Regionalliga West: Zusammenfassung des 33. Spieltags

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Fortuna Köln sichert sich am 33. Spieltag der Regionalliga West vor den eigenen Fans die Meisterschaft und zerstört die Hoffnungen von Rot-Weiß Oberhausen. Diese erledigten zwar ihre Aufgabe gegen Borussia Mönchengladbach II, stehen letztlich aber mit leeren Händen da. Spannend bleibt es dagegen im Abstiegskampf. Während die SSVg Velbert kaum noch Chancen auf den Verbleib in der Regionalliga hat, behält der SC Wiedenbrück die rechnerische Möglichkeit auf den Klassenerhalt. Dafür müssten sie jedoch am letzten Spieltag auf eine Niederlage des SV Rödinghausen hoffen und eine Tordifferenz von 13 Toren aufholen.

FC Gütersloh – VfL Bochum II 6:0

Der FC Gütersloh „filetiert“ den VfL Bochum II am Freitagabend in der zweiten Hälfte und feiert einen eindrucksvollen 6:0-Heimsieg. Dabei sah es zur Pause noch lange nicht nach einem Debakel für die Gäste aus. Die Bochumer Reserve stand defensiv zunächst ordentlich und ließ wenig zu, während Gütersloh zwar die aktivere Mannschaft war, aber zunächst nur durch Twardzik (25.) wirklich gefährlich wurde. Kurz nach der 30-Minuten-Marke brachte Wilkesmann die Hausherren in einer engen Partie in Führung (33.). Mit der knappen Pausenführung für den FCG ging es in die Kabine.

Was dann passierte, war völlig verrückt. Die Bochumer Defensive fiel komplett auseinander und der FC Gütersloh spielte sich in einen Rausch. Vier Treffer innerhalb von acht Minuten sorgten für die Entscheidung: Frese eröffnete den Torreigen fünf Minuten nach Wiederanpfiff mit einem Sololauf zum 2:0 (50.), ehe Langfeld nur eine Minute später auf 3:0 stellte (51.). Damit war die Partie praktisch entschieden. Doch der nächste Treffer ließ nicht lange auf sich warten: Arkenberg erhöhte nach Vorarbeit von Frese auf 4:0 (54.), ehe Hoffmeier mit einem wuchtigen Freistoß aus über 30 Metern das fünfte Tor nachlegte (58.). Nach dieser furiosen Phase nahm Gütersloh etwas Tempo heraus, blieb aber klar spielbestimmend. Bochum, sichtlich geschockt, fand offensiv kaum noch statt. Erst in der Schlussphase legte der FCG noch einmal nach: Liehr vollendete eine starke Kombination über Langfeld zum 6:0-Endstand (87.). Damit feiert der FC Gütersloh im letzten Heimspiel der Saison noch einmal ein echtes Schützenfest und kann mit einem guten Gefühl zum Auswärtsspiel nach Gladbach reisen.

SSVg Velbert – SC Paderborn II 1:3

Die SSVg Velbert verliert ihr entscheidendes Heimspiel am 33. Spieltag gegen den SC Paderborn 07 II mit 1:3 und steht damit als Absteiger aus der Regionalliga West fest – auch wenn es durch Fortuna Düsseldorf in der 2. Liga noch eine kleine Hintertür geben könnte. Von Beginn an wirkten die Gäste wacher und setzten die Hausherren früh unter Druck. Insgesamt blieb das Spiel in der Anfangsphase jedoch eher durchwachsen. In der 20. Minute sorgte Schiedsrichter Koch für eine ungewöhnliche Unterbrechung. Nach einem Zusammenprall ging es für beide Mannschaften zunächst in die Kabinen, in denen der Unparteiische auch blieb. Über das Stadionmikrofon wurde schließlich Ersatz für den verletzten Referee gesucht. Als dieser gefunden war, ging es auch sportlich weiter.

Velbert kämpfte sich in die Partie, doch kurz vor der Pause schlug der SCP II eiskalt zu, als Kojic aus dem Rückraum zur 1:0-Führung traf. Nach dem Seitenwechsel musste Velbert zwangsläufig mehr riskieren, wollte man die letzte Chance im Abstiegskampf wahren. Genau das nutzte der SC Paderborn II konsequent aus. Nach neun Minuten im zweiten Durchgang erhöhte Bugenhagen nach einer Ecke per Kopf auf 2:0 (54.) und stellte die Weichen früh auf Auswärtssieg. Velbert reagierte erneut und suchte die Flucht in die Offensive, scheiterte jedoch unter anderem am stark parierenden Pruhs im SCP-Tor. Mit zunehmender Spielzeit fehlte den Hausherren sichtbar der Glaube an ein Comeback. Die Entscheidung fiel in der 77. Minute: Zajaczek setzte sich nach einem Steilpass stark durch und schob zum 3:0 ein. Der späte Treffer von Hilger zum 1:3 (90.) änderte nichts mehr am Ausgang. Somit steigt die SSVg Velbert in die Oberliga ab – es sei denn, Fortuna Düsseldorf muss den Gang in die 3. Liga antreten. Dann würde die Zweitvertretung ans Tabellenende der Regionalliga West gesetzt und der rettende 16. Platz wäre wieder in Reichweite.

