Nach einer enttäuschenden Saison 2025/26 steht beim SV Rödinghausen vieles auf Anfang. Mit 17 Neuzugängen und Trainer Fabian Lübbers an der Seitenlinie hat der Regionalligist einen umfassenden Umbruch eingeleitet. Die Vorbereitung macht Mut: Die neue Mannschaft zeigt bereits Konturen und will zurück in die Spitzengruppe der Regionalliga West.
„Eine absolute Ausnahme“: Rödinghausen will zurück in die Spitzengruppe
„Eine absolute Ausnahme“ – so bezeichnete Neu-Trainer Fabian Lübbers das enttäuschende Abschneiden des SV Rödinghausen in der vergangenen Saison. Platz 14 und lediglich drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone entsprachen nicht dem Anspruch des Klubs, der in den Jahren zuvor regelmäßig im oberen Tabellendrittel der Regionalliga West vertreten war.
Dass die Wiehen-Elf trotz dieser schwierigen Spielzeit von einigen Trainerkollegen bereits wieder zum erweiterten Kreis der Spitzenteams gezählt wird, kommt für Lübbers wenig überraschend. Der 34-Jährige verweist dabei auf die stabilen Strukturen beim SVR und die guten Rahmenbedingungen am Wiehen. Der vergangene Saisonverlauf sei vielmehr ein Ausreißer gewesen, die Rückkehr in die oberen Tabellenregionen das erklärte Ziel.
Nach Abschluss der Vorbereitung zeigt sich Lübbers mit der Entwicklung seiner neu formierten Mannschaft zufrieden. Angesichts des großen Umbruchs mit insgesamt 17 Neuzugängen sieht der Trainer sein Team auf einem guten Weg. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir insgesamt 17 Neuzugänge integrieren mussten, können wir mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden sein“, sagte Lübbers nach dem 2:1-Erfolg im letzten Testspiel gegen den Südwest-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Mit fünf Siegen aus sieben Vorbereitungspartien hat der SV Rödinghausen erste positive Signale gesendet. Nun soll die Mannschaft diesen Eindruck auch zum Saisonstart gegen Borussia Mönchengladbach II bestätigen.
Personeller Engpass in der Abwehr
Die personelle Lage in der Defensive sorgt beim SV Rödinghausen vor dem Saisonstart für einige Sorgenfalten. Besonders in der Innenverteidigung ist die Auswahl derzeit eingeschränkt. Der von Eintracht Trier verpflichtete Henri Weigelt fällt aufgrund von Rückenbeschwerden voraussichtlich noch mehrere Wochen aus. Auch Fabian Rüth, den Trainer Fabian Lübbers von den Sportfreunden Lotte mit an den Wiehen gebracht hat, wird den Saisonauftakt verpassen. Der 25-Jährige laboriert an einem Teilanriss der Achillessehne. Auch die Rückkehr von Maxim Gresler ist noch unklar. Der Linksverteidiger knickte im Training um und steht derzeit nicht zur Verfügung.
Umso wichtiger ist die aktuelle Form von Alexander Höck. Der 24-Jährige steht zwar bereits seit 2024 beim SVR unter Vertrag, kam aufgrund von Verletzungsproblemen bislang aber nur zu vier Kurzeinsätzen und fühlt sich deshalb fast wie ein Neuzugang an. Bei der Generalprobe gegen den KSV Hessen Kassel unterstrich Höck seine Bedeutung. Nicht nur defensiv zeigte er eine stabile Leistung, auch den 2:1-Siegtreffer erzielte der Innenverteidiger. Angesichts der angespannten Personalsituation in der Abwehr könnte der 24-Jährige zu einem wichtigen Faktor in der neuen Saison werden.
Lotte-Connection in Rödinghausen: Lübbers setzt auf bekannte Gesichter
Während die Integration der vielen Neuzugänge eine der großen Herausforderungen für jede Mannschaft darstellt, hat Lübbers bei einigen Spielern einen entscheidenden Vorteil: Er kennt sie bereits aus seiner Zeit bei den Sportfreunden Lotte. Neben Fabian Rüth wechselten auch Abwehrspieler Louis Hiepen und Mittelfeldspieler Ben Klefisch aus Lotte nach Rödinghausen. Die gemeinsame Vergangenheit erleichtert die Eingewöhnung, da Abläufe und die Spielidee des Trainers bereits bekannt sind.
Das gilt auch für den neuen Kapitän Fatlum Elezi. Der 28-jährige Mittelfeldspieler arbeitete bereits in Lotte mit Lübbers zusammen und kehrte nach einer Zwischenstation beim Halleschen FC in der Regionalliga Nordost in den Westen zurück. Wie schon bei den Sportfreunden wird Elezi auch in Rödinghausen die Kapitänsbinde tragen. „Ich weiß, was ich an ihm habe“, sagt Lübbers über seinen neuen Führungsspieler. Elezi sei ein „Mentalitätsspieler, der jeder Mannschaft guttut“, erklärt der Trainer und ergänzt: „Dazu ist es kein Geheimnis, dass wir eine spezielle Verbindung haben.“
Beim Härtetest gegen Kassel zeigte der neue Leitwolf, warum ihm diese Rolle zugedacht ist. Zunächst traf Elezi mit einem sehenswerten Distanzschuss aus der eigenen Hälfte zur Führung, anschließend bereitete er per Eckball Höcks Siegtreffer vor. Für Lübbers ist klar: Der erfahrene Mittelfeldspieler soll nicht nur sportlich, sondern auch als Führungspersönlichkeit vorangehen.

