Erst auf den letzten Metern der abgelaufenen Saison in der Regionalliga Nord musste sich der SV Drochtersen/Assel dem Aufsteiger und Meister SV Meppen geschlagen geben. Als Vizemeister sind die Ansprüche der Norddeutschen natürlich hoch. Damit diesen gerecht werden kann, stellt sich der Klub nicht nur auf dem Platz neu auf und bekommt mit dem ehemaligen Bundesliga-Trainer Holger Stanislawski tatkräftige Unterstützung. Auch der Kader, dessen Kern im Vergleich zur vergangenen Saison weitgehend unverändert bleibt, erhält durch interessante Neuzugänge mehr Breite. Gelingt der Sprung in den Profifußball?
Kontinuität für den großen Traum
„Wir freuen uns, dass die gemeinsame Reise mit einem Großteil des Kaders weitergeht“, sagte Sportdirektor Sören Behrmann, als insgesamt 14 Spieler aus dem aktuellen Regionalliga- und Landesliga-Kader ihre Vertragsverlängerung unterschrieben. Elf Spieler verlängerten sogar über 2027 hinaus.
„Die Jungs haben in den vergangenen Jahren ihren Teil dazu beigetragen, dass wir uns sportlich und als Verein positiv entwickelt haben. Deshalb war es uns wichtig, frühzeitig Planungssicherheit zu schaffen“, so Behrmann weiter. Auch Präsident Rigo Gooßen betont, dass sich die Spieler mit dem eingeschlagenen Weg und den Zielen des Vereins identifizieren und viele bereits seit längerer Zeit Teil der Mannschaft sind und genau wissen, wofür die SV Drochtersen/Assel steht. Diese Kontinuität bilde einen wichtigen Baustein für nachhaltigen Erfolg.
Mit den Vertragsverlängerungen setzt die SV Drochtersen/Assel ohne Zweifel auf Stabilität und einen starken Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft, wie es auch in der Mitteilung des Vereins hieß. Durch den Verbleib eines Großteils des Kaders steht ein Grundgerüst, das die wichtige Grundlage für die langfristige sportliche Entwicklung bildet. Damit der Verein jedoch nicht bei den bisherigen Erfolgen stehen bleibt und die Regionalliga Nord nicht das Ende bedeutet, bekommt die SV Drochtersen/Assel künftig tatkräftige Unterstützung von einem absoluten Meister seines Fachs: Holger Stanislawski.
Stanislawski: Perspektive, die weiterbringt
Lange war Holger Stanislawski nach seinem Abschied vom 1. FC Köln im Sommer 2013 von der großen Fußballbühne verschwunden. Der frühere Trainer des „Effzeh“, der zuvor auch beim FC St. Pauli und bei der TSG Hoffenheim an der Seitenlinie stand, zog sich komplett aus dem Profifußball zurück und konzentrierte sich gemeinsam mit Ex-Profi Alexander Laas auf die Leitung eines Supermarkts in Hamburg.
Nun meldet sich der 56-Jährige überraschend im Fußballgeschäft zurück: Stanislawski wird die SV Drochtersen/Assel künftig als sportlicher Berater unterstützen und damit wieder näher an den Spielbetrieb rücken. Nach mehreren Besuchen im Kehdinger Stadion scheinen Präsident Rigo Gooßen und seine Mitstreiter offenbar überzeugt zu sein. Man müsse sich als Verein kontinuierlich weiterentwickeln, betonte Gooßen, und die Zusammenarbeit mit dem früheren Bundesligatrainer sei dabei ein wichtiger Schritt für die kommende Zeit. Dass sich eine Persönlichkeit mit seiner Erfahrung für das Projekt interessiere, zeige zudem, welche Entwicklung der Klub in den vergangenen Jahren genommen habe.
Sportlich blickt die SV Drochtersen/Assel auf eine erfolgreiche Saison 2025/26 zurück, die als Vizemeister endete. Parallel dazu beschäftigt sich der Verein mit infrastrukturellen Themen wie einem möglichen Stadionausbau sowie der beantragten Lizenz für die 3. Liga. Offen bleibt, welche Auswirkungen die zusätzliche Expertise auf das Trainerteam um Oliver Ioannou haben wird. Laut Gooßen sehe dieses die neue Konstellation jedoch positiv und freue sich auf den fachlichen Austausch mit Stanislawski. Dessen Perspektive könne den Klub sowohl auf als auch neben dem Platz entscheidend weiterbringen, so der Vereinspräsident.
Offensive verstärkt: D/A holt Busch und Schepp
Abseits des Platzes treibt der SV Drochtersen/Assel die Entwicklung voran und hat mit der langjährigen Expertise des Ex-Bundesliga-Trainers einen Joker an seiner Seite. Doch auch auf dem Platz geht die Planung für die kommende Saison voran. Besonders im Angriff setzt der Regionalligist dabei auf neue Impulse.
Vom FC 08 Homburg wechselt Sean Busch in den Norden und schließt sich der SV Drochtersen/Assel an. Der 22-jährige Stürmer, der in der Rückrunde auf acht Einsätze und drei Treffer kam, bringt nach Vereinsangaben „eine hervorragende Ausbildung sowie viel Offensivqualität“ mit. Sportdirektor Sören Behrmann zeigt sich entsprechend überzeugt: „Sean bringt nicht nur eine hervorragende Ausbildung mit, sondern auch viel Offensivqualität. Wir sind überzeugt, dass er bei uns den nächsten Schritt machen kann.“
Ebenfalls neu im Angriff ist Christopher Schepp, der vom TSV Havelse kommt. Nach 19 Einsätzen und vier Toren in der 3. Liga zieht es den Angreifer zurück in die Regionalliga Nord. Behrmann sieht in ihm eine wichtige Verstärkung: „Christopher hat in den letzten Jahren konstant gezeigt, dass er torgefährlich ist und sich auf höherem Niveau durchsetzen kann. Mit seinem Spielverständnis und seinem Abschluss erweitert er unsere Optionen in der Offensive enorm.“
Bleibt also nur noch abzuwarten, ob dem SV Drochtersen/Assel nach dem Vizemeistertitel der vergangenen Saison nun der große Wurf und der Sprung in die 3. Liga gelingt. Fest steht jedenfalls, dass der Meister der Regionalliga Nord den Umweg über die Aufstiegsspiele gegen den Vertreter aus der Regionalliga Bayern gehen muss. Fix ihren Aufstiegsplatz haben neben den Meistern der Regionalligen West und Südwest in diesem Jahr der Titelgewinner der Regionalliga Nordost.


