Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 6. Spieltags

11

Tore satt, späte Entscheidungen und einige bemerkenswerte Serien: Der 6. Spieltag der Regionalliga Nord hatte reichlich Gesprächsstoff zu bieten. Besonders der VfB Oldenburg setzte mit dem spektakulären 7:3 gegen den Eimsbütteler TV ein Ausrufezeichen und verteidigte damit eindrucksvoll die Tabellenführung. Während Oldenburg seine Offensivstärke erneut unter Beweis stellte, muss der VfB Lübeck weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Gegen die SV Drochtersen/Assel kassierten die Lübecker trotz zwischenzeitlichen Ausgleichs eine 2:3-Heimniederlage. Besser machte es der SC Weiche Flensburg, der sich mit einem knappen 1:0-Erfolg gegen Atlas Delmenhorst in der Tabellenspitze behauptete. Für den FSV Schöningen blieb trotz einer starken Aufholjagd beim Bremer SV nur ein Punkt, der FSV bleibt damit jedoch weiter ungeschlagen. Im Tabellenkeller durfte Eintracht Norderstedt aufatmen: Mit dem 2:0 beim Hamburger SV II feierte die Eintracht einen wichtigen Derbysieg und klettert vorerst ins sichere Mittelfeld.

SC Weiche Flensburg 08 – SV Atlas Delmenhorst 1:0

Der SC Weiche Flensburg hat sich vor 834 Zuschauern einen knappen 1:0-Heimerfolg gegen den SV Atlas Delmenhorst gesichert. In einer intensiv geführten Begegnung fiel die Entscheidung unmittelbar vor dem Seitenwechsel. Bis dahin begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Kurz vor der Pause schwächte sich Atlas Delmenhorst jedoch selbst, als Anozie nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah und damit vorzeitig vom Feld musste (40.). Die numerische Überlegenheit wusste Weiche Flensburg umgehend zu nutzen. In der ersten Minute der Nachspielzeit brachte Krasniqi die Gastgeber mit 1:0 in Front (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel verteidigte Flensburg den knappen Vorsprung mit großem Einsatz und gab den bemühten Gästen keinen Raum. Der Tabellenzweite brachte das Spiel souverän zu Ende, ohne selbst zu großen Chancen zu kommen. So blieb Krasniqis Tor der einzige Treffer des Abends. Der SC Weiche Flensburg brachte den Vorsprung über die Zeit und feierte vor heimischer Kulisse einen hart erkämpften Erfolg.

Werder Bremen II – HSC Hannover 1:1

Werder Bremen II empfing am 6. Spieltag der Regionalliga Nord den HSC Hannover. Vor 322 Zuschauern entwickelte sich eine intensiv geführte Partie, in der sich beide Mannschaften über weite Strecken auf Augenhöhe begegneten. Bis die Fans ein Tor bejubeln konnten, dauerte es aber eine ganze Weile. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase neutralisierten sich beide Teams weitestgehend im Mittelfeld. Torchancen waren eher die Ausnahme. Kurz nach der halben Stunde brachte Lange die Gäste dann aber in Führung und zwang die Werder-Reserve damit, das Risiko zu erhöhen (32.). Vor der Pause blieben die Hausherren allerdings ohne Treffer.

Mit Wiederanpfiff suchte Werder II dann öfter den Weg in die Offensive und erhöhte den Druck auf die Abwehrkette der Gäste deutlich. Diese hielten mit großer Laufbereitschaft dagegen und ließen die Hausherren bis spät in die Partie verzweifeln. Wenige Minuten vor dem Ende fand Werder in Person von Mbock dann doch eine Lücke in der HSC-Defensive und kam zum 1:1-Ausgleich (86.). Am Ende stand eine verdiente Punkteteilung, die für beide jedoch nicht zufriedenstellend sein dürfte. Werder bleibt mit fünf Punkten im unteren Tabellenbereich, der HSC Hannover steht dagegen im Tabellenmittelfeld und verpasst durch den späten Gegentreffer den Sprung ins obere Drittel.

