SC Weiche Flensburg 08 stürmt an die Tabellenspitze! Die Flensburger nutzten am 7. Spieltag der Regionalliga Nord den Patzer des VfB Oldenburg und fegten den HSC Hannover nach einer starken zweiten Hälfte mit 6:1 vom Platz. Mit den drei Punkten ziehen die Flensburger an den Oldenburgern vorbei, die im Topspiel gegen den FSV Schöningen das Nachsehen hatten. Einen bitteren Nachmittag erlebte der Eimsbütteler TV. Beim SV Drochtersen/Assel kassierte der ETV im zweiten Spiel in Folge sieben Gegentore. Für ein echtes Spektakel sorgte auch Atlas Delmenhorst, das Todesfelde in einem munteren Spiel bezwang. Hannover 96 II setzte sich in einem turbulenten Duell mit 3:2 gegen St. Pauli II durch, während auch Emden mit einem 3:2 in Bremen einen späten Sieg feierte.
Hannover 96 II – FC St. Pauli II 3:2
Hannover 96 II hat sich in einer packenden Partie knapp mit 3:2 gegen den FC St. Pauli II durchgesetzt und vor 214 Zuschauern drei hart umkämpfte Punkte eingefahren. Nach einer brutal effektiven Anfangsphase machten es die Gastgeber hintenraus spannender, als es hätte sein müssen. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr. Erst brachte Etcibasi Hannover 96 II in der 7. Minute in Führung, bevor Hobrecht nur drei Minuten später auf 2:0 erhöhte (10.). St. Pauli fiel jedoch nicht komplett auseinander und war vor der Pause um Schadensbegrenzung bemüht. Kurz vor Ende des ersten Abschnitts kamen die Gäste schließlich eindrucksvoll zurück. Zunächst verwandelte Goguadze einen Foulelfmeter zum Anschluss (43.). Der Treffer schien den Hamburgern mächtig Auftrieb zu geben, denn nur zwei Minuten später egalisierte Wardius mit dem 2:2-Ausgleich die Partie.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem erneut Etcibasi für Furore sorgte. Der Angreifer traf nach rund einer Stunde zum 3:2, schnürte damit seinen Doppelpack und brachte die Hannoveraner wieder auf Kurs. St. Pauli drängte anschließend auf den erneuten Ausgleich, doch Hannover verteidigte den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Trotz einer kämpferisch ansprechenden Leistung geht es für die Kiezkicker mit leeren Händen zurück in die Hansestadt.
SV Drochtersen/Assel – Eimsbütteler TV 7:1
Wieder sieben Gegentore für den Eimsbütteler TV! Nach der 7:3-Abreibung gegen den VfB Oldenburg fertigte der SV Drochtersen/Assel den ETV mit 7:1 ab und zerlegte den Aufsteiger vor allem in der zweiten Hälfte. Dabei startete der ETV zunächst wild entschlossen und schien nach dem vergangenen Spieltag um Wiedergutmachung bemüht. Nach einer Kombination bis ins letzte Drittel gingen die Gäste durch Politz bereits in der Anfangsphase in Führung (12.). Die Antwort der Gastgeber ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Wohlers glich nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite neun Minuten später zum 1:1 aus (21.). Kurz nach der halben Stunde drehte Sanne die Partie noch vor der Pause und brachte den SVDA auf die Siegerstraße (32.). Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Was danach folgte, war eine Machtdemonstration, die ihresgleichen suchte.
Nur zwei Minuten waren im zweiten Abschnitt absolviert, da erhöhte Hamid nach einer sehenswerten Kombination über rechts auf 3:1 (47.). Vier Minuten später folgte der nächste Rückschlag für die Gäste, nachdem der Unparteiische nach einem Foulspiel an Sanne auf den Elfmeterpunkt zeigte. Schepp schnappte sich die Kugel und verwandelte sicher zum 4:1 (51.). Drochtersen/Assel blieb anschließend gnadenlos effizient und nutzte die zunehmend großen Räume in der ETV-Defensive konsequent aus. Becker schnürte in der Schlussphase einen Doppelpack und erhöhte innerhalb von fünf Minuten auf 6:1 (80./85.). Damit nicht genug. In der Nachspielzeit setzte Dahaba mit dem 7:1 den Schlusspunkt in einer Partie, in der der ETV in der zweiten Halbzeit völlig den Faden verlor.
