Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 33. Spieltags

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Der SV Meppen setzt seinen Siegeszug auch nach dem Meistertitel fort und besiegt den SV Drochtersen/Assel im Topspiel des 33. Spieltags der Regionalliga Nord. Neben dem Spitzenspiel brachte der Spieltag einige Entscheidungen im Abstiegskampf. Während sich Eintracht Norderstedt mit einem Unentschieden am Freitag gegen den SC Weiche Flensburg 08 den Ligaverbleib sicherte, schickten sie damit den FC St. Pauli II und Altona 93 in die Oberliga. Da half den Kiezkickern auch nicht das Remis im Stadtderby gegen den Hamburger SV II. Einen Erfolg im Derby feierte auch der HSC Hannover im Stadtduell mit Hannover 96 II und bestätigte damit seine starke Form.

SV Drochtersen/Assel – SV Meppen 1:2

Der frischgebackene Meister der Regionalliga Nord, SV Meppen, dreht am 33. Spieltag die Partie bei der SV Drochtersen/Assel und fährt nach einer zähen, aber effizienten Vorstellung die nächsten drei Punkte ein. Die Anfangsphase gehörte zunächst den Gastgebern. Die Gäste aus Meppen, die sich am vergangenen Spieltag auf der Couch über den Titelgewinn freuen durften, zogen sich zunächst zurück und agierten abwartend. Richtig gefährlich wurde es nach gut zehn Minuten – dann nämlich, als Haritonov nach einer Ecke völlig frei zum Kopfball kam, die Chance zur Gästeführung aber nicht nutzen konnte (10.). Im Anschluss übernahm der SVM und kam gegen Ende der ersten Halbzeit durch Stuhlmacher (37.) und Zehir (38.) zu guten Gelegenheiten. Quasi im Gegenzug brachte Wulff Drochtersen/Assel mit der ersten Offensivaktion sehenswert mit einem Schlenzer ins lange Eck mit 1:0 in Führung (38.).

Auch nach der Pause blieb die Partie eher ruhig und ohne großes Tempo. Die Hausherren hatten mehr Ballbesitz, fanden im letzten Drittel aber kaum Lösungen. Meppen blieb geduldig – und wurde belohnt. Nach 70 Minuten stand der eingewechselte Engelmann nach einer scharfen Hereingabe genau richtig und drückte den Ball zum 1:1 über die Linie. Nur wenige Minuten später drehte der Aufsteiger das Spiel komplett. Erneut bewies SVM-Trainer Beniermann mit der Einwechslung von Domröse ein glückliches Händchen, denn der frische Mann servierte perfekt für Ulbricht, der per Kopf zum 2:1 einnicked (76.). In der verbleibenden Zeit versuchten die Gastgeber noch zum Ausgleich zu kommen, kamen aber gegen die stabil stehende Meppener Defensive nicht mehr zum Zug. So bringt der SV Meppen den knappen Sieg über die Zeit – effizient und abgeklärt, nicht immer spektakulär, aber eben meisterwürdig.

SC Weiche Flensburg 08 – Eintracht Norderstedt 2:2

Der FC Eintracht Norderstedt erkämpft sich beim SC Weiche Flensburg 08 ein 2:2-Unentschieden, verpasst aber den möglichen vorzeitigen Klassenerhalt. Die Partie begann mit leichten Vorteilen für Norderstedt, ehe Flensburg nach rund einer Viertelstunde besser ins Spiel fand. Nach etwa einer halben Stunde gingen die Hausherren in Führung, nachdem Ali mit einem Steilpass in die Tiefe geschickt wurde und eiskalt zum 1:0 einnetzte (26.). Quasi mit dem Pausenpfiff schlug Norderstedt zurück. Behounek stand nach einer Standardsituation völlig frei und köpfte zum 1:1-Halbzeitstand ein.

Direkt nach Wiederanpfiff war es erneut Weiche, die zunächst das Spielgeschehen übernahmen und erneut in Führung gingen. Auch hier war es eine Standardsituation, die zum Torerfolg führte, als Marten nach einem Eckstoß den Ball aus kurzer Distanz über die Linie brachte (48.). Doch die Gäste blieben dran und belohnten sich: Köhl kam im Strafraum zum Abschluss und traf zum 2:2-Ausgleich (68.). In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Nach einer Roten Karte gegen Gyamenah spielte Flensburg die letzten Minuten in Unterzahl, doch Norderstedt konnte daraus kein Kapital mehr schlagen. So bleibt es beim Remis für den FC Eintracht Norderstedt, der zwar zweimal zurückkam, im Rennen um den Klassenerhalt jedoch weiter zittern muss.

SV Werder Bremen II – SSV Jeddeloh II 4:0

Der SSV Jeddeloh II hat im Saisonendspurt den Faden verloren und kassiert beim SV Werder Bremen II eine deutliche Niederlage. Vor 212 Zuschauern übernahmen die Bremer sofort die Kontrolle und ließen keinen Zweifel am Heimsieg aufkommen. Jeddeloh kam nur selten überhaupt über die Mittellinie, während Werder die Gäste tief einschnürte und ihnen kaum Verschnaufpausen gab. Dennoch dauerte es bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte, bis sich Bremen durch Imasuen zum ersten Mal belohnte (45.+2).