FC Schalke 04 II – 1. FC Bocholt 1:0

Der FC Schalke 04 II gewinnt sein letztes Heimspiel der Saison knapp mit 1:0 gegen den 1. FC Bocholt – und das unter ungewohnter Leitung an der Seitenlinie. Weil Cheftrainer Jakob Fimpel verhindert war, stand diesmal Pierre-Michel Lasogga in der Coaching-Zone der Königsblauen. Die Gäste aus Bocholt erwischten zunächst den besseren Start und bestimmten über weite Strecken der ersten Halbzeit das Geschehen. Schalke tat sich offensiv schwer und kam erst nach rund 20 Minuten besser ins Spiel. Wirklich gefährlich wurde es aber lange nur einmal: Hauswirth zwang Bocholts Keeper Grave in der 32. Minute mit seinem Abschluss zu einer starken Parade.

Auch nach der Pause erwischte Bocholt den besseren Auftakt und war zunächst aktiver. Lorch prüfte Podlech (54.), später verpasste Mensah per Kopf die mögliche Führung (68.). Wieder brauchten die Gastgeber eine Weile, um Zugriff auf die Partie zu bekommen. Im Verlauf steigerte sich der S04 II und erzwang schließlich in der Schlussviertelstunde den Siegtreffer. Nach einem schnellen Konter blieb Jung vor dem Tor eiskalt und schob zum 1:0 ein. Der 1. FC Bocholt hatte kurz darauf die große Chance zum Ausgleich, doch Podlech rettete mit einem starken Reflex gegen Kurzen. Auf der anderen Seite jubelte Schalke zwar noch einmal über einen Treffer von Ben Balla, doch der Jubel kam zu früh – der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. Damit verabschiedet sich der FC Schalke 04 II mit einem Sieg von den eigenen Fans aus der Saison und verlängert die Durststrecke des 1. FC Bocholt.

Rot-Weiß Oberhausen – Borussia Mönchengladbach II 1:0

Rot-Weiß Oberhausen erledigt seine Pflichtaufgabe gegen Borussia Mönchengladbach II und gewinnt knapp mit 1:0. Vor der Partie stand vor allem ein Name im Mittelpunkt: Moritz Stoppelkamp, der nach der Saison seine Karriere beendet. Er wurde gemeinsam mit weiteren Spielern verabschiedet und sollte später noch einmal entscheidend auf sich aufmerksam machen. Die Anfangsphase verlief zunächst ausgeglichen und ohne großes Risiko auf beiden Seiten. Nach rund 15 Minuten übernahm Oberhausen zunehmend die Kontrolle, tat sich offensiv aber lange schwer. Die beste Chance vor der Pause hatte Kesim, der nach einem starken Steckpass frei vor Pereira Cardoso auftauchte, den Gladbacher Keeper aber nicht überwinden konnte (39.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff meldeten sich auch die Gäste noch einmal gefährlich an, doch Kratzsch rettete gegen Fleck (45.+1).

Direkt nach dem Seitenwechsel folgte dann die entscheidende Szene: Stoppelkamp zeigte noch einmal seine Klasse und servierte perfekt für Kesim, der problemlos zum 1:0 einköpfte (50.). Mit der Führung im Rücken spielte RWO deutlich sicherer auf. Stoppelkamp hätte später sogar selbst erhöhen können, vergab aber das mögliche 2:0 (64.). In der 76. Minute war dann Schluss für den Routinier: Unter großem Applaus und Spalier seiner Mitspieler verließ der 39-Jährige emotional den Platz. In der Schlussphase brachte Oberhausen den knappen Vorsprung souverän über die Zeit und sicherte sich den nächsten Heimsieg. Allerdings spielte der Erfolg im Aufstiegsrennen nur eine Nebenrolle, da auch Fortuna Köln im Parallelspiel drei Punkte einfuhr und sich somit den Aufstieg sicherte.