VfB Lübeck – SV Drochtersen/Assel 2:3

Die SV Drochtersen/Assel hat ihre kleine Ergebniskrise beendet und beim VfB Lübeck einen 3:2-Auswärtssieg gefeiert. Nach zuletzt zwei Niederlagen fanden die Gäste zurück in die Erfolgsspur, während Lübeck auch am sechsten Spieltag weiter auf den ersten Saisonsieg wartet. Nach einer ruhigen Anfangsphase nahm die Partie nach rund 20 Minuten allmählich Fahrt auf. Istefo hatte die erste nennenswerte Gelegenheit für die Gastgeber, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel (21.). Auf der Gegenseite nutzte Sanne kurz darauf einen Fehler von Amadi und brachte D/A in eine aussichtsreiche Position. Die Gäste waren anschließend gefährlicher, konnten ihre Chancen durch Wulff (30.), Ndure (33.) und Sanne (45.+3) vor der Pause aber nicht zur Führung nutzen.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Lübeck deutlich zielstrebiger. Ulrichs Schuss wurde noch zur Ecke abgefälscht (57.), wenig später sorgte Ajkic per Kopf für den Ausgleich (61.). Der Torschütze hätte kurz darauf sogar nachlegen können, scheiterte jedoch frei vor Heim. Stattdessen schlug Drochtersen/Assel zurück. Der ehemalige Lübecker Menke stieg nach einem Eckball am höchsten und köpfte zur erneuten Führung ein (65.). Lübeck versuchte noch einmal zu reagieren, blieb im Abschluss aber glücklos. Hamid verpasste das 3:1 knapp (71.), während Schulz mit seinem Distanzschuss nur die Latte traf (83.). In der Schlussphase übernahm D/A wieder die Kontrolle und sorgte sechs Minuten vor dem Ende für die Entscheidung. Sannes abgefälschter Schuss schlug zum 3:1 ein (84.). Pakia gelang in der Schlussminute zwar noch der Anschlusstreffer, für eine weitere Wende reichte die Zeit jedoch nicht mehr (89.). Lübeck kassierte damit bereits die vierte Niederlage der Saison.

VfB Oldenburg – Eimsbütteler TV 7:3

2.609 Zuschauer sahen im Duell zwischen dem VfB Oldenburg und dem Eimsbütteler TV ein wahres Torfestival mit zehn Toren. Bis zum ersten Treffer dauerte es jedoch bis zur Mitte der ersten Hälfte. Den Torreigen eröffnete schließlich Demaj, der die Hausherren mit 1:0 in Führung brachte (26.). Nur 60 Sekunden später legte Facklam nach und erhöhte auf 2:0 (27.). Kurz vor der Pause meldeten sich die Gäste zurück: Hölscher verkürzte auf 2:1 (44.).

Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, klingelte es erneut im Kasten der Hausherren: Hoppe traf nach nicht einmal 60 Sekunden zum 2:2 (46.). Die Gäste blieben am Drücker und drehten die Partie wenig später komplett. Hense erzielte sechs Minuten nach dem Ausgleich das 3:2 für den ETV (51.). Was anschließend folgte, war eine beeindruckende Machtdemonstration der Hausherren. Pröger stellte in der 57. Minute den Gleichstand wieder her, ehe Pepshi nur vier Minuten später zum 4:3 traf (61.). Die Gastgeber hatten nun endgültig das Spielgeschehen im Griff und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Leon Demaj erhöhte nur weitere elf Minuten später auf 5:3 (72.), ehe sein Namensvetter Drilon Demaj mit seinem zweiten Treffer des Tages in der 73. Minute für das 6:3 sorgte. Den Schlusspunkt setzte schließlich Facklam, der in der 85. Minute ebenfalls zum zweiten Mal erfolgreich war und den 7:3-Endstand besiegelte. Der VfB bleibt mit dem letztlich klaren Erfolg an der Tabellenspitze der Regionalliga Nord und beeindruckte einmal mehr mit einer starken Offensive.

