Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 7. Spieltags

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Dramatik bis in die Nachspielzeit, späte Treffer und ein Derby, das erst mit dem letzten Angriff entschieden wurde: Der 7. Spieltag der Regionalliga Nordost hatte einige Geschichten zu erzählen. Der Chemnitzer FC verpasste gegen Carl Zeiss Jena trotz langer Überzahl den erhofften Heimsieg und kam erst in der achten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich. Auch Rot-Weiß Erfurt musste sich mit einem Punkt begnügen und ließ gegen den BFC Preussen nach zuvor vier Siegen in Folge erstmals wieder Zähler liegen. Im Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und Erzgebirge Aue sah es lange nach einem Remis aus, ehe die Gäste mit dem Schlusspfiff zum Siegtreffer kamen. Für Spannung bis zur letzten Sekunde sorgte auch die Partie zwischen Tasmania Berlin und dem Greifswalder FC: Die Berliner hatten den Sieg bereits vor Augen, ehe Greifswald in der Nachspielzeit noch zum Ausgleich kam. Währenddessen sendete Schlusslicht BSG Chemie Leipzig mit dem Punktgewinn bei der VSG Altglienicke ein kleines Lebenszeichen aus dem Tabellenkeller.

Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 1:1

Der Chemnitzer FC sprang vorübergehend an die Tabellenspitze. Gegen Carl Zeiss Jena tat sich der CFC jedoch extrem schwer und profitierte letztlich von zwei Platzverweisen gegen die Thüringer. Dabei erwischte Jena einen Start nach Maß. Eshele verlängerte einen Ball per Kopf in den Lauf von Munser, der bereits nach wenigen Minuten frei vor dem Tor die Nerven behielt und zur frühen Führung einschob (5.). Chemnitz benötigte anschließend einige Minuten, um richtig in die Partie zu finden. Mit zunehmender Spieldauer erhöhte der CFC jedoch den Druck, kam aber zunächst nicht zum Ausgleich. Kurz vor der Pause folgte aus Gästesicht jedoch ein negatives Highlight: Eshele ging mit der Hand zum Ball und sah, bereits verwarnt, die Gelb-Rote Karte. Jena musste damit die komplette zweite Hälfte in Unterzahl bestreiten.

In Überzahl übernahmen die Hausherren nach dem Seitenwechsel endgültig das Kommando und drängten mit aller Macht auf den Ausgleich. In der 54. Minute bot sich Berlinski die große Gelegenheit, doch Jenas Torhüter Liesegang parierte stark und hielt seine Mannschaft weiter in Führung. Auch in der Folge war der 26-Jährige mehrfach zur Stelle und brachte die Chemnitzer Angreifer zunehmend zur Verzweiflung. Jena beschränkte sich fast ausschließlich auf die Defensive und lauerte auf Konter. Einer dieser seltenen Entlastungsangriffe hätte beinahe für die Entscheidung gesorgt, doch Werner traf in der 89. Minute nur die Latte. In der Schlussphase wurde es dann noch einmal so richtig wild. Reddemann stoppte einen CFC-Angriff mit einem Foul und sah ebenfalls Gelb-Rot. In der achten Minute der Nachspielzeit drückte Vogt einen Pass von Berlinski zum 1:1 über die Linie (90.+8). Liesegang musste anschließend gegen Pistol noch einmal retten und bewahrte Jena vor der späten Niederlage. Für zusätzlichen Wirbel sorgte nach dem Schlusspfiff Jenas Trainer Grote, der energisch auf Schiedsrichter Lukawski zuging und aufgrund der heftigen Proteste noch die Rote Karte sah.

VSG Altglienicke – BSG Chemie Leipzig 1:1

Die VSG Altglienicke hat den Schwung aus dem DFB-Pokal nicht in den Regionalliga-Alltag mitnehmen können. Nach dem starken Auftritt gegen den VfL Wolfsburg, der erst im Elfmeterschießen endete, kamen die Berliner gegen Schlusslicht BSG Chemie Leipzig nicht über ein 1:1 hinaus. Altglienicke startete zunächst druckvoll und wollte zeigen, wer der Herr im Hause ist. Mit zunehmender Spieldauer fand Chemie jedoch besser in die Begegnung. Reincke hatte in der 21. Minute die große Chance zur Leipziger Führung, scheiterte aber frei vor VSG-Schlussmann Zwick. Wenig später zappelte der Ball dann doch im Netz: Hoops stieg bei einer Freistoßflanke am höchsten und köpfte zum 1:0 ein (26.). Die Chemiker zogen sich anschließend weit zurück, konnten ihren Vorsprung aber nicht lange verteidigen. Hartl setzte sich nach einem kurzen Solo durch und schlenzte den Ball in der 37. Minute zum Ausgleich ins Netz. Kurz vor der Pause erhöhte Altglienicke noch einmal die Schlagzahl und drängte auf den zweiten Treffer. Leipzig hatte dabei auch das nötige Quäntchen Glück, als der Pfosten für Torhüter Bergmann rettete.

