Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 29. Spieltags

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Der 29. Spieltag der Regionalliga Nordost ist absolviert, und Abstiegskandidat BSG Chemie Leipzig überraschte gegen Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig. Doch die Leipziger profitieren von den Patzern der Verfolger Hallescher FC und Chemnitzer FC, die ihre Spiele jeweils knapp verloren. Alles andere als knapp war dagegen das Kellerduell zwischen dem BFC Dynamo und Hertha 03 Zehlendorf. Nach der deutlichen 5:1-Klatsche im Berliner Derby gegen den BFC hat Zehlendorf bereits sieben Punkte Rückstand auf den Tabellensiebzehnten FC Eilenburg, der sich mit einem starken Auftritt gegen den FSV Luckenwalde einen Punkt verdiente.

Hallescher FC – VSG Altglienicke 2:3

Der Hallescher FC verpasste im Heimspiel gegen die VSG Altglienicke einen möglichen Sprung auf Rang zwei und unterlag nach zwei späten Gegentoren mit 2:3. Die Partie begann schwungvoll mit Chancen auf beiden Seiten. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde brachte Kulke die favorisierten Hausherren durch einen Foulelfmeter in Führung (17.). Diese hielt jedoch nur kurz, denn nur drei Minuten später köpfte Tezel nach einer Ecke zum 1:1-Ausgleich ein (20.). In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem Sylla die Gäste fast noch in Führung brachte, traf jedoch nur den Pfosten.

Wie schon zum Ende der ersten Hälfte übernahm Altglienicke auch im zweiten Abschnitt zunehmend die Kontrolle, ohne zunächst die ganz großen Chancen zu haben. Der HFC agierte offensiv zu harmlos und ließ die letzte Konsequenz vermissen. In der Schlussphase schlug dann der Gast eiskalt zu: Schickersinsky traf nach einem Konter zum 2:1 (77.) und legte wenig später nach einer Vorlage von Elezi zum 3:1 nach (87.). Polat verkürzte zwar in der Nachspielzeit noch auf 2:3 (90.+3), am verdienten Auswärtssieg der Berliner änderte das jedoch nichts.

1. FC Magdeburg II – ZFC Meuselwitz 2:1

Der 1. FC Magdeburg II setzte sich mit einem 2:1-Erfolg gegen den ZFC Meuselwitz durch und bringt die Gäste im Kampf um den Klassenerhalt ins Schwitzen. Die Partie begann zunächst zäh und war von vielen Fehlern geprägt, klare Chancen blieben im ersten Durchgang weitgehend Mangelware. Nach rund einer halben Stunde brachte Mergner die Gastgeber allerdings mit einem präzisen Flachschuss aus der Distanz mit 1:0 in Führung (31.). Mit der Führung im Rücken traten die Hausherren selbstbewusster auf und schnupperten am zweiten Treffer. Sedlak im Gästetor verhinderte jedoch mit starken Paraden einen höheren Rückstand. Meuselwitz blieb offensiv lange blass und entwickelte erst kurz vor der Pause durch Hansch so etwas wie Torgefahr.

Nach dem Seitenwechsel kam der ZFC besser ins Spiel und belohnte sich in einer zunehmend turbulenten Phase mit dem Ausgleich: Fischer traf nach Vorarbeit von Bürger zum 1:1 (65.). Danach war die Partie offen, und Meuselwitz hatte sogar die Führung auf dem Fuß. Stattdessen schlug der 1. FC Magdeburg II erneut zu und nutzte eine Unsicherheit von Sedlak zum 2:1 durch Korsch (78.). Dabei blieb es bis zum Schluss. Während die Gastgeber einen über weite Strecken nicht unverdienten Heimsieg einfuhren, muss der ZFC Meuselwitz den Blick wieder verstärkt nach unten richten.

Rot-Weiß Erfurt – SV Babelsberg 03 4:2

Auf dem Papier war die Begegnung zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem SV Babelsberg 03 eigentlich eine klare Sache – anders, als es der Spielverlauf hergab, war letztlich auch das Ergebnis. Dabei drehten die Hausherren vor allem in der zweiten Hälfte auf. Der SV Babelsberg startete zunächst besser in die Partie, allerdings war es der Favorit, der durch einen Freistoßtreffer von Wolf früh in Führung ging (9.). Es dauerte knapp eine halbe Stunde, bis Babelsberg nach einer feinen Kombination durch Haase zum 1:1-Ausgleich kam (36.). Mit diesem Spielstand ging es in einer engen Partie in die Pause.

