norderstedt war jedoch der Wille anzumerken, ins Spiel zurückzukommen. Kurz vor der Pause gelang den Gästen schließlich durch Palzer der Ausgleich zum 1:1 (41.).

Nach dem Seitenwechsel übernahm Oldenburg endgültig das Kommando. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff schlug Facklam erstmals zu und brachte die Hausherren mit 2:1 erneut in Führung (50.). Nur acht Minuten später legte Schröder nach und erhöhte auf 3:1 (58.). Für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich erneut Top-Torjäger Facklam. Der Angreifer übernahm in der Schlussviertelstunde die Verantwortung vom Punkt und verwandelte einen Foulelfmeter souverän zum 4:1-Endstand (78.). Oldenburg feierte damit vor heimischer Kulisse einen klaren Erfolg und übernahm zumindest für eine Nacht die Tabellenführung.

1. FC Phönix Lübeck – VfB Lübeck 4:0

Was für ein Abend für Phönix Lübeck: Die Adlerträger haben das Stadtderby gegen den VfB Lübeck deutlich mit 4:0 gewonnen und damit einen historischen Erfolg gefeiert. Vor knapp 3.150 Zuschauern wurde die Partie allerdings erst in der Schlussphase zu einer klaren Angelegenheit. Im ersten Durchgang begegneten sich beide Mannschaften zunächst auf Augenhöhe. Stöver hatte die erste gute Möglichkeit für Phönix, auf der Gegenseite sorgten Appiah und Beleme für Gefahr. Mitte der ersten Hälfte fiel dann der erste und einzige Treffer vor der Pause. Nach einem Angriff über die linke Seite landete eine Hereingabe von Haritonov bei Skolik, der aus kurzer Distanz etwas glücklich zum 1:0 einschob (24.). Der VfB wirkte in dieser Szene ungeordnet und verteidigte zu fahrig. So ging es für die Gäste mit dem knappen Rückstand in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff blieb der VfB bemüht und drängte Phönix teilweise tief in die eigene Hälfte. Gegen die kompakte Defensive der Gastgeber fanden sie aber nur selten klare Lösungen. Beleme hatte die beste Gelegenheit, setzte eine Direktabnahme jedoch über das Tor. Dann schlug Phönix in der Schlussphase eiskalt zu. Nach einer Balleroberung ging es schnell nach vorne, Touray bediente Stöver, der frei vor dem Tor auftauchte und den Ball zum 2:0 in den Winkel setzte (76.). Durch den Zwei-Tore-Rückstand war der VfB nun zu mehr Risiko gezwungen, und das wussten die Hausherren auszunutzen. Böhmker verhinderte zwar gegen Kliti noch das dritte Gegentor, doch in den letzten Minuten fielen die Gäste auseinander. Markvoort setzte einen Ball aus 16 Metern neben den Innenpfosten zum 3:0 (89.), ehe Böhmker kurz darauf Boccaccio im Strafraum zu Fall brachte. Maiolo verwandelte den fälligen Elfmeter in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 4:0 (90.+2). Damit feierte Phönix nicht nur einen Kantersieg, sondern zugleich den ersten Derby-Erfolg auf der Lohmühle seit 1986.

Hamburger SV II – SV Drochtersen/Assel 1:4

Auch nach dem 4. Spieltag der Regionalliga Nord wartet der Hamburger SV II weiter auf den ersten Sieg. Im Heimspiel gegen den SV Drochtersen/Assel war die HSV-Reserve vor allem im ersten Durchgang völlig überfordert. Vor 285 Zuschauern präsentierten sich die Gäste in starker Verfassung und erledigten ihre Hausaufgaben bereits in den ersten 45 Minuten. Gegen Mitte der ersten Hälfte eröffnete Hamid den Torreigen und brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Führung (20.). Busch legte etwas mehr als zehn Minuten später nach und erhöhte auf 2:0 (34.). Kurz vor dem Seitenwechsel schlug Hamid erneut zu und stellte mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 3:0 (42.). Damit aber noch nicht genug: Busch schnürte ebenfalls seinen Doppelpack und sorgte noch vor dem Pausenpfiff für das 4:0 (44.).

Im zweiten Durchgang schalteten die Gäste einen Gang zurück und verwalteten ihren komfortablen Vorsprung. Die Hausherren kamen durch Amadou zwar noch zum Anschlusstreffer, mehr sollte ihnen jedoch nicht gelingen (62.). So blieb es beim deutlichen 4:1-Auswärtserfolg für den SV Drochtersen/Assel, der nach einer starken ersten Halbzeit seine Kräfte für das anstehende Landespokalspiel gegen Kickers Emden schonen konnte.