Nach Wiederanpfiff blieb der große Sturmlauf der Berliner allerdings aus. Chemie stand nun deutlich kompakter und ließ der VSG wesentlich weniger Räume. Offensiv blieben die Gäste zwar ebenfalls lange blass, hatten in der Schlussphase aber durchaus noch Möglichkeiten, die Partie komplett auf den Kopf zu stellen. Sanogo bekam in der 84. Minute eine gute Gelegenheit, konnte eine Hereingabe jedoch nicht kontrollieren. Auf der anderen Seite musste Bergmann bei einem Abschluss von Nietfeld noch einmal sein ganzes Können zeigen. Richtig brenzlig wurde es schließlich in der Nachspielzeit: Aliji zog aus der Distanz ab, doch Zwick war aufmerksam und verhinderte mit einer starken Parade den späten Leipziger Sieg. So blieb es beim 1:1, mit dem die BSG Chemie Leipzig ein Lebenszeichen aus dem düsteren Tabellenkeller sendet.

Hertha BSC II – Hallescher FC 0:2

Der Hallesche FC hat sich bei Hertha BSC II mit 2:0 durchgesetzt. Vor 682 Zuschauern legten die Gäste bereits vor der Pause den Grundstein für den Auswärtssieg und machten in der Schlussphase vom Elfmeterpunkt alles klar. Halle kam gut in die Partie, zeigte sich immer wieder vor dem Berliner Tor, musste sich gegen tief stehende Hausherren jedoch gedulden. Nach etwas mehr als einer halben Stunde fanden die Gäste die entscheidende Schwachstelle im Hertha-Verbund und gingen mit 1:0 in Front (34.). In der Folge verteidigten die Gäste den Vorsprung konzentriert bis zur Pause.

Im zweiten Durchgang kamen beide Mannschaften mit hoher Intensität aus den Kabinen zurück. Hertha übernahm dabei etwas mehr das Spielgeschehen, Halle blieb dennoch immer wieder gefährlich. So auch in der 72. Spielminute, als der HFC nach einem Foul im Sechzehner einen Elfmeter bekam. Baro trat an und verwandelte sicher zum 2:0 (73.). In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch: Becker und Mamuzah Lum sahen in der 88. Minute jeweils die Rote Karte. Am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr. Halle brachte den Vorsprung über die Zeit und feierte einen 2:0-Auswärtssieg.

FC Rot-Weiß Erfurt – BFC Preussen 1:1

Dem BFC Preussen gelingt am 7. Spieltag mit einem 1:1 bei Rot-Weiß Erfurt eine kleine Überraschung und stellt dem großen Favoriten ein Bein. Nach dem deutlichen 5:0-Erfolg unter der Woche kam die zuletzt so treffsichere Offensive der Thüringer diesmal kaum zur Entfaltung. Die Berliner hielten gut dagegen und durften lange sogar auf einen Auswärtssieg hoffen. Erfurt übernahm zwar von Beginn an die Initiative, fand gegen die kompakte Defensive der Gäste aber nur selten Lösungen. Die beste Möglichkeit der ersten Hälfte hatte Awoudja, dessen Abschluss lediglich an der Latte landete. Ansonsten blieb es vor dem Preussen-Tor erstaunlich ruhig, sodass Palmowski einen weitgehend beschäftigungsarmen Nachmittag erlebte.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig. Die Gastgeber bemühten sich um mehr Druck, entwickelten dabei aber weiterhin kaum Gefahr. Stattdessen schlug Preussen in der 69. Minute überraschend zu. Nach einer Freistoßflanke lenkte Vierling den Ball ins lange Eck – 1:0 für die Berliner. Erfurt fand jedoch schnell eine Antwort. Nur sieben Minuten später war Joker Quiala-Tito zur Stelle und traf trocken zum 1:1 (76.). In der Schlussphase versuchte Erfurt noch einmal, die Partie komplett zu drehen, fand aber nicht die entscheidende Lücke. Auch der Platzverweis für Meyer in der Nachspielzeit änderte nichts mehr. So musste sich der Aufstiegsanwärter mit einem Punkt zufriedengeben und verpasste den fünften Sieg in Folge.

