Regionalliga Bayern: Zusammenfassung des 33. Spieltags

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Der 33. Spieltag der Regionalliga Bayern brachte die Entscheidung an der Tabellenspitze: Der 1. FC Nürnberg II setzt sich nach einem torlosen Remis in Bayreuth die Krone auf und feiert die Meisterschaft. Dahinter sichern sich die Würzburger Kickers nach einem klaren Sieg im Topspiel gegen die SpVgg Unterhaching den zweiten Platz und somit die Teilnahme am DFB-Pokal sowie an der Aufstiegsrelegation. Im Tabellenkeller bleibt es dagegen nach wie vor eng. Der FC Augsburg II sichert sich gegen Greuther Fürth II drei wichtige Zähler, und auch der TSV Schwaben Augsburg feiert im Rennen um den letzten Nichtabstiegsplatz einen Sieg. Eine klare Pleite hingegen kassiert die SV Viktoria Aschaffenburg, die im letzten Spiel nur noch die Möglichkeit auf die Relegation hat.

TSV Buchbach – SV Viktoria Aschaffenburg 6:3

Der TSV Buchbach beendet mit dem Neun-Tore-Wahnsinn gegen die SV Viktoria Aschaffenburg seine Negativserie. Dabei profitierten die Hausherren von einer zunächst schläfrigen Gäste-Elf, deren zwischenzeitliche Aufholjagd nicht belohnt wurde. Buchbach legte los wie die Feuerwehr: Schon nach wenigen Minuten traf Stoßberger per sehenswertem Volley zur frühen Führung (8.). Und der TSV blieb dran – mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Minuten machten die Hausherren den Fehlstart von Aschaffenburg perfekt. Erst erhöhte Stoßberger (18.), sechs Minuten später stellte Ammari auf 3:0 (24.).

Doch das war ein echter Weckruf für die Viktoria, die innerhalb von fünf Minuten auf 3:2 herankamen. Zunächst verkürzte Berg per Kopf auf 3:1 (28.), danach brachte Obolkin die Gäste mit dem 3:2 sogar wieder zurück ins Spiel (33.). Plötzlich war alles offen. Mit dem Wiederanpfiff zum zweiten Abschnitt ging auch das Spektakel weiter, denn nur zehn Minuten waren gespielt, da stellte Gashi für Buchbach auf 4:2 (55.). Die Antwort des SVA ließ jedoch nicht lange auf sich warten und Obolkin verkürzte mit seinem Doppelpack erneut (61.). Wieder war in dem verrückten Spiel alles möglich, allerdings fehlte den Gästen die Stabilität in der Defensive. In der Schlussviertelstunde fiel dann die Vorentscheidung, als Heiland mit dem 5:3 den Gästen den Wind aus den Segeln nahm (75.). Den unglücklichen Schlusspunkt zum 6:3 besorgte schließlich Borger mit seinem Eigentor in der Nachspielzeit (90.+3). Die bangen Blicke der Aschaffenburger richteten sich jetzt auf die SpVgg Fürth II, die erst am Samstag gegen den FC Augsburg II gefordert war.

FC Memmingen – DJK Vilzing 1:1

Der FC Memmingen kommt im letzten Heimspiel der Saison gegen die DJK Vilzing trotz langer Überzahl und Führung nicht über ein 1:1 hinaus. Die Gäste aus der Oberpfalz starteten zunächst etwas besser in die Partie und hatten durch Özbay die frühe Führung auf dem Fuß (6.). Memmingen brauchte ein paar Minuten, fand dann aber über schnelle Umschaltmomente ins Spiel. Beide Teams lieferten sich in dieser Phase einen offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten.

Gegen Mitte der ersten Hälfte ging der FCM dann in Führung: Günes setzte nach einem Abpraller nach und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie (25.). Doch Vilzing kam noch in der ersten Hälfte zurück: Kurz vor der Pause gab es Elfmeter für die Gäste, den Jünger sicher zum 1:1 verwandelte (40.). Nach dem Seitenwechsel hätte Memmingen direkt wieder vorlegen können, ließ die Chance nach wenigen Sekunden aber liegen (47.). Alles sprach dann für die Gastgeber, die nachdem Härtl nach einer Notbremse vom Platz gestellt wurde, über eine halbe Stunde in Überzahl agieren konnten (55.).

