Regionalliga Nordost: Vorschau zum 32. Spieltag

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Der 32. Spieltag in der Regionalliga Nordost beginnt bereits am Mittwoch und liefert so einige hochemotionale, als auch spannende (Fern-)Duelle. Im Aufstiegsrennen marschiert der 1. FC Lok Leipzig zwar an der Tabellenspitze vorweg, aber der FC Carl Zeiss Jena sitzt nach wie vor im Nacken und lauert auf jeden Ausrutscher. Beide Mannschaften treten am Samstag zur gleichen Zeit an, was den Druck der beiden Mannschaften nicht unbedingt schmälert. Aber auch im Tabellenkeller brennt der Baum: Zwischen Klassenerhalt und Abstieg liegen oft nur Kleinigkeiten. Vor allem für den FC Eilenburg gegen den Greifswalder FC und ZFC Meuselwitz gegen BSG Chemie Leipzig geht es an diesem Spieltag um „alles oder nichts“. Hochspannung und große Emotionen sind garantiert.

Mittwoch, 29.04., 19:00 Uhr

SV Babelsberg 03 – Hallescher FC

Der SV Babelsberg 03 empfängt den Halleschen FC zum Auftakt des 32. Spieltags der Regionalliga Nordost. Auf den ersten Blick dürften die Rollen in der Begegnung ziemlich klar verteilt sein, denn während der Hallesche FC auf dem dritten Tabellenplatz liegt, ist der SV Babelsberg noch nicht endgültig gerettet. Der HFC gehört zu den Topteams der Liga und hat zumindest rechnerisch noch die Chance auf den Aufstieg. Mit acht Punkten Rückstand ist die Meisterschaft jedoch nahezu unerreichbar. Ganz anders ist die Situation beim SV Babelsberg 03. Die Potsdamer bewegen sich im unteren Tabellenbereich und kämpfen Spiel für Spiel um Punkte gegen den Abstieg. Den Klassenerhalt könnten die Hausherren mit einem Sieg fix machen. Mit dem jüngsten Sieg beim 6:3-Torfestival konnte sich der SVB Selbstvertrauen für das Saisonfinish sammeln, dementsprechend motiviert werden die Hausherren an den Start gehen. Gelingt ihnen ein Überraschungserfolg oder vertagt sich der Ligaverbleib um eine weitere Woche?

Donnerstag, 30.04., 19:00 Uhr

Hertha BSC II – FSV Luckenwalde

Bei der Begegnung zwischen Hertha BSC II und dem FSV Luckenwalde geht es nur noch um die „goldene Ananas“. Tabellarisch haben beide Mannschaften nicht mehr den großen Druck, denn mit je 39 Punkten auf dem Konto sind beide Teams nahezu sicher. Schon ein Unentschieden reicht beiden Mannschaften für den Klassenerhalt. Zwar werden beide Teams das ganz große Risiko vermeiden wollen, doch Hertha BSC II wird den Fans im heimischen Stadion einen Sieg liefern wollen. Spielerisch sind die Hausherren auch etwas stärker einzuschätzen, die mit viel Ballbesitz und hohem Tempo spielerische Lösungen finden. Allerdings fehlte in dieser Spielzeit die Konstanz, weshalb man sich jetzt eben mit einer Mittelfeldplatzierung zufriedengeben muss. Letzteres gilt auch für den FSV Luckenwalde, die vor allem über den Kampf kommen und den Spielrhythmus der Gegner gerne unterbrechen. Bleibt abzuwarten, welche Mannschaft ihr Spiel besser durchsetzen kann.

Samstag, 02.05., 14:00 Uhr

1.FC Lok Leipzig – BFC Preussen

Für den 1. FC Lok Leipzig geht es gegen den BFC Preussen um ein Spiel, das zur Kategorie Pflichtaufgabe zählt – besonders, wenn es darum geht, der Meisterschaft einen großen Schritt näher zu kommen. Die Ausgangslage der Hausherren ist dabei ziemlich eindeutig. Mit einem Sieg ist die Meisterschaft so gut wie sicher. Sollte im Parallelspiel der FC Carl Zeiss Jena nicht gewinnen können, ist der Titel mit einem Dreier über den BFC perfekt. Auch wenn der BFC Preussen als klarer Außenseiter nach Leipzig reist, kommt es für den Klassenprimus vor allem auf eines an: Geduld. Solche Partien, wenn es um derart viel geht und der Underdog sich vermutlich weit zurückzieht und die Räume eng macht, heißt es ruhig zu bleiben und nicht in Hektik zu verfallen. Wie schwer es gegen den BFC Preussen sein kann, mussten die Leipziger in der Hinrunde leidvoll erfahren, als sie eine 2:0-Niederlage einstecken mussten. Vielleicht genau das richtige Ergebnis, um jetzt die Sinne nochmal zu schärfen und sich voll auf den Gegner zu fokussieren.

FC Carl Zeiss Jena – BFC Dynamo

Der FC Carl Zeiss Jena steht gegen den BFC Dynamo stark unter Druck, denn ein Remis könnte schon zu wenig sein und die Aufstiegshoffnung wäre dahin. Im Fernduell mit den Leipzigern ist die Sache klar: Ein Sieg ist Pflicht, wenn der Traum vom Titel nicht platzen soll. Mit dem BFC Dynamo wartet allerdings ein Gegner, der deutlich unangenehmer zu bespielen ist, als es die Tabellenkonstellation vermuten lässt. Der Berliner Traditionsklub tritt vor allem mit enormer Zweikampfstärke auf und versteht es, die Spiele lange eng zu halten. Das haben sie zuletzt bei der knappen 0:1-Niederlage gegen den Tabellenführer Lok Leipzig eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ähnlich wie für Leipzig gegen BFC Preussen gilt es für Jena, geduldig zu bleiben und die Chancen, die die kompakte Dynamo-Defensive anbietet, effizient zu nutzen. Für alle, die es mit dem FC Carl Zeiss Jena halten, ist wohl Zittern angesagt, denn es ist unwahrscheinlich, dass die Hausherren die Partie früh entscheiden können.

