Regionalliga West: Zusammenfassung des 31. Spieltags

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Fortuna Köln gewinnt am 31. Spieltag der Regionalliga West souverän gegen das Tabellenschlusslicht SC Wiedenbrück und steuert auf die Meisterschaft zu. Bedingt durch den Punktverlust von Rot-Weiß Oberhausen haben die Fortunen einen beruhigenden Acht-Punkte-Vorsprung, auch wenn RWO noch ein Spiel in der Hinterhand hat. Torreich verliefen die Begegnungen zwischen dem SSVg Velbert, der sich ein Unentschieden gegen den 1. FC Köln II rettete. Auch der SV Rödinghausen kam gegen den FC Schalke 04 II nicht über ein Remis hinaus und verspielte eine 2:0-Führung. Zum Abschluss des Spieltags trennten sich der VfL Bochum II und Borussia Mönchengladbach II mit einem Unentschieden.

FC Gütersloh – Sportfreunde Lotte 3:0

Der FC Gütersloh revanchierte sich im Duell mit den Sportfreunden Lotte für das Pokal-Aus vor wenigen Wochen und fuhr einen klaren Heimsieg ein. Besonders nach der 0:5-Klatsche gegen die Sportfreunde Siegen in der Vorwoche wollte der FCG eine Reaktion zeigen. Schon von Beginn an hatten die Gastgeber mehr Zug zum Tor und wirkten präsenter in den Zweikämpfen. Auch wenn die ganz große Torgefahr lange ausblieb, erarbeiteten sich die Hausherren zunehmend Feldvorteile. Kurz vor der Pause gingen sie dann verdient in Führung: Nach einer flachen Hereingabe von rechts war Frese zur Stelle und drückte den Ball im Fallen zum 1:0 über die Linie (43.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Gütersloh am Drücker. Nur rund 15 Minuten nach Wiederbeginn zahlte sich das aggressive Pressing der Hausherren aus. Langfeld legte den Ball quer und Frese vollendete zum 2:0 (60.). Lotte fand keine Antwort auf das energische Spiel der Gütersloher, die die Partie weiter kontrollierten. Nach einer Ecke sorgte Frieling mit seinem Kopfball zum 3:0 für die Vorentscheidung (69.). Nur wenig später hätte es sogar noch deutlicher werden können, doch Liehr traf nach einem weiteren Standard nur den Pfosten. Am Ende steht ein klarer und verdienter 3:0-Erfolg für den FC Gütersloh, der damit eine starke Reaktion auf die jüngste Negativserie zeigte.

Fortuna Düsseldorf II – Sportfreunde Siegen 0:0

Trotz Elfmeter und Überzahl kommen die Sportfreunde Siegen nicht über ein torloses Remis gegen Fortuna Düsseldorf II hinaus. Nach dem deutlichen 5:0 gegen Gütersloh wollte die Schommers-Elf den Schwung mitnehmen, doch die Partie brauchte etwas, um Fahrt aufzunehmen. Vieles spielte sich zunächst zwischen den Strafräumen ab. Die beste Gelegenheit hatte Siegen kurz vor der Pause vom Punkt: Willms übernahm die Verantwortung, scheiterte aber an Fortuna-Keeper Czako. Auch der Nachschuss von Tokac brachte nichts ein.

Etwas anders verlief die zweite Hälfte, in der Fortuna besser ins Spiel kam und durch Garlipp sogar die Möglichkeit zur Führung hatte. Sein Abschluss landete jedoch nur am Außennetz. Kurz darauf mussten die Düsseldorfer nach einer Ampelkarte gegen Amaniampong die Partie in Unterzahl zu Ende bringen (57.). Doch auch aus der Überzahl kreierte Siegen erstaunlich wenig Offensivgefahr. Die beste Chance vergab Willms mit einem Distanzschuss (75.). In der Schlussphase sorgte Kader mit einem akrobatischen Seitfallzieher noch einmal für ein Highlight, doch auch dieser Ball strich knapp vorbei. So blieb es am Ende beim 0:0 in Düsseldorf.