FC St. Pauli II – Werder Bremen II 2:1

Der FC St. Pauli II hat den Fehlstart gestoppt und am 4. Spieltag den ersten Dreier der Saison eingefahren. Nach drei Niederlagen gegen den SV Todesfelde, den Bremer SV und den SSV Jeddeloh setzte sich die Mannschaft von Alexander Hahn mit 2:1 gegen den SV Werder Bremen II durch. Die Kiezkicker legten den Grundstein für den Heimsieg mit einem Doppelschlag vor der Pause. Wardius brachte die Gastgeber zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff mit 1:0 in Führung (35.). Nur zwei Minuten später erhöhte Goguadze auf 2:0 (37.). Dem FC St. Pauli II gab die erste Spielhälfte großes Selbstvertrauen, nachdem die Mannschaft in den ersten Spielen zwar immer wieder offensive Ansätze gezeigt, defensiv aber zu viele Lücken angeboten hatte.

Auf die Defensive konnten sich die Hausherren bis in die Schlussphase verlassen. Drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit kam Bremen durch Röcker zwar noch zum 2:1 (87.), doch dabei sollte es letztlich bleiben. St. Pauli II brachte den Vorsprung über die Zeit und verlässt mit dem Sieg die Abstiegsplätze. Auf einem solchen Schleudersitz bleibt der SV Werder Bremen II, der mit nur einem Punkt den letzten Tabellenplatz belegt.

Hannover 96 II – SV Atlas Delmenhorst 0:1

Vor 276 Zuschauern feierte der SV Atlas Delmenhorst einen überraschenden Auswärtserfolg beim ungeschlagenen Hannover 96 II. In einer umkämpften Partie, in der die Gäste ihre spielerischen Nachteile mit viel Einsatz und Kampf wettmachten, fiel der einzige Treffer des Tages nach knapp einer halben Stunde. Fagerström erzielte das einzige Tor des Spiels und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung (29.). Hannover reagierte auf den Rückstand und erhöhte in der Folge den Druck. Das Team von Trainer Lars Barlemann erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten, doch der Ball wollte an diesem Nachmittag einfach nicht ins Tor.

Auch in der zweiten Hälfte kamen die Hausherren immer wieder zu guten Abschlussmöglichkeiten, doch die Gäste verteidigten leidenschaftlich und hielten mit großer Einsatzbereitschaft dagegen. Insgesamt fünf Gelbe Karten unterstrichen die intensive Spielweise der Gäste. Trotz aller Bemühungen gelang den Hausherren der Ausgleich nicht mehr. Damit kassiert Hannover 96 II nach drei Siegen zum Auftakt die erste Niederlage der Saison und fällt vom Platz an der Sonne auf den dritten Tabellenplatz zurück.

Bremer SV – HSC Hannover 0:1

Der Bremer SV verliert nach einer intensiven Partie gegen den HSC Hannover und verpasst es, sich in der Spitzengruppe festzusetzen. Die Gäste aus Hannover sicherten sich in einer bis zur letzten Sekunde hochdramatischen Begegnung in letzter Minute den Auswärtssieg und halten damit Anschluss an die Tabellenspitze. Beide Mannschaften lieferten sich über weite Strecken ein umkämpftes Duell, in dem lange Zeit kein Treffer fallen wollte. Vor allem der BSV hatte einige vielversprechende Chancen, ließ jedoch im entscheidenden Moment die nötige Entschlossenheit oder Präzision vermissen.

So dauerte es bis zur letzten Minute, ehe die Zuschauer den einzigen Treffer der Partie zu sehen bekamen. In der absoluten Crunch-Time schlug Vukancic zu und erzielte den erlösenden 1:0-Siegtreffer für den HSC Hannover (90.). Hannover belohnte sich letztlich für den engagierten Auftritt und klettert mit drei Punkten Rückstand auf den VfB Oldenburg auf den sechsten Tabellenplatz.

FSV Schöningen – SV Todesfelde 2:0

Punktgleich mit dem VfB Oldenburg! Nach vier Spielen steht der FSV Schöningen auf einem herausragenden zweiten Tabellenplatz und muss sich dem VfB nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses beugen. Gegen Aufsteiger SV Todesfelde zeigte der FSV, dass in dieser Saison so einiges möglich sein könnte. Mit einer abgeklärten Leistung feierten die Hausherren einen verdienten Heimerfolg. In der ersten Halbzeit war es zwar noch eine zähe Angelegenheit, doch die Hausherren waren dennoch die tonangebende Mannschaft. In der Pause schien FSV-Coach Christian Benbennek die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Hausherren traten wesentlich zielstrebiger auf als noch im ersten Abschnitt. Folgerichtig dauerte es nur wenige Minuten, bis sie auf die Siegerstraße einbogen. Joppich brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung (54.). Rund zehn Minuten später legte Njoya nach und erhöhte auf 2:0 (65.). Die Gäste fanden kein Mittel gegen die Defensive der Hausherren.

In der Schlussphase wurde es für die Gäste noch schwieriger, als sich Rave zu allem Überfluss einen Platzverweis einhandelte. Der Angreifer sah in der 82. Minute die Rote Karte und schwächte seine Mannschaft damit für die Schlussminuten. Die Hausherren ließen anschließend nichts mehr anbrennen und brachten den 2:0-Erfolg souverän über die Zeit. Mit dem Heimerfolg bleibt der FSV weiter ungeschlagen und hinter Oldenburg in Lauerstellung.