Regionalliga West: Zusammenfassung des 30. Spieltags

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Nach dem 30. Spieltag der Regionalliga West brennt die Luft im Aufstiegskampf. Fortuna Köln, die schon deutlich enteilt waren, ließen im Kölner Derby gegen den 1. FC Köln II Federn und Rot-Weiß Oberhausen rückt mit einem Spiel in der Hinterhand näher an den Spitzenreiter heran. Mit dem Derby-Sieg gegen die Fortuna beendet die Zweitvertretung des FC eine lange Durststrecke. Gleiches gilt für die SSVg Velbert, die überraschend gegen den FC Schalke 04 II drei wichtige Zähler im Abstiegskampf einfahren konnten. Wesentlich schlechter lief es dagegen für den Wuppertaler SV, der zum Abschluss des Spieltags eine Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach II kassierte.

1. FC Köln II – Fortuna Köln 3:0

Mit einem Derbysieg raus aus der Krise – besser hätte der Freitagabend aus Sicht des 1. FC Köln II beim Duell mit Stadtrivale Fortuna Köln nicht laufen können. Dabei startete der Spitzenreiter eigentlich ordentlich in die Partie und wirkte in der Anfangsphase entschlossener. Doch noch in der Anfangsviertelstunde schlug der 1. FC Köln II nach einem schnellen Konter eiskalt zu: Nach einer tollen und schnellen Kombination in der eigenen Hälfte wurde auf halbrechter Position mit einem Steckpass auf die Reise geschickt. Auf Höhe des Fünfmeterraums brachte Niang den Ball ins Zentrum, wo Haider unglücklich ins eigene Tor abfälschte – 1:0 für die Gastgeber. Fortuna versuchte, das Spiel zu kontrollieren und mehr Druck aufzubauen, biss sich aber immer wieder an der kompakten Defensive der Jungböcke die Zähne aus. Stattdessen blieb der FC gefährlich im Umschaltspiel. Kurz vor der Pause legte der FC sogar nach: Nach einem erneuten Konter legte Schenten von links auf Niang quer, der sich im Strafraum abgesetzt hatte. Obwohl Fortuna-Schlussmann Winkler noch mit den Fingerspitzen dran war, traf Niang zum 2:0 (39.).

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich. Eine kompakte FC-Defensive machte es den engagierten Fortunen schwer, die selbst auch zu unpräzise im Abschluss waren. Passend zum Abend der Gastgeber entschied Niang mit einem weiteren Konter das Spiel. Mit seinem Doppelpack belohnte sich der schnelle Angreifer für eine starke Leistung und sicherte der Kölner-Reserve mit einem hocheffizienten Auftritt den Derbysieg (78.). Fortuna blieb zwar dran und hatte durch einen Kopfball von Wirtz noch eine richtig gute Möglichkeit auf das 1:3, doch die FC-Abwehr klärte in letzter Sekunde für ihren geschlagenen Schlussmann auf der Linie. Damit beendet der 1. FC Köln die Ergebniskrise ausgerechnet gegen die Fortuna und könnte das Meisterschaftsrennen damit noch einmal neu entfachen.

VfL Bochum II – 1. FC Bocholt 3:2

Trotz früher Führung steht der 1. FC Bocholt beim VfL Bochum letztlich mit leeren Händen da. Dabei erwischten die zuletzt so erfolgreichen Gäste den besseren Start: Schon in der 10. Minute brachte Lorch die Gäste nach einem Doppelpass sehenswert mit 1:0 in Führung. Die Führung hielt jedoch nicht lange, denn noch in den ersten zwanzig Minuten der Partie glich Wagbe mit einem starken Abschluss von der Strafraumgrenze aus (19.). Mit dem Ausgleich kam auch das Selbstverständnis bei den Bochumern, die mehr und mehr das Spiel an sich rissen. Kurz vor der Pause profitierten sie von einem Fehler des Bocholter Schlussmanns, der einen Aufsetzer nicht entschärfen konnte – damit drehte der VfL das Spiel noch in der ersten Halbzeit (45.).

