Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 2. Spieltags

118

Der zweite Spieltag der Regionalliga Nordost hatte wieder einiges zu bieten. Während der Chemnitzer FC mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel die Tabellenführung übernahm, verhinderten der FC Carl Zeiss Jena und Erzgebirge Aue nach ihren Auftaktpleiten einen klassischen Fehlstart. Meister Lok Leipzig verspielte dagegen im ersten Heimspiel eine Zwei-Tore-Führung und musste sich gegen die U23 des 1. FC Magdeburg mit einem spektakulären 3:3 begnügen. Für den Greifswalder FC endete der Spieltag ebenfalls erfolgreich: Mit einem überzeugenden Auswärtssieg beim FSV Zwickau beendeten die Vorpommern zugleich die fast zweijährige Heimserie der Westsachsen.

Chemnitzer FC – BFC Preussen 3:0

Der Chemnitzer FC hat auch sein zweites Saisonspiel gewonnen und die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost übernommen. Vor 5.639 Zuschauern setzten sich die Himmelblauen mit 3:0 gegen den BFC Preussen durch. Der CFC übernahm von Beginn an die Spielkontrolle und erspielte sich früh mehrere gute Möglichkeiten. Alberico traf zunächst das Außennetz, anschließend verpassten Stockinger und Marx im Rahmen einer Doppelchance die Führung nur knapp. Auch nach Standards strahlten die Gastgeber immer wieder Gefahr aus. Mit zunehmender Spieldauer fand jedoch auch der BFC Preussen besser in die Partie. Unter anderem prüfte BFC-Angreifer Frank CFC-Keeper Richter mit einem Distanzschuss, zudem wurden die Gäste auch nach Standards zunehmend gefährlicher. Auf der Gegenseite verpasste Tchouangue den Führungstreffer für Chemnitz. Palmowski im Kasten des BFC verhinderte mit einer starken Parade kurz vor der Pause den Rückstand (43.).

Direkt nach dem Wiederanpfiff belohnten sich die Himmelblauen schließlich für ihren Aufwand aus der ersten Halbzeit. Zunächst brachte Marx die Hausherren nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn in Führung (46.), ehe er kurz darauf mit seinem zweiten Treffer das 2:0 nachlegte (50.). Dieser Doppelschlag nahm den Gästen sichtlich den Wind aus den Segeln. Chemnitz kontrollierte die Partie anschließend souverän und ließ defensiv kaum noch etwas zu. Die größte Chance auf den Anschlusstreffer vergab erneut Frank, der frei vor Richter nur den Pfosten traf. In der Nachspielzeit machte Alberico nach einer Vorlage von Fesser mit dem 3:0 endgültig alles klar (90.+2). Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel und einem Torverhältnis von 7:0 übernahm der Chemnitzer FC vorerst die Tabellenführung der Regionalliga Nordost.

SV Babelsberg 03 – FC Carl Zeiss Jena 0:1

Der FC Carl Zeiss Jena wendet am zweiten Spieltag den Fehlstart ab und feiert den ersten Saisonsieg. Beim SV Babelsberg 03 tat sich die Mannschaft von Marco Grote über weite Strecken allerdings äußerst schwer und fand offensiv nur selten Lösungen. Lange deutete alles auf eine torlose Punkteteilung hin, ehe Elias Löder den Thüringern in der Nachspielzeit doch noch den umjubelten Sieg bescherte. Babelsberg wirkte zu Beginn aktiver und setzte die Gäste früh unter Druck. Bereits in der Anfangsphase hatte Wegener die Führung auf dem Fuß, doch Hehne klärte in höchster Not noch vor der Torlinie (6.). Jena fand anschließend zwar besser in die Partie und beruhigte das Geschehen, im Spiel nach vorne fehlte jedoch zunächst die Kreativität. Erst kurz vor der Pause wurde der FCC gefährlicher. Nach einer guten Möglichkeit kam Löder aus kurzer Distanz zum Nachschuss, scheiterte aber am stark reagierenden Kalckreuth, der seinen bereits geschlagenen Torhüter auf der Linie rettete (43.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste dann auch Jenas Keeper Liesegang noch einmal eingreifen und parierte einen Distanzschuss von Hasse sehenswert (45.+3).

Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der FC Carl Zeiss Jena zwar über längere Phasen das Spiel und ließ Babelsberg kaum Raum zur Entfaltung, doch zwingende Torchancen blieben weiterhin Mangelware. Mit zunehmender Spielzeit konnten sich die Gastgeber wieder ins Spiel zurückkämpfen und gestalteten die Begegnung ausgeglichener, ohne jedoch selbst offensiv für große Gefahr zu sorgen. Als bereits vieles auf ein torloses Remis hindeutete, schlug Jena doch noch zu: Nach einer Flanke von Bogg köpfte Elias Löder völlig frei zum 1:0 ein und sicherte den Thüringern in der Nachspielzeit den ersten Dreier der neuen Saison (90.+6). Damit verhinderten die Gäste den absoluten Fehlstart, spielerisch ist allerdings noch Luft nach oben.

Tasmania Berlin – Erzgebirge Aue 0:2

Der FC Erzgebirge Aue feierte am zweiten Spieltag den ersten Saisonsieg in der Regionalliga Nordost. Beim SV Tasmania Berlin präsentierten sich die Veilchen über die gesamte Spielzeit als die spielbestimmende Mannschaft und feierten dank eines Doppelpacks von Kapp einen verdienten 2:0-Auswärtserfolg. Die Gäste erwischten einen perfekten Start und gingen bereits nach zehn Minuten in Führung. Nach einem Eckball war Kapp zur Stelle und brachte Erzgebirge Aue früh mit 1:0 in Front (10.). In der Folge kontrollierten die Sachsen das Geschehen und ließen Ball und Gegner laufen. Kapp verpasste wenig später seinen zweiten Treffer (29.), ehe auch Bär gleich zweimal an der Tasmania-Defensive scheiterte (35./39.). So blieb es trotz klarer Feldvorteile bei der knappen Pausenführung.

Nach der Pause bestimmte Aue weiter die Partie, ohne jedoch das hohe Tempo aus der ersten Spielhälfte aufrechtzuerhalten. Tasmania fand offensiv weiterhin kaum statt, während die Veilchen mehrere Möglichkeiten zur Vorentscheidung liegen ließen. Zunächst setzte Maciejewski einen Kopfball aus aussichtsreicher Position neben das Tor (64.), kurz darauf traf Joker Heidrich nur den Pfosten (69.), ehe Pauling am Berliner Schlussmann scheiterte (77.). Erst kurz vor Schluss fiel die Entscheidung: Nach einem Freistoß kam Kapp frei zum Abschluss und schnürte mit seinem zweiten Treffer des Abends den Doppelpack zum 2:0-Endstand (87.). Damit feierte Erzgebirge Aue den verdienten ersten Sieg der Saison.

FSV Zwickau – Greifswalder FC 0:3

Der Greifswalder FC hat am zweiten Spieltag einen überzeugenden Auswärtssieg beim FSV Zwickau gefeiert. Durch das 3:0 beendeten die Gäste zugleich die beeindruckende Heimserie der Westsachsen, die seit August 2024 kein Regionalliga-Heimspiel mehr verloren hatten.

Zwickau begann zwar engagiert, konnte sich offensiv jedoch kaum klare Chancen erspielen. Effektiver präsentierte sich der Greifswalder FC, der nach einer Drangphase in Führung ging: Seidemann setzte nach einem Konter Bokake Bolufe stark in Szene, der den Ball am Torhüter vorbei zum 1:0 einschob (26.). Die Gastgeber hätten nach einem Abschluss von Haubner beinahe die schnelle Antwort geliefert, doch der Ball klatschte an den Pfosten. Kurz vor der Pause kassierte der FSV den nächsten Rückschlag. Erneut bereitete Seidemann vor, diesmal traf Neuzugang Kroll-Thiel zum 2:0-Pausenstand (45.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Greifswald die bessere Mannschaft, verpasste nach mehreren guten Möglichkeiten jedoch zunächst die Vorentscheidung. Die Hausherren bemühten sich zwar um den Anschlusstreffer, blieben jedoch mehrfach am starken Defensivverbund der Gäste hängen. In der Schlussphase sorgte Heim schließlich für die Entscheidung, als er aus der Distanz zum 3:0 ins lange Eck traf (83.). Besong verpasste in der Nachspielzeit den Ehrentreffer für die Hausherren. Damit feierte der Greifswalder FC den ersten Saisonsieg, während der FSV die erste Saisonniederlage kassierte, mit der zugleich eine fast zweijährige Heimserie riss.

