Regionalliga Nordost: Zusammenfassung des 31. Spieltags

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Der 31. Spieltag der Regionalliga Nordost ist absolviert und dem 1. FC Lok Leipzig gelingt ein knapper Arbeitssieg gegen den BFC Dynamo. Durch die klare Niederlage des Verfolgers FC Carl Zeiss Jena wuchs der Vorsprung der Leipziger auf sechs Punkte an. Eine kleine Vorentscheidung bei noch drei zu absolvierenden Spielen. Im Tabellenkeller steht durch den Abstieg von Erzgebirge Aue aus der 3. Liga fest, dass sich drei Mannschaften aus der Regionalliga verabschieden müssen. Neben Tabellenschlusslicht Hertha Zehlendorf sind das aktuell der FC Eilenburg und der Greifswalder FC. Letztere schlossen jedoch bis auf einen Punkt zum rettenden Ufer auf und profitieren von der späten Niederlage des ZFC Meuselwitz gegen den Chemnitzer FC

Greifswalder FC – VSG Altglienicke 1:0

Der Greifswalder FC feiert einen knappen Heimsieg gegen die VSG Altglienicke und verkürzt den Rückstand auf das rettende Ufer. Nach zuletzt enttäuschenden Wochen war der Druck aufseiten der Hausherren groß. Doch davon war zunächst nichts zu sehen, denn die Greifswalder starteten schwungvoll. Immer wieder kamen die Gastgeber zu guten Abschlüssen, doch das Problem der letzten Spiele blieb: die mangelnde Durchschlagskraft. Von Altglienicke war zunächst kaum etwas zu sehen. Es dauerte bis kurz vor der Halbzeit, ehe ein Treffer fiel. Nach einem Abschluss konnte VSG-Keeper Zwick den Ball zwar parieren, doch Atilgan war gedankenschnell zur Stelle und staubte zum 1:0 ab (38.). Mit dieser knappen Führung ging es schließlich auch in die Pause.

Wie schon im ersten Durchgang war der Greifswalder FC auch im zweiten Abschnitt das aktivere Team und hatte durch Benyamina per Kopf die große Chance auf das 2:0. Doch er konnte den Ball nicht entscheidend drücken und setzte ihn knapp drüber. Danach kippte die Partie zunehmend in Richtung der Gäste. Vor allem der eingewechselte Qenaj brachte frischen Schwung ins Altglienicker Spiel und sorgte mehrfach für Gefahr. Doch GFC-Keeper Jakubov reagierte gleich zweimal stark und hielt die Führung für die Hausherren fest. Auch wenn Altglienicke im zweiten Durchgang mehr Druck erzeugte, blieb es am Ende beim knappen 1:0-Heimerfolg für den Greifswalder FC. Damit bleiben sie zwar auf dem 16. Platz, doch das rettende Ufer rückt ein Stück näher.

BFC Dynamo – 1. FC Lok Leipzig 0:1

Der 1. FC Lok Leipzig erarbeitet sich zum Auftakt des 31. Spieltags einen Auswärtssieg beim BFC Dynamo. In einer intensiven Partie, in der die Berliner stark mit dem Ligaprimus mithielten, reichte den Leipzigern ein Treffer von Adetula in der ersten Halbzeit. Die Anfangsphase gehörte zunächst den Gästen, die direkt Tempo machten und sich früh in der Offensive zeigten. Doch auch der BFC war sofort da: Windsheimer prüfte Lok-Keeper Naumann mit einem wuchtigen Abschluss, der stark reagierte. In der Folge übernahmen die Leipziger wieder mehr Kontrolle und wurden zielstrebiger. Nach etwas mehr als zwanzig Minuten fiel der Treffer des Tages: Nach einem zu kurzen Rückpass reagierte Adetula blitzschnell, schnappte sich den Ball und vollendete cool zur 1:0-Führung (22.). Kurz darauf war Lok-Schlussmann Naumann erneut gefordert und rettete nach einem Distanzschuss von Windsheimer die Führung. Bis zur Pause blieb es ein offener Schlagabtausch. Der BFC wurde mutiger, kam durch Knezevic und später Polte nach Standards zu guten Möglichkeiten, scheiterte aber entweder an Naumann oder an der eigenen Präzision. Auf der Gegenseite hätte Lok durch Grözinger und Cevis sogar erhöhen können, doch auch hier fehlte der letzte Punch. So ging es mit der knappen Leipziger Führung in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel machte der BFC Dynamo vor 2.911 Zuschauern noch einmal Dampf und drängte auf den Ausgleich. In dieser Phase hatte der Spitzenreiter Glück. In der 70. Minute hatte Adetula dann die große Chance zur Entscheidung, scheiterte aber am stark reagierenden Ortegel. In der Schlussphase wurde es noch einmal richtig hektisch: Fritzsche und Polte kamen für die Berliner zu guten Abschlüssen, doch immer wieder stand Naumann dem Ausgleich im Weg. Auch in der Nachspielzeit blieb der Keeper der Leipziger der entscheidende Faktor, als er einen weiteren Schuss von Fritzsche entschärfte. Am Ende bringt der 1. FC Lok Leipzig das knappe 1:0 über die Zeit und sichert sich drei wichtige Zähler im Aufstiegsrennen.