Wenige Minuten waren im zweiten Durchgang verstrichen, da hatten die Gäste die Chance zum Ausgleich, doch Herrmann scheiterte am Aluminium. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde wurde die Situation für die Gäste noch schlimmer. Batarilo-Cerdic sah die Ampelkarte und erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst (62.). In Überzahl spielte Bochum die Partie dann konsequent zu Ende und erhöhte durch Günes, der nach einem Innenpfostentreffer zum 3:1 abstaubte (76.). Bocholt konnte in der Nachspielzeit durch Euschen nur noch verkürzen. Am Ende steht die zweite Niederlage in Serie für den 1. FC Bocholt, der seinen Schwung aus den letzten Wochen verloren hat.

Borussia Dortmund II – SV Rödinghausen 3:2

Borussia Dortmund II setzt sich in einem intensiven Spiel gegen den SV Rödinghausen denkbar knapp durch und hatte gegen den Abstiegskandidaten große Mühe. Rödinghausen begann mutig und suchte immer wieder schnell Stürmer Probst im Zentrum. Doch die spielstarken Dortmunder brauchten nicht lange, um ihre Qualität auszuspielen: In der 20. Minute traf Kabar nach einem Steckpass zur 1:0-Führung. Nur wenig später legte der BVB nach. Wüstenhagen ließ seinen Gegenspieler im Strafraum stehen und schob eiskalt zum 2:0 ein (22.). Alles schien aus Sicht der Schwarz-Gelben reibungslos zu verlaufen, doch der SVR meldete sich schnell zurück: Nach einer Ecke köpfte Hippe zum 2:1-Anschluss ein (31.). In einer wilden Phase stellte Dortmund jedoch schnell den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Erneut war es Wüstenhagen, der sich über links durchsetzte und mit einem trockenen Abschluss ins lange Eck auf 3:1 stellte (37.). Mit dieser Führung ging Dortmund II auch in die Pause.

Aber auch nach der Pause gab Rödinghausen nicht auf und suchte sein Glück in der Offensive. Ein Beispiel für die defensive Nachlässigkeit des BVB II war gegen Mitte der zweiten Hälfte ein Abschluss von Probst, der nur am Pfosten landete (69.). Kurz darauf verkürzte Kuhlmann per Direktabnahme auf 3:2 (72.) und machte die Partie noch einmal spannend. In der Schlussphase drückte Rödinghausen weiter auf den Ausgleich, ließ aber mehrere gute Möglichkeiten liegen. Dortmund II brachte den knappen Vorsprung letztlich über die Zeit und nimmt drei Punkte mit. Für Rödinghausen wird es trotz guter Leistung noch einmal eng im Tabellenkeller, vor allem weil der direkte Konkurrent SSVg Velbert einen Überraschungserfolg auf Schalke einfuhr und noch ein Spiel in der Hinterhand hat.

FC Schalke 04 II – SSVg Velbert 1:3

Der SSVg Velbert sorgt für eine Überraschung und fährt beim FC Schalke 04 II einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf ein. Velbert startete dabei völlig unbeeindruckt von der Tabellensituation in die Partie. Auch das Spielglück war auf der Seite der Gäste, nachdem eine Flanke von Böhm über Umwege bei Büyükarslan landete, der aus kurzer Distanz zur frühen 1:0-Führung einköpfte (8.). Erstaunlich blutleer war hingegen der Auftritt der Schalker, die in der ersten Hälfte keinen Zugriff auf die Gäste bekamen. Völlig verdient erhöhten die Gäste nach einem langen Einwurf schließlich auf 2:0 – Mockschan leitete weiter, Buczkowski blieb frei vor dem Tor eiskalt (30.). Sogar die Entscheidung fiel noch im ersten Durchgang. Wieder war es die starke linke Seite der Gäste, die für Gefahr sorgte. Mockschan setzte sich stark durch und brachte den Ball auf Böhm, der aus dem Getümmel heraus zum 3:0 einnetzte (40.).

Im zweiten Abschnitt kam Schalke entschlossener aus der Kabine und konnte durch Toure früh auf 1:3 verkürzen (49.). Zwar erhöhte S04 den Druck und hatte durch Toure gute Möglichkeiten, doch Velbert-Keeper Jackmuth war ein starker Rückhalt und verhinderte den Anschluss. In der Folge ließ der Schwung des Anschlusstreffers nach und die Aufholbemühungen des S04 II endeten häufig im Stückwerk. Am Ende bringt der Aufsteiger den überraschenden Auswärtssieg souverän über die Zeit und nimmt drei enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt mit.