In der Folge verlagerte sich das Spiel klar in Richtung Gästetor. Memmingen drückte, kam aber trotz zahlreicher Gelegenheiten nicht mehr zum entscheidenden Treffer: Roth und Kresin scheiterten mit einer Doppelchance (57.), Günes (79.) und in der Nachspielzeit Lutz (90.+5) scheiterten am starken Schlussmann. Damit blieb es bei einem aus Gästesicht glücklichen Unentschieden und der FC Memmingen trauert den vergebenen Möglichkeiten hinterher.

FC Bayern München II – VfB Eichstätt 1:1

Der FC Bayern München II und der VfB Eichstätt trennen sich im Grünwalder Stadion mit einem 1:1-Unentschieden. Die Anfangsphase war auf beiden Seiten von Vorsicht geprägt. Beide Teams tasteten sich ab, wirkliche Torchancen blieben zunächst Mangelware. Erst nach rund 20 Minuten wurde Eichstätt etwas mutiger, ohne aber wirklich gefährlich vor dem Tor aufzutauchen. Auch die Bayern-Amateure brauchten Geduld – der erste nennenswerte Abschluss von Rüger landete in den Armen des VfB-Schlussmanns (40.).

Auch nach dem Seitenwechsel zeigte sich den 869 Zuschauern ein ähnliches Bild. Wenig Risiko, viel Mittelfeldgeplänkel sorgt für eine zähe Angelegenheit. Erst ab der Stundenmarke erhöhte der FCB II den Druck und der eingewechselte Gashi verpasste per Kopf die Führung (64.). Eine Viertelstunde später kassierte Deziel die Ampelkarte und brachte den VfB damit in Bedrängnis (74.). Schnell schienen die Bayern die Überzahl nutzen zu können. Der eingewechselte Lambe traf bei seinem Regionalliga-Debüt nach starkem Steckpass zur 1:0-Führung (79.). Doch die Eichstätter zeigten sich kämpferisch und kamen nach fünf Minuten durch Meixner, der ebenfalls frisch in der Partie war, zum 1:1 (84.). In der Schlussphase hatten beide Teams noch den Lucky Punch auf dem Fuß. Spies scheiterte aus dem Gewühl knapp (90.+2), und auf der Gegenseite verpasste Lambe nur wenige Sekunden später seinen zweiten Treffer hauchdünn. So bleibt am Ende ein leistungsgerechtes Remis in einer unspektakulären Partie, die durch kluge Spielerwechsel etwas an Schwung bekam.

SpVgg Bayreuth – 1. FC Nürnberg II 0:0

Der 1. FC Nürnberg II sichert sich mit einem torlosen Remis bei der SpVgg Bayreuth am 33. Spieltag der Regionalliga Bayern den ersten Meistertitel des Nachwuchsteams vom 1. FC Nürnberg. Dass es gegen unangenehme Bayreuther kein Selbstläufer werden würde, zeigte sich schnell. Nürnberg übernahm zwar wie erwartet die Kontrolle über Ball und Spiel, doch Bayreuth verteidigte kompakt und blieb über Umschaltmomente immer wieder gefährlich. Die beste Chance der ersten Halbzeit gehörte sogar den Gastgebern: Bucher kam nach einer Flanke frei zum Kopfball, doch FCN-Keeper Lisewski reagierte stark und verhinderte den Rückstand (12.). Auch danach blieb das Bild ähnlich: Nürnberg hatte mehr Ballbesitz und suchte geduldig nach Lücken, während Bayreuth immer wieder nach Ballgewinnen schnell umschaltete. Wirklich zwingend wurde der Tabellenführer lange nicht.

Etwas zielstrebiger wurden die Clubberer kurz nach dem Seitenwechsel. Nach einer Ecke hatten die Gäste die größte Gelegenheit, doch die Bayreuther Defensive kratzte den Ball in höchster Not noch von der Linie (59.). Später scheiterte auch Maboulou am starken SpVgg-Schlussmann Zahaczewski (71.). In der Schlussphase flachte das Spiel ab und Nürnberg begnügte sich mit dem Unentschieden. Mit dem Schlusspfiff war die Meisterschaft für Coach Andreas Wolf und den 1. FC Nürnberg II perfekt.