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Werder das Tempo noch einmal, und Götzelmann stellte nach wenigen Minuten auf 2:0 (54.). Jetzt spielte sich Werder in einen Rausch, und Imasuen erhöhte wenige Zeigerumdrehungen später mit seinem Doppelpack auf 3:0 (60.). Damit war die Partie entschieden, doch die Bremer Reserve spielte konsequent weiter nach vorne. In der Schlussphase setzte Mbock schließlich den Schlusspunkt zum 4:0-Endstand (81.). Am Ende steht ein hochverdienter und souveräner Erfolg für den SV Werder Bremen II, der seine Überlegenheit über 90 Minuten klar ausspielte.

HSC Hannover – Hannover 96 II 2:0

Derbysieg! Der HSC Hannover setzt seinen Erfolgslauf fort und entscheidet das Stadtduell gegen Hannover 96 II vor 650 Zuschauern für sich. Der Aufsteiger erwischte den besseren Start und ging bereits in der Anfangsviertelstunde in Führung, als Vukancic eine seiner ersten Offensivaktionen eiskalt nutzte und die HSC-Fans jubeln ließ. Danach entwickelte sich ein umkämpftes Derby, in dem der HSC vor allem über Leidenschaft und Defensive überzeugte. Spielerisch versuchte es die Zweitvertretung von 96, doch die Hausherren standen kompakt und ließen kaum Chancen zu.

Das setzte sich auch im zweiten Durchgang fort: Hannover 96 II hatte zwar mehr Ballbesitzphasen und drängte auf den Ausgleich, biss sich aber immer wieder an der stabilen HSC-Abwehr die Zähne aus. Wirklich zwingend wurden die Gäste dabei selten. So blieb es lange beim knappen 1:0, ehe die Entscheidung erst in der Nachspielzeit fiel: Özün sorgte mit dem 2:0 für den Schlusspunkt und machte den Derbysieg perfekt (90.+1). Damit belohnt sich der HSC Hannover für einen disziplinierten Auftritt und sichert sich einen besonderen Erfolg im Stadtduell.

Kickers Emden – VfB Lübeck 1:1

Kickers Emden muss sich im letzten Heimspiel der Saison gegen den VfB Lübeck mit einem späten 1:1-Unentschieden begnügen. Dabei stand der Nachmittag ganz im Zeichen des Abschieds: Vor Anpfiff wurden im Rahmen eines größeren Umbruchs zahlreiche Spieler, Verantwortliche und auch Trainer Emmerling sowie Vereinsikone Steffens emotional verabschiedet. Sportlich übernahmen zunächst die Gäste das Kommando. Der VfB hatte deutlich mehr Ballbesitz und die besseren Aktionen, ließ aber einige gute Möglichkeiten ungenutzt. Emden stand tief, verteidigte diszipliniert und nutzte die erste echte Chance direkt zur Führung: Nach einer Flanke brachte Steffens den Ball über die Linie und sorgte für das 1:0 zur Pause (34.).

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich das gleiche Bild: Lübeck blieb spielbestimmend, fand aber lange keine Lücke im gut organisierten Emder Defensivblock. Die Gastgeber lauerten auf Konter und hatten in der Schlussphase sogar Möglichkeiten, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Kurz vor Spielende gelang den Gästen dann doch noch der Ausgleich: Nach einem Foulspiel im Strafraum zeigte Schiedsrichter Vogt auf den Punkt – den fälligen Strafstoß verwandelte Wardak sicher zum 1:1-Endstand (85.). So verabschiedet sich Kickers Emden und Torjäger Steffens mit einem Unentschieden von den eigenen Fans. Nächste Woche geht es für die Kickers zu Altona 93.

Blau-Weiß Lohne – FSV Schöningen 4:4

Was war denn bitte in Lohne los? Die 510 Zuschauer im Duell zwischen Blau-Weiß Lohne und dem FSV Schöningen sehen nach einer torlosen ersten Halbzeit einen zweiten Durchgang, der es in sich hatte. Beim dramatischen 4:4 fallen drei Tore in den Schlussminuten und sorgen für eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach einer torlosen ersten Hälfte ging es direkt nach dem Seitenwechsel los: Thoben brachte Lohne kurz nach Wiederanpfiff mit 1:0 in Führung und eröffnete die zweite Halbzeit, mit der so wohl niemand gerechnet hatte (48.).

Denn Schöningen drehte die Partie innerhalb weniger Minuten auf links. Cankor (64.), Harant (69.) und Skoda (74.) stellten innerhalb kurzer Zeit auf 3:1. Damit schien das Spiel klar in Richtung der Gäste zu laufen. Doch in der Schlussphase drehte Blau-Weiß Lohne richtig auf: Erst verkürzte Thoben mit seinem zweiten Treffer auf 2:3 (83.), bevor Bredol in der 90. Minute tatsächlich noch den Ausgleich zum 3:3 erzielte. Damit jedoch nicht genug, denn nur zwei Minuten später erzielte Neziri sogar noch den 4:3-Führungstreffer für die Hausherren (90.+2). Das letzte Wort hatte jedoch Schöningen, die durch Klump in der völlig verrückten Schlussphase noch zum Ausgleich kamen (90.+4). So endet ein echtes Torfestival, das die Bezeichnung „Achterbahnfahrt“ mehr als verdient hat, mit einem Remis, das so schnell wohl keiner vergisst.

