Regionalliga Nord: Vorschau zum 31. Spieltag

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Der 31. Spieltag der Regionalliga Nord hat auf dem Papier wieder einiges zu bieten – sei es emotional, wie im kleinen Nordderby zwischen Werder II und dem Hamburger SV II, oder im Rennen um die Meisterschaft, in dem der VfB Oldenburg Klassenprimus SV Meppen weiter unter Druck setzen will. Dabei kommt es auch zu Begegnungen zwischen Mannschaften, deren Ansprüche unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Meppen zum Abstiegskandidaten Blau-Weiß Lohne reist, ist mit Altona 93 das punktgleiche Tabellenschlusslicht beim Tabellenzweiten SV Drochtersen/Assel gefordert. Sowohl an der Tabellenspitze als auch im Tabellenkeller ist die Situation nach wie vor offen.

Samstag, 25.04., 13:30 Uhr

SC Weiche Flensburg 08 – FSV Schöningen

Der FSV Schöningen reist zum Auftakt des 31. Spieltags zum SC Weiche Flensburg 08. Die Hausherren zeigten bei der knappen 1:2-Niederlage gegen Spitzenreiter Meppen zwar über weite Strecken eine ordentliche Leistung, gingen letztlich jedoch leer aus. Vor dem Heimspiel gegen Schöningen steht eine Sache im Fokus: sich für den Aufwand zu belohnen. Die Schöninger stehen zwar im gesicherten Mittelfeld, kommen jedoch mit zwei Niederlagen in Folge nach Flensburg. Insbesondere in der Defensive zeigte sich der FSV immer wieder anfällig. Für die nötige Sicherheit, nicht doch noch in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden, wäre ein Sieg die richtige Antwort auf die kleine Formkrise. Mut macht immerhin der direkte Vergleich: Im Hinspiel setzte sich Schöningen mit 3:2 durch und drehte damals eine enge Partie spät zu seinen Gunsten.

Samstag, 25.04., 14:00 Uhr

FC St. Pauli II – Hannover 96 II

Der FC St. Pauli II empfängt Hannover 96 II nach der Niederlage im Nachholspiel gegen Phönix Lübeck am Mittwoch und steht im Abstiegskampf unter Druck. Auch mit Blick auf den 30. Spieltag gehen die Hausherren nach der 1:4-Niederlage beim VfB Oldenburg mit einem schlechten Gefühl in die Partie. Besonders bitter war dabei nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise: defensiv über weite Strecken zu anfällig, offensiv fanden die Hamburger so gut wie nicht statt. Mit Hannover 96 II kommt jetzt ein Top-Team der Liga, das sich insbesondere in der Rückrunde in starker Verfassung befindet. Zwar gab es für die Hannoveraner gegen Drochtersen/Assel eine knappe Niederlage, doch der spielerische Ansatz war auch gegen den Tabellenzweiten erkennbar. In der Hinrunde konnten sich die Kiezkicker noch mit 3:1 durchsetzen – gelingt ein solches Kunststück erneut oder bestätigt Hannover seine Top-5-Platzierung?

1. FC Phönix Lübeck – SSV Jeddeloh II

Der 1. FC Phönix Lübeck geht mit gemischten Gefühlen in den 31. Spieltag gegen den SSV Jeddeloh II. Am Wochenende musste man sich im Stadtderby gegen den VfB Lübeck trotz Führung geschlagen geben, im Nachholspiel gegen den FC St. Pauli folgte am Mittwochabend jedoch ein Heimsieg. Jetzt kommt mit dem SSV Jeddeloh II allerdings ein Gegner, der derzeit in absoluter Topform ist. Der klare 4:0-Heimsieg gegen den HSC Hannover am vergangenen Spieltag unterstrich eindrucksvoll, wie stabil und effizient der SSV aktuell auftritt. Auch die Gäste waren am Mittwoch im Einsatz und konnten mit dem Sieg gegen den VfB Lübeck den achten Dreier in Folge einfahren. Gegen Phönix soll die Siegesserie weiter ausgebaut werden.

Sonntag, 26.04., 15:00 Uhr

SV Drochtersen/Assel – Altona 93

Der SV Drochtersen/Assel konnte sich im Verfolgerduell gegen Hannover 96 II knapp durchsetzen und seine Position in der Spitzengruppe untermauern. Am Sonntag empfängt Drochtersen/Assel das Tabellenschlusslicht aus Hamburg – Altona 93. Doch auch die Gäste konnten am vergangenen Spieltag gegen Blau-Weiß Lohne einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf einfahren und wollen den Schwung mitnehmen. Der Sieg im Kellerduell brachte den Hamburgern neue Hoffnung, denn die Situation im Abstiegskampf ist denkbar knapp: Fünf Teams kämpfen um die Plätze am rettenden Ufer. Ein Auswärtssieg ist hier fast schon Pflicht, doch auch Drochtersen/Assel benötigt einen Erfolg, um die minimale Aufstiegschance zu wahren. Ein intensives und richtungsweisendes Duell für beide Mannschaften steht bevor.