Eine Rote Karte gegen Weyh veränderte den Spielverlauf dann komplett und half RWE, die Überzahl durch einen Kopfball von Schwarz zur 2:1-Führung prompt auszunutzen (55.). Wenig später stellte Assibey-Mensah die Weichen mit dem 3:1 auf Sieg (66.). Zwar kam der SV Babelsberg 03 trotz Unterzahl noch einmal zurück, verkürzte durch Schulz auf 2:3 (82.) und hatte durch Didoss, der nur den Pfosten traf, sogar die Chance zum Ausgleich. Im direkten Gegenzug entschied Ugondu mit einem Konter zum 4:2 die Partie endgültig (84.). RWE behauptet damit den vierten Tabellenplatz, und die Gäste müssen nach vier Spielen ohne Niederlage einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt einstecken. Mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone ist die Situation jedoch noch komfortabel.

BFC Dynamo – Hertha 03 Zehlendorf 5:1

Weniger komfortabel ist die Situation für Tabellenschlusslicht Hertha Zehlendorf, das beim BFC Dynamo eine herbe Niederlage kassierte. Im Berliner Kellerduell zeigte der BFC sein Können und setzte mit dem 5:1-Heimsieg im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost ein großes Ausrufezeichen. Nach einem derartigen Torrausch sah es nach dem ruhigen Beginn zunächst nicht aus. Windsheimer brachte die Hausherren, die das Spiel über weite Strecken kontrollierten, Mitte der ersten Hälfte in Führung (22.). Kurz vor der Pause erhöhte Gunte nach einem Eckball per Kopf auf 2:0 (41.).

Nach zehn Minuten im zweiten Abschnitt sorgte Reincke nach einem Foulspiel an Amadou im Sechzehner durch seinen Treffer vom Punkt für klare Verhältnisse (55.). Mit diesem Treffer fiel die Defensive von Hertha Zehlendorf auseinander und musste nur sechs Minuten später den vierten Gegentreffer hinnehmen. Erneut war es Windsheimer, der mit seinem zweiten Treffer auf 4:0 stellte (61.). Kurz vor Schluss erhöhte Fritzsche nach einem Laufduell auf 5:0 (87.). Den postwendenden Ehrentreffer für Zehlendorf erzielte Jones, der jedoch nur noch Ergebniskosmetik war (88.). Mit dem souveränen Auftritt fährt der BFC Dynamo drei wichtige Punkte ein und verschafft sich im Tabellenkeller etwas Luft.

Chemnitzer FC – Hertha BSC II 0:1

Schwache Chemnitzer enttäuschen gegen Hertha BSC II, die mit dem knappen 0:1-Auswärtserfolg ihre kleine Erfolgsserie fortsetzen. Der Chemnitzer FC befindet sich jedoch in einer kleinen Formkrise. Dabei begann die Partie aus Sicht des CFC zunächst vielversprechend und kam durch Baumgart zur ersten guten Gelegenheit. Die ganz klaren Chancen blieben insgesamt jedoch aus. Kurz vor der Pause gingen die Berliner dann nach einem abgefälschten Abschluss von Rölke etwas glücklich in Führung (38.). Es war die erste Torannäherung der bis dahin blassen Gäste.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Hertha BSC II die Kontrolle und blieb das etwas aktivere Team. Routinier Ben-Hatira verpasste es sogar, den zweiten Treffer der Gäste nachzulegen. Defensiv allerdings stand die U23 der Hertha stabil und ließ kaum etwas zu, doch der CFC blieb offensiv auch ideenlos und machte es der Gästeabwehr einfach. In der Schlussphase hatten die Gäste erneut die Chance zur Vorentscheidung, Gouram konnte diese allerdings nicht nutzen. Dennoch brachte Hertha BSC Berlin II den knappen Vorsprung souverän über die Zeit und feierte den zweiten Sieg in Folge.

FSV Luckenwalde – FC Eilenburg 1:1

In einer intensiven Begegnung trennten sich der FSV 63 Luckenwalde und der FC Eilenburg mit 1:1. Vor 533 Zuschauern erwischten die Gäste den besseren Start und gingen nach einer Unordnung in der Defensive durch Niemitz mit 1:0 in Führung (30.). Die Antwort der Hausherren ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Nur drei Minuten später traf Schneider mit einem Distanzschuss aus rund 18 Metern nach einer Standardsituation zum 1:1-Ausgleich (33.).

