Greifswalder FC im Umbruch: Viele Neuzugänge für die Mission Klassenerhalt

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Der Greifswalder FC startet mit einem umfassenden personellen und strukturellen Umbruch in die fünfte Spielzeit in Serie in der Regionalliga Nordost. Nach 17 Abgängen und zahlreichen Neuzugängen formt der ebenfalls neue Trainer an der Seitenlinie, Alain Karim, eine junge, dynamische Mannschaft mit einem klaren Ziel. Der Klassenerhalt steht im Vordergrund des selbsternannten „Underdogs“. Nach einer schwierigen letzten Spielzeit setzt der Klub bei der großen Konkurrenz in der „besten 4. Liga Deutschlands“ auf Entwicklung, Teamchemie und einen mutigen, flexiblen Spielstil, um sich langfristig stabil in der Liga zu etablieren.

Neustart beim Greifswalder FC

Nach einer Saison in der Regionalliga Nordost, in der sich der Greifswalder FC den Klassenerhalt nur knapp sichern konnte, zieht der Klub nun die Konsequenzen. Zwar präsentierte sich die Mannschaft defensiv mit lediglich 40 Gegentreffern vergleichsweise stabil, offensiv jedoch offenbarte sie mit nur 40 erzielten Toren eine große Schwäche.

Vor dem Start in die fünfte Saison in Serie in der 4. Liga vollzieht der Verein vom Bodden einen grundlegenden Neustart auf mehreren Ebenen. Alain Karim steht dabei ebenso für den Wandel wie zahlreiche neue Akteure im Kader. Ziel ist es, den Klub langfristig neu auszurichten und vor allem frühzeitig den Klassenerhalt in der erneut stark besetzten Regionalliga Nordost zu sichern. „Nach der vergangenen Saison, in der sich Greifswald nicht mit Ruhm bekleckert hat, geht es darum, demütig an die Sache heranzugehen“, so der Coach. „Wir wollen den Klassenerhalt schaffen, lieber früher als später.“

Auch die Konkurrenzsituation in der Liga ist dem Trainerteam bewusst: „Fakt ist, das ist mit Abstand die beste 4. Liga. Man nimmt das Wettrüsten schon wahr. Wir verstehen uns als Underdog“, so der 39-Jährige über die Liga. Insgesamt haben 17 Spieler den Klub verlassen, darunter mehrere Stammkräfte. Für den neuen Sportchef Matthias Rahn, der wie der Trainer ebenfalls von Energie Cottbus kam, bedeutet das eine große Herausforderung, trotz begrenzter wirtschaftlicher Möglichkeiten einen konkurrenzfähigen Kader zu formen. „In dieser Konstellation arbeiten wir schon die vergangenen Jahre sehr eng zusammen. Das ist ein großer Mehrwert“, betonte Karim.

Geplant ist ein Kader mit rund 23 Feldspielern und drei bis vier Torhütern. Bereits 15 Neuzugänge sind integriert worden. „Grundsätzlich bin ich mit den neuen Spielern sehr zufrieden. Wir haben junge, athletische und dynamische Spieler mit Potenzial und Talent verpflichtet“, erklärte der neue Mann an der Seitenlinie.

Die Mischung macht’s: Junge Spieler und erfahrene Routiniers im Blick

Mit Colin Kroll-Thiel hat der Greifswalder FC einen vielversprechenden Offensivspieler verpflichtet. Der 19-jährige Mittelstürmer wechselt aus der U19 des VfB Stuttgart an die Ostseeküste und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Sportdirektor Matthias Rahn lobt insbesondere das Profil des Angreifers: Kroll-Thiel bringe Spielintelligenz, Abschlussstärke und Präsenz im Luftkampf mit.

Neben dem Nachwuchsspieler setzen die Verantwortlichen auch auf bereits erprobte Kräfte aus der Regionalliga. Mit Marcus Niemitz und Leon Schmökel stoßen zwei Akteure zum Kader, die zuletzt den Abstieg aus der Regionalliga hinnehmen mussten. Niemitz kommt vom FC Eilenburg und überzeugte dort als offensiver Schienenspieler mit sieben Treffern sowie zahlreichen Vorlagen als einer der auffälligsten Akteure der vergangenen Saison.

Leon Schmökel spielte zuletzt beim ZFC Meuselwitz und bringt die Erfahrung aus über 100 Regionalliga-Partien mit. Der 24-Jährige gilt als defensiv stabiler und spielintelligenter Abräumer, der durch gutes Timing und konsequentes Stellungsspiel überzeugt und in der vergangenen Saison zudem äußerst fair agierte.

Trotz der bereits getätigten Verpflichtungen sehen die Verantwortlichen weiterhin Handlungsbedarf. Trainer Alain Karim kündigte an, den Kader noch gezielt mit erfahrenen Spielern ergänzen zu wollen, um eine gute Balance zwischen jugendlicher Unbekümmertheit und Erfahrung zu schaffen.

Greifswalder FC startet mit klarer Spielidee in die Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die neue Saison in der Regionalliga Nordost läuft beim Greifswalder FC bereits auf Hochtouren. Cheftrainer Alain Karim zieht nach den ersten Trainingseinheiten ein positives, wenn auch forderndes Fazit: „Die ersten Tage waren sehr intensiv“, so der 39-Jährige.

Neben der Arbeit auf dem Platz setzt der Trainerstab gezielt auf Maßnahmen zur Teamentwicklung abseits des Rasens. Ein gemeinsamer Ausflug in den JoHo Park am Bernsteinsee, bei dem sich die Mannschaft im Wasserski versuchte, soll den Zusammenhalt stärken. „Wir verbringen viel Zeit miteinander, um auch eine Teamchemie zu entwickeln“, erklärt Karim, der seinen Vertrag in der Hansestadt bis Juni 2029 unterschrieben hat und darin ein klares Bekenntnis zum langfristigen Aufbauprojekt sieht: „Die Dauer ist ein großes Statement und gibt mir viel Rückendeckung. Ich möchte in Greifswald etwas aufbauen.“

Auf dem Rasen zeigt sich der GFC in der frühen Vorbereitungsphase bereits in Torlaune. In den ersten drei Testspielen gegen unterklassige Gegner aus Mecklenburg-Vorpommern erzielte die Mannschaft insgesamt 41 Treffer. Der FSV Blau-Weiß Greifswald (10:1), der SV Gützkow (9:0) sowie Eintracht Zinnowitz (22:0) hatten dabei jeweils deutlich das Nachsehen.

Für die kommende Spielzeit verfolgt Karim eine klare fußballerische Linie. Sein Team soll einen „mutigen, dynamischen, intensiven, variablen und aggressiven Fußball“ spielen. Gleichzeitig betont der Coach die nötige Balance: „Es gilt, den spielerischen Ansatz zu suchen, aber wir dürfen uns nicht zu schade sein, pragmatisch zu spielen. Entscheidend bleibt das Ergebnis.“ Bis zum Saisonstart Ende Juli bleiben dem Trainerteam noch rund vier Wochen, um in weiteren Testspielen und einem Trainingslager die Abläufe zu schärfen und insbesondere die Integration neuer, erfahrener Spieler in die junge Mannschaft voranzutreiben.