Björn Lindemann startet bei Kickers Emden: Neue Ziele und klare Handschrift

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Der neue Trainer des BSV Kickers Emden, Björn Lindemann, nimmt seine Arbeit an der Nordseeküste mit vielen neuen Eindrücken und großem Rückenwind auf. Zuvor hatte er den SSV Jeddeloh II in der Regionalliga Nord zu einer Spitzenmannschaft entwickelt und den Verein mit einem Pokalsieg gekrönt. Der Abschied aus Jeddeloh war jedoch schon früh bekannt, umso größer ist nun die Vorfreude auf die Saison 2026/27 der Regionalliga Nord sowie die neue Aufgabe in Emden.

Aktivitäten auf dem Transfermarkt als Fingerzeig

Beim BSV Kickers erwartet Lindemann jedoch kein eingespieltes Konstrukt, sondern eine Mannschaft im Umbruch. Zahlreiche Spieler, darunter mehrere langjährige Leistungsträger, haben den Klub im Zuge der Neuausrichtung verlassen. Doch gleichzeitig hat Emden massiv nachgelegt und mit zahlreichen Transfers einen breit aufgestellten Kader formiert. Zu den Neuzugängen – insgesamt 14 an der Zahl – zählen unter anderem Luc Ihorst (VfL Osnabrück), Moritz Busch (Bremer SV), Sandro Plechaty (Weiche Flensburg), Marvin Benjamins (Preußen Münster) sowie Jannes Warnken (Werder Bremen II).

Besonders viel Aufmerksamkeit gilt zudem der Verpflichtung von Ibrahim Touray, der vom VfL Osnabrück ausgeliehen wird. Der vielseitig einsetzbare Defensivspezialist absolvierte in der vergangenen Saison 22 Einsätze für den SSV Jeddeloh II und kennt Trainer Lindemann sowie die Regionalliga Nord bereits bestens. In Emden soll er den nächsten Entwicklungsschritt gehen und dem Kader zusätzliche Flexibilität verleihen.

Nach aktuellem Stand verfügt der BSV über rund zwei Dutzend Spieler unter Vertrag, ergänzt durch Talente aus der U19, die sich in der Vorbereitung beweisen sollen. In der Vorsaison als Titelanwärter gehandelt, steht in der Spielzeit 2026/27 nun die Entwicklung im Vordergrund. Einer, der dabei eine zentrale Rolle übernehmen soll, ist Luc Ihorst. Der Stürmer stieg mit Osnabrück in die 2. Bundesliga auf, erhielt dort jedoch keinen neuen Vertrag. In Emden soll er nun zum Führungsspieler einer jungen Mannschaft werden. Manager Henning Rießelmann sieht in ihm einen wichtigen Baustein: „Luc ist ein sehr bodenständiger Junge, der sich mit den Bedingungen bei uns total identifiziert und sich ganz bewusst für uns entschieden hat. Er wird super in die Mannschaft passen.“

„Absolut auf einer Wellenlänge“ – Lindemann formt neue Mannschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Klubführung ist dabei von großem Vertrauen geprägt. Lindemann selbst beschreibt das Verhältnis zu Manager Rießelmann als „überragend“. „Es macht enorm viel Spaß. Wir sind absolut auf einer Wellenlänge“, heißt es übereinstimmend aus beiden Richtungen.

Für Lindemann bedeutet das vor allem die Aufgabe, aus dem neu zusammengestellten Kader schnell eine funktionierende Einheit zu formen und seine Spielidee zu implementieren. Sein Ziel formuliert er klar: „Die Zuschauer sollen Spaß haben und mit Freude zu unseren Spielen kommen.“ Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass es einige Wochen dauern wird, um die nötigen Automatismen einzustudieren.

Ein entscheidender Vorteil für den neuen Trainer sind die erstmals möglichen professionellen Strukturen im Trainingsbetrieb. Durch die neuen Bedingungen kann Lindemann in der Vorbereitung auch vormittags Einheiten ansetzen. „Somit können wir kontrollierter arbeiten, weil wir mehr Einheiten gemeinsam auf dem Platz haben. Die Jungs sind zudem ausgeruhter, weil der Fußball ihr Job ist. Da kannst du als Trainer auch mehr vom Kopf der Spieler verlangen.“

Wie gut die Kickers bereits in der frühen Phase in Form sind, können sie beim ersten Testspiel der Saison gegen den FC St. Pauli am 4. Juli unter Beweis stellen.