Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 29. Spieltags

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In der Regionalliga Nord zieht der SV Meppen auch nach dem 29. Spieltag einsam seine Kreise an der Tabellenspitze. Nach einem dominanten Auftritt gegen den HSC Hannover fuhr der SVM einen klaren 5:0-Erfolg ein und kann mit zehn Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz so langsam mit der Planung der Meisterschaftsfeier beginnen. Dass Ballbesitz alleine nicht reicht, um Spiele zu gewinnen, mussten der 1. FC Phönix Lübeck gegen Hannover 96 II und Kickers Emden gegen den FC St. Pauli II erfahren. Es waren jeweils die Gäste, die durch eine effiziente Spielweise die Spiele für sich entschieden und mit drei Punkten nach Hause fuhren. Drei Punkte hätte auch Altona 93 dringend nötig gehabt, doch die Hamburger verloren nach aufopferungsvollem Kampf trotz einer zwischenzeitlichen Führung in den Schlussminuten gegen den FSV Schöningen.

Blau-Weiß Lohne – SSV Jeddeloh II 0:2

Die 865 Zuschauer sahen zwischen Blau-Weiß Lohne und dem SSV Jeddeloh II einen dramatischen Auftakt des 29. Spieltags. Die Gäste setzten sich am Freitagabend nach einem dominanten Auftritt durch. Dabei verpassten sie es in einer von Beginn an schwungvollen Partie, die Entscheidung herbeizuführen. Beide Teams kamen früh zu ersten Möglichkeiten: Für Lohne setzte Thoben einen abgefälschten Schuss nur knapp neben das Tor (2.), während Jeddeloh durch Gaida gleich zweimal gefährlich wurde. Der SSV-Angreifer scheiterte jedoch einmal an Dedovic und nur kurz darauf am Pfosten. Im weiteren Verlauf bestimmte Jeddeloh das Spielgeschehen und ging verdient in Führung. Wegner hatte nach Vorarbeit von Krolikowski keine Mühe und traf aus kurzer Distanz zur Gästeführung (22.). Keine zehn Minuten später hätte Lohne direkt die passende Antwort geben können, doch Zahmel scheiterte vom Punkt (31.). Kurz vor der Pause wurde es auf beiden Seiten nochmals brandgefährlich. Erst hatte Ghawilu Pech, als er mit einem Aluminiumtreffer die Chance verpasste, die Führung zu erhöhen (36.). Auf der Gegenseite scheiterte Schmiederaus kurzer Distanz an Onken.

Nach dem Seitenwechsel blieb Jeddeloh das spielbestimmende Team, verpasste es aber mehrfach, die Partie früh zu entscheiden. Chancen durch Bothe, Kanowski und Ghawilu blieben ungenutzt, sodass Lohne bis in die Schlussphase im Spiel blieb. Dort warf die Heimelf noch einmal alles nach vorne, scheiterte aber erneut am starken Gästekeeper Onken (90.+1). Im direkten Gegenzug sorgte Ghawilu nach einem Foul an Ndure im Strafraum per Elfmeter für den 2:0-Endstand (90.+3). Damit feiert Jeddeloh II einen verdienten Auswärtssieg und setzt sich weiter in der Spitzengruppe fest.

SV Drochtersen/Assel – VfB Oldenburg 1:3

Innerhalb weniger Tage standen sich die SV Drochtersen/Assel und der VfB Oldenburg gegenüber. Nach dem Erfolg im Landespokal Niedersachsen unterlagen die Hausherren im Topspiel dem VfB Oldenburg und müssen damit im Aufstiegsrennen wohl einen herben Dämpfer hinnehmen. Die Partie begann zunächst ausgeglichen, in der beide Teams ihre guten Phasen hatten. Früh erzitterte der Querbalken, als Rosin nach einem Schlenzer vom Aluminium-Pech verfolgt war (9.). Dadurch wachgerüttelt wurden die Gäste zunehmend stärker, ohne jedoch zwingend zu werden. Ein Problem der Gastgeber: Durch Nachlässigkeiten brachten sie sich immer wieder selbst in Nöte und hatten kurz vor der Pause zweimal großes Glück. Erst war es Facklam, der frei vor dem Heimkeeper Siefkes scheiterte (38.), nur wenige Minuten später klatschte ein Kopfball nach einer Ecke an das Gestänge. In einem unterhaltsamen Spiel ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie hitziger. Zahlreiche Gelbe Karten waren die Folge. Nach einem Platzverweis gegen Cebulla (50.) und der dadurch entstandenen zahlenmäßigen Überlegenheit der Gäste übernahm der VfB Oldenburg endgültig die Kontrolle. Allerdings benötigten sie die Mithilfe der Hausherren, um in Führung zu gehen. Erst das Eigentor von Steinmann brachte die Gäste auf die Siegerstraße (67.). Kurz darauf machten sie mit einem Doppelschlag durch Facklam (74.) und Otuali (75.) alles klar. D/A gelang durch Mohr kurz vor Schluss nur noch der Ehrentreffer (89.). Damit hält Oldenburg seine Chance im Aufstiegsrennen am Leben, während sich Drochtersen/Assel so langsam von den Aufstiegsträumen vorerst verabschieden muss.