Kickers Emden – Hannover 96 II 1:1

Das Spagat zwischen Offensive und Defensive ist den Kickers Emden beim Auftritt gegen Hannover 96 II durchaus gelungen. Die wacklige Defensive hielt gegen die spielstarke Zweitvertretung von Hannover 96 lange stand. Letztlich kassierten die Kickers in Überzahl dennoch den Ausgleich. Vor 1.700 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften ein intensiv geführtes Duell.

So richtig Fahrt nahm die Partie jedoch erst im zweiten Abschnitt auf, nachdem die Gäste sich selbst schwächten. Steinmann kassierte die Rote Karte und erwies seiner Mannschaft damit einen Bärendienst. Die Hausherren wussten den personellen Vorteil zunächst zu nutzen und gingen kurz vor Anbruch der Schlussviertelstunde in Führung (72.). Dabei konnten sie sich auf tatkräftige Unterstützung der Gäste verlassen, denn Ikari traf ins eigene Tor und sorgte so für die Führung der Gastgeber (72.). Hannover 96 II steckte jedoch trotz numerischer Unterlegenheit nicht auf und wurde für den Kampfgeist spät belohnt. Van den Heuvel traf in der 86. Minute zum 1:1-Ausgleich und sicherte den Gästen damit einen Punkt. Damit bleiben die Kickers auch im sechsten Spiel nicht ohne Gegentreffer. Hannover 96 II verpasst einen wichtigen Dreier und muss zur Tabellenspitze etwas abreißen lassen.

Hamburger SV II – FC Eintracht Norderstedt 0:2

Der FC Eintracht Norderstedt hat im Hamburger Derby einen wichtigen Auswärtssieg gefeiert und sich mit einem 2:0 beim Hamburger SV II etwas Luft im Tabellenkeller verschafft. Für die HSV-Reserve war es nach dem 0:2 gegen den Eimsbütteler TV die zweite Derby-Niederlage binnen kurzer Zeit. Lange Zeit blieb die Partie ohne größere Höhepunkte. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte fanden beide Teams offensiv nur selten den Weg in den gegnerischen Strafraum, sodass es folgerichtig torlos in die Kabinen ging.

Auch nach dem Seitenwechsel tat sich der HSV II schwer, für Gefahr vor dem Norderstedter Tor zu sorgen. Die Gäste wurden dagegen zunehmend zielstrebiger und belohnten sich schließlich für ihre Bemühungen. Ampofo brach in der 62. Minute den Bann und brachte die Eintracht mit 1:0 in Führung. Zwar versuchte die Zweitvertretung der Rothosen in der Schlussphase noch einmal, den Ausgleich zu erzwingen, blieb im Angriff jedoch weiterhin zu harmlos. Norderstedt verteidigte den Vorsprung konzentriert und setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Gutmann traf in der Nachspielzeit zum 2:0 und machte den Auswärtserfolg perfekt (90.+3). Der HSV II bleibt mit der Niederlage im Tabellenkeller stecken.

SV Todesfelde – SSV Jeddeloh II 2:0

Der SV Todesfelde hat vor heimischem Publikum einen souveränen 2:0-Erfolg gegen den SSV Jeddeloh II eingefahren. Vor 404 Zuschauern erwischten die Gastgeber einen guten Start und stellten bereits früh die Weichen auf Heimsieg. Liebert brachte Todesfelde in der 15. Minute mit 1:0 in Führung. Das Ergebnis spielte den Hausherren in die Karten, sodass sie sich auf ihre Verteidigung konzentrieren konnten. Der SSV tat sich wie schon zu Beginn der Saison extrem schwer, Chancen zu erspielen, sodass er dem SVT in der ersten Halbzeit kaum gefährlich wurde.