SC Wiedenbrück – Bonner SC 2:2

Ein Punkt, aber mehr nicht. Der Frust beim SC Wiedenbrück dürfte nach dem Unentschieden gegen den Bonner SC trotz komfortabler Führung groß sein. Zunächst sah es für die Hausherren jedoch alles andere als gut aus, denn die Gäste gingen energisch ins Spiel und hatten früh Pech im Abschluss, als die Bonner nur den Querbalken trafen (13.). Wenige Minuten später kratzten die Hausherren den Ball gerade so von der Linie und konnten den zu diesem Zeitpunkt verdienten Treffer des BSC verhindern (22.). Wiedenbrück tat sich schwer und brauchte Zeit, um überhaupt ins Spiel zu finden, dann aber richtig. Kurz vor der Pause bekamen die Hausherren nach einem Handspiel im Strafraum einen Elfmeter, den Doumbouya sicher zum 1:0 verwandelte (40.).

Nach dem Seitenwechsel legte Wiedenbrück nach einer Standardsituation direkt nach. Amedick zirkelte einen Freistoß aus rund 20 Metern sehenswert ins rechte Eck und stellte auf 2:0 (54.). Doch statt der erhofften Erlösung kippte die Partie wieder. Nur neun Minuten später verkürzte Bonn nach einer Flanke durch Ksiouar zum 2:1 (63.). Es war wieder alles offen. Und genau diesen Druck spürten die Hausherren, die zunehmend nervöser wurden und die Kontrolle verloren. In der Schlussphase belohnten sich die Gäste für ihren Druck: Cueto leitete einen Angriff clever in den Rückraum weiter, wo Erken frei stand und zum 2:2 einschob (84.). Am Ende steht für Wiedenbrück erneut nur ein Punkt, der im Abstiegskampf zu wenig sein könnte. Zudem verlängern sie die Serie der sieglosen Spiele auf mittlerweile acht Begegnungen.

SC Paderborn 07 II – Fortuna Düsseldorf II 1:2

Die Fortuna Düsseldorf II setzt sich in einem engen Duell gegen den SC Paderborn II mit 2:1 durch und macht den Klassenerhalt so gut wie sicher. Paderborn hatte in der Anfangsphase zwar etwas mehr Ballbesitz, wurde aber selten wirklich gefährlich. Die erste dicke Chance hatte dagegen Düsseldorf durch Len, der mit einem wuchtigen Abschluss den Ball an den Pfosten donnerte (21.). Kurz darauf machten es die Gäste besser und gingen in Führung, nachdem Bindemann im Strafraum Affo bediente, der eiskalt zur 1:0-Führung vollendete (23.). In einem recht ereignisarmen Spiel ging es mit der knappen Führung der Fortunen in die Kabine.

Der SC Paderborn kam in der zweiten Hälfte deutlich besser aus der Pause und belohnte sich mit dem Ausgleich: Bugenhagen lief in der 49. Minute nach einem Steckpass frei durch und traf zum 1:1. Doch die Düsseldorfer hatten die passende Antwort parat: Nach einem langen Ball von Brodersen nahm Nikolaou Maß und versenkte die Kugel sehenswert zur erneuten Führung (66.). In der Schlussphase verteidigte Düsseldorf den Vorsprung gekonnt und brachte das 2:1 über die Zeit. Damit steht Fortuna Düsseldorf II kurz vor dem sicheren Klassenerhalt. Diesen könnten sie feiern, wenn Velbert ihr Nachholspiel gegen Dortmund am Mittwoch nicht gewinnt.

Sportfreunde Siegen – FC Gütersloh 5:0

Beim FC Gütersloh scheint in den letzten Spielen das Feuer aus zu sein. Auch am Samstag kassierte der FCG bei den Sportfreunden Siegen eine heftige Niederlage. Siegen legte direkt los wie die Feuerwehr: Schon früh brachte Hodroj die Gastgeber mit einem satten Distanzschuss nach einer schwach geklärten Flanke in Führung (5.). Gütersloh hielt zwar zunächst noch gut dagegen und kam selbst zu Chancen, ließ diese aber wie in den letzten Wochen zu leichtfertig liegen.

Ein Fehler gegen gnadenlose Sportfreunde, die noch vor der Halbstunden-Marke den Deckel auf die Partie machten. Erst war es Goden, der mit einem schnellen Abwurf in Szene gesetzt wurde und nach einem Doppelpass im Strafraum den Ball anschließend über den Keeper ins Tor lupfte (27.). Nur zwei Minuten später ließ Tokac aus rund 18 Metern völlig frei zum Schuss kommen. Diesen Platz nutzte der Angreifer und bedankte sich mit einem traumhaften Treffer in den Winkel (29.).

