Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 30. Spieltags

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Der 30. Spieltag der Regionalliga Nord ist in trockenen Tüchern. An der Tabellenspitze gab es wenig Veränderung, denn sowohl Spitzenreiter SV Meppen als auch die Verfolger gestalteten ihre Spiele in teils engen Auseinandersetzungen siegreich. Erfolgreich verlief der Spieltag aber auch für Altona 93, die mit einem Sieg die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben erhalten und den Tabellenkeller noch einmal deutlich zusammenschieben. Fünf Teams sind wenige Spieltage vor Schluss noch immer in den Abstiegskampf verwickelt.

Hannover 96 II – SV Drochtersen/Assel 1:2

Die SV Drochtersen/Assel fuhr bei Hannover 96 II einen verdienten 2:1-Auswärtssieg ein und überzeugte mit einer erwachsenen Spielweise. D/A war von Beginn an gut in der Partie und suchte konsequent den Weg nach vorne. Gefährlich wurde es jedoch vor allem nach Standards. Nach elf Minuten verteidigte Hannover eine Ecke noch souverän, wenige Minuten später hämmerte Steinmann eine zu kurz geklärte Ecke aus dem Rückraum zum 1:0 in die Maschen. Kurze Zeit später legte D/A nach. Nach einem Steilpass zog Fernandes von rechts in den Strafraum und vollendete mit einem satten Abschluss durch die Beine des Keepers zum 2:0 (35.). Hannover II blieb aber dran und verkürzte noch vor der Pause nach einem schnellen Angriff durch Hobrecht auf 1:2 (45.).

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich ein schnelles Spiel, bei dem die Hausherren etwas mehr Ballbesitz hatten, fanden gegen die kompakt stehenden Gäste jedoch ein Durchkommen und konnten sich nur selten klare Chancen erspielen. Bis zum Schlusspfiff verteidigte Drochtersen/Assel diszipliniert und ließ wenig zu; daran änderte auch nichts, dass Hannover 96 II nochmals den Druck erhöhte. Mit dem knappen Sieg bleibt der SV Drochtersen/Assel in der Verfolgung des SV Meppen, muss aber auf Patzer des Tabellenführers hoffen.

SV Meppen – SC Weiche Flensburg 08 2:1

Der SV Meppen marschiert und marschiert. In Meistermanier zieht der SVM das enge Heimspiel gegen SC Weiche Flensburg 08 und bleibt in der Erfolgsspur. Der Ligaprimus startete dominant und setzte Flensburg früh unter Druck. Bis zur ersten Großchance dauerte es jedoch bis zur Mitte der ersten Hälfte, doch Stuhlmacher traf nur den Pfosten (21.). Wie aus dem Nichts ging wenig später aber Flensburg in Führung: Nach einer Freistoßflanke stand Marten am zweiten Pfosten goldrichtig und traf zum 1:0 (26.). Mit breiter Brust trat der SVM jedoch dem Rückstand entgegen und erspielte sich Chance um Chance. Kurz vor der Pause hatten die Hausherren erneut Alu-Pech, als Schmitt wieder nur den Pfosten traf (45.). Trotz klarer Feldvorteile blieb es beim Rückstand zur Halbzeit.

Das Bild änderte sich auch nach der Pause nicht. Meppen drückte, Flensburg verteidigte leidenschaftlich und setzte gelegentliche Konter. Torwart Pünt musste bei einem gefährlichen Abschluss von Hartmann stark retten (57.). In der Schlussphase wurde der Druck des Tabellenführers dann doch belohnt: Erst war es Ulbricht, der nach einer Flanke perfekt einlief und den überfälligen Ausgleich markierte (78.). Jetzt wollten die Gastgeber die volle Punktzahl und erhöhten noch einmal das Tempo. Wie es ein Meisteranwärter macht, blieb der SV geduldig und drehte das Spiel kurz vor Schluss doch noch. Eine Flanke von Haritonov fand Engelmann, der sich am langen Pfosten absetzte und per Kopf zum 2:1-Sieg traf (89.). In der Nachspielzeit rettete Pünt den knappen, aber verdienten Heimsieg, mit dem der SV Meppen die Verfolger auf Abstand hält.