Bonner SC – SC Paderborn 07 II 1:1

Nach einer umkämpften Partie trennten sich der Bonner SC und der SC Paderborn 07 II mit einem leistungsgerechten Unentschieden. Der Start gehörte den Gästen, die nach einer kuriosen Szene früh in Führung gingen. Nach einem weiten Einwurf in den Strafraum wollte Damaschek klären, köpfte den Ball dabei jedoch unglücklich ins eigene Tor (11.). Danach entwickelte sich eine Partie mit viel Kampf und wenigen Torraumszenen. Bonn kam kurz vor der Pause durch Cueto beinahe zum Ausgleich, doch sein Abschluss klatschte nur an die Latte.

Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Hausherren deutlich und übernahmen mehr und mehr das Spielgeschehen. Paderborn beschränkte sich auf die Defensive, was zunächst auch gelang. Doch in der 70. Minute sah Kiewitt nach einem Foul die Gelb-Rote Karte – eine Situation, die das Spiel maßgeblich beeinflusste. Nur drei Minuten später fiel der Ausgleich: Koruk verarbeitete einen hohen Ball stark mit dem ersten Kontakt und verwertete anschließend trocken zum 1:1 (73.). Danach drückten die Gastgeber auf den Sieg, fanden aber kaum noch Lücken in der kompakten Defensive des SCP II. Auf der anderen Seite musste BSC-Schlussmann Bördner noch einmal eingreifen, um einen möglichen Auswärtssieg zu verhindern. Am Ende blieb es beim Unentschieden, das über den gesamten Spielverlauf in Ordnung geht.

Rot-Weiß Oberhausen – Wuppertaler SV 2:2

Rot-Weiß Oberhausen musste gegen den Abstiegskandidaten Wuppertaler SV einen Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen. Dabei legte RWO früh los: Nach wenigen Minuten verlängerte Kesim eine Freistoßflanke zur frühen 1:0-Führung (5.). Überraschenderweise überließ der Favorit den Gästen den Ball, die jedoch in der ersten Halbzeit nur wenig damit anfangen konnten. Die besseren Chancen hatte weiterhin Oberhausen, doch Hong und Halangk scheiterten am stark reagierenden WSV-Schlussmann Adamidis.

Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel lange eher unspektakulär. Dann nutzte Wuppertal eine Standardsituation: Nach einer Ecke landete der Ball bei Hirscherger, der aus dem Gewühl heraus – noch leicht abgefälscht – zum 1:1 traf (58.). Danach tat sich RWO schwer, erneut Druck aufzubauen und einen weiteren Treffer zu erzwingen. Zwar hatten Kesim und Krohn Möglichkeiten zur erneuten Führung, doch die ganz große Durchschlagskraft fehlte. Stattdessen gingen die Gäste sogar spät in Führung. Nach einem langen Ball setzte sich Aydogan stark durch, zog nach innen und traf zur überraschenden 2:1-Führung (84.). Nun musste Rot-Weiß Oberhausen mehr riskieren, um zumindest einen Punkt zu retten. In der Nachspielzeit warfen die Hausherren alles nach vorne und wurden belohnt. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld war Ngyombo zur Stelle und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:2-Ausgleich ein. Kurz darauf hätte es auf der Gegenseite beinahe erneut geklingelt, doch Saric verpasste die erneute Führung für den WSV. Am Ende steht ein spätes Remis, das Rot-Weiß Oberhausen den Traum vom Aufstieg nahezu vernichtet, da es Spitzenreiter Fortuna Köln besser machte.

Fortuna Köln – SC Wiedenbrück 2:0

Fortuna Köln hat im Aufstiegsrennen zurück in die Spur gefunden und einen vorentscheidenden Heimsieg gegen den SC Wiedenbrück eingefahren. Gegen das Schlusslicht tat sich der Tabellenführer zwar lange schwer, setzte sich am Ende aber verdient durch. Dabei war der Spielverlauf gar nicht so deutlich, wie es die Tabellenkonstellation vermuten ließ. Der SC Wiedenbrück versteckte sich keineswegs und hatte durch Doumbouya sogar die frühe Führung auf dem Fuß. Der Klassenprimus brauchte vor eigenem Publikum eine gewisse Zeit, um ins Spiel zu kommen, erarbeitete sich dann aber durch Garcia erste Chancen. Mitte der ersten Hälfte erzielten die Hausherren schließlich den erlösenden Führungstreffer: Wirtz bewies nach einer Ecke am zweiten Pfosten den richtigen Riecher und schob zum 1:0 ein (20.). Dadurch bekam Fortuna zunehmend Ruhe ins eigene Spiel und übernahm die Kontrolle. Die Gäste blieben jedoch nach schnellen Umschaltsituationen gefährlich.