Rot-Weiß Erfurt – FC Eilenburg 3:3

Der 31. Spieltag der Regionalliga Nordost lieferte am Samstag ein Sechs-Tore-Spektakel in Erfurt, das keinem so richtig weiterhilft. Während für Rot-Weiß Erfurt mit dem Unentschieden die letzte Resthoffnung auf den Titel verschwunden ist, könnte für den FC Eilenburg der eine Punkt im Abstiegskampf zu wenig sein. Zunächst sah es überhaupt nicht nach dem wilden Spiel aus, zu dem es sich entwickeln sollte. Die Begegnung startete zunächst mit zwei abwartenden Mannschaften recht zäh. Tempo, Spielfreude und erst recht Torchancen hatten Seltenheitswert. Nach rund 20 Minuten wurde Erfurt aktiver. Mit Anbruch der halben Stunde nutzten die Hausherren eine Ecke zur Führung, als Moritz am höchsten stieg und zum 1:0 einköpfte (30.). Der FCE war von dem Gegentreffer geschockt und das nutzten die Erfurter, um drei Minuten später durch Ugondu die Führung auszubauen (33.). Erst kurz vor der Pause fand Eilenburg wieder besser ins Spiel, ließ durch Kallenbach jedoch zwei gute Möglichkeiten liegen (40./45.).

Nach dem Seitenwechsel sahen die etwas mehr als 5.000 Zuschauer im Steigerwaldstadion verbesserte Gäste. Eilenburg kam mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und kam nach rund einer Viertelstunde im zweiten Durchgang durch Kosak zum Anschluss (57.). Erfurt wechselte daraufhin vierfach, doch die erhoffte Stabilität blieb aus. Stattdessen blieben die Gäste dran und kamen nach einer Ecke durch Fischer sogar zum Ausgleich (72.). Damit war das Spektakel eröffnet, denn nur sieben Minuten später schlenzte Assibey-Mensah den Ball sehenswert zur 3:2-Führung für RWE ins Netz (79.). Doch es dauerte nur zwei Minuten, bis Poser zum 3:3 abstaubte und für Eilenburg den erneuten Ausgleich markierte (81.). In der Schlussphase ging es dann hin und her, beide Teams hatten noch Chancen auf den Sieg. Caciel scheiterte für Erfurt am starken Edelmann (88.), während es auf der anderen Seite in der Nachspielzeit noch einmal brenzlig wurde, als Otto den Ball fast ins eigene Tor lenkte (90.+3). Am Ende bleibt ein unterhaltsames Unentschieden, mit dem sich Rot-Weiß Erfurt aus dem Titelrennen verabschiedet. Für den FC Eilenburg gilt es, an die Leistung anzuknüpfen und sich in den nächsten Spielen mit drei Punkten zu belohnen.

BSG Chemie Leipzig – Hertha Zehlendorf 4:2

Drei Doppelschläge und Drama in der Schlussphase – die BSG Chemie Leipzig zittert sich gegen Tabellenschlusslicht Hertha Zehlendorf zum vierten Sieg in Folge. Beide Teams suchten früh in der Partie den Weg nach vorne. Die erste dicke Chance gehörte der formstarken BSG Chemie, als Ratifo einen Kopfball an die Latte setzte (4.). Auch in der Folge blieb der Top-Torjäger der Leipziger im Mittelpunkt. In der 26. Spielminute scheiterte er zunächst noch an Dedidis (26.), ehe er im dritten Anlauf zuschlug. Nach einem weiten Einwurf stand er am zweiten Pfosten bereit und brachte den Ball zur Führung über die Linie (30.). Nur wenige Sekunden später bereitete der 31-Jährige das 2:0 durch Seidemann vor (31.). Doch kurz vor der Pause meldete sich Zehlendorf zurück. Erst scheiterte Jones aus spitzem Winkel (39.), wenig später klatschte ein Abschluss von Schulze an den Querbalken (43.). Zwar kamen die Gäste vor der Pause nicht mehr zum Anschluss, aber den Schwung der Schlussphase transportierten sie in die zweite Hälfte.