Altona 93 – Blau-Weiß Lohne 3:2

Altona 93 hat im Kellerduell gegen Blau-Weiß Lohne einen wichtigen 3:2-Heimsieg eingefahren und damit im Abstiegskampf wieder ordentlich Boden gutgemacht. Der Mann des Spiels hieß Tobinski, der mit drei Treffern einen Sahnetag erwischte. Die Partie begann erwartungsgemäß umkämpft, wobei die Hausherren von Beginn an leichte Vorteile hatten. Bis zum ersten Treffer dauerte es jedoch eine ganze Weile, ehe Tobinski nach einer Freistoßflanke per Kopf zum 1:0 traf (24.). Die Gäste kamen zwar auch zu Chancen, konnten diese jedoch im ersten Durchgang nicht verwerten. Mit dem knappen Spielstand von 1:0 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel drehte Blau-Weiß Lohne das Spiel innerhalb kurzer Zeit. Zunächst traf Schierenbeck nach einem Standard zum 1:1 (51.), kurz darauf nutzte er eine unübersichtliche Situation und brachte Lohne sogar mit 2:1 in Führung (63.). Altona zeigte sich von dem Rückstand jedoch unbeeindruckt und glich erneut aus. Wieder war es ein Kopfball, den Tobinski im Tor der Gäste unterbrachte (68.). In der Schlussphase drängten beide Teams auf den Sieg – spielerisch blieb es jedoch oft zerfahren. Kurz vor Schluss schlug Tobinski dann zum dritten Mal zu, als er eine Hereingabe von Göttel zum 3:2-Siegtreffer verwertete. In der Nachspielzeit wurde es noch einmal brenzlig, als ein Freistoß von Kankowski an die Unterkante der Latte knallte, der Ball auf dem Boden aufsprang und die Gäste auf Tor reklamierten. Der Unparteiische entschied jedoch dagegen. Am Ende jubelt Altona über einen extrem wichtigen Heimsieg im Abstiegskampf. Mit dem Dreier ziehen die Hamburger punktetechnisch mit Blau-Weiß Lohne gleich.

SSV Jeddeloh II – HSC Hannover 4:0

Der SSV Jeddeloh II bestätigt auch gegen den HSC Hannover seine starke Form und schickt die Gäste mit einem klaren 4:0 wieder nach Hause. Dass die drei Punkte zuhause bleiben, machte der SSV früh klar, als Steinwender nach einer Flanke aus der Drehung zur frühen Führung traf (2.). Hannover fand kaum ins Spiel und hatte Glück, dass es zur Pause „nur“ 1:0 stand, da Cramer eine weitere große Chance liegen ließ.

Wie nach dem Spielverlauf zu erwarten war, blieb der SSV Jeddeloh II das dominierende Team. Erneut war es ein früher Treffer, der die Vorentscheidung brachte. Auf Vorarbeit von Steinwender stellte Bothe auf 2:0 (50.). Nur wenig später legte Touray nach einer Ecke das 3:0 nach (63.). Der HSC Hannover wirkte in dieser Phase von der Angriffswucht der Hausherren überfordert, bevor Gaida mit einem wuchtigen Distanzschuss für den 4:0-Endstand sorgte. In der Schlussphase verhinderte Jeddelohs Keeper Fengler noch den möglichen Ehrentreffer, ansonsten blieb es beim klaren und ungefährdeten Heimsieg. Der HSC rutscht damit immer tiefer in den Tabellenkeller, der auf Platz 15 nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten Altona 93 hat.

SV Werder Bremen II – Bremer SV 1:2

Heiß her ging es im Bremer Stadtderby, in dem sich der Bremer SV knapp mit 2:1 gegen Werder Bremen II durchsetzen konnte. Zunächst startete Werder II besser und hatte insgesamt mehr vom Spiel. Verdient gingen die Hausherren nach einer Ecke in Führung – Kasper verwertete die Hereingabe per Kopf zum 1:0 (15.). Allerdings hielt die Führung nicht lange, denn nur wenige Minuten später bekam der Bremer SV nach einem Foulspiel im Strafraum einen Elfmeter, den Schmidt verwandelte (23.). Auch nach dem Rückschlag blieb Werder das aktivere Team, auch wenn es nur selten gefährlich wurde. So ging es mit einem überwiegend gerechten 1:1 in die Pause.