Das setzte sich auch im zweiten Durchgang fort. Während die Kölner das Spiel bestimmten, hielt Wiedenbrück ordentlich dagegen. Nach knapp einer Stunde fiel dann aber die Vorentscheidung: Afamefuna brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Bornemann hineingrätschte und auf 2:0 stellte (59.). Fortuna hatte das Spiel nun im Griff und hätte sogar erhöhen können, unter anderem traf Thier nur die Latte. Auch weitere Chancen durch Wirtz und Michelbrink blieben ungenutzt. Am Ende steht ein verdienter 2:0-Erfolg für Fortuna Köln, durch den die Hausherren den Aufstieg nahezu in der Tasche haben – auch, weil Verfolger Oberhausen im Parallelspiel Punkte liegen ließ. Für Wiedenbrück geht es trotz engagierter Leistung weiter Richtung Oberliga.

SSVg Velbert – 1. FC Köln II 3:3

Was für ein wildes Spiel in Velbert! Die SSVg Velbert und der 1. FC Köln II trennen sich nach einer hochintensiven Partie inklusive zweier Elfmeter in der Schlussphase mit einem Unentschieden. Die vom Abstieg bedrohten Hausherren legten einen Traumstart hin und gingen früh in Führung: Nach einer Ecke stocherte Duschke den Ball mit etwas Glück zum 1:0 über die Linie (6.). Doch die Antwort der Kölner ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Doppelchance, die zunächst ungenutzt blieb, sorgte Harchaoui mit einem satten Distanzschuss über den Innenpfosten für das 1:1 (13.). In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Nach rund einer halben Stunde ging Velbert erneut in Führung. Büyükarslan zog dynamisch Richtung Tor und verwertete eine starke Hackenablage von Mockschan sehenswert zum 2:1. Kurz vor der Pause hätten die Hausherren sogar erhöhen können, doch Büyükarslan traf per Seitfallzieher nur den Pfosten.

Nach dem Seitenwechsel wurde es zunächst ruhiger. Ein vermeintlicher Ausgleichstreffer der Kölner wurde wegen Abseits aberkannt. Kurz vor Beginn der Schlussviertelstunde gelang den Gästen dann doch der Ausgleich: Nach einer Ecke war Ajani zur Stelle und köpfte zum 2:2 ein (73.). Die Schlussphase hatte es in sich, da beide Teams unbedingt den Sieg wollten. Fünf Minuten vor Schluss bekamen die Junggeißböcke einen Elfmeter, den Adamyan souverän verwandelte (85.). Damit drehten die Gäste das Spiel – zumindest vorerst. Doch Velbert gab sich nicht geschlagen. Nachdem Ametov eine Chance liegen ließ, gab es auf der Gegenseite ebenfalls Strafstoß für die Gastgeber. Machtemes übernahm die Verantwortung und traf in der Nachspielzeit zum verdienten 3:3-Ausgleich (90.+5). Am Ende steht ein packendes Remis, das vor allem für die SSVg Velbert einen wertvollen Punkt im Abstiegskampf bringt.

SV Rödinghausen – FC Schalke 04 II 3:3

Was für ein Einsatz des SV Rödinghausen, der erst eine 2:0-Führung verspielt und sich am Ende einen Punkt rettet und damit zumindest ein kleines Polster auf die Abstiegsränge bewahren kann. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Nach nur acht Minuten brachte Probst den SVR nach Vorarbeit von Kuhlmann in Führung (8.). Rödinghausen blieb dran und legte zehn Minuten später nach: Wieder war Kuhlmann beteiligt, diesmal bediente er Bauer, der Keeper Podlech umkurvte und zum 2:0 einschob (18.). Doch der S04 II zeigte sich davon nur kurz geschockt. Nach einer kurzen Ecke traf Dietrich wenig später zum Anschluss (22.), und nur drei Minuten später war das Spiel wieder vollkommen offen, als Ott das Durcheinander im Strafraum nutzte und zum 2:2 einschob (25.). In der Folge hatten die Gäste sogar Vorteile und hätten die Partie noch vor der Pause komplett drehen können.