Würzburger Kickers – SpVgg Unterhaching 4:0

Topspiel stand drauf – Topspiel war drin! Die Würzburger Kickers sichern sich mit einem klaren 4:0-Erfolg gegen die SpVgg Unterhaching den zweiten Platz und damit die Teilnahme am DFB-Pokal. Dabei sah es lange nicht nach einer eindeutigen Angelegenheit aus, denn im ersten Durchgang bestimmten hauptsächlich die Gäste das Geschehen. Unterhaching ließ Ball und Gegner gut laufen, hatte deutlich mehr Kontrolle und kam auch zu den besseren Chancen. Die größte Gelegenheit vergab Pfeifer nach einer Ecke, als sein Kopfball knapp am Pfosten vorbeiging (13.). Würzburg tat sich offensiv zunächst schwer und fand kaum Lösungen gegen die gut organisierte Hachinger Mannschaft. Erst kurz vor der Pause wurde es einmal gefährlich, doch Nischalke kam nach starker Vorarbeit von Omore nicht mehr entscheidend zum Abschluss.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich dann ein anderes Bild. Die Kickers kamen deutlich aggressiver und zielstrebiger aus der Kabine und hätten durch Thomann eigentlich früh in Führung gehen müssen, doch der vergab freistehend (55.). Nur sechs Minuten später klingelte es dann doch im Kasten, nachdem Bonga nach einem schnellen Angriff den Ball traumhaft in den Winkel setzte (61.). Es war der Anfang vom Ende der Spielvereinigung: Nur vier Minuten später legten die Gastgeber durch Nischalke nach, der auf 2:0 erhöhte (65.). Wieder dauerte es nur drei Minuten, bis Hägele sogar auf 3:0 stellte (68.). Noch vor der Schlussviertelstunde machte Nischalke mit seinem Doppelpack dann endgültig den Deckel drauf (72.). In der Schlussphase spielte Würzburg die Partie souverän herunter. So steht am Ende ein klarer Sieg, der vor allem durch eine furiose zweite Halbzeit zustande kam. Mit Platz zwei sichern sich die Hausherren nicht nur die Teilnahme am DFB-Pokal, sondern dürfen nun auch voller Vorfreude auf die anstehenden Aufstiegsspiele blicken.

SV Wacker Burghausen – SpVgg Ansbach 3:0

Der SV Wacker Burghausen verabschiedet sich mit einem klaren 3:0-Heimsieg gegen die SpVgg Ansbach zumindest versöhnlich von den heimischen Fans. Nach einem verhaltenen Auftakt sorgte Hayer für das erste negative Highlight der Gäste, die nach der roten Karte gegen den Mittelfeldakteur über eine Stunde in Unterzahl überstehen mussten (23.). Burghausen übernahm danach zunehmend die Kontrolle, tat sich aber zunächst schwer, die personelle Überzahl in Zählbares umzumünzen. Erst kurz vor der Pause fiel der Treffer durch Gordok, der die Hausherren auf Kurs Heimsieg brachte.

Nach der Pause nutzte der SVW die numerische Überlegenheit konsequent aus. Erst erhöhte Agbaje nach rund einer Viertelstunde im zweiten Durchgang auf 2:0 und sorgte für deutlich entspanntere Verhältnisse im Stadion an der Salzach (58.). Nur wenige Minuten später machte Gordok mit seinem zweiten Treffer des Tages alles klar: In der 66. Minute stellte er auf 3:0 und entschied die Partie endgültig. Im weiteren Verlauf spielte Burghausen die Begegnung souverän zu Ende und ließ nichts mehr anbrennen. So endet das letzte Heimspiel der Saison mit einem klaren Erfolg für den SV Wacker Burghausen, der jedoch von der angepeilten Rückkehr in den Profibereich noch deutlich entfernt ist.

SpVgg Hankofen-Hailing – FV Illertissen 1:5

Die SpVgg Hankofen-Hailing steht nach der deutlichen 1:5-Heimniederlage gegen den FV Illertissen endgültig als erster Absteiger der Regionalliga Bayern fest. Dabei bekamen die Zuschauer zunächst eine spektakuläre Anfangsphase zu sehen – allerdings mit dem klar besseren Ende für die Gäste. Schon nach wenigen Minuten ging Illertissen in Führung, nachdem Stütz eine scharfe Hereingabe unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Hankofen war um eine direkte Antwort bemüht und hatte durch Gayring die große Chance zum Ausgleich (9.). Im Gegenzug bestrafte Illertissen jedoch die Nachlässigkeit im Abschluss, und Milic sorgte mit einem Lupfer für das 2:0 der Gäste (10.). Nur drei Minuten später zeigten die Hausherren Moral und kamen durch Wagner nach einer Ecke auf 1:2 heran (13.), doch defensiv blieb Hankofen viel zu anfällig. Quasi vom Anstoß weg stellte Glessing nach starkem Solo den alten Abstand wieder her (14.). Danach entwickelte sich die Partie immer mehr in eine Richtung – Illertissen erspielte sich Chance um Chance und hätte schon früh alles klarmachen können. Kurz vor der Pause fiel dann das 4:1: Nach einem Foul im Strafraum verwandelte Zeller den fälligen Elfmeter sicher (37.).