FSV Zwickau – SV Babelsberg 03 1:0

Der FSV Zwickau hat sich in einer umkämpften Partie knapp gegen den SV Babelsberg 03 durchgesetzt. Die Gastgeber legten früh vor und verteidigten ihren Vorsprung anschließend mit großem Einsatz bis zum Abpfiff. Zwickau begann engagiert und erzielte bereits kurz nach der Anfangsviertelstunde den Treffer des Tages, als Harant zur Stelle war und die Hausherren auf die Siegerstraße brachte (16.). Babelsberg suchte danach nach einer Antwort und erhöhte den Druck, fand gegen die engagierte Zwickauer Defensive jedoch nur selten den entscheidenden Weg zum Tor.

Auch im zweiten Durchgang blieb die Begegnung intensiv. Die Gäste versuchten weiterhin, den Ausgleich zu erzwingen, doch die Zwickauer Defensive arbeitete weiter leidenschaftlich gegen den Ball. Immer wieder sorgte der FSV durch schnelle Gegenangriffe für Entlastung. Der Ausgleich wollte Babelsberg nicht mehr gelingen. So brachte der FSV das 1:0 über die Zeit und feierte einen wichtigen Heimsieg, mit dem er sich vorerst auf den 3. Platz schob.

RSV Eintracht 1949 – 1. FC Magdeburg II 2:4

Zweimal lag der RSV Eintracht 1949 gegen die Reserve des 1. FC Magdeburg vorne, am Ende stand nach einer turbulenten zweiten Hälfte eine 2:4-Niederlage. Eintracht startete mutig und ging nach 14 Minuten durch Adam mit 1:0 in Führung. Magdeburg, bis dahin ziemlich blass, schüttelte sich und reagierte auf den Rückschlag. Nach etwas mehr als der Hälfte der ersten Halbzeit kam die Magdeburg-Reserve durch Yoon zum 1:1-Ausgleich (27.). Die Freude der Gäste währte allerdings nicht lange, denn nur fünf Minuten später schlug der RSV erneut zu: Smailovic stellte auf 2:1 (32.).

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie dann zugunsten der Magdeburger. Widmann sorgte in der 65. Minute zunächst für das 2:2, ehe Sivic nur zwei Minuten später die Partie komplett drehte. Mit dem 3:2 hatte die FCM-Reserve erstmals an diesem Nachmittag die Führung übernommen und trat entsprechend selbstbewusst auf. Der RSV versuchte anschließend noch einmal, zurückzukommen, fand aber keine Antwort mehr auf den Magdeburger Umschwung. Stattdessen machte Widmann in der Schlussminute endgültig den Deckel drauf und erzielte mit seinem zweiten Treffer das 4:2 (90.). Für den RSV blieb damit trotz zweier eigener Führungen nichts Zählbares übrig, während Magdeburg in Schlagdistanz zu Spitzenreiter Erfurt bleibt.

SV Tasmania Berlin – Greifswalder FC 2:2

Der SV Tasmania Berlin und der Greifswalder FC haben sich am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost in einer bis in die Schlusssekunden spannenden Partie mit 2:2 getrennt. Dabei sah es lange danach aus, als könnten die Berliner einen Rückstand noch in einen Heimsieg verwandeln. Greifswald schlug jedoch in der Nachspielzeit zurück und sicherte sich doch noch einen Punkt. Die Gäste waren zu Beginn das aktivere Team und gingen kurz nach der Anfangsviertelstunde durch Seidemann mit 1:0 in Front (17.). Tasmania ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen und fand noch vor dem Seitenwechsel die passende Antwort. Berko sorgte in der 35. Minute für den Ausgleich und stellte alles auf Anfang.

Nach der Pause entwickelte sich ein offeneres Spiel, in dem Tasmania schließlich die Wende schaffte. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit traf Beyazit zum 2:1 und brachte die Gastgeber erstmals an diesem Nachmittag in Führung (68.). Greifswald musste nun reagieren, während Tasmania sich voll und ganz auf die Defensive konzentrierte. Lange schien der Plan der Berliner aufzugehen. Doch der Greifswalder FC drängte auf den Ausgleich und wurde für seinen Einsatz belohnt. In der dritten Minute der Nachspielzeit traf Heim zum späten 2:2-Ausgleich (90.+3). Tasmania verpasste damit den Heimsieg. Der Greifswalder FC bleibt mit dem Punkt weiter im Dunstkreis der Spitzengruppe.