SSV Jeddeloh II – Hamburger SV II 1:3
Der SSV Jeddeloh II kommt in der Regionalliga Nord weiterhin nicht richtig vom Fleck. Trotz eines vielversprechenden Starts mussten sich die Ammerländer der U 21 des Hamburger SV mit 1:3 geschlagen geben. Vom Anpfiff weg spielten die Hausherren gegen die Hamburger mutig nach vorne. Gegen Mitte der ersten Halbzeit belohnte sich Jeddeloh II für die verbesserte Leistung. Nach einer schnellen Ballstafette setzte sich Brinkmann mit einem Haken durch und schlenzte den Ball zum 1:0 ins Netz (25.). Die Führung hielt allerdings nicht lange. Nach einer Ablage von Bröcker war Ojo am zweiten Pfosten zur Stelle und drückte den Ball zum 1:1 über die Linie (32.). Jeddeloh blieb dennoch gefährlich und hätte kurz vor der Pause erneut in Führung gehen können. Brandes vergab jedoch eine große Kopfballchance. Stattdessen schlug der HSV II auf der Gegenseite eiskalt zu: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte spitzelte Migalic den Ball aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Gäste ins Tor (45.+2).
Nach dem Seitenwechsel legten die Hamburger direkt nach. Ojo ließ bei einem starken Solo mehrere Gegenspieler stehen und vollendete anschließend zum 3:1 (53.). Damit war die Partie endgültig zugunsten der Gäste gekippt. Jeddeloh versuchte zwar, noch einmal zurückzukommen, entwickelte offensiv aber zu wenig Durchschlagskraft. So brachte der HSV II den Vorsprung souverän über die Zeit und fügte Jeddeloh die nächste Niederlage zu. Die Ammerländer bleiben damit tief im Tabellenkeller hängen.
Eintracht Norderstedt – VfB Lübeck 1:1
Der VfB Lübeck wartet auch nach dem siebten Spieltag weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Beim FC Eintracht Norderstedt gingen die Gäste zwar kurz vor der Pause in Führung, mussten sich am Ende aber mit einem 1:1 begnügen. Dabei zeigte sich Lübeck im Vergleich zu den vergangenen Spielen stark verbessert und kam im ersten Durchgang mehrfach gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Thiel, Karimani und Pfundheller scheiterten jedoch jeweils am starken Norderstedter Schlussmann Brüning, der seine Mannschaft zunächst vor einem Rückstand bewahrte. Kurz vor dem Pausenpfiff war dann aber auch er geschlagen: Pfundheller fasste sich aus knapp 20 Metern ein Herz und setzte den Ball gefühlvoll an die Unterkante der Latte, von wo er zum 1:0 für Lübeck ins Netz sprang (45.+1).
Auch nach dem Seitenwechsel tauchte der VfB offensiv immer wieder gefährlich vor Eintracht-Schlussmann Brüning auf und hatte Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Stattdessen schlug Norderstedt mit einem schnellen Angriff zurück. Behounek brachte den Ball von außen in die Mitte, wo Nejad aus wenigen Metern mit der Innenseite zum 1:1 vollendete (52.). Der Treffer gab den Hausherren sichtbar Auftrieb. Norderstedt erhöhte den Druck und drängte in der Folge auf die Führung, während Lübeck einige brenzlige Situationen überstehen musste. In der Schlussphase suchte der VfB Lübeck den entscheidenden Treffer, fand jedoch erneut nur Brüning, der sich als sicherer Rückhalt für die Eintracht erwies. So blieb es beim 1:1, das den Gästen zwar einen weiteren Punkt beschert, sie jedoch noch immer auf den ersten Sieg warten lässt.
