Regionalliga Nord: Zusammenfassung des 31. Spieltags

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Die Vorentscheidung im Meisterschaftsrennen ist am 31. Spieltag der Regionalliga Nord gefallen. Nachdem der SV Meppen sein Spiel gegen Blau-Weiß Lohne deutlich gewann, der VfB Oldenburg aber patzte, benötigt der SVM gegen den Bremer SV nur ein mageres Pünktchen zum Titelgewinn. Apropos Oldenburg: Die mussten sich in einem hochemotionalen Derby gegen Kickers Emden geschlagen geben. Neben zahlreichen Toren bekamen die Zuschauer auch einige rote Karten zu sehen. Besser lief es dagegen für den SV Werder Bremen II, der sich mit späten Treffern im Derby gegen den HSV II behaupten konnte. Im Tabellenkeller sammelte der HSC Hannover Big Points. Nachdem neben BWL der FSV Schöningen, FC St. Pauli II und Altona 93 allesamt verloren haben, ist der Klassenerhalt für die Hannoveraner zum Greifen nahe.

SC Weiche Flensburg 08 – FSV Schöningen 2:0

Der erlösende Sieg lässt weiter auf sich warten: Der FSV Schöningen verpasst auch in Flensburg den möglichen Klassenerhalt und geht erneut leer aus. Weiche Flensburg dagegen ist längst durch und fährt einen ungefährdeten Erfolg ein. Die Partie begann direkt mit viel Intensität. Der FSV Schöningen schien gewillt zu sein, den Klassenerhalt klarzumachen und lief die Hausherren hoch an. Nach einem langen Ball wurden die Gäste jedoch für das Risiko bestraft. Klump konnte seinen Gegenspieler im Strafraum nur durch ein Foulspiel stoppen, sodass Schiedsrichter Piotrowski keine andere Wahl hatte, als auf den Punkt zu zeigen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Hartmann sicher zur frühen Führung (10.). Danach beruhigte sich das Spiel etwas, auch wenn Weiche insgesamt die gefährlichere Mannschaft blieb. Vor allem in der Phase vor der Pause hätte die Führung durchaus höher ausfallen können, doch FSV-Keeper Dahncke verhinderte Schlimmeres. Offensiv blieben die Gäste zu ungenau.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Bild. Der FSV versuchte zum Ausgleich zu kommen, hatte auch vereinzelte Ansätze, doch die Torgefahr blieb weitestgehend aus. Einzig nach einem Freistoß schnupperte Schöningen am Ausgleich, doch der Ball klatschte nur an die Querlatte. Weiche hingegen verwaltete die Führung und zeigte sich in der Schlussphase erneut effizient. Nach einem schnellen Einwurf über Iloka landete der Ball bei Plechaty, der zum 2:0 vollendete (84.). Damit war die Partie entschieden und der FSV Schöningen muss weiter auf den Klassenerhalt warten.

FC St. Pauli II – Hannover 96 II 0:1

Der FC St. Pauli II kassierte am 31. Spieltag der Regionalliga Nord einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Mit der knappen 0:1-Niederlage gegen Hannover 96 II verpassten die Hamburger den Sprung auf die Nichtabstiegsplätze. Die ausgeglichene Partie hatte lange keine Highlights zu bieten. Besonders den Hausherren war die Tabellensituation und die Vorsicht anzumerken. Kurz vor der Pause ließ Hannover 96 II jedoch einmal die spielerische Klasse aufblitzen. Nach einer sehenswerten Kombination vom eigenen Schlussmann Schwanke lief der Ball über mehrere Stationen: van den Heuvel über Ebnoutalib, Ndikom, Vogel und Abdullatif wieder zu Ndikom zurück, der vor dem Tor cool blieb und flach ins rechte Eck zum 1:0 einschob (38.).

Im zweiten Durchgang wurde die Partie etwas offener, auch weil St. Pauli II mehr riskieren musste. Die Hamburger versuchten zurückzukommen, fanden jedoch kein Durchkommen. Hannover hingegen setzte auf einzelne Nadelstiche und verwaltete das Ergebnis. Chancen gab es zwar auf beiden Seiten, doch die letzte Konsequenz im Abschluss fehlte. So blieb es beim knappen Auswärtssieg für die Hannoveraner, die damit den fünften Platz behaupteten. Der FC St. Pauli verpasste hingegen den Sprung aus der bedrohten Zone.

