Regionalliga West: Zusammenfassung des 7. Spieltags

68

Gütersloh marschiert weiter, Oberhausen bleibt erster Verfolger und Siegen setzt seinen Aufschwung fort: Der 7. Spieltag der Regionalliga West hatte wieder einmal einiges zu bieten. Der FC Gütersloh bezwang Schalke 04 II in gewohnt souveräner Art und Weise und bleibt damit ungeschlagen an der Tabellenspitze. Auch Rot-Weiß Oberhausen gab sich beim 3:0 in Hilden keine Blöße und feierte den dritten Sieg in Folge. Für ein echtes Spektakel sorgte der SC Paderborn II, der gegen Wattenscheid einen 0:2-Rückstand noch in einen deutlichen 5:2-Erfolg drehte. Derweil feierte der Bonner SC gegen Köln II beim 2:1 den ersten Saisonsieg, und die Sportfreunde Siegen setzten ihre starke Serie mit einem 3:1 in Bocholt fort.

Bonner SC – 1. FC Köln II 2:1

Der Bonner SC landet ausgerechnet im Nachbarschaftsduell gegen den 1. FC Köln II einen wichtigen Befreiungsschlag und feiert den ersten Saisonsieg. Dabei legten die Gäste aus der Domstadt zunächst gut los. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde schickte Yacobi Labenz in den Strafraum, wo dieser im Zweikampf zu Fall gebracht wurde. Yacobi übernahm die Verantwortung und brachte den Ball mit etwas Mühe an Bördner vorbei zum 1:0 im Netz unter. Kurz vor der Pause schenkte Köln die Führung jedoch leichtfertig her. Torhüter James wollte einen heranstürmenden Gegenspieler ausspielen, verlor dabei aber den Ball. Dieser landete schließlich bei de Meester de Tilbourg, der die Einladung dankend annahm und zum 1:1 einschob (43.).

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der Bonn schließlich die entscheidende Lücke fand. Breuer, kurz zuvor eingewechselt, nahm einen Ball in die Spitze technisch stark mit und ließ seinen Gegenspieler stehen. Anschließend vollendete er per Volley sehenswert zur Bonner Führung (78.). Köln musste die Schlussphase nach einer Gelb-Roten Karte zudem in Unterzahl bestreiten und fand keinen Weg mehr zurück. Mit der Niederlage verpassten die Domstädter den Sprung auf Platz zwei. Bonn hingegen springt aus dem Tabellenkeller in die obere Tabellenhälfte.

Westfalia Rhynern – Sportfreunde Lotte 3:2

Westfalia Rhynern mit Monster-Comeback! Die Hausherren lagen nach einem Doppelschlag der Sportfreunde Lotte in der zweiten Hälfte mit 0:2 zurück und mussten zudem in Unterzahl weiterspielen. Doch Rhynern zeigte Moral, drehte die Partie und sicherte sich mit einem späten Treffer noch den 3:2-Heimsieg. Dabei hatte Rhynern zu Beginn deutlich mehr vom Spiel. Wagner setzte einen Abschluss nach einem Doppelpass von der Strafraumgrenze knapp über das Tor (23.), ehe Koerdt aus aussichtsreicher Position ebenfalls nicht zum Torerfolg kam (37.). Lotte stand defensiv kompakt und lauerte auf schnelle Umschaltmomente, blieb offensiv vor dem Seitenwechsel allerdings weitgehend blass.

Das sollte sich unmittelbar nach der Pause ändern. Zöls reagierte bei einem Abpraller am schnellsten und staubte zur Führung für die Gäste ab (46.). Rhynern musste kurz darauf den nächsten Rückschlag verkraften: Wiese sah nach einem Foulspiel die zweite Gelbe Karte und musste den Gang unter die Dusche antreten (50.). Lotte nutzte die Überzahl und legte nur zwei Minuten später nach. Wallenßus drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie (52.). Rhynern schien nun vor einer kaum lösbaren Aufgabe zu stehen, doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen. Warschewski brachte seine Mannschaft mit einem direkt verwandelten Freistoß wieder heran (62.). Zehn Minuten später fiel tatsächlich der Ausgleich: Wagner stieg nach einer Flanke am höchsten und köpfte zum 2:2 ein (72.). Plötzlich war die Partie wieder völlig offen. Die Hausherren wollten nun das Spiel komplett drehen und blieben trotz Unterzahl mutig und aggressiv. Fünf Minuten vor dem Ende fasste sich Schubert ein Herz und traf zum völlig verrückten 3:2 (85.). Lotte warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne und kam durch Kerbsties zu einer letzten guten Gelegenheit. Sein Fernschuss in der Nachspielzeit verfehlte das Ziel jedoch (90.+2). Westfalia bewies zum wiederholten Male in dieser Saison ihre große Moral und feiert nach einem großen Kampf den dritten Sieg, der sie bis auf den sechsten Platz bringt.