1. FC Phönix Lübeck – Hannover 96 II 0:2

Der 1. FC Phönix Lübeck musste vor heimischer Kulisse eine Niederlage gegen die Reserve von Hannover 96 II hinnehmen. Die Gäste, die nach der Niederlage am vergangenen Spieltag gegen den FSV Schöningen eine Reaktion zeigen wollten, erwischten vor 351 Zuschauern den besseren Start und präsentierten sich effektiv. Bereits nach elf Minuten zappelte der Ball nach einem Abschluss durch Marques im Netz der Lübecker. Anders als noch gegen Schöningen benötigte die Zweitvertretung gegen Lübeck nicht viele Torchancen. Doch nach dem Rückstand zeigten sich die Hausherren bemüht und drängten auf den Ausgleich – blieben vor dem Tor jedoch zu inkonsequent.

Das gleiche Bild zeigte sich auch im zweiten Durchgang. Der 1. FC Phönix Lübeck machte und versuchte alles, fand gegen kompakt stehende Gäste aber kaum Lösungen. In der Schlussphase machte Hannover den Deckel drauf: Hobrecht erhöhte in der 78. Minute auf 0:2 und sorgte damit für die Entscheidung. In einem Duell zwischen zwei Teams aus dem oberen Tabellendrittel war die effiziente Chancenverwertung der Schlüssel zum Erfolg.

FSV Schöningen – Altona 93 3:2

Der FSV Schöningen feierte trotz zwischenzeitlichem Rückstand einen wichtigen Heimsieg gegen Altona 93 und macht in der Regionalliga Nord einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt. Der Start in das Kellerduell gegen Schlusslicht Altona verlief für die Hausherren nach Maß: Cankor brachte die Hausherren früh in Führung (7.). Doch Altona, die nach Trainerwechsel unter der Woche zum ersten Mal unter neuer Leitung agierten, antwortete mit einem Doppelschlag. Erst erzielte Tsimba-Eggers per Distanzschuss den Ausgleich (30.), nur fünf Minuten später drehte Göttel die Partie noch vor der Pause (35.).

Die Hausherren, die nach dem 3:1-Erfolg gegen Hannover II eine ordentliche Portion Selbstvertrauen besaßen, zeigten sich kämpferisch. Nach zehn Minuten in Halbzeit zwei köpfte Behrendt den FSV zum Ausgleich (55.). In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Das bessere Ende hatten jedoch die Gastgeber, die in der Schlussphase durch Touray das Spiel für sich entschieden. Erst scheiterte er noch am Aluminium, dann verwertete er den Abpraller per Kopf zum 3:2 (86.). Damit drehte Schöningen die Partie spät und hat jetzt zehn Punkte Vorsprung auf die bedrohte Zone.

SC Weiche Flensburg 08 – Bremer SV 0:0

Im Manfred-Werner-Stadion trennten sich der SC Weiche Flensburg 08 und der Bremer SV in einer chancenarmen und zerfahrenen Partie torlos. Beide Teams fanden nur schwer in die Begegnung und leisteten sich viele Ungenauigkeiten, wodurch echte Strafraumszenen lange Mangelware blieben. Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit vergab Flensburgs Cornils, der frei vor dem Tor den möglichen Führungstreffer liegen ließ. Auf der Gegenseite bot sich dem Bremer SV per Elfmeter die große Chance zur Führung, doch Schmidt scheiterte am Pfosten und auch der Nachschuss brachte nichts ein. Insgesamt blieb es bei einem ausgeglichenen, aber spielerisch schwachen 0:0 zur Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Bild: viel Stückwerk, kaum Tempo und wenige klare Abschlüsse. Zwar hatten beide Seiten noch einzelne Möglichkeiten, die sie jedoch durch fehlende Durchschlagskraft nicht nutzen konnten. In der Schlussphase gab es auf beiden Seiten keine Chancen mehr, das Spiel doch noch für sich zu entscheiden. So blieb es bei der spielerischen Magerkost und dem folgerichtig torlosen Remis.

HSC Hannover – SV Meppen 0:5

Was im Vorfeld der Partie HSC Hannover gegen den SV Meppen erwartet wurde, bestätigte sich vor allem in der zweiten Hälfte. Der Tabellenführer aus Meppen überzeugte gegen das kriselnde Hannover und fuhr einen klaren 5:0-Erfolg ein. Bereits in der Anfangsphase kontrollierte Meppen das Spielgeschehen, auch wenn es dem HSC zunächst gelang, die Gäste weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten. Kurz vor der Pause brach Ulbricht schließlich den Bann und erzielte die verdiente 1:0-Führung (38.).