Nach Wiederanpfiff wurde es plötzlich wild. Wenige Minuten waren gespielt, ehe Ratifo freistehend die Vorentscheidung verpasste (47.). Nur wenige Minuten später traf Jones aus der Distanz zum Anschluss (49.), bevor nur eine Minute später Günay nach einer Flanke tatsächlich auf 2:2 stellte (50.). Doch auch nach dem Doppelschlag und der verspielten Führung blieb Chemie spielbestimmend, tat sich aber lange schwer, wieder klare Chancen herauszuspielen. Die beste Gelegenheit ließ Akono in der 70. Spielminute liegen. Erst in der Schlussphase erlöste Joker Hoffmann die Gastgeber. Zunächst traf der eingewechselte Angreifer per Kopf nach einem Freistoß (85.), nur Sekunden später machte er mit dem dritten Doppelschlag der Partie und seinem persönlichen Doppelpack den 4:2-Endstand perfekt (86.).

Hallescher FC – Hertha BSC II 2:0

Der Hallesche FC meldet sich nach zwei sieglosen Spielen eindrucksvoll zurück und gewinnt verdient mit 2:0 gegen Hertha BSC II. Die Gastgeber starteten direkt mit viel Druck und bestimmten früh das Geschehen. Nach einigen Annäherungen gingen die Hausherren gegen Mitte der ersten Hälfte verdient in Führung: Kastull stieg nach einer Hereingabe am höchsten und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (21.). Danach fanden die Gäste besser in die Partie und gestalteten das Spiel offener. Die großen Ausgleichsmöglichkeiten blieben jedoch lange aus. Kurz vor der Pause hatten die Gäste ihre beste Phase, doch Bruns scheiterte sowohl an Kastull, der sich in den Ball hineinwarf, als auch an HFC-Keeper Bendel (41.).

Nach der Pause übernahmen die Gastgeber wieder die Kontrolle. Hinten ließen sie nichts mehr anbrennen und vorne spielten sie ihre Möglichkeiten konsequent zu Ende. Nach etwas mehr als einer Stunde folgte die Entscheidung: Hauptmann wurde über rechts freigespielt, brachte den Ball scharf vors Tor, und Ehrlich drückte ihn im Fallen zum 2:0 über die Linie (63.). In der verbleibenden Zeit verwaltete der Hallesche FC die Führung und sicherte sich einen letztlich verdienten Heimsieg, der sie auf den dritten Platz bringt.

Chemnitzer FC – ZFC Meuselwitz 3:2

Was für ein wildes Hin und Her in Chemnitz zwischen dem Chemnitzer FC und dem ZFC Meuselwitz, bei dem die Hausherren einen späten Heimsieg einfahren. Dabei lief die Auswärtsfahrt für das abstiegsbedrohte Meuselwitz zunächst voll nach Plan. Schon früh nutzte Hansch eine Gelegenheit und brachte die Gäste in Front (7.). Chemnitz tat sich lange schwer, fand aber die passende Reaktion und kam kurz vor der Pause durch Marx zum Ausgleich.

Die zweite Halbzeit brachte dann so einiges mit sich. Zunächst brachte Eckhardt die Gäste wenige Minuten nach Wiederanpfiff wieder in Führung (52.). Wie schon im ersten Abschnitt verteidigte der ZFC leidenschaftlich, und lange sah es danach aus, als könnten sie den Vorsprung über die Zeit bringen. Doch in der Schlussphase drehten die Hausherren das Spiel in nur acht Minuten. Erst traf Bozic in der 85. Minute zum 2:2 und brachte den CFC zurück ins Spiel. In der Nachspielzeit schlug dann auch noch Müller eiskalt zu und sorgte für den umjubelten 3:2-Siegtreffer (90.+3).

BFC Preussen – SV Babelsberg 03 3:6

Was für ein wildes Spiel in Berlin: Der SV Babelsberg 03 jubelt nach einem Neun-Tore-Festival und macht nach einer verrückten zweiten Halbzeit einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Schon von Beginn an suchten beide Teams den Weg in die Offensive und es dauerte keine zwei Minuten, bis Preussen-Verteidiger Häusl den Ball ins eigene Netz bugsierte – Traumstart für Babelsberg (2.). Nach etwas mehr als zwanzig Minuten glich Kühn zunächst aus (24.), ehe Butkovic die Partie noch vor der Pause drehte (38.). Zur Halbzeit lag plötzlich der BFC vorne.

