Regionalliga Südwest: Zusammenfassung des 26. Spieltags

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Die SG Sonnenhof Großaspach hat am Samstagnachmittag einen möglichen Sprung an die Tabellenspitze verpasst, obwohl auch Spitzenreiter SGV Freiberg strauchelte. Nicht ins Straucheln, sondern ins Schwärmen dürften die Fans von Kickers Offenbach am 26. Spieltag der Regionalliga Südwest über ihre Mannschaft geraten sein, die sich durch einen starken Auftritt gegen den SV Sandhausen durchsetzte. Der SC Freiburg hingegen rutschte auf einen Relegationsplatz ab und ist nun endgültig im Abstiegskampf angekommen. Dort befindet sich der TSV Schott Mainz schon längere Zeit; im Stadtderby gegen den 1. FSV Mainz 05 II landeten sie jedoch einen Achtungserfolg.

TSV Steinbach Haiger – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz 2:1

Nach drei 1:4-Niederlagen in Folge konnte der TSV Steinbach Haiger am 26. Spieltag der Regionalliga Südwest wieder einen Sieg einfahren. Gegen die SG Barockstadt setzten sich die Hausherren knapp durch und stoppten damit ihre Negativserie. Der TSV zeigte früh, dass er unbedingt einen Erfolg einfahren wollte. Bereits in der 10. Minute fehlten nur Zentimeter zur Führung, als Käuper per Kopf nur das Lattenkreuz traf. Kurz darauf belohnte sich der TSV: Singer wurde mustergültig freigespielt und schob völlig blank vor Zapico Lopez ins lange Eck ein (14.). In der Folge flachte das Spiel ab, Chancen blieben vorerst Mangelware. Kurz vor der Pause erhöhte Firat per Vollspannschuss ins kurze Eck zum 2:0 (42.).

Nach gut einer Stunde meldete sich die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mit dem 2:1-Anschlusstreffer zurück (58.). Beinahe hätte Steinbach durch Firat die passende Antwort gehabt, doch er scheiterte aus zehn Metern an SG-Schlussmann Lopez. So blieb die Partie weiter offen. In der Schlussphase gab es die große Möglichkeit zum Ausgleich, doch Näpflein verhinderte auf der Linie den späten Gegentreffer (81.). Mit dem Sieg stoppte die Tahiri-Elf die Negativserie, während die SG Barockstadt besonders der vergebenen Chance in der Crunchtime nachtrauert.

Kickers Offenbach – SV Sandhausen 2:0

Kickers Offenbach konnte am Samstagnachmittag den ersten Sieg unter Trainer Mark Zimmermann bejubeln. Gegen den SV Sandhausen setzte sich der OFC hochverdient mit 2:0 durch und beendete damit seine Durststrecke im Jahr 2026. Nach zuletzt nur zwei Punkten aus fünf Spielen zeigte sich Offenbach deutlich verbessert und übernahm von Beginn an die Kontrolle. Bis zur ersten großen Chance verstrich jedoch etwas Zeit: Erst in der 33. Minute wurde es richtig gefährlich. Berlinski traf jedoch nur das Außennetz. Kurz darauf zappelte der Ball eigentlich schon im Netz, doch ein Sandhäuser klärte nach einem Abschluss von Goselink noch auf der Linie (40.).

Trotz klarer Überlegenheit der Heimmannschaft ging es torlos in die Pause. Direkt nach Wiederanpfiff belohnte sich die Zimmermann-Elf: Goselink scheiterte zunächst an Schneller, den Abpraller verwertete Berlinski zur verdienten 1:0-Führung (46.). Offenbach blieb am Drücker und legte nach: Berlinski verlängerte eine Flanke auf Borsum, der flach zum 2:0 einschob (55.). Von den Gästen aus Sandhausen kam überraschend wenig Gegenwehr. In der Schlussphase verpasste Offenbach sogar noch die „Kirsche auf dem Sahnetag“, scheiterte aber mehrfach an eigenen Unzulänglichkeiten oder an SVS-Keeper Schneller. Am Ende blieb es beim verdienten 2:0-Erfolg, der dem OFC neues Selbstvertrauen geben dürfte.