FSV 63 Luckenwalde – BFC Dynamo 0:2

Der BFC Dynamo hat beim FSV 63 Luckenwalde einen 2:0-Auswärtssieg eingefahren. Die Berliner stellten die Weichen für den Erfolg bereits im ersten Durchgang und schlugen innerhalb weniger Minuten gleich doppelt zu. Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase nahm die Partie nach rund 20 Minuten Fahrt auf. In der 22. Minute war Bölke zur Stelle und brachte den BFC mit 1:0 in Führung. Luckenwalde hatte kaum Zeit, sich von diesem Rückschlag zu erholen, denn nur sieben Minuten später legten die Gäste nach. Mattmüller erhöhte auf 2:0 (29.) und verschaffte seiner Mannschaft damit eine komfortable Ausgangslage für die zweite Hälfte.

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich der FSV um den Anschlusstreffer und wollte die Begegnung noch einmal spannend machen. Der BFC Dynamo verteidigte seinen Vorsprung jedoch konzentriert und ließ den FSV kaum in gute Abschlusspositionen kommen. Auch die Berliner fanden offensiv kaum noch statt, doch das war angesichts der Zwei-Tore-Führung auch nicht mehr nötig. So blieb es beim 2:0 für den BFC Dynamo, der damit drei Punkte aus Luckenwalde entführte und bereits seit vier Spielen in Folge ohne Niederlage bleibt.

1. FC Lok Leipzig – FC Erzgebirge Aue 1:2

Der FC Erzgebirge Aue hat das Derby beim 1. FC Lok Leipzig in letzter Sekunde für sich entschieden. In einer bis in die Schlussphase umkämpften Begegnung sah lange vieles nach einer Punkteteilung aus, ehe Bär mit dem Schlusspfiff den Drittliga-Absteiger zum 2:1-Auswärtssieg schoss. Dabei hätte Aue bereits früh die Weichen auf Sieg stellen können. Nach einem haarsträubenden Rückpass von Rühlemann tauchte Bär frei vor Duda auf, scheiterte jedoch gleich zweimal am Leipziger Schlussmann (5.). Lok übernahm anschließend zunehmend die Kontrolle, fand gegen die tief stehenden Gäste aber zunächst kaum Lücken. Öztürk verzog bei der ersten guten Gelegenheit noch knapp (12.), ehe Queißer auf der Gegenseite an Duda scheiterte (25.). Die besseren Möglichkeiten hatten danach wieder die Gastgeber: Öztürk fand sowohl in der 27. als auch in der 35. Minute in Männel seinen Meister. Tore wollten vor dem Seitenwechsel nicht fallen.

Auch nach der Pause starteten die Gastgeber engagierter. Immer wieder sorgten Öztürk (48.) und der eingewechselte Ziane (52.) für Gefahr, doch der Treffer fiel dann überraschend auf der anderen Seite. Nach einer Hereingabe von Skarlatidis war Queißer zur Stelle und brachte Aue mit 1:0 in Führung (53.). Leipzig kam postwendend zur Ausgleichschance, Ziane traf jedoch nur das Außennetz (54.). Mit zunehmender Spieldauer erhöhte die Ziegner-Elf den Druck, während sich Aue immer weiter zurückzog.

Der Ausgleich war deshalb folgerichtig: Kaiser traf nach 70 Minuten zum 1:1, auch wenn Männel noch mit den Fingerspitzen am Ball war. In der Schlussphase schien Lok sogar noch die komplette Wende herbeiführen zu können. Bornschein (86.) und Schierack (90.+2) hatten den Siegtreffer auf dem Fuß, doch beide Male bewahrte Männel seine Mannschaft mit starken Paraden vor dem Rückstand. Und dann schlug Aue tatsächlich noch einmal zu. Nach einem langen Ball von Kokovas setzte sich Bär durch und sorgte quasi mit dem Schlusspfiff für den 2:1-Sieg der Gäste. Für Lok Leipzig steht damit trotz einer über weite Strecken kontrollierten Vorstellung am Ende keine Punkteausbeute zu Buche, und der Klub verliert den Anschluss an die Tabellenspitze.