1. FC Phönix Lübeck – Altona 93 2:1

Nachdem das Remis des FC Eintracht Norderstedt tags zuvor den Regionalliga-Abstieg von Altona endgültig besiegelt hatte, ging es für die Hamburger auf ihre vorerst letzte Auswärtsreise zum 1. FC Phönix Lübeck in der Regionalliga Nord. Die Gastgeber setzten sich im Stadion Buniamshof mit 2:1 durch, verpassten es trotz klarer Überlegenheit jedoch, früher für klare Verhältnisse zu sorgen. Nach einer kurzen Abtastphase übernahmen die Lübecker zunehmend die Kontrolle. Degirmenci scheiterte zunächst aus spitzem Winkel an Lohmann, doch wenig später staubte Rahimic nach einem abgewehrten Versuch von Stöver zum 1:0 ab (15.). Phönix blieb spielbestimmend, versäumte es aber, den zweiten Treffer nachzulegen. Das rächte sich kurz vor der Pause, als Göttel nach Vorarbeit von Tobinski überraschend den 1:1-Ausgleich erzielte (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel brachte ein Handspiel von Altona-Kapitän Ambrosius die Gastgeber erneut in Front. Kokovas verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zum 2:1 (57.) und erzielte damit bereits seinen sechsten Saisontreffer vom Punkt. In der Folge kontrollierte Phönix die Partie weitgehend gegen offensiv harmlose Hamburger. Degirmenci hätte mit einem Schlenzer für die Vorentscheidung sorgen können, verfehlte jedoch knapp das Ziel (77.). Altona bekam kurz vor Schluss dennoch noch einmal die Chance auf den Ausgleich, doch Mekic scheiterte freistehend an Schneider, der stark mit dem Fuß parierte (85.). In der Nachspielzeit sah Mekic nach einem Foul an Maiolo zudem noch die Gelb-Rote Karte (90.+3). Für Altona geht es nun zum Abschied vor den eigenen Fans gegen Kickers Emden.

Bremer SV – VfB Oldenburg 2:2

Zum Abschluss des 33. Spieltags in der Regionalliga Nord trennten sich der Bremer SV und der VfB Oldenburg in einem intensiven, aber letztlich leistungsgerechten Duell 2:2. Die Partie begann zunächst ausgeglichen, beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld. Nach gut einer Viertelstunde brachte der Bremer SV die Führung: Diedhiou nutzte eine zu nachlässige Oldenburger Defensive und traf zum 1:0 (17.). Die Führung hielt gut eine Viertelstunde, ehe der VfB Oldenburg durch ein Eigentor zum Ausgleich kam (33.). Doch die Hausherren zeigten sich davon unbeeindruckt: Nur acht Minuten später schlug erneut Diedhiou zu und stellte den 2:1-Halbzeitstand her.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie deutlich zerfahrener. Viele Zweikämpfe, mehrere Gelbe Karten und wenig Spielfluss prägten das Geschehen. Erst um die Stundenmarke herum beruhigte sich das Spiel wieder etwas. Der VfB Oldenburg nutzte diese Phase und kam durch Facklam zum erneuten Ausgleich (66.). In der Schlussphase bemühten sich beide Mannschaften um den Siegtreffer, fanden jedoch keine entscheidende Lücke mehr in den jeweiligen Defensivreihen. So blieb es beim leistungsgerechten 2:2.

FC St. Pauli II – Hamburger SV II 1:1

Der FC St. Pauli II muss den Gang in die Oberliga antreten. Nach dem 1:1 im Hamburger Derby gegen den Hamburger SV II steht der Abstieg der Kiezkicker aus der Regionalliga Nord endgültig fest. Die Ausgangslage vor dem Derby war bereits äußerst schwierig und nach den übrigen Ergebnissen des Spieltags praktisch hoffnungslos. Dennoch zeigte St. Pauli II zunächst die richtige Reaktion und ging kurz vor der Pause in Führung. Goguadze traf in einem engen Stadtduell zum 1:0 und ließ die Gastgeber noch einmal auf ein Wunder hoffen (42.).

Die Hoffnung hielt jedoch nicht lange. Wenige Minuten nach Wiederbeginn schlug der HSV II durch Kiveta zurück und kam zum Ausgleich (49.). In der Folge entwickelte sich eine intensive Begegnung, in der St. Pauli alles versuchte. Aufgrund der Tabellensituation mussten die Hausherren liefern, konnten offensiv jedoch kaum noch zwingende Chancen herausspielen. Am Ende blieb es beim Unentschieden, das rein vom Ergebnis betrachtet ein kleiner Erfolg für den FC St. Pauli II ist. Doch im Gesamtbild und angesichts des feststehenden Abstiegs war es ein enttäuschender Nachmittag für den FC St. Pauli II.