Trotz schwacher Schlussphase: Kushtrim Lushtaku führt den SGV Freiberg in die neue Saison der Regionalliga Südwest

28

Lange sah der SGV Freiberg wie ein sicherer Aufsteiger und Meister der Regionalliga Südwest aus. Zwar spürte die Mannschaft den Atem des späteren Titelträgers SG Sonnenhof Großaspach im Nacken, doch führte der SGV die Tabelle bis in die Schlussphase der Saison an. Nach dem Einbruch in der entscheidenden Phase, in die auch das Spitzenspiel gegen Großaspach fiel, verpassten die Freiberger ihr großes Ziel. Jetzt verkündet der Verein eine zentrale Personalentscheidung und sorgt für Kontinuität auf der Trainerposition. Cheftrainer Kushtrim Lushtaku bleibt auch in der kommenden Saison im Amt. Der Verein gab die Vertragsverlängerung am Samstag bekannt und setzt damit ein deutliches Zeichen in einer Phase des Umbruchs.

Kontinuität auf der Trainerbank sorgt für Ruhe

Es sind alles andere als einfache Zeiten, in denen sich der SGV Freiberg derzeit befindet: Der Umzug vom Wasenstadion ins benachbarte Frankenstadion nach Heilbronn, der Verlust des Kapitäns Marco Kehl-Gomez und der Abgang von Sportchef Mario Estasi zum SSV Ulm sorgen für einige Baustellen. Der Regionalligist steht also vor einem Neustart. Entsprechend war offen, ob die Vereinsführung auch auf der Trainerposition einen Schnitt vollziehen würde. Nun ist klar: Der SGV setzt zumindest an der Seitenlinie auf Stabilität.

Die Verlängerung ist dabei mehr als eine formale Personalie. Sie ist ein bewusstes Bekenntnis der Verantwortlichen, den knapp verpassten Aufstieg nicht primär an der Trainerfrage festzumachen. Statt einer Änderung an der Seitenlinie setzt der Klub auf den Trainer, dessen Handschrift die Mannschaft über weite Strecken der Saison verbessert und in die Spitzengruppe der Regionalliga Südwest geführt hat. In der Vereinsmitteilung wird besonders die Entwicklung unter Lushtaku hervorgehoben. Er habe die Mannschaft „sportlich und charakterlich entscheidend geprägt“, heißt es. Der SGV habe sich unter seiner Leitung zu einem der Topteams der Liga entwickelt – inklusive eines historischen Saisonstarts, der Tabellenführung und einer klar erkennbaren Spielidee. Auch wenn der Einbruch in der Schlussphase den möglichen Aufstieg kostete, bleibt die Gesamtbilanz aus Sicht der Vereinsführung positiv. Die starke Hinrunde und die lange Präsenz an der Tabellenspitze gelten intern als Beleg für die Entwicklung der vergangenen Monate.

Kontinuität als Anker im Umbruch

Gleichzeitig gewinnt die Entscheidung vor dem Hintergrund der kommenden Veränderungen zusätzlich an Bedeutung. Der Standortwechsel nach Heilbronn, personelle Abgänge und der Weggang des Sportlichen Leiters sorgen für eine Phase erhöhter Unsicherheit. In diesem Umfeld soll die Weiterbeschäftigung des Trainers ein Stabilisator sein. Für Lushtaku bedeutet die Verlängerung zugleich eine Ausweitung seiner Verantwortung. Nach einer Saison des sportlichen Aufschwungs steht er nun vor der Aufgabe, den Umbruch aktiv mitzugestalten und die Mannschaft unter veränderten Rahmenbedingungen neu auszurichten.

Der Trainer selbst zeigte sich laut Vereinsangaben zuversichtlich. Er fühle sich beim SGV wohl und sei stolz auf die gemeinsam erreichte Entwicklung. Die Mannschaft besitze weiterhin großes Potenzial, betonte er, und er freue sich darauf, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Mit der Entscheidung ist eine der zentralen Personalfragen beim SGV Freiberg vorerst geklärt. Viele weitere Baustellen bleiben jedoch bestehen – vom Kaderumbau bis zur sportlichen Ausrichtung am neuen Standort. Der Sommer bringt für den Vizemeister der Regionalliga Südwest also noch hochintensive Wochen mit sich.