SG Wattenscheid 09 kehrt in die Regionalliga West zurück – Aufstieg vor ausverkauftem Haus endgültig besiegelt

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Die SG Wattenscheid 09 hat ihre Rückkehr in die Regionalliga West endgültig perfekt gemacht. Vor 4.387 Zuschauern im ausverkauften Lohrheidestadion reichte dem Traditionsverein ein torloses Remis gegen den SV Lippstadt 08, um den Aufstieg in die vierte Liga auch rechnerisch abzusichern und die letzten theoretischen Zweifel auszuräumen. Zwar war der Sprung nach dem sportlichen Verlauf der Saison und zusätzlichen Entscheidungen am grünen Tisch bereits weitgehend absehbar gewesen, doch erst mit dem Schlusspfiff herrschte endgültige Klarheit – und damit auch Erleichterung im gesamten Verein.

Unabhängig vom Einspruch – Wattenscheid darf feiern

Die SG Wattenscheid 09 hat den Aufstieg in die Regionalliga West vor 4.387 Zuschauern im ausverkauften Lohrheidestadion perfekt gemacht. Das torlose Remis gegen den SV Lippstadt 08 reichte dem Traditionsverein, um die Rückkehr in die vierte Liga auch rechnerisch abzusichern und die letzten Zweifel auszuräumen. „Die sollen Einspruch einlegen, wie sie wollen – das interessiert uns nicht mehr“, sagte Kapitän Nico Buckmaier nach dem Schlusspfiff. Sportlich war der Sprung nach einer überzeugenden Saison mit dem 5:1 in Erkenschwick und der zuvor sportlich wie juristisch diskutierten Wertung des abgebrochenen Spiels beim SV Schermbeck bereits weitgehend sicher gewesen. Doch rund um die Entscheidung am grünen Tisch sorgte der SV Schermbeck mit der Ankündigung des Einspruchs für zusätzliche Spannung.

Einspruch? Was war passiert?

Die Partie der SG Wattenscheid 09 beim SV Schermbeck war in der Nachspielzeit beim Stand von 3:2 für Wattenscheid abgebrochen worden, nachdem aus dem Wattenscheider Fanblock zwei Böller auf das Spielfeld geworfen worden waren. Das Sportgericht des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) wertete das Spiel später mit 2:0 und drei Punkten für Wattenscheid, da nach Befragung von Zeugen und Angaben der Schiedsrichter der SV Schermbeck den Abbruch eigenmächtig herbeigeführt habe. Zudem sperrte das Sportgericht den Schermbecker Spieler Kingsley Marcinek wegen des Verdachts auf Falschaussage für vier Spiele, da er vor dem Gericht unglaubwürdig wirkte. Gegen diese Entscheidung kündigte der SV Schermbeck jedoch Einspruch an, wodurch die Wertung zunächst nicht endgültig rechtskräftig war und rechnerische Restzweifel am Aufstieg bestanden.

Rückkehr in die Regionalliga West perfekt – DFB-Pokal-Teilnahme verpasst

Mit dem Schlusspfiff gegen Lippstadt wurde jedoch das ganze Drama bedeutungslos. „Wir müssen nicht mehr auf irgendwelche Einsprüche warten“, erklärte Sportvorstand Ertan Ilce und sprach von großer Erleichterung im Verein, nachdem der Aufstieg nach dem Remis gegen Lippstadt unabhängig vom Ausgang des Verfahrens gesichert ist.

Trotz des Aufstiegs verlief der Abend jedoch nicht ganz perfekt. Da die SG Wattenscheid 09 trotz zahlreicher Chancen nicht über ein Unentschieden hinauskam und Westfalia Rhynern im Parallelspiel einen 3:1-Rückstand gegen Türkspor Dortmund noch in einen 5:3-Erfolg drehte, sicherte sich Westfalia damit die Meisterschaft und die damit verbundene Teilnahme am DFB-Pokal. „Es fühlte sich ein Stück so an, als ob einem doch etwas aus der Hand gerissen worden wäre“, sagte Sportvorstand Ertan Ilce mit Blick auf den knapp verpassten Titel und die damit verbundene DFB-Pokal-Teilnahme. Zwar habe die SGW eine insgesamt starke Saison gespielt, doch der Traum von zusätzlichen Einnahmen und dem sportlichen Höhepunkt im Pokal blieb unerfüllt. Dennoch zeigten sich die Akteure der SG Wattenscheid sportlich fair und gratulierten dem frischgebackenen Meister. „Man kann vor Rhynern einfach nur den Hut ziehen. 80 Punkte sind überragend“, sagte Kapitän Nico Buckmaier und würdigte damit die Leistung von Westfalia Rhynern im Meisterrennen.

Erfolgsfaktor Fans: Wattenscheid 09 zwischen Aufbruch und Umbruch

Mehr als 4.000 Fans verwandelten das Lohrheidestadion und später den Vorplatz in eine einzige Partymeile und unterstrichen damit eindrucksvoll die neue Euphorie rund um die SG Wattenscheid 09. Für Sportvorstand Ertan Ilce ist genau diese Kulisse ein zentraler Baustein der künftigen Entwicklung: „Die Kulisse heute ist wahrscheinlich größer als das, was wir in der Regionalliga haben werden. Wir müssen gut in die Saison starten und hoffen, dass uns die Zuschauer tragen – ohne die geht es nicht.“

Der Blick richtet sich beim Aufsteiger jedoch längst über den Moment des Feierns hinaus. Der Verein will sich nach der Rückkehr in die Regionalliga West schrittweise stabilisieren und strukturell weiterentwickeln. „Mit diesem Stadion kann man träumen“, so Ilce, der zugleich betonte, dass die kommende Spielzeit vor allem ein Übergangsjahr mit klarem Fokus auf den Klassenerhalt werden soll. Ein Bus soll dennoch nicht vor dem Tor geparkt werden. Vielmehr soll die anspruchsvolle Aufgabe in der Regionalliga West mit aktivem und mutigem Fußball angegangen werden.

Für diesen Neustart hat der Klub mit Przemyslaw Czapp einen Trainer verpflichtet, der zuletzt die Strukturen beim SC Verl entscheidend mitgeprägt hat und für einen spielerisch orientierten Ansatz steht. Seine Aufgabe wird es sein, eine weitgehend neu formierte Mannschaft zu einer funktionierenden Einheit zu entwickeln. Bereits vier Zugänge mit Regionalliga-Erfahrung wurden verpflichtet, weitere sollen folgen. Gleichzeitig verweist Ilce auf die finanziellen Rahmenbedingungen: „Wir werden eher zu den kleineren Mannschaften gehören, aber wir sind guter Dinge.“ Auch innerhalb der Mannschaft überwiegt Zuversicht. Torjäger Kevin Schacht hob die Entwicklung des Vereins hervor und sieht in der besonderen Atmosphäre einen klaren Vorteil: „Wenn man sieht, was hier entstanden ist – mit über 4.000 Fans – dann ist sehr viel möglich.“

Sportlich war die Saison zugleich von Konstanz und Rückschlägen geprägt. Nur zwei Niederlagen stehen am Ende in der Bilanz, dazu ein Winter mit tiefgreifenden Veränderungen: Trotz Tabellenführung trennte sich der Klub von Trainer Christopher Pache. Sportchef Richard Weber übernahm daraufhin zusätzlich die Verantwortung an der Seitenlinie, unterstützt von Kapitän Nico Buckmaier als spielendem Co-Trainer. Beide sollen dem Verein erhalten bleiben, Gespräche darüber laufen noch.