Direkt nach dem Seitenwechsel schlug der BSV dann eiskalt zu. Ex-Werderaner Dudock nutzte eine Flanke und brachte die Gäste gegen seinen Ex-Klub mit 2:1 in Führung (48.). Im Anschluss zog sich der Bremer SV etwas zurück und lauerte auf Konter. Werder drückte zwar, aber es fehlte weiterhin im letzten Drittel die Konsequenz. Die beste Chance vergab Musah frei vor dem Tor, als er den Ball über den Kasten lupfte. Auch in der Nachspielzeit wollte der Ausgleich nicht mehr fallen. Am Ende blieb es beim knappen Derbysieg für den Bremer SV. Eine unschöne Aktion gab es noch zum Ende der Partie, als Smarkalev und Faltyn nach einer Rudelbildung noch die rote Karte sahen.

Eintracht Norderstedt – FSV Schöningen 3:1

Eintracht Norderstedt feiert im Abstiegskampf einen wichtigen Erfolg und gewinnt gegen den FSV Schöningen mit 3:1. Vor dem Spiel waren die Rollen eigentlich klar verteilt: Der FSV hatte sich im Mittelfeld etwas Luft verschafft, während Norderstedt dringend Punkte brauchte – der erste Sieg seit Anfang März musste her. Zunächst sah man den Hausherren in einer ruhigen Anfangsphase den Siegeswillen jedoch nicht an. Erst nach rund 20 Minuten setzte Camacho über links durch und bediente Behounek in der Mitte, der nur noch zum 1:0 einschieben musste (19.). Jedoch zeigte sich der FSV Schöningen unbeeindruckt und war um eine Antwort bemüht. Harant traf jedoch nur die Unterkante der Latte (25.). Auch danach blieb es bis zur Pause bei einer ansehnlichen Partie mit Chancen auf beiden Seiten, aber ohne weiteren Treffer.

Direkt nach dem Seitenwechsel fiel dann aber der Ausgleich: Erneut war es Harant, der sich abschlusssstark präsentierte und den Ball nach einem schnellen Angriff zum 1:1 ins Eck jagte (46.). Von diesem Zeitpunkt an war Schöningen sogar etwas näher an der Führung. Doch nach rund einer Stunde änderte sich das wieder und Norderstedt fand zum Spiel der ersten Hälfte zurück. In der Schlussphase schlug dann die Eintracht zu: Zimmer blieb frei vor dem Tor eiskalt und stellte auf 2:1 (77.). Schöningen warf danach nochmal alles nach vorne, kam jedoch nicht mehr zum Ausgleich. Stattdessen machte Köhl kurz vor Schluss alles klar. Sein abgefälschter Schuss bedeutete den 3:1-Endstand (88.). Damit meldet sich Norderstedt im Abstiegskampf zurück und schiebt sich auf Platz 14.

VfB Lübeck – 1. FC Phönix Lübeck 3:1

VfB Lübeck gegen den 1. FC Phönix Lübeck – es war ein ganz besonderes Stadtderby, das die 5000 Zuschauer an der Lohmühle zu sehen bekamen. Im 150. Aufeinandertreffen setzte sich der VfB trotz Rückstand und nach einer starken zweiten Hälfte durch und feiert einen großen Derbysieg. Die Partie begann direkt hitzig, schon in der ersten Minute gab es Gelb. Sportlich dauerte es dann bis zur 19. Minute, ehe es erstmals klingelte. Es waren die Gäste, die durch Markvoort das erste Highlight setzten. Per Hacke traf der Angreifer aus kurzer Distanz zur Gästeführung. Danach hatte Phönix etwas mehr vom Spiel, doch kurz vor der Pause schlug der VfB zurück. Nach einer Vorlage von Thiel traf Karimani zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt zum 1:1 (45.) – ein eher schmeichelhaftes Remis zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der VfB wild entschlossen und wesentlich frischer. So drehte der Gastgeber nach nur zehn Minuten im zweiten Abschnitt nach einer Ecke und dem Treffer durch Wardak die Partie (55.). Phönix versuchte zwar zu reagieren, blieb im letzten Drittel aber zu harmlos. Ein Handspiel im Strafraum gab den Hausherren die große Chance zur Vorentscheidung. Den fälligen Elfmeter verwandelte Polat souverän (75.). In der Schlussphase tauchte nochmals der Torschütze zum 1:0 auf, doch diesmal scheiterte Markvoort am Querbalken. Mehr ließ der VfB aber nicht zu und brachte den Derbysieg sicher über die Zeit. Damit rücken die Grün-Weißen in der Tabelle bis auf einen Zähler an den Stadtrivalen heran.

