Finaltag der Amateure: FC Carl Zeiss Jena im Landespokal Thüringen gegen den ZFC Meuselwitz

6

Unterschiedlicher könnten die Formkurven kaum sein, wenn FC Carl Zeiss Jena und der ZFC Meuselwitz am Samstag, 23.05., um 11:30 Uhr im Finale des Landespokals Thüringen aufeinandertreffen. Beide Mannschaften kennen sich aus der Regionalliga Nordost bestens und wissen um die Stärken und Schwächen des jeweils anderen. Allerdings befinden sich beide in der Endtabelle in komplett unterschiedlichen Regionen. Während der FC Carl Zeiss Jena die Meisterschaft erst am letzten Spieltag verpasst hat, beendete der ZFC Meuselwitz die Spielzeit im Tabellenkeller und muss auf den Aufstieg des 1. FC Lok Leipzig hoffen, um in der Regionalliga zu verbleiben. Doch beim Finaltag der Amateure geht es nicht um die Liga, sondern um den Landespokal und die Teilnahme am DFB-Pokal.

Wird Jenas starke Saison im Pokalfinale gekrönt?

Für den FC Carl Zeiss Jena war es eine Saison, deren noch besserer Ausgang lediglich am Torverhältnis scheiterte. Nur wenige Treffer fehlten im Fernduell mit dem 1. FC Lok Leipzig, der sich am Ende den Weg in Richtung Aufstiegsspiel gegen die Würzburger Kickers sicherte. Beim FCC bleibt deshalb ein klarer Auftrag: die Spielzeit mit einem Titel zu krönen – und sich gleichzeitig das Ticket für den DFB-Pokal zu sichern. „Natürlich hat man daran zu knabbern, das ist menschlich“, sagt Trainer Volkan Uluc mit Blick auf den knapp verpassten Staffelsieg. Gleichzeitig ordnet er die Saison aber deutlich ein: „Wir haben eine sensationelle Spielzeit gemacht.“ Jetzt stehe eben das Pokalfinale im eigenen Stadion an – ein Spiel mit besonderer Wucht und besonderer Geschichte.

Für Uluc ist es ohnehin ein emotionaler Abschluss: Es ist sein letztes Spiel als Trainer in Jena. Über 100 Partien hat er den Traditionsklub bereits begleitet und gehört damit längst zu den prägendsten Trainerfiguren der jüngeren FCC-Historie. Dass seine zweite Amtszeit ausgerechnet im Landespokal mit der Halbfinal-Niederlage gegen Meuselwitz begonnen hat und nun im Endspiel gegen genau diesen Gegner endet, sorgt für eine zusätzliche dramaturgische Note.

„Jedes Spiel war mir eine besondere Ehre“, so Uluc. Jetzt solle es der „krönende Abschluss“ werden. Gleichzeitig warnt er davor, das Finale als Selbstläufer zu betrachten: „Wir brauchen eine Topleistung wie gegen Halle, Lok oder Erfurt.“ Nur wenn seine Mannschaft diese Intensität auf den Platz bringe, könne man auch das Ziel erreichen.

FC Carl Zeiss Jena – ZFC Meuselwitz, 23.05., 11:30 Uhr: Sensation im Landespokal Thüringen?

Auf der anderen Seite reist Meuselwitz mit deutlich schlechteren Vorzeichen nach Jena. Trainer Georg-Martin Leopold spricht offen von einer schwierigen Gemengelage: „Die Enttäuschung merkt man allen an, im Verein und in der Mannschaft.“ Die Ausgangslage sei klar: Seine Mannschaft gehe als Außenseiter ins Spiel. Gleichzeitig sieht er genau darin auch eine Chance – nicht zuletzt wegen der großen Kulisse. Über 10.000 Zuschauer werden erwartet. „Ich freue mich extrem drauf“, sagt Leopold, der darauf setzt, dass sein Team die besondere Atmosphäre annimmt. Spielerisch müsse man versuchen, das Spiel „so lange wie möglich offen zu halten“.

Doch auch er weiß um die Schwere der Aufgabe: „Jena ist in einer sehr guten Verfassung – es ist schwer, überhaupt etwas zu finden, wo sie schlagbar sind.“ Für Meuselwitz bleibt damit vor allem die Rolle des Außenseiters, der auf eine Überraschung hofft. Doch es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Fußball: Der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten, und dass der ZFC in eben jenem Wettbewerb Jena in die Knie zwingen kann, zeigt die Erinnerung an das Halbfinale der vergangenen Saison.

Weitere Finalspiele der Landespokale:

23.05., 11:30 Uhr

Baden: VfR Mannheim – SV Waldhof Mannheim
Berlin: VSG Altglienicke – BFC Dynamo
Bremen: Leher TS – SV Hemelingen
Hamburg: SC Vorwärts Wacker 04 – HEBC Hamburg
Brandenburg: Energie Cottbus – VfB Krieschow
Schleswig-Holstein: SV Todesfelde – 1. FC Phönix Lübeck

23.05., 13:30 Uhr

Rheinland: Eintracht Trier – TuS Koblenz
Sachsen-Anhalt: VfB Germania Halberstadt – Hallescher FC
Mecklenburg-Vorpommern: SV Pastow – Hansa Rostock
Niedersachsen: Lüneburger SK Hansa – TuS Bersenbrück
Südbaden: Bahlinger SC – FC 08 Villingen
Südwest: TSV Schott Mainz – FK Pirmasens