1. FC Phönix Lübeck – SSV Jeddeloh II 3:2

Was für ein Finish am Buniamshof! In einem packenden Duell setzt sich der 1. FC Phönix Lübeck knapp gegen den SSV Jeddeloh II durch und beendet damit die Siegesserie der Gäste. Diese hatten sich nach zuletzt acht Erfolgen in Serie viel vorgenommen – am Ende gingen sie aber leer aus. Dabei startete Jeddeloh wie gewohnt offensiv in die Partie. Nach rund einer Viertelstunde zog Wegner aus der Distanz ab und überraschte Lübecks Keeper Kips, der die frühe Gästeführung nicht verhindern konnte (15.). Mit der Führung im Rücken entwickelte sich ein intensives Spiel, bei dem die Gäste es immer wieder schafften, den Spielfluss der Hausherren früh zu unterbrechen. Auch wenn beide Mannschaften Chancen auf weitere Treffer hatten, fielen diese zumindest in der ersten Halbzeit nicht – dafür aber nach Wiederanpfiff umso mehr.

Der Torreigen begann mit einem stark verbesserten Heimteam, das früh nach der Halbzeit zum Ausgleich kam. Degirmenci setzte sich über rechts durch und bediente Luis, der zum 1:1 einnetzte (52.). Die Lübecker blieben dran und drehten die Partie wenig später komplett, als Joker Rahmic den Ball sehenswert per Volley zur 2:1-Führung im Kasten unterbrachte (72.). Doch entschieden war die Partie noch lange nicht. In der Schlussphase schlug auch Jeddeloh durch den eingewechselten Bothe zurück, der eine Flanke zum 2:2 verwertete (86.). Damit aber nicht genug, denn auch Lübeck fand nochmal eine Antwort und erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer. Maiolo setzte sich durch und traf flach ins Eck zum umjubelten 3:2-Endstand (90.+1). Die 265 Zuschauer im Buniamshof sahen einen echten Krimi zwischen zwei Teams, bei denen es nur darum geht, die Saison ordentlich zu Ende zu spielen.

SV Drochtersen/Assel – Altona 93 3:1

Der SV Drochtersen/Assel ist nach einem souveränen, aber nicht durchgehend glanzvollen Heimsieg gegen das Schlusslicht Altona 93 zurück auf dem zweiten Platz. Die Gastgeber hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, taten sich gegen leidenschaftlich verteidigende Hamburger aber zunächst schwer. Altona hielt lange gut dagegen, konnte sich jedoch kaum befreien. Erst kurz vor der Pause brach der Favorit den Hamburger Defensivriegel und legte binnen weniger Minuten den Grundstein für einen ungefährdeten Heimsieg. Zuerst traf Nagel zur Führung (37.), ehe Hyseni in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs nachlegte (45.+4).

Nach dem Seitenwechsel nahm Drochtersen/Assel etwas Tempo raus und verwaltete die Führung. Das rief Altona 93 zurück ins Spiel, die kurz vor Anbruch der Schlussviertelstunde noch einmal Spannung in die Begegnung brachten, als El-Nemr eine Gelegenheit zum 1:2-Anschluss nutzte. Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit machte Wulff dann alles klar und stellte den alten Abstand wieder her – 3:1 (85.). Mit der Niederlage verpasst Altona 93 die Chance, sich weiter an das rettende Ufer heranzurobben, und bleibt punktgleich mit dem FC St. Pauli II und Blau-Weiß Lohne aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf dem letzten Tabellenplatz.

HSC Hannover – VfB Lübeck 1:0

Dem HSC Hannover gelingt gegen den VfB Lübeck ein ganz wichtiger Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Mit dem ersten Sieg nach der Winterpause verschaffen sich die Hannoveraner etwas Luft im Tabellenkeller und können die Patzer der direkten Konkurrenten ausnutzen. Die Partie begann zunächst eher verhalten. Der leicht favorisierte VfB Lübeck hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, richtig zwingend wurden die Gäste aber nicht. Umso effektiver zeigte sich der HSC in der ersten echten Großchance. Kiska nutzte eine Ablage nach einem langen Ball, blieb aus kurzer Distanz eiskalt und traf zum 1:0 (38.). Dabei blieb es bis zur Pause.