FC Eilenburg – Greifswalder FC

Im Tabellenkeller der Regionalliga Nordost steigt am 32. Spieltag zwischen dem FC Eilenburg und dem Greifswalder FC ein intensives Duell, das ohne Zweifel den Namen „Sechs-Punkte-Spiel“ verdient. Für beide Seiten kann das Ergebnis der Begegnung Klarheit im Abstiegskampf schaffen: Gewinnt der Greifswalder FC, könnte er – je nach Spielausgang des ZFC Meuselwitz – aus der Abstiegszone springen und hätte den Ligaverbleib damit in der eigenen Hand. Für den FCE würde eine Niederlage gleichbedeutend mit dem sicheren Abstieg sein, der rechnerisch noch vermieden werden könnte. Der Heimvorteil im Ilburg-Stadion soll dabei helfen, das emotional aufgeladene Spiel auf die eigene Seite zu ziehen und die Nuancen zu nutzen, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufrechtzuerhalten. Doch neben neun Punkten müsste der FC Eilenburg auch noch neun Tore auf den ZFC Meuselwitz aufholen – eine Tatsache, die eines Fußballwunders bedarf.

Sonntag, 03.05., 14:00 Uhr

FSV Zwickau – Rot-Weiß Erfurt

Neben den Begegnungen des 1. FC Lok Leipzig und FC Carl Zeiss Jena, die eine Entscheidung in der Meisterschaftsfrage herbeiführen können, ist das Duell zwischen dem FSV Zwickau und Rot-Weiß Erfurt das absolute Topspiel des 32. Spieltags der Regionalliga Nordost. Zwickau spielt insgesamt eine durchweg stabile Saison und geht mit einer Siegesserie von vier Spielen in Folge in die Partie gegen den punktgleichen Tabellennachbarn. Auch wenn es für den ganz großen Sprung an die Tabellenspitze nicht gereicht hat, will der FSV die Saison mit einem positiven Gefühl beenden. Aber auch Rot-Weiß Erfurt bestätigte mit zuletzt vier Spielen ohne Niederlage, weshalb sie weit oben in der Tabelle zu Hause sind. Beide Mannschaften verfügen über enorme spielerische Qualität, die vor allem die Gäste oft zu nutzen wussten. Mit 62 Treffern stellt RWE die beste Offensive der Liga. Das Problem dabei: Die Offensivwucht ging häufig auf Kosten der defensiven Stabilität, was eine noch bessere Platzierung verhinderte. Finden sie beim FSV die richtige Balance?

VSG Altglienicke – Chemnitzer FC

Die VSG Altglienicke empfängt den Chemnitzer FC zu einer Begegnung zwischen zwei ausgeglichenen Mannschaften. Für beide Teams geht es in den verbleibenden Spielen nur darum, sich ordentlich aus der Saison zu verabschieden. Zwar zeigten sowohl die VSG als auch der CFC im Laufe der Saison immer wieder gute Ansätze, doch letztlich fehlte die Konstanz, um sich in der Spitzengruppe zu etablieren. Auf der anderen Seite droht längst keine Gefahr mehr aus dem Tabellenkeller, weshalb beide befreit aufspielen können. Nutzen die Mannschaften diese Situation, um den Zuschauern ein sehenswertes Duell zu liefern, oder lassen es die Teams zum Saisonende austrudeln?

ZFC Meuselwitz – BSG Chemie Leipzig

Alles andere als austrudeln lassen kann es der ZFC Meuselwitz, der nur einen Punkt über dem Strich steht und mitten im Abstiegskampf steckt. Am 32. Spieltag bekommt es der ZFC jetzt auch noch mit der BSG Chemie Leipzig zu tun, die zuletzt deutlich stabiler unterwegs war und mit vier Siegen in Folge und großem Selbstvertrauen anreist. Doch auch wenn die BSG zuletzt deutlich gefestigter wirkt, stehen die Leipziger nur drei Punkte vor den Gastgebern und können bei einer Niederlage nochmal in den Abstiegskampf hineingezogen werden. Mit einem weiteren Sieg können die Gäste allerdings auch einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Je nachdem, wie die Partie des Greifswalder FC am Vortag gegen den FC Eilenburg endet, könnten sie mit einem Dreier den Ligaverbleib feiern. Es dürfte wohl ein intensives Duell werden, das weniger durch spielerische Schönheit, als durch Tugenden wie Kampf- und Laufbereitschaft sowie den größeren Siegeswillen entschieden wird.

Hertha Zehlendorf – 1. FC Magdeburg II

Hertha Zehlendorf empfängt den 1. FC Magdeburg II – allerdings ist die Ausgangslage hier bereits klar: Zehlendorf steht als Schlusslicht der Regionalliga Nordost als Absteiger fest. Damit geht es für die Berliner vor allem darum, sich mit einem versöhnlichen Saisonabschluss aus der Liga zu verabschieden. Der 1. FC Magdeburg II hingegen steht im sicheren Tabellenmittelfeld und zeigte immer wieder starke Ansätze. Doch die Gäste konnten diese Qualität nicht konstant durch die Saison tragen, was für ein junges Team, das vor allem auf die Entwicklung der jungen Talente ausgelegt ist, normal ist. Dennoch geht die im Altersdurchschnitt zweitjüngste Mannschaft als klarer Favorit in das Auswärtsspiel und könnte mit einem Sieg den einstelligen Tabellenplatz untermauern.