Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 33. Spieltags

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Der 33. Spieltag der Regionalliga Nordost bot alles, was das Fanherz begehrt. Von Spektakel über Tabellenführungswechsel bis hin zu erbittertem Kampf war alles dabei. Letzteren lieferte der 1. FC Lok Leipzig, der beim Greifswalder FC zwar nicht über ein Remis hinauskam, dank des besseren Torverhältnisses jedoch die Nase vor dem FC Carl Zeiss Jena behält. In bestechender Form befindet sich weiterhin die BSG Chemie Leipzig, die mit ihrem Heimsieg über den FC Eilenburg ihre Siegesserie ausbaut. Torreich ging es dagegen im Duell zwischen dem 1. FC Magdeburg II und dem SV Babelsberg zu, die sich nach einem wilden Hin und Her mit 6:4 trennten. Nicht ganz so viele Tore, aber nicht weniger unterhaltsam war der klare Heimerfolg von Rot-Weiß Erfurt über Hertha Zehlendorf.

Hallescher FC – FC Carl Zeiss Jena 0:2

Der FC Carl Zeiss Jena macht im engen Titelrennen der Regionalliga Nordost den nächsten Schritt und gewinnt beim Hallescher FC verdient mit 2:0. Damit übernahm Jena zumindest vorübergehend die Tabellenführung und setzte Spitzenreiter Lok Leipzig ordentlich unter Druck. Schon früh wollten die Gäste aus Jena das Spiel auf ihre Seite ziehen und hatten nach gut fünf Minuten die erste Großchance, als Prokopenko frei auf das Tor der Hallenser zulief, den Ball aber knapp neben den Pfosten setzte. Nur wenige Minuten später machte es Burmeister mit einem Heber über HFC-Keeper Müller hinweg besser – 1:0 (11.). Halle versuchte zwar, sich spielerisch zu befreien, und hatte phasenweise auch ordentliche Ansätze im Aufbau, wirklich gefährlich wurde der HFC jedoch nur selten. Jena blieb das klar zielstrebigere Team und legte noch vor der Pause nach: Nach einem schnellen Angriff legte Talabidi mustergültig auf Prokopenko quer, der den Ball kontrollierte und zum 2:0 einschob (42.).

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der HFC zwar den Druck, ließ im letzten Drittel jedoch die nötige Genauigkeit vermissen. Als dann auch noch Landgraf nach einer Gelb-Roten Karte vom Platz musste (63.), wurde der Weg zurück noch ein Stück schwieriger. Jena spielte die Überzahl abgeklärt herunter und verzichtete weitestgehend darauf, auf das dritte Tor zu gehen. Dennoch hatte Oudah Mitte der zweiten Hälfte mit einem Kopfball die Chance auf die Entscheidung, doch sein Abschluss klatschte nur an die Latte (71.). Auch danach kontrollierten die Gäste das Geschehen, während Halle kaum noch Lösungen gegen das souveräne Auftreten des FC Carl Zeiss fand. Damit gelang Jena ein wichtiger Auswärtserfolg, der ihnen die Tabellenführung bescherte und den 1. FC Lok Leipzig stark unter Druck setzte.

Hertha BSC II – VSG Altglienicke 1:1

Im Berliner Derby zwischen Hertha BSC II und der VSG Altglienicke gab es nach intensiven 90 Minuten keinen Sieger. Die Gäste aus Altglienicke starteten besser in die Begegnung und gingen Mitte der ersten Hälfte durch Ibrahimi in Führung. In der Folge konzentrierten sich die Gäste auf die Defensive und konnten Hertha II lange vom eigenen Tor fernhalten.

Die Gastgeber blieben jedoch dran und erhöhten nach der Pause den Druck. Mit Beginn der Schlussviertelstunde wurde diese Leistungssteigerung belohnt: Strasner traf zum 1:1-Ausgleich und brachte die Hertha-Reserve zurück ins Spiel (75.). In der Schlussphase wurde es dann noch einmal hitzig. Nach einer Roten Karte gegen Zwick musste Altglienicke die letzten Minuten in Unterzahl überstehen (83.). Trotz der numerischen Überlegenheit gelang es Hertha BSC II jedoch nicht mehr, die Partie komplett zu drehen. So blieb es bei einer gerechten Punkteteilung im Berliner Stadtduell zwischen Hertha BSC II und der VSG Altglienicke.