FSV Schöningen – VfB Oldenburg 1:0
Der FSV Schöningen siegt im Spitzenspiel gegen den VfB Oldenburg und sorgt damit für die ersten Punktverluste der Gäste. Dabei musste sich der FSV vor allem bei Keeper Kick bedanken, der mehrfach stark parierte. Schöningen erwischte einen Traumstart. Nach einer Ablage zog Brandt in der 6. Minute von der Strafraumgrenze ab und traf zur frühen Führung. Oldenburg, das spielerisch bessere Team, fand danach jedoch schnell in die Partie und kam zu guten Möglichkeiten. Immer wieder war es Facklam, der für Gefahr sorgte. So auch, als der Angreifer plötzlich frei vor FSV-Keeper Kick auftauchte, der seinem Kontrahenten im Eins-gegen-eins den Ball im richtigen Moment vom Fuß pflückte.
Auch nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Oldenburg drängte auf den Ausgleich, versuchte vieles und kam aus verschiedenen Positionen zum Abschluss. Am Ende behielt jedoch Schlussmann Kick die Oberhand. Schöningen verteidigte leidenschaftlich und brachte die knappe Führung schließlich über die Zeit. Damit feiert der FSV den nächsten wichtigen Dreier und stürzt Oldenburg vorerst von der Tabellenspitze.
SV Atlas Delmenhorst – SV Todesfelde 5:2
Sieben Tore bekamen die 1.180 Zuschauer in Delmenhorst zu sehen, am Ende durfte Atlas über einen deutlichen 5:2-Erfolg jubeln. Vor allem Herrmann drückte der Partie seinen Stempel auf und sorgte mit einem Doppelpack innerhalb von nur zwei Minuten für die Vorentscheidung. Die Gastgeber erwischten einen Blitzstart: David traf bereits in der zweiten Minute zum frühen 1:0. Todesfelde ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und kam nach etwas mehr als einer halben Stunde zurück. Liebert stellte auf 1:1 und sorgte damit für den Pausenstand (32.).
Mit Wiederanpfiff übernahm Atlas wieder die Kontrolle. Gijsen brachte die Hausherren nach zehn Minuten im zweiten Durchgang erneut in Führung (55.). Kurz darauf brachte Herrmann die Gastgeber endgültig mit einem Doppelschlag auf die Siegerstraße. Erst erhöhte er in der 68. Minute auf 3:1, nur 60 Sekunden später legte er das 4:1 nach (69.). Sohn verkürzte eine Viertelstunde vor Ende noch einmal auf 2:4 und ließ kurzzeitig Hoffnung bei den Gästen aufkommen. Doch Atlas hatte die passende Antwort parat. Urban setzte nur drei Minuten später den Schlusspunkt und machte mit dem 5:2 den klaren Heimsieg perfekt (78.).
Werder Bremen II – 1. FC Phönix Lübeck 0:2
Phönix Lübeck durfte sich vor 120 Zuschauern über einen erfolgreichen Nachmittag in Bremen freuen. Zum Matchwinner avancierte Luis, der mit einem Doppelpack für den 2:0-Auswärtssieg sorgte. Werder Bremen II fand dagegen über die gesamte Spielzeit kein Mittel gegen die Defensive der Adlerträger. In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer eine torlose Begegnung ohne große Höhepunkte. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend und stellten die Offensive des Gegners vor unlösbare Aufgaben.
Das änderte sich jedoch im zweiten Abschnitt. Rund eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff brachte Luis die Gäste mit 1:0 in Führung (61.). Werder suchte anschließend nach einer Antwort, musste jedoch bereits wenige Minuten später den nächsten Rückschlag hinnehmen. Erneut schlug Luis zu und schnürte innerhalb von nur acht Minuten seinen Doppelpack. Mit dem 2:0 sorgte er gegen harmlose Werderaner für die Vorentscheidung (69.). Bremen II kam in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr zurück, sodass Phönix den Vorsprung souverän über die Zeit brachte und drei Punkte aus Bremen entführte.