VfB Oldenburg – FC St. Pauli II 4:1

Der VfB Oldenburg gewinnt zuhause souverän gegen den FC St. Pauli II und wahrt sich die Restchance im Titelrennen. Von Anfang an zeigte der VfB, wer das Sagen hat, und hatte früh einige vielversprechende Aktionen: Zum einen traf Deichmann den Querbalken, zum anderen verfehlte Boccaccio mit seinem Freistoß das Tor nur knapp. Der Druck blieb hoch, die Führung ließ aber bis kurz vor der Pause auf sich warten. Erneut brachte Boccaccio einen Freistoß gefährlich vors Tor, sodass Schröder am zweiten Pfosten nur noch zum 1:0 einschieben musste (37.). Wenige Minuten später erhöhte der VfB verdient auf 2:0. Erst scheiterte Brand noch am Pfosten, doch Loubongo reagierte am schnellsten und staubte ab (42.).

Am dominanten Auftritt der Oldenburger änderte auch die Halbzeit nichts. Auch danach kontrollierten die Gastgeber das Spiel. Nach zehn Minuten in der zweiten Hälfte fälschte Boccaccio einen Schuss von Anubodem unhaltbar zum 3:0 ab (55.). Was war eigentlich von den Gästen in der Offensive zu sehen? Nichts! St. Pauli kam bis zur Schlussphase kaum im Angriffsdrittel zur Geltung. Dann allerdings sehenswert, als Herrmann plötzlich frei vor dem Tor auftauchte und dem VfB-Keeper mit seinem Lupfer keine Chance ließ – nur noch 1:3 (81.). Mehr war für die Gäste aber nicht drin. Den Schlusspunkt setzte dann wieder Oldenburg: Demaj traf in der 85. Minute mit einem abgefälschten Distanzschuss zum 4:1-Endstand. Damit bleibt der VfB Oldenburg Spitzenreiter Meppen auf den Fersen.

Hamburger SV II – Kickers Emden 0:2

Es war das erwartet enge Duell zwischen dem Hamburger SV II und den Kickers Emden zum Abschluss des 30. Spieltags der Regionalliga Nord. Das bessere Ende einer hektischen Schlussphase hatten die Gäste, die sich mit zwei späten Toren den Dreier sichern. Über weite Strecken passierte wenig Aufregendes, denn beide Teams neutralisierten sich weitgehend. So richtig wild wurde es erst in den Schlussminuten. Denn wenige Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit schlug Emden in Person von Eickhoff zum 0:1 für die Kickers zu (87.).

Logisch, dass der HSV II vor heimischem Publikum nichts unversucht lassen wollte und sich im Anschluss daran alles nach vorne warf. Die dadurch entstandenen Freiräume wussten die Gäste aber eiskalt zu nutzen. Schon tief in der Nachspielzeit erhöhte Steffens auf 2:0 und machte mit seinem Treffer den Deckel drauf (90.+2). Nur drei Minuten später wurde es erneut hektisch, diesmal jedoch nicht im sportlichen Sinn, denn Hamburgs Kiveta sah in der fünften Minute der Nachspielzeit auch noch die rote Karte. Der Frust aufseiten der Hausherren ist groß, Kickers Emden aber freut sich über den effizienten Auftritt in Hamburg, der sie in der Tabelle auf den zehnten Platz bringt.