BSG Chemie Leipzig – FC Eilenburg 3:2

Die BSG Chemie Leipzig sicherte sich in einem ansehnlichen und umkämpften Kellerduell gegen den FC Eilenburg drei wichtige Punkte und machte den Klassenerhalt damit perfekt. Zunächst sorgten die Heimfans mit Rauchschwaden für eingeschränkte Sicht, sodass sich der Anpfiff verzögerte. Danach legte die BSG aber direkt los: Nur wenige Minuten waren absolviert, da setzte Lishek mit einem direkt verwandelten Freistoß das erste Highlight und brachte sein Team sehenswert in Führung (8.). Auch danach blieb Chemie Leipzig das klar bessere Team und ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen, verpasste aber mehrfach das zweite Tor. Erst nach und nach kam Eilenburg besser in die Partie und hatte durch Jarosch die große Chance auf den Ausgleich. Der Angreifer scheiterte jedoch am stark reagierenden BSG-Keeper Bergmann (23.). Auf der anderen Seite schlugen die Hausherren wenige Minuten später erneut zu: Akono erhöhte in der 32. Minute auf 2:0. Doch die Gäste gaben sich nicht auf und kamen noch vor der Pause zurück ins Spiel. Niemitz verkürzte in der 43. Minute aus spitzem Winkel auf 2:1 – plötzlich war wieder Spannung in der Partie.

Auch nach der Pause blieb das Spiel intensiv. Eilenburg kämpfte sich immer besser hinein, hatte jedoch Probleme mit den gefährlichen Nadelstichen der Gastgeber. Bis zum Beginn der Schlussviertelstunde hatten es die Gäste ihrem Torhüter Edelmann zu verdanken, der den FCE mit starken Paraden und etwas Glück bei einem Lattentreffer von Hoops (68.) im Spiel hielt. Dann war aber auch der Schlussmann machtlos, als Ratifo per Elfmeter zur vermeintlichen Vorentscheidung traf und auf 3:1 stellte (75.). Doch erneut kamen die Gäste zurück: Kosak verkürzte spät in der Partie auf 3:2 und machte das Spiel noch einmal richtig spannend (88.). In der Schlussphase warf der FC Eilenburg alles nach vorne, kam jedoch nicht mehr zum Ausgleich. Chemie überstand die hektischen letzten Minuten und brachte den Sieg über die Zeit. Damit sicherte sich Chemie Leipzig durch den starken Schlussspurt und eine deutliche Leistungssteigerung zum Saisonende den Klassenerhalt. Der FC Eilenburg hingegen muss den Gang in die Oberliga antreten.

Rot-Weiß Erfurt – Hertha Zehlendorf 5:2

Der FC Rot-Weiß Erfurt erledigte die Pflichtaufgabe gegen das Schlusslicht Hertha 03 Zehlendorf souverän und gewann am Ende deutlich mit 5:2. Der Start hätte für Erfurt kaum besser laufen können: Bereits in der 4. Minute verwandelte Ugondu einen Foulelfmeter zum 1:0. Nur wenig später legte er erneut vom Punkt nach und erhöhte auf 2:0 (13.). Nach dem starken Auftakt schalteten die Hausherren etwas zurück und ließen es ruhiger angehen. Doch die Passivität brachte die Gäste besser ins Spiel. Kurz vor der Pause nutzte Wachs einen schnellen Angriff zum 1:2-Anschlusstreffer für Zehlendorf (45.).

Nach der Pause erhöhte RWE dann wieder das Tempo und machte innerhalb weniger Minuten jegliche Hoffnung von Hertha Zehlendorf zunichte. Erst stellte Falcao per Kopf auf 3:1 (67.), ehe Hajrulla nur wenig später auf 4:1 erhöhte (71.). Spätestens mit dem zweiten Treffer von Falcao zum 5:1 (76.) war die Partie entschieden. Zehlendorf konnte in der Schlussphase durch Hebisch lediglich noch auf 2:5 verkürzen (89.). Am Ende stand ein klarer und ungefährdeter Heimsieg für den FC Rot-Weiß Erfurt, der seine Favoritenrolle eindrucksvoll bestätigte, mit dem anbahnenden Abgang von Torjäger Ugondu jedoch wohl einen absoluten Führungsspieler verlieren wird.