Mit dem Wiederanpfiff erhöhte der VfB Lübeck spürbar den Druck. Erst kam Abu-Alfa direkt nach Wiederanpfiff zum Abschluss (46.), wenig später wurde Pfundheller wegen Abseits zurückgepfiffen. Aber die Gäste wollten, das war ihnen deutlich anzumerken. Nur wenige Minuten später verzog Pfundheller knapp (55.), bevor Thiel nur den Pfosten traf (59.). Nach diesem Alu-Treffer wachten die Gastgeber wieder etwas auf. In der 70. Spielminute vergab Vukancic dann aus guter Position. Sechs Minuten vor Schluss rettete Diestel nach einem Heber von Kiska den Ball auf der Querlatte (84.). In der Nachspielzeit wurde es nochmal richtig brenzlig für den HSC, als Fielsch einen aufs Tor gezogenen Eckball von der Linie kratzte (90.+2), kurz darauf scheiterte auch Istefo aus der Distanz am Keeper. Dann ertönte der befreiende Abpfiff, mit dem der Heimsieg feststand. Die Hannoveraner freuen sich über einen ganz wichtigen Erfolg im Abstiegskampf.

SV Werder Bremen II – Hamburger SV II 2:1

Der SV Werder Bremen II empfing am 31. Spieltag der Regionalliga Nord den Hamburger SV zum kleinen Nordderby. In einem intensiven Duell fiel die Entscheidung erst in den letzten Minuten. Vor 297 Zuschauern entwickelte sich zunächst eine umkämpfte Partie, in der beide Teams lange auf Sicherheit bedacht waren. Chancen waren im ersten Durchgang dementsprechend eher selten. Folgerichtig ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurde Werder II etwas mutiger und übernahm mehr und mehr das Geschehen. Allerdings mussten sich die Fans bis zur Schlussphase gedulden, ehe Erevbenagie die Hausherren in Führung brachte (84.). Die Bremer hielten die knappe Führung bis in die Nachspielzeit, dann schlug der HSV II zurück und kam durch Nandja zum Ausgleich (90.+5). Wer gedacht hatte, dass es das im 41. Derby zwischen den Zweitvertretungen war, rieb sich zwei Minuten später die Augen. Nur wenige Augenblicke vor Schluss schaltete Werder schnell um und Manthey erzielte mit seinem zweiten Saisontreffer den Siegtreffer für Grün-Weiß.

Bremer SV – Eintracht Norderstedt 2:0

Bitterer Nachmittag für Eintracht Norderstedt: Beim Bremer SV verpasst der Abstiegskandidat eine große Chance, sich im Abstiegskampf etwas zu befreien. Stattdessen präsentierten sich die Gäste in der Defensive zu schläfrig. Ganz anders die Gastgeber, die von der ersten Sekunde an hellwach waren. Bereits nach 120 Sekunden nutzten die Hausherren die Unordnung im Zentrum Norderstedts und Diedhiou verwertete eine Hereingabe zur frühen Führung (2.). Auch danach blieb der BSV gefährlich, während die Gäste besonders in der Defensive nicht immer sattelfest wirkten. Nur dank Keeper Petzsch blieb es zunächst beim knappen Rückstand. Mit zunehmender Spieldauer fand Norderstedt besser in die Partie und erspielte sich selbst Chancen: Köhl (25.) sowie eine Doppelchance durch Zimmer und Mirchev (26.) hätten den Ausgleich bringen können. Kurz vor der Pause verpasste Krüger mit einem Kopfball, der nur die Latte traf.

Nach der Pause bekamen die Gäste die Quittung für die Nachlässigkeiten. Zwar bemüht, aber häufig nicht konsequent genug verteidigt, kassierten sie nach zwölf Minuten im zweiten Abschnitt das 2:0, als Warm nach einer Parade am schnellsten reagierte und abstaubte (57.). In der Folge kam von den Gästen kaum noch etwas Zwingendes, während der Bremer SV durch Tchouangue (68.) und Werner (72.) sogar das dritte Tor hätte nachlegen können. Doch dem dritten Treffer stand Eintracht-Keeper Petzsch im Weg. Am Ende bleibt ein enttäuschender Auftritt von Norderstedt, das sich in der ersten Hälfte die schwache Chancenverwertung ankreiden lassen muss.