Doch nach dem Pausentee schlug die Zeit der Gäste. Innerhalb von nur neun Minuten drehte Babelsberg die Partie erneut: Büch (56.), Lang (63.) und Queisser (65.) sorgten mit einem Dreifachschlag für die 4:2-Führung und entgeisterte Minen aufseiten der Hausherren. Diese benötigten jedoch nur sechs Minuten, bis Stein per Strafstoß auf 3:4 verkürzte (71.). Die Hoffnung war zurück und nur wenige Minuten später wieder verschwunden, als Schätzle bereits in der Schlussviertelstunde auf 3:5 erhöhte (79.). Den Schlusspunkt setzte dann Didoss, der mit dem 3:6 einen völlig verrückten zweiten Abschnitt beendete (90.+6).

1. FC Magdeburg II – FC Carl Zeiss Jena 4:1

Das ist ein herber Dämpfer im Titelrennen: Der FC Carl Zeiss Jena kassiert beim 1. FC Magdeburg II eine deutliche Niederlage und muss Lok Leipzig vorerst ziehen lassen. Mit dem Ziel, den Spitzenreiter aus Leipzig nach fünf Siegen in Folge weiter unter Druck setzen zu wollen, reiste Jena nach Magdeburg, doch zunächst entwickelte sich eine ausgeglichene Partie ohne große Highlights. Beide Teams suchten zwar den Weg nach vorne, klare Chancen blieben aber Mangelware. Für den FCC verfehlte Werner knapp (28.), auf der anderen Seite köpfte Mergner drüber (39.). Folgerichtig ging es torlos in die Pause.

Mit Wiederanpfiff sahen die 1.600 Zuschauer eine deutlich schwungvollere Partie. Die beste Chance hatte Eshele in der 52. Spielminute. Freistehend vergab der 27-jährige Angreifer die Topmöglichkeit. Im direkten Gegenzug schlug Magdeburg eiskalt zu: Nach Ballverlust im Mittelfeld zog Baars davon und traf mit etwas Glück zum 1:0 (53.). Der FC Carl Zeiss Jena zeigte wenig später die richtige Reaktion. Erneut war es Eshele, der mit einer Flanke gesucht und gefunden wurde. Dieses Mal machte es der Stürmer besser und traf per Kopf zum 1:1 (66.). Der FCC blieb dran, wollte mehr und drängte auf die Führung – doch Wähling verpasste aus aussichtsreicher Position (72.). Was dann folgte, war eine eiskalte Dusche. Zunächst schnürte Baars mit einem starken Abschluss seinen Doppelpack und stellte auf 2:1 (75.). Nur fünf Minuten später nutzte Magdeburg die Verunsicherung der Gäste aus und Leipertz erhöhte nach einem schnellen Gegenangriff auf 3:1. Damit jedoch nicht genug, denn erneut dauerte es nur wenige Minuten, ehe Hink mit dem 4:1 alles klar machte (83.).

FSV Luckenwalde – FSV Zwickau 0:1

Später Stich ins Herz: Der FSV Zwickau feiert nach einer zähen Angelegenheit beim FSV 63 Luckenwalde drei ganz späte Punkte. Vor 1.004 Zuschauern im Werner-Seelenbinder-Stadion entwickelte sich von Beginn an ein kampfbetontes Duell, in dem sich beide Teams nichts schenkten. Allerdings spielte sich der Kampf weitestgehend zwischen den beiden Torräumen ab, sodass Torchancen über 90 Minuten Mangelware blieben. Die Gäste aus Zwickau waren zwar insgesamt das engagiertere Team, fanden jedoch kein Durchkommen gegen die Luckenwalder Defensive.

Das änderte sich auch lange im zweiten Durchgang nicht. Luckenwalde stand kompakt, machte die Räume eng, und der FSV agierte zumeist ideenlos. Alles deutete auf ein torloses Remis hin, bis die Gäste in der Schlussphase doch noch zuschlugen und Prasse eine der wenigen Torgelegenheiten zum späten 0:1-Siegtreffer verwertete (89.). Mit dem glanzlosen Arbeitssieg gewinnt der FSV das vierte Spiel in Folge und bleibt in der Spitzengruppe der Liga.