BFC Preussen – ZFC Meuselwitz 2:1

Der ZFC Meuselwitz wartet weiter auf die Trendwende und kassierte beim BFC Preussen die sechste Niederlage in Serie. Meuselwitz startete mutig in die Partie und setzte die ersten Akzente. Der Aufwand machte sich zunächst auch bezahlt, als Baldé aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung für die Gäste traf (21.). Mit der Führung im Rücken zog sich der ZFC anschließend etwas zurück und konzentrierte sich auf eine kompakte Defensive. Bis zur Pause passierte offensiv auf beiden Seiten nicht mehr viel.

Nach dem Seitenwechsel wurde Meuselwitz wieder aktiver und schien zunächst auf dem Weg zu sein, das Spiel entscheiden zu wollen. Doch genau in dieser Phase schlug der BFC Preussen zurück: Frank nutzte in der 54. Minute eine der wenigen Lücken im Defensivverbund der Gäste und traf zum 1:1-Ausgleich. Der Treffer gab den Berlinern Auftrieb, sodass sie den ZFC trotz dessen ansprechender Leistung zunehmend unter Druck setzten. In der Schlussphase folgte dann der bittere Nackenschlag für die Gäste: Schröder setzte sich am Strafraum technisch stark durch und schob in der 89. Minute zum 2:1-Siegtreffer für den BFC Preussen ein. So stand der ZFC Meuselwitz am Ende erneut mit leeren Händen da und musste im Abstiegskampf auf das Ergebnis des Greifswalder FC gegen den 1. FC Lok Leipzig schauen.

Chemnitzer FC – FSV Zwickau 3:2

Der Chemnitzer FC entschied ein intensives Derby gegen den FSV Zwickau kurz vor Schluss für sich und gewann vor 7.368 Zuschauern mit 3:2. Nach einer kurzen symbolischen Spielunterbrechung zu Beginn entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Chemnitz hatte etwas mehr Ballbesitz, Zwickau blieb über Konter jedoch stets gefährlich. Ein Lattentreffer der Gäste durch Sezer sorgte noch vor der Pause für die größte Chance – es ging torlos in die Kabinen.

Mit Wiederanpfiff nahm das Derby dann richtig Fahrt auf. Walther brachte den CFC sieben Minuten nach Wiederbeginn mit 1:0 in Führung (52.). Die Antwort folgte jedoch prompt: Prasse traf nur zwei Minuten später zum 1:1 (54.). Doch auch Chemnitz reagierte schnell und ging durch Stockinger erneut in Front (58.). In der Folge beruhigte sich die Partie etwas, blieb aber weiterhin völlig offen. Zimmermann brachte den FSV schließlich mit dem erneuten Ausgleich zurück ins Spiel (71.). Danach hatten beide Teams Chancen auf den Sieg, doch die Entscheidung fiel erst kurz vor Schluss. In der 89. Minute war es schließlich Müller, der nach einer Ecke per Kopf zum 3:2 für den Chemnitzer FC traf und das Derby entschied. Trotz der Zwickauer Schlussoffensive blieb es in einem emotionalen und temporeichen Derby beim Heimsieg für die Himmelblauen.

Greifswalder FC – 1. FC Lok Leipzig 1:1

Der 1. FC Lok Leipzig erarbeitete sich mit einem 1:1 beim Greifswalder FC die Tabellenführung vor dem letzten Spieltag zurück. Während die Sachsen damit punktgleich, aber mit einem Vier-Tore-Polster vor Carl Zeiss Jena ins Saisonfinale gehen, dürfte Greifswald der Klassenerhalt kaum noch zu nehmen sein. Die Gastgeber erwischten den besseren Start und gingen bereits nach vier Minuten in Führung. Daedlow setzte sich nach einem Steckpass durch und legte quer auf Wagner, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob (4.). Lok Leipzig tat sich gegen die kompakte Greifswalder Defensive zunächst schwer und kam kaum zu klaren Torchancen. Die beste Möglichkeit vergab McLemore, dessen Kopfball in der 20. Minute an die Latte klatschte. Auch Adetula verfehlte wenig später knapp das Ziel.

Nach dem Seitenwechsel hätte Greifswald beinahe nachgelegt, doch auch Benyamina hatte Aluminiumpech und traf lediglich den Pfosten (51.). Lok erhöhte anschließend den Druck und kam nach etwas mehr als einer Stunde zum Ausgleich. Dabei profitierte der Ligaprimus von einem Patzer des Greifswalder Keepers Jakubov, der einen eigentlich harmlosen Schuss von Adetula ins kurze Eck passieren ließ (65.). In der Schlussphase drängte der 1. FC Lok Leipzig auf den Sieg, doch Elsner vergab die beste Gelegenheit zur Führung. Auf der anderen Seite hätte Richardson beinahe noch einmal für Greifswald getroffen, doch Kusic klärte in höchster Not. Am Ende blieb es beim 1:1, mit dem beide Teams leben konnten: Lok behauptete Platz eins, Greifswald machte den Klassenerhalt dank des deutlich besseren Torverhältnisses nahezu perfekt.