HSC Hannover – VfB Lübeck

Nach der Meldung, dass HSC-Trainer Tasdelen den Verein verlässt, geht er mit Hannover auf „Abschiedstour“. Der 49-Jährige hat aus persönlichen Gründen seinen Rückzug aus der Verantwortung an der Seitenlinie angekündigt, bleibt dem Klub aber in anderer Funktion erhalten. Doch gegen den VfB Lübeck geht es um mehr als nur den Abschied des Coaches – es geht vor allem um den Klassenerhalt. Nach der deutlichen 0:4-Niederlage beim SSV Jeddeloh II hat sich die Situation im Tabellenkeller weiter verschärft, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist inzwischen minimal. Da hilft auch der Punktgewinn im Nachholspiel gegen Drochtersen/Assel nur bedingt weiter. Genau in diese Phase hinein kommt nun mit dem VfB Lübeck ein Gegner, der vier der letzten fünf Ligaspiele gewinnen konnte und sich durch den Derbysieg gegen Phönix Lübeck zusätzliches Selbstvertrauen geholt hat. Kann sich der HSC wie schon in der Hinrunde dennoch behaupten, oder setzt der VfB seinen Lauf fort?

SV Werder Bremen II – Hamburger SV II

Am 31. Spieltag der Regionalliga Nord steht mit dem Duell zwischen Werder Bremen II und dem Hamburger SV II das kleine Nordderby an. Für die Werderaner ist es das zweite Derby in Folge, nachdem sie am vergangenen Spieltag das Stadtduell gegen den Bremer SV mit 1:2 verloren haben. Doch auch die Hamburger kommen mit einer Niederlage gegen Emden im Gepäck und befinden sich in einer durchwachsenen Phase. Ein Blick auf das Hinspiel zeigt allerdings, dass hier einiges passieren kann: Damals setzte sich der HSV II vor eigenem Publikum mit 6:2 deutlich durch. Dieses Ergebnis dürfte besonders den Hausherren noch in Erinnerung sein. Gelingt Werder die Revanche oder feiert Hamburg den zweiten Saisonsieg gegen die Grün-Weißen?

Bremer SV – Eintracht Norderstedt

Der Bremer SV kommt nach dem Derbysieg gegen Werder Bremen II mit ordentlich Rückenwind in das Duell gegen Eintracht Norderstedt. Aber auch die Gäste reisen mit einem Erfolgserlebnis an: Mit dem 3:1-Sieg gegen Schöningen konnte die Eintracht ihren Negativlauf stoppen und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. Für den Ligaverbleib gilt es nun jedoch, auch gegen formstarke Teams nachzulegen. Das Restprogramm hat es nämlich in sich: Nach dem Spiel in Bremen folgt das Kellerduell gegen Blau-Weiß Lohne, bevor es am letzten Spieltag gegen den HSC Hannover geht. Gerade mit Blick auf das direkte Duell gegen Lohne wäre ein Erfolg in Bremen von enormer Bedeutung – nicht nur für das Punktekonto, sondern auch für die Moral.

Sonntag, 26.04., 16:00 Uhr

Kickers Emden – VfB Oldenburg

Kickers Emden sicherte sich mit einem späten Doppelschlag nach einem eher zähen Spielverlauf einen wichtigen Sieg gegen den Hamburger SV II, der für Ruhe im Saisonendspurt sorgt. In der Tabelle steht Emden damit stabil im Mittelfeld, ohne großen Druck nach unten. Allerdings wartet mit dem VfB Oldenburg eine andere Herausforderung. Die Oldenburger mischen weiterhin im Rennen um die Meisterschaft mit und befinden sich in bestechender Form. Der 4:1-Heimsieg gegen St. Pauli II war erneut ein deutliches Statement – offensiv durchschlagskräftig, spielerisch überlegen und konsequent vor dem Tor. Wenn der VfB diese Form erneut abrufen kann, setzt er Spitzenreiter Meppen, der parallel gegen Lohne spielt, weiter unter Druck.

Blau-Weiß Lohne – SV Meppen

Der SV Meppen reist als Tabellenführer mit großem Selbstvertrauen zu Blau-Weiß Lohne. Der 2:1-Erfolg gegen Weiche Flensburg am letzten Spieltag stand sinnbildlich für die Abgeklärtheit der Gäste: nicht immer spektakulär, aber extrem stabil, geduldig und am Ende eiskalt. Zusätzlichen Rückenwind gibt es abseits des Platzes, denn der Verein hat unter Auflagen die Lizenz für die 3. Liga erhalten. Ganz anders ist die Lage bei Blau-Weiß Lohne: Das 2:3 gegen Altona 93 war ein weiterer Rückschlag in einer entscheidenden Phase im Kampf um den Klassenerhalt. Punkte gegen den souverän auftretenden Spitzenreiter dürften die Lohner nicht fest eingeplant haben – auch das 0:4 aus der Hinrunde spricht eine deutliche Sprache. Wichtiger wird es sein, mit einer ordentlichen Leistung Selbstvertrauen für den Showdown gegen Eintracht Norderstedt zu sammeln.