1. FC Bocholt – Sportfreunde Siegen 1:3

Die Sportfreunde Siegen bleiben unter Uluc weiter ungeschlagen und haben ihre starke Serie am Samstag eindrucksvoll ausgebaut. Beim 1. FC Bocholt feierte der frühere Zweitligist einen 3:1-Auswärtssieg und sammelte damit den nächsten wichtigen Dreier. Bocholt hatte über weite Strecken der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel und versuchte, die Siegener Defensive unter Druck zu setzen. Die Gäste wiederum wurden vor allem nach Umschaltsituationen und bei Standardsituationen offensiv auffällig. Kurz vor der Pause schlugen die Sportfreunde dann eiskalt zu: Nach einem schnellen Gegenstoß tauchte Huth frei vor dem Tor auf und vollendete zur Führung (43.). Damit nicht genug: In der Nachspielzeit zog Güler aus der Distanz ab und setzte den Ball präzise ins Eck – 2:0 für Siegen.

Bocholt nutzte die Pause, um den Doppelschlag zu verdauen, und kam energisch aus der Kabine auf den Rasen zurück. Ein Einwurf landete über Umwege bei Fakhro, der per Kopf auf 1:2 verkürzte (48.). Die Hausherren witterten nun ihre Chance und suchten immer wieder Torjäger Fakhro. In der 72. Minute bot sich dem Angreifer nach einem langen Ball die große Möglichkeit zum Ausgleich, doch sein Lupfer ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite verpasste Güler in der 80. Minute die endgültige Entscheidung, als sein Abschluss nur am Pfosten landete. Bocholt blieb damit im Spiel, doch die Sportfreunde machten wenig später die Hoffnung auf einen Punktgewinn zunichte. Gerhardt setzte in der 84. Minute den Schlusspunkt und traf mit seinem Abschluss ins lange Eck zum 3:1. Die Sportfreunde Siegen setzen damit nach dem Trainerwechsel ihren Aufschwung fort und bleiben im vierten Spiel in Folge ohne Niederlage.

SV Rödinghausen – SC Wiedenbrück 2:3

Was für eine Aufholjagd des SC Wiedenbrück! Der SV Rödinghausen hatte vor den eigenen Fans die Partie lange im Griff und führte trotz Unterzahl mit 2:0. Doch die Gäste legten einen fulminanten Schlussspurt hin und drehten das Spiel in der Nachspielzeit. Beide Mannschaften sorgten früh für Betrieb vor dem gegnerischen Tor. Zunächst hatte allerdings Rödinghausen die besseren Möglichkeiten. Euschen scheiterte bereits in der 3. Minute an Hölscher. Mit zunehmender Spieldauer übernahm der SVR immer mehr die Kontrolle und drängte Wiedenbrück tief in die eigene Hälfte. Die Führung fiel schließlich nach einem folgenschweren Fehler der Gäste: Hölscher spielte einen katastrophalen Fehlpass und stand anschließend weit vor seinem Tor. Euschen erkannte die Situation sofort und überwand den Keeper mit einem gefühlvollen Heber aus der Distanz zum 1:0 (19.). Wiedenbrück fand kaum Entlastung. Die torhungrigen Hausherren drängten auf den zweiten Treffer. Polat und Bauer hatten gute Möglichkeiten, verpassten es jedoch, die Führung auszubauen. Nach etwa einer halben Stunde Spielzeit änderte sich der Spielverlauf, nachdem Bauer wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah und vorzeitig unter die Dusche musste (29.). Rödinghausen ließ sich davon zunächst allerdings kaum beeindrucken. Nach einer kurz ausgeführten Ecke verlängerte Klefisch den Ball per Hinterkopf ins Netz und erhöhte auf 2:0 (32.).