1. FC Magdeburg II – SV Babelsberg 03 6:4

Der 1. FC Magdeburg II und der SV Babelsberg 03 lieferten sich am Sonntag ein wildes Offensivspektakel – Defensivarbeit war bei beiden Mannschaften kaum vorhanden. Am Ende setzte sich der FCM-Nachwuchs nach turbulenten 90 Minuten mit 6:4 durch. Vor allem Babelsbergs Defensive präsentierte sich im ersten Durchgang völlig ungeordnet. Bereits nach sechs Minuten führten die Gastgeber mit 2:0: Zunächst verwertete Baars eine Hereingabe von Widmann (2.), ehe Widmann kurz darauf selbst mit einem Schuss ins lange Eck traf (6.). Aber auch Babelsberg fand immer wieder Lücken in der Magdeburger Abwehr, konnte die Chancen zunächst jedoch nicht nutzen. Stattdessen erhöhte Zajusch per Kopf auf 3:0 (18.). Queißer verkürzte fünf Minuten später zwar nach einem Torwartfehler von Schlitter auf 1:3 (23.), doch die Gäste blieben in der Defensive völlig chaotisch. Das nutzte Mergner nach einer Ecke aus und erhöhte unbedrängt auf 4:1 (32.). Damit noch nicht genug: Kurz vor der Pause schnürte er nach einem schweren Fehler von Lang sogar seinen Doppelpack zum 5:1-Halbzeitstand (45.+1).

Das muntere Toreschießen ging auch in der zweiten Halbzeit weiter, doch dieses Mal waren es hauptsächlich die Gäste, die trafen. Der eingewechselte Wiehe verkürzte in der 55. Minute auf 2:5, anschließend schnupperten die Gäste mehrfach am nächsten Treffer. Dieser fiel dann etwa eine Viertelstunde später, als Zeiger nach einer Ecke zum 3:5 einköpfte (69.). Babelsberg drängte weiter, doch Magdeburgs Keeper Schlitter verhinderte zunächst den Anschlusstreffer. Als Queißer wenige Minuten vor Schluss mit einem abgefälschten Schuss tatsächlich auf 4:5 stellte, wurde es noch einmal richtig spannend (84.). Magdeburg wankte in der Schlussphase, fiel aber nicht. Den Schlusspunkt in einem völlig verrückten Spiel setzte Hink mit dem Treffer zum 6:4-Endstand (90.).

FSV Luckenwalde – BFC Dynamo 0:1

Der BFC Dynamo gewann am 33. Spieltag der Regionalliga Nordost sein letztes Auswärtsspiel der Saison mit 1:0 beim FSV Luckenwalde. In einer lange Zeit ereignisarmen Partie erzielte Polte den entscheidenden Treffer. Für Luckenwalde war es zugleich das letzte Heimspiel unter Trainer Michael Braune, der den Verein bekanntlich in Richtung Babelsberg verlassen wird.

Die Gäste starteten etwas aktiver, ohne dabei jedoch wirklich gefährlich zu werden. Nach rund einer Viertelstunde meldete sich auch Luckenwalde erstmals offensiv an, doch BFC-Keeper Hainke war aufmerksam. Insgesamt spielte sich das Geschehen im ersten Durchgang überwiegend zwischen den Strafräumen ab. Die beste Chance vor der Pause hatte Bachmann, der nach einem Ballgewinn gegen Polte nur knapp verzog (42.).

Nach der Pause übernahm der BFC zunehmend die Kontrolle, hatte zunächst jedoch Pech, als Reincke mit einem wuchtigen Abschluss lediglich die Latte traf (63.). Später scheiterte Dadashov zunächst an FSV-Schlussmann Tittel, ehe Knezevic den Nachschuss deutlich über das Tor setzte (77.). Kurz darauf fiel dann doch die Entscheidung: Ho setzte einen Distanzschuss erneut an die Latte, diesmal reagierte Polte am schnellsten und staubte zum 1:0 für die Berliner ab (78.). Luckenwalde versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, kam dem Ausgleich mehrfach nahe, blieb letztlich aber ohne Erfolg.