Stuttgarter Kickers – FC Bayern Alzenau 3:0

Nach der Niederlage gegen Hessen Kassel wollten die Stuttgarter Kickers gegen den FC Bayern Alzenau wieder drei Punkte einfahren. Zwar hielten die abstiegsbedrohten Gäste zunächst gut mit, mussten sich dann doch deutlich geschlagen geben. Die erste Halbzeit plätscherte lange vor sich hin. Chancen entstanden, wenn überhaupt, nur durch ungefährliche Abschlüsse. Die favorisierten Kickers wirkten zwar etwas aktiver, echte Gefahr entstand jedoch kaum. Erst in der 35. Minute zwang Fundel Alzenaus Keeper Samarelli zu einer Glanzparade. Dann der folgenschwere Bruch im Spiel des FC Bayern Alzenau: Aygül sah nach einem Bodycheck im eigenen Strafraum die rote Karte. Dazu gab es den Strafstoß für die Hausherren, den Faß sicher zur 1:0-Halbzeitführung verwandelte (42.).

Nach dem Seitenwechsel versuchte Alzenau zwar noch in Unterzahl den Ausgleich zu erzwingen, blieb jedoch harmlos. In der 64. Minute traf Fundel im Fallen zum 2:0 – die Vorentscheidung. Allerdings blieben die Gäste hartnäckig und hatten selbst vom Punkt die Chance, noch einmal heranzukommen, doch Kickers-Keeper Dornebusch parierte glänzend gegen Garic (77.). Die endgültige Entscheidung fiel in der 80. Minute: Faß scheiterte zunächst am Pfosten, doch Berisha staubte nach einer geschickten Finte zum 3:0 ab. Mit der Niederlage bleibt Bayern Alzenau tief in den Abstiegskampf verwickelt und verpasste den Anschluss an das rettende Ufer.

SC Freiburg II – FSV Frankfurt 2:4

In den vergangenen Wochen schien der Aufstieg für den FSV Frankfurt in der Regionalliga Südwest schon fast außer Reichweite – doch am Samstag meldeten sich die Bornheimer gegen den SC Freiburg II eindrucksvoll zurück. Die Freiburger starteten couragiert, hatten gegen eiskalte Frankfurter aber zunächst das Nachsehen. Bereits in der 11. Spielminute brachte Mourad die Gäste mit einem flachen Schuss in Führung. Die Antwort der Freiburger folgte in der Mitte der ersten Hälfte – Raweri traf zum sehenswerten Ausgleich (28.), und plötzlich war alles wieder offen. Allerdings hatten die Breisgauer die Rechnung ohne den starken Mourad gemacht, der noch vor der Pause die erneute Führung erzielte (37.).

Nach dem Seitenwechsel machte Frankfurt durch einen Doppelschlag alles klar. Erst traf Hildmann zum 3:1 (53.), nur zwei Minuten später verwandelte Peters einen Foulelfmeter – 4:1 und die Entscheidung. Zwar betrieb Freiburg durch Amegnaglo noch einmal Ergebniskosmetik (75.), für mehr sollte es jedoch nicht mehr reichen. Das lag auch an FSV-Keeper Iwan, der kurz darauf zweimal glänzend parierte und den Bornheimern die drei Punkte sicherte. Für die SC Freiburg II wird es eng im Tabellenkeller, denn durch den Offenbacher Sieg gegen Sandhausen rutschen die Breisgauer auf Rang 14 ab.

