Nach dem knappen Hinspiel der Relegation stand der TSV Schwaben Augsburg vor einem Szenario, das er mit einer besseren Chancenverwertung hätte vermeiden können. Letztlich meisterten die Schwabenritter die Aufgabe gegen den Bayernligisten SV Kirchanschöring jedoch souverän und verbleiben mit dem 2:1-Erfolg im Relegations-Rückspiel in der Regionalliga Bayern. Dabei bekamen die Zuschauer im Rosenaustadion in Augsburg einen frechen Gast zu sehen, der den Favoriten einen frühen Schock verpasste, die Intensität jedoch nicht über die komplette Spielzeit aufrechterhalten konnte.
TSV Schwaben Augsburg vs. SV Kirchanschöring: Die Ausgangslage vor dem Spiel
Die Ausgangslage war klar: Der TSV Schwaben Augsburg ging mit dem 3:2-Auswärtssieg aus dem Hinspiel als Favorit in die entscheidende Partie im Rosenaustadion. Für Kirchanschöring zählte beim Regionalligisten also nur ein Sieg, um den Traum des Aufstiegs zu verwirklichen. Für die Gäste aus dem Chiemgau hieß es deshalb von Beginn an, Risikobereitschaft, Einsatz und Kampfgeist an den Tag zu legen. Augsburg dagegen konnte mit einem kontrollierten Auftritt den Klassenerhalt perfekt machen. Doch genau diese Kontrolle fehlte den Schwabenrittern im Verlauf der Saison ein ums andere Mal und war auch im Hinspiel nur phasenweise zu erkennen – entsprechend groß war die Spannung vor dem Anpfiff.
Früher Schock – doch Augsburg kontert
Der Start hätte für die Hausherren kaum schlechter laufen können. Bereits in der 2. Minute traf Auerhammer für den SV Kirchanschöring zur frühen 1:0-Führung und stellte die Relegation damit auf Null. Augsburg bewies in dieser Situation einen kühlen Kopf und ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. In den folgenden Minuten arbeiteten sie sich zunehmend in die Partie. Nach einer halben Stunde fanden die Schwabenritter dann auch die Lücke in der Gästedefensive: Heiß spitzelte eine Hereingabe aus kurzer Distanz zum 1:1 über die Linie (35.). In einem intensiven Duell, in dem beiden Teams anzumerken war, dass es nicht nur viel zu gewinnen, sondern auch viel zu verlieren gab, verzichteten die Mannschaften zunächst auf das ganz große Risiko. Dementsprechend blieb das Spiel bis zur Pause chancenarm.
Schwabenritter übernehmen Kontrolle – Kirchanschöring rennt an
Nach dem Seitenwechsel kam der TSV Schwaben deutlich aktiver aus der Kabine und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten zur Führung. Doch wie schon im Hinspiel verpasste der Favorit die Vorentscheidung, und Kirchanschöring stemmte sich mit aller Macht gegen einen weiteren Gegentreffer. Dabei konnte sich der Gast zunehmend bei Keeper Weber bedanken, der sein Team im Spiel hielt. Mit zunehmender Spielzeit musste der Bayernligist das Risiko erhöhen, schließlich hätte dem Gastgeber ein Unentschieden zum Klassenerhalt genügt.
Immer häufiger suchte der SV Kirchanschöring den Weg in die Offensive, wodurch sich für Augsburg Räume im Umschaltspiel ergaben, die jedoch zunächst ungenutzt blieben. Die Partie spitzte sich zu, und das Drama aus Gästesicht nahm seinen Lauf. Die Gäste rannten an, zeigten sich bemüht, fanden jedoch kein Durchkommen in der kompakten Abwehr der Augsburger. Quasi mit dem Abpfiff brachte Radoki nach einem Konter die Entscheidung und traf zum 2:1-Endstand (90.+5). Damit war der Traum vom Aufstieg bei den Gästen geplatzt: Schwaben Augsburg bleibt in der Regionalliga Bayern, während der SV Kirchanschöring trotz zweier starker Spiele weiterhin in der Bayernliga antreten muss. Am Ende siegte die etwas größere individuelle Qualität über die Einsatzbereitschaft.
TSV Schwaben Augsburg – SV Kirchanschöring 2:1 (1:1)
Schiedsrichter: Peter Dotzel
Zuschauer: 1179
Spielort: Rosenaustadion, Augsburg
Tore:
0:1 Auerhammer (2.), 1:1 Heiß (35.), 2:1 Radoki (90.+5)