Fortuna Düsseldorf II – Wuppertaler SV 2:2

Der Wuppertaler SV zeigt bei Fortuna Düsseldorf II eine engagierte Leistung, nimmt beim 2:2 aber erneut zu wenig im Kampf um den Klassenerhalt mit. Ohne Schützenhilfe wird die Rettung für den WSV damit immer unwahrscheinlicher. Von Beginn an war den Gästen anzumerken, wie wichtig die Partie war. Wuppertal trat kämpferisch und aggressiv auf, auch wenn spielerisch nicht alles gelang. Die besseren Ansätze hatte zunächst sogar der WSV, ehe Düsseldorf mit einem Standard zuschlug: Nach einer Ecke köpfte Garlipp die Fortuna in der 29. Minute mit 1:0 in Führung. Der Treffer brachte den WSV kurzzeitig aus dem Rhythmus, doch kurz vor der Pause meldeten sich die Gäste zurück. Nach einer Hereingabe von der Grundlinie kam Aydogan im Rückraum völlig frei zum Abschluss und traf zum verdienten 1:1-Ausgleich (39.).

Mit Wiederanpfiff zeigte sich Wuppertal zielstrebiger und drängte auf die Führung. Doch wie schon im ersten Durchgang zeigte sich Düsseldorf effizient: Nikolaou zog kurz vor der Schlussviertelstunde das Tempo an und brachte die Hausherren erneut in Front. Der WSV steckte jedoch nicht auf und bewies Moral. Nach einer Flanke von Saric fälschte Grulke den Ball unglücklich zum 2:2 ins eigene Tor ab (83.). In den verbleibenden Minuten versuchten die Gäste noch einmal alles, kamen aber nicht mehr zum Siegtreffer. So bleibt unter dem Strich zwar ein respektables Auswärtsremis, das im Kampf um den Klassenerhalt jedoch zu wenig einbringt. Die Hoffnung ruht nun allein auf einem möglichen Abstieg von Fortuna Düsseldorf aus der 2. Liga.

Bonner SC – Sportfreunde Lotte 1:2

Der Bonner SC verkündete am 33. Spieltag vor dem letzten Heimspiel der Saison zunächst eine positive Nachricht: Cheftrainer Björn Mehnert verlängerte seinen Vertrag bei den Rheinlöwen. Auf dem Platz setzte es sportlich wenig später eine 1:2-Niederlage gegen die Sportfreunde Lotte. Nach zuletzt sechs Spielen ohne Niederlage wollte der BSC die starke Serie fortsetzen und hätte beinahe einen Traumstart erwischt. Bereits in der 6. Minute patzte Sportfreunde-Keeper Beckemeyer, doch Korut konnte die große Chance nicht nutzen. In der Folge übernahm Lotte zunehmend die Kontrolle und wirkte insgesamt zielstrebiger. Bonn tauchte zwar immer wieder nach Umschaltmomenten gefährlich auf, ließ aber vor dem Tor die nötige Konsequenz vermissen. Erneut war es Korut, der nach gut 20 Minuten eine hochkarätige Möglichkeit freistehend vor Beckemeyer liegen ließ. Wenig später schlugen die Gäste zu, als Ritter einen Kopfball im Kasten unterbrachte (24.). Noch vor der Pause legten die Sportfreunde nach: Nach einer schönen Kombination vollendete Kurt zum 2:0 (38.).

Die Bonner scheiterten in der ersten Hälfte vor allem an sich selbst und ihrer fehlenden Effizienz. So passte auch der Lattentreffer durch Bird in das unglückliche Bild der Gastgeber (45.+2). Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern. Nach nur sieben gespielten Minuten verkürzte Shubin nach einer Ecke auf 1:2 (52.) und brachte den BSC zurück ins Spiel. In der Folge erhöhte Bonn den Druck und drängte auf den Ausgleich, doch erneut hatte man Pech, als eine Hereingabe von Isis am Aluminium landete. Trotz der starken Phase fehlte wie schon im ersten Abschnitt die Durchschlagskraft. Stattdessen hätte Lotte in der Schlussphase durch Kerkemeyer beinahe noch auf 3:1 erhöht (84.). So blieb es am Ende beim knappen Auswärtssieg für Lotte, die dem Bonner SC nach sechs Spielen wieder eine Niederlage zufügten.

SV Rödinghausen – SC Wiedenbrück 0:1

Der SC Wiedenbrück hält nach einem dramatischen Spiel beim SV Rödinghausen die minimale Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben. Vor der Partie war die Ausgangslage klar: Wiedenbrück musste gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf den Ligaverbleib zu haben. Entsprechend engagiert gingen die Gäste die Aufgabe an, trafen aber auf einen Gegner, der selbst noch Punkte für den endgültigen Klassenerhalt benötigte.