Kickers Emden – VfB Oldenburg 4:2

Kickers Emden gewinnt ein hitziges Derby gegen den VfB Oldenburg, der nach einer frühen roten Karte quasi das gesamte Spiel in Unterzahl agieren musste. Dabei schien der VfB in der ersten Spielminute auf dem richtigen Weg zu sein, doch Demaj verpasste die ganz frühe Führung. Anstatt in Führung zu liegen, musste Oldenburg in Unterzahl weitermachen. Otto sah für das Nachtreten die glatt Rote Karte und schwächte seine Mannschaft enorm, denn mit einem Mann weniger auf dem Feld geriet der VfB sofort unter Druck (5.). Emden nutzte zehn Minuten nach dem Platzverweis die personelle Überzahl konsequent aus, als Schiller zur Führung einköpfte (15.). Erneut zehn Minuten später erhöhte Eickhoff im zweiten Versuch auf 2:0 (25.). Für Oldenburg, die in dieser Phase kaum Entlastung fanden, kam es sogar noch schlimmer: Steffens legte per Freistoß nur wenige Minuten später den dritten Treffer nach (33.). Kurz vor der Pause verkürzten die Gäste dann, nachdem Brand einen Elfmeter zum 3:1-Pausenstand verwandelte (45.+2).

Nach dem Seitenwechsel flachte die Partie zumindest spielerisch zunächst ab – die Emotionen kochten aber hoch. Dementsprechend viele Unterbrechungen, viel Hektik, aber wenig Rhythmus waren in dem Derby vorhanden. In der Schlussphase wurde es dann richtig chaotisch. Erst traf Brand erneut vom Punkt zum 3:2-Anschluss und Emden begann zu zittern (83.). Dann geriet das Spiel völlig aus dem Ruder. Boccaccio aufseiten der Gäste, ein Betreuer der Oldenburger sowie Eilerts für die Kickers Emden sahen die Rote Karte. In der zehnten Minute der völlig zerfahrenen Nachspielzeit machte Kaissis schließlich den Deckel drauf und traf ins leere Tor zum 4:2 (90.+10). Mit der Niederlage ist der VfB Oldenburg nun zu 99 Prozent aus dem Meisterschaftsrennen. Mit einem Unentschieden kann der SV Meppen am nächsten Spieltag alles klar machen.

Blau-Weiß Lohne – SV Meppen 0:4

Der SV Meppen marschiert weiter Richtung Meisterschaft und lässt bei Blau-Weiß Lohne beim klaren 4:0-Auswärtssieg nichts anbrennen. Damit sichern sich die Emsländer den ersten Matchball im Titelrennen. Die Partie begann zunächst ohne große Höhepunkte. Der SV Meppen bestimmte zwar wie gewohnt mit klaren Feldvorteilen, kam aber erst nach rund einer halben Stunde richtig ins Rollen. Nach einer Ecke verwertete Sprekelmeyer die Hereingabe per Kopf zum 1:0 (31.). Nur sechs Minuten später legte der Tabellenführer durch Stuhlmacher zum 2:0 nach (37.). Lohne bemühte sich zwar um offensive Akzente, blieb aber ohne Durchschlagskraft. Kurz vor der Pause verhinderte Dedovic gegen Deters sogar noch das mögliche 0:3.

Nach Wiederanpfiff verwaltete Meppen das Ergebnis souverän, ließ die Hausherren nicht zur Entfaltung kommen und entschied die Partie zehn Minuten vor Schluss mit dem 3:0 durch Schmitt (80.). Den Schlusspunkt setzte Engelmann in der 86. Minute nach einer Freistoßflanke mit dem 4:0. Damit wartet Blau-Weiß Lohne noch immer auf einen Dreier in diesem Kalenderjahr – der SV Meppen hingegen kann mit einem Punktgewinn gegen den Bremer SV am nächsten Spieltag die Meisterschaft für sich entscheiden.