In der zweiten Hälfte entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der beide Teams bemüht waren, offensiv Akzente zu setzen. Der Fokus lag jedoch auch auf der defensiven Grundordnung, was es den Offensivreihen schwer machte, zum Erfolg zu kommen. Die besseren Chancen verzeichnete der FC Eilenburg, der jedoch im entscheidenden Moment zu ungenau agierte. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch die Chance auf den Siegtreffer, konnten ihre Möglichkeiten jedoch nicht nutzen. So blieb es bei einer leistungsgerechten Punkteteilung zwischen dem FSV Luckenwalde und dem FC Eilenburg.

Greifswalder FC – FSV Zwickau 1:2

Der Greifswalder FC steckt im Abstiegskampf fest und bekam es am 29. Spieltag der Regionalliga Nordost mit dem FSV Zwickau zu tun, der sich im oberen Tabellendrittel etabliert hat. In einer umkämpften Partie setzten die Gäste vor allem im ersten Durchgang die entscheidenden Akzente. Die Gäste, die aufgrund der Tabellensituation als Favorit zum Greifswalder FC reisten, übernahmen auch die Kontrolle und gingen verdient durch Eixler in Führung. Die Gastgeber zeigten sich von dem Rückschlag jedoch wenig beeindruckt und antworteten kurze Zeit später durch Bokake – 1:1 (31.). Kurz vor der Pause schlugen die Westsachsen erneut in Person von Eixler zu. Per Foulelfmeter erzielte er seinen zweiten Treffer und brachte den FSV in Front (44.).

Im zweiten Durchgang blieb die Partie umkämpft, doch die Gäste konnten das Spiel über weite Strecken souverän verwalten. Beide Teams waren letztlich im letzten Drittel ohne die nötige Durchschlagskraft. So blieb es bei dem knappen Auswärtssieg für den FSV Zwickau. Der Greifswalder FC liegt nun punktgleich mit Tabellensechzehnten Chemie Leipzig auf dem fünfzehnten Tabellenplatz.

BFC Preussen – FC Carl Zeiss Jena 0:2

Der FC Carl Zeiss Jena hat seine Siegesserie auch beim BFC Preussen fortgesetzt und erhöht den Druck im Aufstiegsrennen auf Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig. Beim Aufsteiger, der zuvor sechs Spiele ungeschlagen war, setzte sich der Tabellenzweite am Ende verdient durch. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase mit leichten Vorteilen für die Gastgeber schlug Jena nach etwas mehr als einer Viertelstunde zu: Talabidi brachte die Gäste nach Vorarbeit von Oduah in Führung (18.). In der Folge blieb die Partie umkämpft, in der es keinem Team wirklich gelang, Offensivdruck aufzubauen.

Nach der Pause drängten die starken Preussen auf den Ausgleich und hatten durch Kühn und Fontein gute Möglichkeiten, scheiterten jedoch am glänzend aufgelegten FCC-Schlussmann Liesegang. In der Schlussphase sorgten dann zwei Joker für die Entscheidung: Prokopenko traf nach Vorlage von Eshele zum 2:0 (78.). Jena brachte den Vorsprung souverän über die Zeit und bleibt damit dem Spitzenreiter, der im Parallelspiel strauchelte, auf den Fersen.

BSG Chemie Leipzig – 1. FC Lok Leipzig 1:0

Im Leipziger Derby sorgte die BSG Chemie Leipzig für eine Überraschung und rang Spitzenreiter Lok Leipzig nieder. Mann des Tages war Lihsek, der den entscheidenden Treffer erzielte. Das Derby glich in der ersten Hälfte einem Freundschaftsspiel. Viele Ungenauigkeiten im Passspiel, wenig Offensivdrang und zwei Teams, die sich im Mittelfeld neutralisierten, gab es für die Fans im Alfred-Kunze-Sportpark zu sehen. Es war ein ausgeglichenes Spiel mit wenigen Chancen; einzig ein Seitfallzieher von Ratifo, der aber das Gäste-Tor deutlich verfehlte, war so etwas wie ein Highlight. So ging es torlos in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber mutiger und belohnten sich nach etwa einer Stunde Spielzeit. Erneut war Ratifo beteiligt, der den Führungstreffer durch Lihsek vorbereitete (57.). Der sonst so spielfreudige 1. FC Lok Leipzig agierte behäbig und ideenlos. Folgerichtig tat sich der Gast schwer, offensiv gefährlich zu werden. In der Schlussphase probierte es der Spitzenreiter statt mit gepflegtem Passspiel mit hohen Bällen, doch auch die brachten nicht mehr die erhoffte Wirkung. Mit dem Überraschungssieg schließt BSG Chemie Leipzig zum Greifswalder FC auf und kann sich Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. An der Tabellenspitze büßte Lok Leipzig etwas an Vorsprung ein, sodass es auch dort in den letzten Spielen noch einmal eng werden könnte.