Torsten Ziegner übernimmt beim 1. FC Lok Leipzig – Erfahrener Trainer soll Aufstiegstraum neu beleben

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Der 1. FC Lok Leipzig hat seine Trainerfrage zügig geklärt und mit Torsten Ziegner einen erfahrenen Nachfolger für Jochen Seitz präsentiert. Der 48-Jährige übernimmt beim amtierenden Zweifachmeister der Regionalliga Nordost und soll die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen sowie gleichzeitig neue Impulse in die Mannschaft bringen. Vereinsseite und Trainer betonen dabei eine gemeinsame sportliche Linie, die sowohl auf Kontinuität als auch auf gezielte Weiterentwicklung des Kaders ausgerichtet ist.

Große Erfahrung aus Spieler- und Trainerlaufbahn

Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun ist es offiziell: Der 1. FC Lok Leipzig hat einen neuen Cheftrainer. Torsten Ziegner übernimmt ab sofort die sportliche Verantwortung beim amtierenden Zweifachmeister der Regionalliga Nordost. Der Fußballlehrer folgt damit auf Jochen Seitz, der nach dem erneuten Scheitern in der Aufstiegsrelegation seinen Rücktritt erklärt hatte.

Bei der offiziellen Vorstellung am Montagmittag begründete der Verein die Entscheidung mit dem Anforderungsprofil der Trainersuche. Sportchef Toni Wachsmuth erklärte, man habe einen Coach gesucht, der sowohl die gewachsene Identität des Vereins verkörpere als auch neue Impulse setzen könne. Ziegner sei ein „erfahrener Fachmann“, der die Entwicklung der Mannschaft konsequent weiterführen werde und „für die Aufgabe beim 1. FC Lok brenne“.

Der 48-Jährige bringt eine umfangreiche Laufbahn im deutschen Profifußball mit nach Leipzig. Als Spieler absolvierte er insgesamt 86 Partien in der 2. Bundesliga sowie zahlreiche Einsätze in der 3. Liga und der Regionalliga Süd. Dabei stand er unter anderem für den FC Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt, den FSV Zwickau und die Stuttgarter Kickers auf dem Platz.

Auch als Trainer hat sich Ziegner über Jahre hinweg im Profifußball etabliert. Seit 2012 ist er mit der UEFA-Pro-Lizenz im Trainergeschäft aktiv und betreute unter anderem den FSV Zwickau, mit dem ihm 2016 der Aufstieg in die 3. Liga gelang. Zudem führte er den Halleschen FC zu einer der erfolgreichsten Drittligasaisons der Vereinsgeschichte. Weitere Stationen waren die Würzburger Kickers sowie der MSV Duisburg, den er bis 2023 betreute.

Klare Erwartungshaltung beim 1. FC Lok Leipzig

Auch der neue Coach selbst zeigt sich entschlossen, die ambitionierte Entwicklung beim 1. FC Lok fortzuführen. Die letzten Jahre mit zwei Regionalliga-Meisterschaften in Serie seien ein starkes Fundament, auf dem man aufbauen müsse. Dabei betonte er jedoch, dass er Erfolg nicht so definiere, wie er von außen wahrgenommen werde. Man solle sich intern als Team Ziele setzen und sich davon als Verantwortliche nicht ablenken oder aus der Ruhe bringen lassen. „Wir werden unseren eigenen Erfolg definieren“, so der 48-Jährige.

Eine konkrete Zielplatzierung für die kommende Saison wollte er nicht nennen, hob jedoch hervor, dass durch die vergangenen Jahre die Erwartungshaltung gegenüber dem 1. FC Lokomotive Leipzig gestiegen sei. Klar sei aber auch, dass der Verein nicht „irgendwo im Mittelfeld“ mitspielen solle, sondern „wieder vorne mit dabei sein“ wolle.

Damit dies gelingt, nennt er mehrere Faktoren, die zusammenpassen müssen. So hebt er die Breite des Kaders hervor, der „nicht auf drei Wettbewerbe oder die Champions League“ ausgerichtet sei und bei dem Verletzungen sowie „schwerwiegende Ausfälle von Führungsspielern“ immer eine Rolle spielen könnten. Auch wisse man nicht, wie sich die Gegner aufstellen. „Wir wissen heute noch nicht, wie stellt sich Halle auf, wie stellt sich Aue auf, wie stellt sich Carl Zeiss Jena auf“, bringt der Trainer drei direkte Konkurrenten um die Meisterschaft ins Spiel. Dennoch wolle man „maximal erfolgreich sein“, verdeutlicht Ziegner seine Ansprüche.

Kaderplanung und Neustart

Neben der Trainerentscheidung steht auch die Kaderplanung im Fokus. Dafür steht Ziegner in engem Austausch mit dem Sportdirektor. Konkret sagte der Coach, dass beide Seiten ihre Vorstellungen für Verpflichtungen hätten, die sich jedoch weitestgehend deckten. „Das ist immer Teil der Gespräche, um zu schauen, was brauchen wir in der Mannschaft, welchen Fußball wollen wir spielen und welche Spieler sind dafür notwendig?“, so Ziegner. Aufgrund von Abgängen und Verletzungen hätten beide ähnliche Ideen.

Handlungsbedarf bestehe in jedem Fall in der Offensive, da sei aufgrund des Kaders kein großes „Zaubern“ möglich. Als Vorteil sieht er die Erfahrungen, die sowohl er als auch der Sportchef in verschiedenen Bereichen gesammelt haben. Er selbst habe ein Netzwerk in den alten Bundesländern aufgebaut, sein Gegenüber in der Region rund um Leipzig. „Wir müssen jetzt loslegen. Die guten Spieler, die wir im Optimalfall haben wollen, werden nicht mehr ewig auf dem Markt sein“, warnt er vor der Dringlichkeit, bevor er betont: „Es geht nicht um Namen, nicht um irgendwelches Framing, sondern darum, wer am besten zu Lok passt.“

Dazu gehöre auch die Entwicklung von Spielern. Es könne nicht davon ausgegangen werden, „sechs oder sieben fertige Spieler“ zu verpflichten; vielmehr müsse man wie in den vergangenen Jahren selbst Spieler entwickeln und an ihr Leistungsmaximum heranführen.

Viel Zeit bleibt hierfür jedoch nicht, denn aufgrund der späten Relegation beginnt die Vorbereitung erst am 24. Juni. Zuversichtlich ist Ziegner dennoch: „Wir haben jetzt noch vier Wochen Zeit, uns auf das erste Spiel vorzubereiten, aber das wird reichen, um gut in die Runde zu starten.“