Die Partie entwickelte sich früh zu einem offenen Schlagabtausch. Rödinghausen hatte zunächst die besseren Chancen, besonders Bauer kam dem Führungstreffer nahe, als er in der 9. Minute nur den Pfosten traf. Insgesamt wirkte der SVR etwas gefährlicher, während sich Wiedenbrück vor allem auf eine stabile Defensive und schnelle Kontersituationen konzentrierte. Trotz guter Möglichkeiten auf beiden Seiten fehlte im letzten Drittel jedoch oft die Genauigkeit, sodass es torlos in die Pause ging.

Auch nach der Pause blieb Rödinghausen das aktivere Team. Dabei ließ insbesondere SVR-Torjäger Probst mehrfach die Führung liegen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr zeichnete sich ein torloses Remis ab, da beiden Teams die Kräfte schwanden. Doch in der Nachspielzeit sorgte Kondziella mit seinem Treffer nach einem starken Solo für Jubelszenen bei den Gästen (90.+1). Damit verhindert der SCW den sicheren Abstieg in letzter Sekunde und wahrt seine Restchance auf den Klassenerhalt.

Fortuna Köln – Sportfreunde Siegen 2:1

Fortuna Köln ist zurück in der 3. Liga! Vor 7.548 Zuschauern im Südstadion sicherten sich die Kölner mit einem 2:1-Sieg gegen die Sportfreunde Siegen die Meisterschaft in der Regionalliga West und machten den Aufstieg perfekt. Dabei begann die Partie alles andere als nach Wunsch für die Gastgeber. Schon in den Anfangsminuten hatte Fortuna Glück, dass ein Kopfball von Rumpf nur an die Latte klatschte. Insgesamt wirkten die Gäste aus Siegen zunächst gefährlicher, während die Hausherren in Anbetracht der großen Chance etwas gehemmt auftraten. Nach rund einer halben Stunde gingen die Gäste schließlich verdient in Führung: Goden profitierte von einem Fehler in der Kölner Defensive und schob eiskalt zum 1:0 ein (24.). Nur zehn Minuten später sorgte Wirtz für die Erlösung im Südstadion, als er den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich einschob (34.).

Mit Wiederanpfiff wollte Fortuna keine Zweifel aufkommen lassen und drückte auf die Führung. Vor allem Wirtz war kaum noch zu stoppen und hatte direkt nach Wiederbeginn mehrere gute Chancen. Doch auch Siegen blieb offensiv gefährlich und machte dem Favoriten das Leben weiter schwer. Nach etwas mehr als einer Stunde sorgte Al Ghaddioui nach einer starken Täuschung und einem präzisen Abschluss ins rechte Eck für die 2:1-Führung der Hausherren.

In der Folge ließen die Kölner nichts mehr anbrennen und überstanden auch die emotionale und hitzige Schlussphase ohne Gegentreffer. Mit dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen: Fortuna Köln feiert die Meisterschaft in der Regionalliga West und kehrt nach sieben Jahren zurück in die 3. Liga.

Borussia Dortmund II – 1. FC Köln II 1:1

Borussia Dortmund II und der 1. FC Köln II trennten sich im Stadion Rote Erde nach einer intensiven Partie, in der beide Torhüter in Topform waren. Bereits in der 11. Minute musste BVB-Keeper Ostrzinski erstmals gegen einen Distanzschuss von Harchaoui eingreifen. Auch danach blieb Köln gefährlich, unter anderem durch einen knapp vergebenen Kopfball von Dürholtz (14.). Dortmund kam nach rund einer Viertelstunde besser ins Spiel und hatte durch Diallo und Drakas erste gute Möglichkeiten. Besonders gefährlich wurde es in der 37. Minute, als Marutzki einen Schuss von Diallo zunächst an den Pfosten lenkte und der Ball anschließend kurios ins Aus sprang. Auf der Gegenseite scheiterten Yacobi und Drakas ebenfalls knapp.

Nach der Pause blieb Kölns Torwart Marutzki im Fokus, als er einen Kopfball von Benkara stark parierte (49.). Vierzehn Minuten später war er jedoch gegen einen Kopfball von Benkara machtlos – 1:0 für die Hausherren. Der BVB wirkte anschließend aktiver, musste in der Schlussphase aber in Unterzahl zittern, nachdem Feddersen die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (79.). Köln drängte nun auf den Ausgleich und kam zu mehreren guten Abschlüssen. Ostrzinski rettete zunächst stark gegen El Mala (84.) und erneut nach einem Rückpass (90.+1). In der Nachspielzeit musste sich aber auch der BVB-Keeper geschlagen geben, als Labenz nach einer Ecke zum 1:1 einköpfte (90.+3). Köln hatte in der letzten Aktion sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, doch Ostrzinski verhinderte den Rückstand (90.+6).