Mit einem Mann mehr übernahm Wiedenbrück nach der Pause zunehmend das Kommando. Tsanev verpasste per Kopf zunächst den Anschluss (53.), ehe Paterok bei einem Abschluss von Zentler stark parierte und zur Ecke lenkte (60.). Genau diese Standardsituation brachte dann den Anschlusstreffer: Krüger verwertete die Vorarbeit von Szeleschus zum 1:2 (62.). Nun geriet Rödinghausen immer stärker unter Druck. Die Gäste hatten jetzt deutlich mehr vom Spiel und suchten die Lücke in der leidenschaftlich verteidigenden Defensive der Hausherren. In der Schlussviertelstunde war es erneut Krüger, der diese Lücke fand. Eine Flanke verwertete der Angreifer am ersten Pfosten sehenswert per Hacke zum 2:2 (76.). Wiedenbrück wollte nun mehr – und bekam in der letzten Spielminute tatsächlich den ganz großen Lohn. Ein missglückter Distanzversuch von Carella wurde zur unfreiwilligen Vorlage für Mai. Der blieb vor Paterok cool und schob zum umjubelten Siegtreffer ein (90.). Damit fuhr der SC Wiedenbrück den ersten Dreier der Saison ein und verschärfte zugleich die Situation des SV Rödinghausen.

Borussia Mönchengladbach II – Borussia Dortmund II 0:0

Borussia Mönchengladbach II und Borussia Dortmund II haben sich in einer chancenarmen Partie torlos getrennt. Während Dortmund über weite Strecken mehr Ballbesitz hatte und das Spiel kontrollierte, wirkten die Gastgeber bei ihren Vorstößen gefährlicher. Am Ende fand jedoch kein Abschluss den Weg ins Netz. Nach einer zunächst ausgeglichenen Phase übernahm Dortmund zunehmend die Initiative. Mit frühem Pressing versuchten die Gäste, Gladbach bereits im Aufbau zu stören und das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Die besseren Möglichkeiten hatte dennoch die Borussia vom Niederrhein, die immer wieder nach schnellen Gegenangriffen Nadelstiche setzen konnte.

Das gleiche Bild zeigte sich den Zuschauern auch nach dem Seitenwechsel. Dortmund blieb zwar das aktivere Team, doch die kompakten Gladbacher waren die gefährlichere Mannschaft. In ihren Gegenangriffen ließen sie jedoch immer wieder entweder im letzten Pass oder im Abschluss die nötige Präzision vermissen. Dortmund erhöhte in der Schlussphase noch einmal die Schlagzahl und kam nach einer gelungenen Kombination über die Außenbahn zu einer guten Gelegenheit. Der Abschluss flog jedoch über das Tor (85.). Mit dem Remis verpassten es die Gladbacher, den FC Gütersloh unter Druck zu setzen, und bleiben auf dem zweiten Tabellenplatz.

FC Schalke 04 II – FC Gütersloh 1:3

Auch die U 23 des FC Schalke 04 konnte den FC Gütersloh nicht stoppen. Der Spitzenreiter setzte sich im Parkstadion souverän mit 3:1 durch und bleibt damit ungeschlagen an der Tabellenspitze. Ausgerechnet Ex-Knappe Niklas Frese avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner. Schalke wirkte in der ersten Hälfte zunächst gefährlicher, doch Gütersloh ging in Führung: Twardzik legte in der 31. Minute quer auf Frese, der zum 1:0 einschob. Die Antwort der Gastgeber folgte prompt. Tchibara traf nach einem Steilpass aus kurzer Distanz zum Ausgleich (32.). Kurz vor der Pause hatte der FCG die erneute Führung auf dem Fuß, doch Twardzik setzte einen Elfmeter nach einem Foul an Beckhoff über das Tor.

Nach der Pause kam Gütersloh besser auf den Platz zurück und ging nach nur fünf Minuten wieder in Führung. Erneut schlug Frese gegen seinen Ex-Klub zu und brachte den FCG in Front (50.). Schalke drängte auf den Ausgleich, Ndiaye vergab dabei zwei gute Chancen. Stattdessen machte Gütersloh den Deckel drauf: Twardzik erhöhte in der 65. Minute nach einem Querpass am Fünfmeterraum auf 3:1. Die Schalker Bemühungen blieben anschließend ohne Erfolg. Gütersloh verteidigte den Vorsprung souverän und nahm verdient drei Punkte mit. Der FCG bleibt damit Tabellenführer.

SV Bergisch Gladbach 09 – VfL Bochum II 1:0

Bergisch Gladbach 09 entführt gegen die Bochumer U 23 vor heimischem Publikum drei Punkte. In einer zunächst ausgeglichenen Partie dauerte es bis zur 34. Minute, ehe die Gastgeber zuschlugen. Dabei hatten die Hausherren das Glück auf ihrer Seite, als sich eine Flanke eher unfreiwillig zum Torschuss entwickelte und die Latte touchierte. Über den Querbalken landete der Ball am zweiten Pfosten bei Heider. Der stand goldrichtig und drückte den Ball zur Führung über die Linie (34.). Bochum suchte nach der Pause nach einer Antwort, kam aber nur schwer zu klaren Abschlüssen. Stattdessen blieb Bergisch Gladbach gefährlich. Arndt zog aus rund 15 Metern ab und zwang den Bochumer Keeper zu einer starken Parade. Kurz darauf nutzte Pinchuk einen Ballverlust der Gäste und hielt aus elf Metern drauf – erneut war der Schlussmann zur Stelle.