VSG Altglienicke – Hertha BSC II abgesagt

Knapp zweieinhalb Stunden vor dem terminierten Anpfiff wurde die Partie aufgrund der anhaltenden starken Regenfälle abgesagt. Der Platz in der Spree-Arena stand großflächig unter Wasser und wurde von den Verantwortlichen für unbespielbar erklärt. Eine Austragung der Begegnung war damit nicht möglich. Ein Nachholtermin für das Berliner Duell steht bislang noch nicht fest.

Mit der Spielabsage fiel zugleich auch ein mögliches Wiedersehen zweier VSG-Profis ins Wasser. Sowohl Innenverteidiger Brooks als auch Mittelfeldspieler Cigerci wären erstmals seit ihrem Wechsel auf Hertha BSC II getroffen. Statt des mit Spannung erwarteten Derbys müssen sich beide Mannschaften nun bis zur Neuansetzung der Begegnung gedulden.

RSV Eintracht – FSV Luckenwalde 3:0

Der RSV Eintracht 1949 hat am zweiten Spieltag der Regionalliga Nordost den ersten Saisonsieg eingefahren. Gegen den FSV 63 Luckenwalde setzten sich die Gastgeber mit 3:0 durch und behielten trotz Unterzahl eine weiße Weste. Die Gäste begannen ordentlich, doch ein Missgeschick brachte den FSV früh ins Hintertreffen. Nach einem Abschluss blieb der Ball zunächst in der Defensive hängen, doch der Klärungsversuch misslang. Von einem angeschossenen Abwehrspieler des FSV flog der Ball als unhaltbare Bogenlampe ins eigene Netz (29.). Nur fünf Minuten später legte der RSV nach: Baraze Adam setzte Smailovic in Szene, der aus elf Metern flach zum 2:0 traf (34.). Die Gastgeber blieben gefährlich und hätten durch Butendeich und Smailovic noch vor der Pause weiter erhöhen können.

Im zweiten Abschnitt wurde es dann noch einmal spannend für alle, die es mit dem RSV hielten. Kasola musste nach einer Gelb-Roten Karte vorzeitig vom Platz (51.), sodass Luckenwalde lange in Überzahl spielte. Die Gäste taten sich jedoch schwer und kamen kaum zu klaren Torchancen. Zudem haderten sie mit einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung, als nach einem Foul an Mätzke im Strafraum der Elfmeterpfiff ausblieb (61.). Statt des Anschlusstreffers fiel auf der Gegenseite die Entscheidung: Nach einer Flanke von Kukanda vollendete Jupolli einen Konter zum 3:0 (71.). Pollasch und Mätzke vergaben in der Schlussphase die letzten Möglichkeiten für Luckenwalde, sodass sich der RSV nach einem effizienten Auftritt auch in der Höhe verdient durchsetzte.

BFC Dynamo – BSG Chemie Leipzig 2:0

Die BSG Chemie Leipzig wartet nach dem zweiten Spieltag weiter auf die ersten Punkte der neuen Regionalliga-Saison. Beim BFC Dynamo hielten die Grün-Weißen die Partie lange offen, mussten sich nach zwei Treffern im zweiten Durchgang jedoch geschlagen geben. Die Gäste starteten mutig in die Begegnung und hatten bereits in der Anfangsphase die große Chance zur Führung, doch Aliji scheiterte an BFC-Keeper Hainke (2.). In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der Chemie zwar etwas mehr Ballbesitz hatte, sich aber nur wenige klare Möglichkeiten erspielte. Auf der Gegenseite verhinderte Bergmann mit starken Paraden gegen Windsheimer (35.) und Mattmüller (40.) den Rückstand. Kurz vor der Pause verpassten dann Lisinski und Hoffmann die Leipziger Führung (45.+3).