Bremer SV – BSV Kickers Emden 2:3
Fünf Tore innerhalb von weniger als einer halben Stunde und am Ende ein hauchdünner Erfolg für Kickers Emden: Vor 1.051 Zuschauern entwickelte sich nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit die Partie erst spät zu einem echten Spektakel.
Den Anfang machten die Gastgeber. Redecker brachte den Bremer SV kurz vor der Stundenmarke mit 1:0 in Führung (56.). Emden reagierte jedoch und schaltete einen Gang höher. Zwanzig Minuten nach dem Rückstand glich Kojic aus und belohnte sich für eine aufopferungsvolle Leistung (76.). Anschließend überschlugen sich die Ereignisse. Ihorst drehte die Begegnung innerhalb von nur zwei Minuten komplett. Erst brachte er Emden in der 82. Minute mit 2:1 in Front, bevor er nur wenige Augenblicke später erneut zuschlug und auf 3:1 erhöhte (83.). Der Bremer SV gab sich allerdings noch nicht geschlagen. Koldzic verkürzte in der 85. Minute noch auf 2:3 und sorgte damit noch einmal für eine spannende Schlussphase. Zum Ausgleich reichte es für die Hausherren jedoch nicht mehr. Emden brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und durfte sich nach einer turbulenten Schlussphase über drei wichtige Punkte freuen.
HSC Hannover – SC Weiche Flensburg 08 1:6
Eine starke Leistung, drei Punkte und ein halbes Dutzend Tore spülten den SC Weiche Flensburg zum Abschluss des 7. Spieltags auf den Platz an der Sonne. Die Flensburger profitierten vom Patzer des bisherigen Spitzenreiters VfB Oldenburg und nutzten ihre Chance, um sich mit einem eindrucksvollen 6:1-Auswärtssieg beim HSC Hannover ganz nach oben zu schieben. Dabei deutete im ersten Durchgang zunächst wenig auf einen Kantersieg hin. Weiche kontrollierte zwar weite Teile des Geschehens, fand gegen die Hannoveraner Defensive aber nur selten die entscheidende Lücke. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang dann doch der Führungstreffer: Nach einem schnellen Angriff landete der Ball mit etwas Glück bei Ali im Strafraum. Der Angreifer blieb cool und setzte das Leder unter die Latte zum 1:0 (45.).
Nach dem Wiederanpfiff nahm die Partie dann ordentlich Fahrt auf. Hannover meldete sich in der 53. Minute zurück. Vukancic wurde rund um den Strafraum sträflich freigelassen. Der Angreifer nutzte den Platz und nagelte das Leder aus rund 20 Metern in die Maschen. Die Freude der Hausherren währte allerdings nur kurz. Bereits eine Minute später schlug Weiche zurück: Krasniqi nahm eine Hereingabe von der rechten Seite direkt und setzte den Ball flach zur erneuten Führung ins Netz (54.). Damit war der Bann endgültig gebrochen. Nur sechs Minuten später legten die Gäste nach. Marten lief in eine Eckball-Hereingabe und köpfte die Kugel am kurzen Pfosten zum 3:1 ein (60.). Weiche hatte nun deutlich Oberwasser und spielte sich regelrecht in einen Rausch. Wenig später leitete Torhüter Seibt mit einem weiten Abschlag den nächsten Angriff ein. Tytarenko stand im Zentrum goldrichtig und vollendete per Direktabnahme zum 4:1 (65.). Und die Flensburger hatten noch nicht genug. Wieder dauerte es nur fünf Minuten, bis der ehemalige Braunschweiger von rechts in den Strafraum eindrang und aus spitzem Winkel abzog. Sein wuchtiger Abschluss schlug unter der Latte ein – 5:1 (70.). Den Schlusspunkt setzte erneut Ali, der nach einem Steilpass aus halblinker Position im Hannoveraner Strafraum freie Bahn hatte und den Ball zum 6:1-Endstand einschob. Damit feierte Weiche Flensburg nach einem furiosen zweiten Durchgang einen Kantersieg und übernimmt die Tabellenführung im Norden.