Vor mehr als 2100 Zuschauern blieb das Spiel auch in der zweiten Halbzeit torreich. Die Gäste mühten sich ab, fanden jedoch gegen die stabile Defensive kein Durchkommen. Ganz im Gegensatz zu Siegen, die nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff weiter in Torlaune waren. Erneut sah die Defensive der Gäste unglücklich aus, als eine Flanke bis zu Kammerbauer durchrutschte. Mit einer Direktabnahme schraubte er das Ergebnis auf 4:0 (51.). Den Schlusspunkt setzte erneut Tokac: Nach einem Fehler des Gütersloher Keepers staubte er aus spitzem Winkel zum 5:0-Endstand ab (67.) und schnürte damit seinen Doppelpack. Am Ende steht ein völlig verdienter Kantersieg für Siegen, das offensiv gnadenlos effizient war und sein Torkonto aufbesserte.

Sportfreunde Lotte – Rot-Weiß Oberhausen 0:1

Der Rot-Weiß Oberhausen bleibt im Titelrennen dran und holt sich bei den Sportfreunden Lotte einen umkämpften 1:0-Auswärtssieg. Dabei gehörte die Anfangsphase klar den Gastgebern: Lotte startete druckvoll und hatte früh die Möglichkeit zur Führung. Doch RWO-Keeper Kratzsch war gleich zweimal gegen Berisha zur Stelle und verhinderte den Rückstand (4.). Auch in der Folge blieb Lotte zunächst gefährlicher. Nach und nach kam der Tabellenzweite dann aber besser ins Spiel. Nach einer Viertelstunde hatten die Gäste die große Gelegenheit vom Punkt, aber Schlax scheiterte an Schlussmann Böggemann, der den zu zentralen Strafstoß parieren konnte. In der Folge war es eine mäßige Partie. Etwas überraschend ging dann Rot-Weiß Oberhausen in Führung. Kesim nahm eine butterweiche Flanke von Ngyombo aus dem rechten Halbfeld perfekt mit, umkurvte den Keeper und schob zum 1:0 ein (30.). Damit ging es in die Kabinen.

Nach der Pause kam Lotte wieder mit viel Energie aus der Kabine und setzte RWO zunehmend unter Druck. Die Gäste konnten jedoch ihre defensive Ordnung halten und ließen lange kaum klare Chancen zu. Selbst verpasste Buri aus guter Position das mögliche 2:0 (63.). In der Schlussphase warf Lotte alles nach vorne und das Spiel blieb eng und intensiv. Verschärft wurde die Situation dann auch noch durch die Rote Karte gegen Mühling (90.). Oberhausen musste die letzten Minuten in Unterzahl überstehen, hielt dem Anrennen der Hausherren aber stand und rückt an Spitzenreiter Fortuna Köln heran.

Wuppertaler SV – Borussia Mönchengladbach II 0:3

Der Wuppertaler SV kassierte gegen Borussia Mönchengladbach II eine klare 0:3-Heimniederlage und war über weite Strecken der Partie schlichtweg chancenlos. Das Unheil aus Sicht der Gastgeber begann schon früh, als sich Sarco durchsetzte und zur 1:0-Führung für die Gäste einschob (6.). Danach verflachte die Partie zunächst. Obwohl sich Wuppertal bemühte, gestaltete Gladbach das Spiel souverän. Nach etwas mehr als 20 Minuten legten die Borussen durch Adozi nach, der den Freiraum im Zentrum nutzte und auf 2:0 erhöhte (22.). Von den Hausherren war bis zur Pause praktisch nichts Nennenswertes zu sehen.

Wie schon im ersten Abschnitt zeigte Wuppertal zwar großen Willen, sich offensiv zu zeigen, blieb gegen abgebrühte Gäste jedoch zu harmlos. Gladbach hatte dagegen die besseren Szenen und traf sogar noch den Pfosten, bevor Fleck die Entscheidung markierte, als WSV-Keeper Luyambula einen Ball nur nach vorne abklatschen ließ – 3:0 (68.). Danach war die Partie gelaufen und plätscherte nur noch dem Ende entgegen. Der Wuppertaler SV steht mit fünf Punkten Rückstand auf den SV Rödinghausen stark unter Druck.