KSV Hessen Kassel – SGV Freiberg 1:1

Der SGV Freiberg legte zwar keinen Glanzauftritt hin, fuhr aber dennoch einen wichtigen Punkt im Aufstiegsrennen ein. Beim KSV Hessen Kassel kam der Spitzenreiter nur zu einem 1:1, konnte jedoch durch den Ausrutscher der SG Sonnenhof Großaspach die Führung ausbauen. Die Gastgeber starteten selbstbewusst in die Partie und setzten früh ein Zeichen. Nach gerade zehn Minuten erzitterte der Querbalken nach einem Kopfball von Breitfelder. Doch noch in derselben Minute nutzte Rupp das Aluminium zur Führung, als sein Schlenzer vom Innenpfosten über die Linie sprang. Freiberg tat sich lange schwer und Kassel blieb bis zur Pause das aktivere Team, sodass die Führung zur Halbzeit durchaus verdient war.

Auch in der zweiten Hälfte schien sich das Spiel so fortzusetzen, wie es mit dem Pausenpfiff endete. Vom Punkt bot sich den Hausherren sogar die große Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, doch Dahlke scheiterte an Freibergs Keeper Grawe (53.). Wie so häufig war auch dieser vergebene Elfmeter ein Wendepunkt in der Partie. Freiberg schien nun auch im Spiel angekommen zu sein und wirkte wacher in allen Aktionen. Eine Viertelstunde vor Schluss belohnte sich der Spitzenreiter schließlich, denn Polauke köpfte zum 1:1-Ausgleich ein (75.). In der Schlussphase drängte der SGV Freiberg sogar auf den Sieg, doch Kassel verteidigte leidenschaftlich und sicherte sich zumindest einen Punkt. Auch wenn die Gäste die große Möglichkeit, sich in der Tabelle abzusetzen, nicht nutzen konnten, sammelten sie einen Zähler, der sie näher an das große Ziel bringt – den Aufstieg!

FC-Astoria Walldorf – Bahlinger SC 3:1

Am 26. Spieltag sicherte sich Astoria Walldorf zuhause drei Punkte gegen Tabellenschlusslicht Bahlinger SC. Die Gäste hatten zuvor zwar drei Spiele in Folge ungeschlagen gespielt, doch allesamt endeten unentschieden – ein Sieg im Abstiegskampf wäre dringend nötig gewesen. Früh zeigte sich, wer der Favorit in der Begegnung war. Walldorf dominierte die erste halbe Stunde und profitierte von einem Eigentor der Gäste, als Kendel den Ball ins Zentrum spitzelte und Bux ihn unglücklich ins eigene Tor grätschte (29.). Kurz vor der Pause flackerte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf, nachdem Shaqiri per Foulelfmeter ausglich. Damit sollte es in die Halbzeitpause gehen.

Nach dem Seitenwechsel drückte Walldorf wieder aufs Tempo. Zor erkämpfte den Ball an der gegnerischen Torauslinie und bediente Maroudis, der zum 2:1 traf (70.). Elf Minuten später durfte Zor selbst ran, scheiterte jedoch vom Elfmeterpunkt an BSC-Torwart Klose. Doch der Shooting-Star ließ sich nicht unterkriegen und machte seinen Fehlschuss wieder gut: In der 84. Minute erzielte er mit einem platzierten Schuss den 3:1-Endstand. Trotz einer aufopferungsvollen Leistung verlor der Bahlinger SC dann doch verdient und bleibt auf dem letzten Tabellenplatz.

1. FSV Mainz 05 II – TSV Schott Mainz 0:3

Eigentlich schien im Stadtduell zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem TSV Schott Mainz alles klar: Die Gastgeber standen auf Platz 3, die Gäste aus Schott tief im Tabellenkeller – allerdings zeigte sich einmal mehr: Im Derby ist immer eine Überraschung möglich. Das wurde schon nach wenigen Minuten offensichtlich, als die Underdogs nach einem gut getretenen Eckball von Portmann durch einen Kopfball von Roden mit 1:0 in Führung gingen. Nach einer halben Stunde legten die Gäste nach: De Sousa Oelsner scheiterte zunächst am Mainzer Torwart Kinzig, doch Bohl nahm die Kugel auf und drosch sie aus spitzem Winkel unter die Latte – 2:0 für Schott Mainz (33.)! Noch vor der Pause sorgte El Mahaoui für das 3:0: Nach einem schnellen Konter legte er quer zu de Sousa Oelsner, der den Ball souverän ins Tor brachte (44.). Damit war das Derby eigentlich entschieden.