Nach dem Seitenwechsel übernahm der BFC Dynamo zunehmend die Kontrolle und belohnte sich nach einer Ecke mit der Führung durch Dadashov (71.). Die Berliner blieben auch danach die gefährlichere Mannschaft und entschieden die Partie zehn Minuten später durch einen Konter, den Fritzsche zum 2:0 abschloss (81.). Ein Distanzschuss von Sanin sorgte noch einmal für Gefahr vor dem Tor der Hausherren, doch auch diesmal fand der Ball nicht den Weg ins Netz (83.). Somit kassierte die BSG Chemie Leipzig die zweite Niederlage im zweiten Spiel. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht, denn bereits am Mittwoch wartet mit dem Halleschen FC die nächste schwere Aufgabe.

Hallescher FC – Rot-Weiß Erfurt 1:1

Der Hallesche FC hat den ersten Saisonsieg in der Regionalliga Nordost erneut knapp verpasst. Gegen Rot-Weiß Erfurt sahen die Gastgeber lange wie der Sieger aus, ehe Claxton den Thüringern in der Nachspielzeit noch den verdienten Ausgleich sicherte. In einer unterhaltsamen ersten Halbzeit hatte Halle leichte Vorteile und kam durch Baro, Kulke und Ratifo zu guten Möglichkeiten. Erfurt blieb über schnelle Gegenstöße gefährlich, doch auch Wolf, Caciel und Gonda konnten ihre Chancen nicht nutzen. So ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel übernahm zunächst Rot-Weiß Erfurt die Kontrolle und drängte auf die Führung, ließ jedoch die nötige Konsequenz im Abschluss vermissen. Stattdessen schlug der Hallesche FC nach einer Ecke zu: Stierlin köpfte in der 74. Minute zum 1:0 ein. Die Gäste erhöhten in der Schlussphase den Druck und wurden dafür in der Nachspielzeit belohnt. Joker Claxton lenkte einen Schuss zum 1:1 ins Tor (90.+1), sah für seinen Torjubel allerdings noch die Gelb-Rote Karte. In den letzten Minuten boten sich beiden Mannschaften noch Chancen auf den Sieg, doch es blieb bei einer insgesamt gerechten Punkteteilung.

1. FC Lokomotive Leipzig – 1. FC Magdeburg II 3:3

Der 1. FC Lok Leipzig hat im ersten Heimspiel der Saison einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben und drei sicher geglaubte Punkte verschenkt. Gegen den 1. FC Magdeburg II verspielte der Meister eine 3:1-Führung und musste sich nach einer turbulenten Schlussphase mit einem 3:3 begnügen. Die Gäste traten wie in der Vorwoche von Beginn an engagiert auf und gingen nach einer Ecke durch Lemke bereits in der Anfangsphase in Führung (10.). Lok zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt, drängte auf den Ausgleich und belohnte sich nach einer guten halben Stunde: Abderrahmane verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:1 (35.). Kurz vor der Pause drehte Schierack die Partie mit einem sehenswerten Heber und sorgte für die verdiente 2:1-Halbzeitführung (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bornschein nach einer schönen Kombination über Öztürk und Adetula auf 3:1 (52.). Die Leipziger schienen die Partie nun im Griff zu haben. Doch die jungen Magdeburger bewiesen Moral und schlugen eindrucksvoll zurück. Zunächst verkürzte Manthey in der 70. Minute auf 2:3, nur drei Minuten später traf Baars nach einem Konter zum 3:3-Ausgleich (73.). In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Chancen auf den Siegtreffer, doch es blieb bei der Punkteteilung in einer hochunterhaltsamen Begegnung.