Mit fortlaufender Spielzeit erhöhte Bochum den Druck, fand gegen die kompakt verteidigenden Gastgeber aber kaum Lösungen. Die beste Chance auf den Ausgleich hatte Jashari in der 81. Minute. Sein Schlenzer aus etwa 20 Metern war gut platziert, doch SV-Keeper Schulze machte sich lang und hielt den Ball sicher fest. In der Schlussphase spielte praktisch nur noch Bochum und drängte Bergisch Gladbach tief in die eigene Hälfte. Der Ausgleich wollte jedoch nicht mehr fallen. So brachte 09 die knappe Führung über die Zeit und klettert auf Platz sieben.

SC Paderborn 07 II – SG Wattenscheid 09 5:2

Die SG Wattenscheid 09 verspielt in Paderborn einen Zwei-Tore-Vorsprung und fährt am Ende ohne einen Zähler nach Hause. In einer ausgeglichenen Anfangsphase kam die SG früh zu einigen Chancen, verpasste es jedoch, den Ball im Kasten unterzubringen. Das machte schließlich Nnaji nach etwas mehr als einer Viertelstunde. Nach einem Freistoß schnappte sich der Angreifer den Ball und zirkelte ihn aus rund 25 Metern unhaltbar ins Netz (18.). Wattenscheid blieb anschließend gefährlich: Wortmann verfehlte zweimal das Tor, ehe Tunga kurz vor der Pause nach einer Ecke völlig frei zum 2:0 einschob (41.).

Paderborn fand jedoch nach dem Seitenwechsel die passende Antwort. Lippmann verkürzte zunächst aus kurzer Distanz auf 1:2 (62.) und sorgte nur zwei Minuten später mit seinem zweiten Treffer für den Ausgleich. Die Gastgeber hatten nun deutlich Oberwasser und drehten die Partie in der 66. Minute komplett. Bugenhagen staubte aus kurzer Entfernung zum 3:2 ab. Wattenscheid versuchte noch einmal zurückzukommen, doch Paderborn ließ kaum noch etwas zu. Stattdessen sorgte Millgramm rund elf Minuten vor dem Ende mit dem 4:2 für die Vorentscheidung (79.). Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit erzielte Stublla sogar noch einen fünften Treffer und erhöhte auf 5:2 (86.). Damit wurde aus einem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand noch ein deutlicher Heimsieg für Paderborn II, mit dem die Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte klettert.

VfB Hilden – Rot-Weiß Oberhausen 0:3

Rot-Weiß Oberhausen bleibt in der Regionalliga West erster Verfolger von Spitzenreiter FC Gütersloh. Auch beim VfB Hilden setzte sich RWO souverän durch und feierte mit dem 3:0 bereits den dritten Sieg in Folge. Ex-Nationalspieler Max Meyer, der zuletzt für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte, stand aufgrund seines Trainingsrückstands noch nicht im Kader von RWO. Die Gäste übernahmen dennoch von Beginn an die Kontrolle und hatten deutlich mehr Ballbesitz. Zunächst fehlte es Oberhausen allerdings an der nötigen Durchschlagskraft im letzten Drittel. Das änderte sich nach einer guten halben Stunde: Winter fasste sich ein Herz und brachte RWO mit einem Distanzschuss mit 1:0 in Führung (30.). Nur wenige Minuten später legten die Oberhausener nach. Donkor setzte sich aus spitzem Winkel durch und ließ dem Hildener Schlussmann keine Chance – 2:0 (33.). Mit diesem komfortablen Vorsprung ging es in die Kabinen.

Hilden fand auch im zweiten Durchgang kaum ein Mittel gegen die zielstrebigen Gäste. Oberhausen dominierte das Geschehen und konnte das Spiel souverän verwalten. Aus einer kompakten Verteidigung heraus wartete RWO auf Umschaltsituationen und kam dabei immer wieder gefährlich vor das Hildener Tor. Eine dieser Gelegenheiten nutzte schließlich Yalcin, der einen Konter eiskalt abschloss und damit auf 3:0 stellte (82.). Damit bleibt Rot-Weiß Oberhausen dem Spitzenreiter aus Gütersloh dicht auf den Fersen.