In der zweiten Halbzeit ließ Schott nichts mehr anbrennen. Die Defensive stand bombensicher, und Mainz kam kaum zu Chancen. Ein kleiner Makel für die Gäste: Kurz vor Schluss sah Wiegand noch Gelb-Rot, doch das konnte den Erfolg vor 769 Zuschauern nur bedingt trüben.

SG Sonnenhof Großaspach – FC 08 Homburg 1:2

Zunächst sah es für die SG Sonnenhof Großaspach danach aus, als könnten sie am 26. Spieltag der Regionalliga Südwest die Tabellenführung einnehmen, mussten sich gegen den FC 08 Homburg trotz Führung jedoch mit 1:2 geschlagen geben – ein Doppelschlag der Gäste entschied die Partie. Von Beginn an entwickelte sich eine ansehnliche Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Bereits nach zwei Minuten hätte El-Helwe die Gäste in Führung bringen können, doch Großaspachs Keeper Reule reagierte stark. Auf der Gegenseite scheiterte Inanoglu am Pfosten (25.), ehe die Hausherren zuschlugen: Aidonis traf nach einer kurz ausgeführten Ecke zur 1:0-Führung (27.). Doch die Gäste aus Homburg ließen sich davon nicht beeindrucken und drängten auf den Ausgleich. Mehrfach rettete Reule, einmal klärte Nuraj für den bereits geschlagenen Schlussmann auf der Linie. So ging Großaspach mit einer knappen Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie dann: Erst traf Mendler freistehend zum 1:1 (58.), ehe er wenig später auch den zweiten Treffer einleitete. Seine Freistoßflanke verwertete Heilig aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Gäste (62.). In der Schlussphase warf Großaspach noch einmal alles nach vorn, doch Homburg verteidigte kompakt. Die beste Chance auf den Ausgleich hatte Inanoglu tief in der Nachspielzeit, scheiterte jedoch erneut an Reule. Damit verpasste die SG Sonnenhof Großaspach den Sprung an die Tabellenspitze, obwohl auch der Spitzenreiter patzte.

TSG Balingen – Eintracht Trier 0:1

Die TSG Balingen empfing Eintracht Trier zum 26. Spieltag der Regionalliga Südwest. Wie es die Tabellensituation vermuten ließ, war es ein ausgeglichenes Duell. Das Spiel lief jedoch schon früh zugunsten der Gäste, als Spang den Ball wuchtig im langen Eck unterbrachte und das spielentscheidende 1:0 erzielte (11.). Danach war es eine kontrollierte Angelegenheit, die wenig spielerischen Glanz bot. Die Gäste gingen souverän in die Halbzeitpause und ließen den Balingern kaum Luft zum Atmen.

Mit Wiederanpfiff stand eine andere Heimelf auf dem Platz, denn wie aus dem Nichts drängte die TSG Balingen auf den Ausgleich. Eroglu prüfte Trier-Keeper Novakovic gleich mehrfach. In einer Situation verhinderte er mit einer starken Fußabwehr den Einschlag. Die Hausherren schnupperten in dieser Phase am Ausgleich. Doch auch Trier war hin und wieder in der Offensive präsent und traf durch Wähling den Pfosten – Glück für die Gastgeber.

In der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal hitzig: Triers Tekerci hätte in den Schlussminuten zur Uhrmacher-Figur werden können, denn er drehte an der Uhr, um den Sieg zu sichern. Bei einem Eckball ließ sich der Mittelfeldmotor jedoch zu viel Zeit und kassierte wegen Zeitspiels die Gelb-Rote Karte. Letztlich brachte Trier die knappe Führung über die Zeit und nahm den Dreier mit nach Hause. Vier Punkte aus fünf Spielen nach der Winterpause sind zwar überschaubar, aber gegen den direkten Konkurrenten aus Balingen sicherten sie damit die wichtigen Zähler im Abstiegskampf.