Die Vorentscheidung erzielte der SVM mit einem Doppelschlag kurz nach Wiederbeginn: Erst erhöhte Stuhlmacher nach einem langen Ball auf 2:0 (47.), nur eine Minute später traf Schmitt zum 3:0 (48.). Damit war die Partie praktisch entschieden. Die Gäste zeigten sich jedoch hungrig und blieben das spielbestimmende Team. Mit seinem zweiten Treffer erhöhte Ulbricht auf 4:0 (62.), ehe Tasov nach seiner Einwechslung den 5:0-Endstand markierte (69.). In der Schlussphase nahm der Tabellenführer das Tempo etwas heraus und verwaltete das Ergebnis. Für den HSC, der bereits das sechste Spiel in Folge verlor, wartet seit elf Spielen auf einen Sieg.

Kickers Emden – FC St. Pauli II 0:1

Vor 4.900 Zuschauern kassierten die Kickers Emden im heimischen Ostfriesland-Stadion gegen den FC St. Pauli II eine knappe Niederlage. Ausschlaggebend war die kompakte und leidenschaftliche Verteidigung der Gäste aus Hamburg, die durch Nadelstiche jedoch selbst immer wieder brandgefährlich wurden. Emden bestimmte über weite Strecken das Spiel und hatte mehr Ballbesitz, fand gegen die eng gestaffelte Abwehr der Kiezkicker aber kaum Lösungen. Chancen waren in der ersten Hälfte auf beiden Seiten kaum vorhanden.

Das zog sich auch lange durch die zweite Hälfte, in der St. Pauli II letztlich durch Umschaltsituationen gefährlich wurde. Es lief bereits die Schlussphase einer intensiven Begegnung, als Skakun die Gäste mit dem 1:0 zum Sieg schoss (82.). In der Schlussphase warfen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne, operierten mit vielen langen Bällen, doch die Hamburger Defensive um Torhüter Spari hielt dem Druck stand und brachte den knappen Auswärtssieg über die Zeit. Mit dem zweiten Sieg in Folge rückt der FC St. Pauli II nahe an das rettende Ufer heran.

Eintracht Norderstedt – Hamburger SV II 1:2

Die Eintracht Norderstedt steckt weiter in der Krise und musste sich am 29. Spieltag der Regionalliga Nord im Nachbarschaftsduell dem Hamburger SV II geschlagen geben. Schon von Beginn an erwischten die Gäste den besseren Start und gingen früh durch Yalcinkaya in Führung (5.). Norderstedt, dem die Abstiegsangst deutlich anzumerken war, fand fahrig und verunsichert zunächst kaum ins Spiel. Kurz vor der Pause legte der HSV II nach einem Treffer von Lemke zum 0:2 nach (41.).

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Eintracht deutlich selbstbewusster und drängte auf den Anschluss. Doch HSV-Keeper Schmidt schien an diesem Tag unüberwindbar. Erst in der Schlussphase war er chancenlos, als Krüger aus kürzester Distanz zum 1:2 verkürzte. Für mehr reichte es bei den Hausherren trotz starken Drucks nicht mehr. So blieb es bei der Niederlage, die die Abstiegssorgen der Eintracht Norderstedt verstärkt.

VfB Lübeck – SV Werder Bremen II 1:1

Der VfB Lübeck zeigte nach dem überraschenden Pokal-Aus gegen Oberligist Todesfelde zwar eine Reaktion, musste sich am Ende aber mit einem Remis gegen Werder Bremen II begnügen. Dabei lief für die Hausherren alles nach Plan. Nicht einmal zehn Minuten waren absolviert, da ging der VfB durch Karimani in Führung (9.). Danach ließen die Hausherren jedoch nach und Werder II fand besser ins Spiel. Dennoch gingen die Lübecker mit dem knappen Vorsprung in die Pause.

Im zweiten Durchgang zeigte sich ein ähnliches Bild wie bereits in der ersten Hälfte. Lübeck agierte zunächst wacher und war die gefährlichere Mannschaft. Der Grund, dass sie die Entscheidung nicht früher herbeiführen konnten, hieß Smarkalev und stand im Bremer Tor. Der Werder-Schlussmann reagierte in einigen Situationen glänzend und hielt damit sein Team im Spiel. Das sollte sich in der Schlussphase auszahlen: Nach einem Eckball drückte Stark den Ball über die Linie (88.). Für die Bremer ein glückliches Unentschieden, für die Lübecker ein Punkt nach einem sicher geglaubten Sieg.