Das holten sie dann direkt nach Wiederanpfiff nach. Touré verarbeitete eine Flanke stark und traf zur 2:3-Führung für die Gäste (47.). Rödinghausen wirkte nun lange ideenlos und kam kaum zu klaren Chancen. Erst in der Schlussphase erhöhten die Hausherren wieder den Druck – und kamen durch einen Doppelpack von Probst doch noch zum 3:3-Ausgleich (88.). Die lange Nachspielzeit überstand Rödinghausen, auch wenn sie diese nach dem Platzverweis gegen Dantas in Unterzahl bestreiten mussten.

1. FC Bocholt – Borussia Dortmund II 1:1

Am Ende trennen sich der 1. FC Bocholt und Borussia Dortmund II mit einem leistungsgerechten Unentschieden. Den besseren Start in die intensive, aber recht chancenarme Begegnung erwischten die Gäste aus Dortmund. Die Heimelf hatte mit einigen Unsicherheiten im Spielaufbau zu kämpfen und hatte Glück, dass der BVB II daraus kein Kapital schlagen konnte. Erst nach rund 20 Minuten kam Bocholt besser ins Spiel und näherte sich durch Euschen (27.) und Lanius (32.) gefährlich an. Dann jubelten die Gastgeber über die Führung, nachdem eine Hereingabe von Budimbu irgendwie den Weg zu Lorch fand, der per Kopf einnetzte (35.). Damit bestätigte er seine Vertragsverlängerung, die erst im Laufe der Woche bekannt gegeben wurde. Mit dem kleinen Vorteil für den 1. FC Bocholt ging es auch in die Kabine.

Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild wie im ersten Abschnitt, allerdings mit einem effizienteren Gast. Mit der ersten wirklich gefährlichen Aktion erzielte Krevsun den Ausgleich, nachdem er den Ball nach einer Flanke perfekt traf und im Tor unterbrachte (64.). In der Schlussphase hatte Bocholt noch einmal die Chance auf den Sieg, doch Euschen konnte eine gute Ablage von Lorch nicht verwerten (81.). So blieb es am Ende bei der Punkteteilung, die für beide Teams nicht mehr von großer Bedeutung ist.

VfL Bochum II – Borussia Mönchengladbach II 1:1

Im Duell zweier Reserveteams haben sich der VfL Bochum II und Borussia Mönchengladbach II zum Abschluss des 31. Spieltags der Regionalliga West mit einem 1:1-Unentschieden getrennt. Dabei waren die Gäste über weite Strecken die aktivere Mannschaft, ließen aber zu viele Chancen liegen – auch wegen eines überragenden Bochumer Keepers Benjamin Bußmann. Gladbach startete druckvoll und kam früh zu guten Möglichkeiten. Die beste Chance war in der 23. Spielminute ein abgefälschter Schuss von Berko, der am Pfosten landete. Wenig später verpasste Urbich per Kopf knapp die Führung der Gäste. Nach einer halben Stunde belohnten sich die Borussen dann aber: Mit einem langen Ball hebelten die Gladbacher die Bochumer Hintermannschaft aus, Urbich blieb frei vor Bußmann eiskalt und traf zum verdienten 1:0 (33.).

Kurz vor der Pause hätte Bochum beinahe ausgeglichen, doch Neutgens rettete stark gegen Sanchez Fernandez (37.). Auch nach dem Seitenwechsel blieb Gladbach zunächst gefährlicher. Erneut stand einem Gladbacher Treffer das Aluminium im Weg, als Urbich nur die Latte traf (48.). Danach steigerte sich Bochum, auch wenn die großen Chancen lange ausblieben. Die Wende leitete dann der starke VfL-Keeper Bußmann ein. Erst parierte er gegen Walde stark und verhinderte das 0:2 (76.). Im direkten Gegenzug fiel der Ausgleich: Keumo setzte sich durch, legte quer und Köster schob aus kurzer Distanz zum 1:1 ein (77.). In der Schlussphase hatten beide Teams noch die Entscheidung auf dem Fuß. Wieder war es Bußmann, der Gladbach die Führung verweigerte (79.), ehe er kurz vor Schluss auch einen Rückpass-Patzer gerade noch ausbügelte (85.). So blieb es am Ende bei einem intensiven und leistungsgerechten Remis.