Damit war die Partie eigentlich entschieden, doch der FVI hatte noch einen im Köcher. Zunächst musste Hankofen zudem einen Platzverweis gegen Ertel hinnehmen, als dieser als letzter Mann die Notbremse zog (63.). Den Schlusspunkt setzte schließlich erneut Glessing, der per Kopf zum 5:1-Endstand traf und den hochverdienten Auswärtssieg perfekt machte (72.). Damit ist der Abstieg der „Dorfbuam“ endgültig besiegelt, und nach einem Jahr Regionalliga Bayern geht es zurück in die Bayernliga.

SpVgg Greuther Fürth II – FC Augsburg II 0:1

Die SpVgg Greuther Fürth II verliert das direkte Kellerduell gegen den FC Augsburg II in der Nachspielzeit und hat damit keine Chance mehr auf den direkten Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern. Angesichts der tabellarischen Ausgangslage entwickelte sich zunächst die erwartete vorsichtige Partie. Beide Mannschaften wollten vor allem Fehler vermeiden, entsprechend überschaubar blieb das Offensivspiel in der Anfangsphase. Die erste große Chance gehörte dann der FCA-Reserve: Nach einem Patzer in der Fürther Defensive lief Kastanaras alleine auf das Tor zu, bekam den Ball aber nicht an Keeper Menapace vorbei. Im Nachsetzen traf Onoda anschließend nur die Latte (18.). Auch danach wirkten die Gäste insgesamt gefährlicher, konnten ihre Vorteile aber nicht in Tore ummünzen. So ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich die SpVgg Fürth II deutlich mutiger und wäre beinahe selbst in Führung gegangen, doch Akhalaia scheiterte nach starker Vorarbeit von Adlung aus kurzer Distanz am stark reagierenden George im Augsburger Tor (49.). Insgesamt wurde die Partie nun offener, ohne dass sich eine Mannschaft klare Vorteile erspielen konnte. Vieles deutete bereits auf ein Unentschieden hin, doch da wurde die Rechnung ohne Hangl gemacht. Tief in der Nachspielzeit folgte der späte Schock für das kleine Kleeblatt, als Hangl aus rund 15 Metern flach abzog und zur späten Führung für die Augsburger traf (90.+2). Damit kommt der FC Augsburg II dem direkten Klassenerhalt einen Schritt näher – für Greuther Fürth II geht es nach aktuellem Stand ins Relegationsspiel um den Ligaverbleib.

TSV Schwaben Augsburg – TSV Aubstadt 3:1

Der TSV Schwaben Augsburg hält den Kampf um den direkten Klassenerhalt weiter offen und gewinnt sein Heimspiel gegen den TSV Aubstadt mit 3:1. Schon der Start in die Begegnung war schwungvoll, denn beide Teams suchten den Weg nach vorne, und die ersten Minuten boten direkt Chancen auf beiden Seiten. Den ersten Treffer erzielten schließlich die Schwabenritter nach etwas mehr als zehn Minuten, als Redier nach einer Ecke im Getümmel richtig stand und zur Führung traf (11.). Die Antwort der Gäste folgte aber prompt. Aubstadt erhielt dabei freundliche Unterstützung der Hausherren: Nach einem Fehler im Augsburger Spielaufbau blieb Grimm eiskalt und schob nach einem langen Ball ins leere Tor zum 1:1 ein (14.). Danach beruhigte sich das Spiel etwas. Beide Mannschaften agierten zwar weiterhin engagiert, wurden im letzten Drittel aber deutlich ungenauer. So ging es mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Pause.

Nach der Pause erwischten erneut die Hausherren den besseren Start und gingen nach wenigen Minuten wieder in Führung. Keereerom verwertete eine Flanke von rechts und stellte auf 2:1 (49.). Aubstadt hatte kurz darauf die große Chance zum Ausgleich, doch Weiß traf nur die Latte (58.). Die Entscheidung fiel dann gegen Mitte der zweiten Halbzeit, als Sodji in die Tiefe geschickt wurde und zum 3:1-Endstand traf. In der Folge moderierten die Schwabenritter das Spiel souverän und halten damit den Kampf um Platz 14 weiter offen. Am letzten Spieltag entscheidet sich damit, welches der beiden Augsburger Teams den direkten Klassenerhalt schafft und wer in das Relegationsspiel muss – ein echtes Herzschlagfinale im Tabellenkeller.