Am Spielverlauf änderte sich auch in der zweiten Halbzeit wenig. Jeddeloh II versuchte zwar, zurück ins Spiel zu finden, fand gegen die Todesfelder Abwehr jedoch kein Mittel. Die Gastgeber blieben ihrerseits geduldig und setzten vereinzelt Nadelstiche. Kurz vor Schluss sorgte Henk mit dem 2:0 schließlich für die Entscheidung und besiegelte damit den Heimsieg des SV Todesfelde (89.). Die Gastgeber brachten den Vorsprung anschließend sicher über die Zeit und klettern auf Rang zehn. Jeddeloh II hingegen bleibt mit vier Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.

FC St. Pauli II – 1. FC Phönix Lübeck 2:2

Vier Tore, Führungswechsel und ein Platzverweis in der Schlussphase: Das Duell zwischen dem FC St. Pauli II und dem 1. FC Phönix Lübeck hatte einiges zu bieten. Vor 131 Zuschauern fanden die Gäste zunächst besser in die Partie und gingen nach einer Viertelstunde durch Markvoort in Führung (15.). St. Pauli II zeigte sich daraufhin häufiger in der Offensive und suchte den Weg durch die kompakte Hintermannschaft des 1. FC Phönix Lübeck. In der ersten Halbzeit sollten die Bemühungen jedoch unbelohnt bleiben.

Das änderte sich mit Wiederanpfiff. Nach nur sieben Minuten im zweiten Abschnitt erzielte Kaba den Ausgleich und brachte die Kiezkicker damit wieder zurück ins Spiel (52.). Anschließend entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Hamburger zunächst das Glück auf ihrer Seite hatten, als Moser das 2:1 für St. Pauli II erzielte (73.). Die Führung hatte allerdings nicht lange Bestand. Phönix Lübeck suchte den Weg nach vorne und wurde für den Einsatz belohnt. Touray stellte in der 83. Minute auf 2:2 und sorgte damit für den erneuten Ausgleich. In der Schlussminute setzte Haritonov mit einem Platzverweis den letzten Höhepunkt der Partie (90.). Mit dem Remis kletterte St. Pauli am Hamburger SV II vorbei, bleibt aber dennoch weiterhin auf einem Schleudersitz.

Bremer SV – FSV Schöningen 2:2

Der FSV Schöningen rettet beim Bremer SV in letzter Minute einen Punkt. Nach einem frühen 0:2-Rückstand kämpften sich die Gäste zurück in die Partie und belohnten sich in der Schlussminute mit dem Ausgleich. Der BSV hatte sich für das Duell mit dem FSV so einiges vorgenommen und startete furios gegen die noch ungeschlagenen Gäste. Bereits nach wenigen Minuten traf Kleiner zum 1:0 und brachte den Bremer SV früh auf Kurs (6.). Die Hausherren blieben anschließend am Drücker und legten nach. Redecker erhöhte in der 23. Minute auf 2:0. Auch wenn der FSV mehr Spielanteile hatte, kontrollierten die Gastgeber bis zur Halbzeit die Partie.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Schöningen jedoch stark verbessert und zielstrebiger. Die Folge: Doumbouya verkürzte nach etwas mehr als einer Stunde auf 1:2 und brachte die Gäste wieder in Schlagdistanz (63.). Anschließend verteidigte der Bremer SV seinen knappen Vorsprung lange Zeit erfolgreich. Doch Schöningen wollte jetzt unbedingt etwas Zählbares mitnehmen und kämpfte bis zur letzten Sekunde. Der Einsatz wurde schließlich mit dem Ausgleich durch Winter belohnt (90.). Damit bleibt der FSV weiter ohne Niederlage, muss im Vergleich zur Konkurrenz jedoch Punkte lassen.